(Danke für Zuschriften) Hundegeschichte (8)
Nr.7 habe ich mein Dankeschön angehangen.. hier noch mal einen schönen Sonntag in die Runde. Es geht fröhlich weiter, hoffe, ich versüße Euch das Aufstehen, lächel
Ich bin nicht immer brav und folgsam
Inzwischen bin ich 12 Monate alt. Zu Weihnachten hat mir Frauchen auch einen Teller mit leckeren Hundekuchen, Hundewurst und Spielzeug hingestellt … die Sachen zum Fressen hatte ich schnell weggeputzt, dann machte ich mich über das Spielzeug her. Eine Stoffmaus zerlegte ich schon am gleichen Tag. An dem Ball knabberte ich etwas länger. Von Stefan hatte ich einen alten Schuh bekommen, von Frauchen kaputte Socken, die in der Mitte zusammengeknotet waren. Mir war alles recht, Hauptsache, ich konnte mich beschäftigen.
An andere Schuhe oder Socken ging ich nicht dran. Das war auch mein Glück, denn es hätte mir sicher Ärger eingebracht. Einmal versteckte Stefan meinen Schuh unter vielen anderen Schuhen, dann sagte er: „Such den Schuh!“ Nichts leichter als das. Es war ruckzuck erledigt. Stefan war sehr stolz auf mich. Auch mit den Socken versuchte er es, aber ich fiel nicht darauf rein.
Wenn ich alleine zu Hause war, kletterte ich gleich auf das Bett von Frauchen. Das war nicht erlaubt, aber es sah ja keiner. Es war noch warm und kuschelig. Ich döste vor mich hin.
Platzverweis
Einmal vergaß Frauchen den Mülleimer auf den Balkon zu stellen, als sie das Haus verließ. Gleich stürzte ich mich auf ihn, als ich alleine war. Ich glaubte, sie hätte ihn extra für mich stehen lassen. Ich holte alles raus, fand Wurst- und andere Essensreste. Alles wurde zerfetzt … herrlich! Frauchen war anderer Meinung und schimpfte mit mir, als sie zurück kam. Aber ich bin doch ein Hund und fresse nun mal für mein Leben gern.
Von diesem Tag an war die Küche für mich tabu. Keinen Schritt durfte ich mehr reinsetzen. Egal, ob die Türe offen war oder nicht. Ich hielt mich dran … aber wehe, die Türe stand offen, und niemand außer mir war zu Hause. Erwischte Frauchen mich, gab es keinen Ärger. Sie sah wohl ein, daß sie selber schuld war.
Was ließ sie auch die Türe auf? Einmal kochte sie und ihr fiel ein Ei runter. Sie wollte mich in die Küche locken, weil sie sich ekelte, das rohe Ei aufzuwischen. Ich weigerte mich jedoch. Schließlich hatte sie mir verboten, da reinzugehen. Dann trug sie mich rein. Ich wehrte mich energisch und lief wieder raus. Nichts zu machen. Sie lobte mich dann auch und mußte ihre „Schweinerei“ selber wegputzen. Das hat sie nun davon.
Mir ist ja sooo langweilig
Eines Tages blieben beide sehr lange weg. Zuerst spielte ich mit einem Stofftier von Stefan und nahm es schließlich auseinander. Dann zerkaute ich genüßlich ein paar Seiten eines Buches, irgendwie rochen sie nach Wurstbrot. Bei Stefan im Zimmer fand ich einen vollgestopften Papierkorb, den ich mit einem Schubs leerte. An Eßbarem fand ich aber nur ein paar abgelutschte Kaugummis, einen halben Apfel und einen Joghurtbecher. Ich untersuchte alles gründlich. An dem Tag hörten die Nachbarn mich nicht einmal bellen, ich war beschäftigt. Ich entdeckte die Fernbedienung auf dem Bett und schubste sie vor mich hin, knabberte mal an der einen, mal an der anderen Seite. So ein Ding hatte mich schon mal sehr interessiert, als wir bei Freunden zu Besuch waren. Irgendwann hatte ich sie fein säuberlich zerlegt.
Als ich Frauchen kommen hörte, verdrückte ich mich hinter einen Sessel. Aber sie sagte nur: „Pfui ist das“. Dann meinte sie etwas freundlicher: „Du armer Kerl, warst heute wirklich zu lange allein,“ und streichelte mich. Ich ging nie mehr an Sachen, die herum lagen … außer an meinen Schuh und meine Knotenstrümpfe. Der Nahschub an alten Socken war enorm. Bald war ein ganzes Eimerchen voll. Auch alte Perlonstrümpfe von Frauchen durfte ich zerfetzen.
Meine erste Freundin
Neben uns wohnten nette Nachbarn, die eine reizende Hündin hatten. Leider paßte man gut auf, daß wir uns nicht zu nah kamen. Ich hätte sie gerne näher kennengelernt. Leider fraß sie versehentlich Rattengift und starb. Mein Frauchen hatte danach lange große Angst um mich, wenn wir Gassi gingen, denn sie wußte nicht, wo das Gift gestreut worden war. Aber auch bei unseren ausgiebigen Spaziergängen interessierten mich die Hundedamen immer mehr. Im Frühjahr und Herbst rochen sie besonders gut. Frauchen hatten Mühe, mich wieder einzufangen.
Ich mußte immer öfter an die Leine. Erst später, als ich kastriert wurde, konnte Frauchen mich unbesorgt laufen lassen.
Arztbesuche
Zum Doktor mußte ich regelmäßig einmal im Jahr. Ich ging nicht gerne hin, machte aