50plus- und so!
Mein Name ist vivara und ich habe das Bedürfnis, ja, sogar Lust, mich hier als „Redakteurin“ auszutoben.
50plus Gedanken werden es sein, 50plus Beobachtungen, Erfahrungen, Erlebnisse.
Nein, keine Geschicht(ch)en, die ich an Mann und Frau bringen will, weil ich so mitteilsam bin.
Will euch nicht mit geschriebenen Selbstgesprächen quälen und mit subjektiven, ach so persönlichen Erfahrungen langweilen.
Eigentlich will ich liebevoll provozieren, ein bisschen grinsend anstoßen, ein klein wenig
weibliche Betrachtungen zu dem einen und ganz besonderen Thema einbringen, es wagen Reaktionen hervorzurufen.
Frech und dennoch solidarisch will ich sein…..
Also, ich heiße vivara – das heißt, so heiße ich hier.
Hier ist man pseudonym, anonym – und das in eigentlich ziemlich klarer, offener und sehr persönlicher Sache.
50plus-Treff.
Ein virtueller Garten zum Schlendern, ein virtuelles Cafe zum Plaudern, ein virtueller Treff, um mit 50 Plus nicht alleine zu sein, Freundschaften zu finden und meist und gar – einen Partner.
Den Mann, die Frau für den Rest des Lebens.
Der Rest des Lebens!
Klingt kümmerlich.
Krümel, achtlos verstreute Reste.
Ich spiele Wort und quäle mit Begrifflichkeit.
Daweil bin ich hier in 50plus-Treff, weil es mir nicht als kümmerliche Rest erscheint, was da an Leben vor mir liegt.
Im Gegenteil!
Das Problem ist nicht dieser begrenzte und bewusst auszufüllende Teil des Lebens, der vor einem liegt.
Es sei denn, man zählt Falten, streift sie verzweifelt glatt, cremt sie teuer anti-agend ein und blickt betrübt auf die sich minimierenden Härchen am Kopf und taucht diese in den Farbtopf.
Es sei denn, man kultiviert seine ollen knarzenden Knochen und verfällt in Panik bei der Vorstellung, dass die Zähne eine endliche Angelegenheit sind.
Es sei den, man schaut weg, wenn im Cafe ein alter Mensch sitzt, der man selber keinesfalls sein wird und werden wird…..
Dann kann das, was da vor einem liegt, schon eine verdammt unlustige Perspektive sein und man müsste eigentlich froh sein, dass das nur mehr ein Rest ist.
Ich freue mich auf diesen „Rest“.
Das Problem – und es ist wohl eines, muss-müsste aber keines sein – müsste!! – ist allenfalls der Großteil des Lebens, den man mit sich bringt.
Die Geschichten, die einen nun ausmachen.
Die einen zu einem überzeugten Menschen werden ließen.
Und da ist es von wesentlicher Rolle, ob man von sich überzeugt ist oder davon, dass man so schon okey ist, wie man ist.
Und da ist es wichtig, ob man davon überzeugt ist, dass das Leben einem auch in den nicht so besonders lustigen Momenten etwas geben konnte.
Das macht einen verflixt bedeutungsvollen Unterschied im Gebrauch dieses Attributs „überzeugt“, das ziemlich beschränkt beschreibend erscheint.
Alle anderen Attribut, die 50plus- Leute beschreiben könnten, habe ich gerade gelöscht – in dem einem Merkmal erscheint mir alles drin, was ein Mensch werden kann.
Na gut, hier sind sie, diesen andeern ziemlich unoriginellen ausgelutschten Attribute – vorsichtig, verzagt, sicher, unsicher, geistreich, belehrend, frei, verkrampft, verhärmt, humorvoll, bitter, froh, klug, borniert, eng, weit, verstört, klar – aaaaaaalt oder gär ältlich – huch!….ließe sich seitenweise fortsetzen – 50plus ermöglicht eine größere Eigenschaftsskala als 20 oder 30plus.
Klingt trübe, was ich da schreibe, latent problembewusst.
Ach wo!
Ich schreibe nicht nur hübsch formulierte Worte, einen kleinen neckischen Text, ich schreibe Gedanken, die schon mal irgendwann und immer wieder ( aber nicht immer öfter) durch meinen Kopf schießen – die sich nicht als Problem verdichten und nicht hoffnungslos niederschmettern und zu larmoyanten zustimmungs-oder gar leidend – verschwesternden und verbrüdernden Sätzen führen – Wehe!
Ich schreibe von mir und ich bin 50plus
Und alles, was ich schreibe, ist bestimmt nicht vivara-typisch – kriege ich da Zustimmung?
Ich schreibe, d. h. ich werde, will davon schreiben von einem neuen Leben mit 50plus und von den vielen Träumen, Wünschen, die es da gibt, dem Reichtum „unserer Jahre“ und von der eigentlichen großen Weite und Freiheit, die dieser Rest des Lebens in sich hat.
Und die Unbilden, die jede Weite, Freiheit und jede Phase eines Lebens da so hat, die werde ich einen Teufel tun sie auszuklammern – nur!
Auch diese lassen sich mit Schalk im Auge und einer Tonne Humor betrachten.
Wenn ich im Supermarkt die unverschämt kleingedruckte Inhaltsbeschreibung nicht lesen kann, weil ich eine am Bändchen hängende Lesebrille so altmachend empfinde, dann schmeiße ich sie halt ungelesen in den Einkaufswagen und verdrücke zu Hause ungerührt ein paar der Konservierungsmittel, die ich vermeiden wollte und erfreu mich an Gummibärchen mit künstlichem Farbstoff – letzteres ist schlichtweg erfunden, ich esse überhaupt keine Gummibärchen.
Nein, das ist kein künstlicher Humor, kein künstliches sich Lustigmachen über das Altwerden – es ist schlicht und einfach die Möglichkeit per Grinsen jung zu bleiben.
Denn eines altert nicht.
Die Seele und die lacht gerne und die träumt mit 50plus genauso wie mit 20plus.
Vivara
Am 31. August 2006 um 02:57 Uhr
Hallo Vivara!
Mein Gott, es ist Viertel vor drei Uhr morgens und ich hocke doch tatsächlich noch immer an meinem Computer und lese mich so durch dies und das. Und da bin ich auf Deine Bemerkungen, Denkanstöße, Reflexionen gestoßen und habe mich, wie Du siehst (ich hoffe, ich darf “Du” sagen???) spontan entschlossen, Dir zu schreiben, ein “Feetback” zukommen zu lassen, wie es so schön auf Neusprech heißt. Deine Gedanken haben mich neugierig auf die Frau werden lassen, die sie mit so viel Frische und Esprit formuliert hat! Es würde mich außerordentlich freuen, wenn Du mir eine Nachricht zukommen lassen würdest. An einem Gedankenaustausch mit einer Frau, die ebenso intelligent wie geistreich zu schreiben versteht bin ich imer interessiert. Und – wer weiß? – vielleicht wird ja mehr daraus?
In jedem Falle einstweilen dies: Liebe Grüße
von
Stefan
Am 3. September 2006 um 12:23 Uhr
Liebe Vivara,
Ihre Zeilen sprechen mir aus dem Herzen, denn ich teile voll Ihre Ansichten, trotz meinen 80 Jahren. Ist der Geist jung, dann ist es auch der Körper, selbst wenn er nicht mehr so knackig ist.
Das Wichtigste ist, daß man sich in sich und mit sich wohl fühlt, alles andere ist sekundär. Wenn es so ist, kommen automatisch gute Reflexionen aus der Umwelt, auch aus der jüngeren.
Bleiben Sie so!
Herzliche Grüße von Harmonella.
Am 3. September 2006 um 21:09 Uhr
Erfrischend, frech und wahrscheinlich nicht nur mir so richtig aus der Seele gesprochen. Ich wünsche mir eine Fortsetzung, denn wie gesagt, anti-agings helfen bei weitem nicht wie solch ein Text. Danke!
Am 25. Dezember 2006 um 10:41 Uhr
Hallo Schwarze Witwe als dein Foto hier sah wußte ich dich oder keine schon dein Blick hat mich begeistert aber nun zu mir da dein Freund dann schon um die fünfzig sein soll, und ich doch noch einige jährchen jünger erst 47 macht nichts da du mit deiner energie und abenteuerlust sowieso noch viel erleben willst außerdem bin ich nicht aus Deutschland söndern aus Salzburg also falls du antworten willst auch ich laß mich gerne überraschen ob dein Foto das auch ihn wirklich mithalten kann . Gruß Hermann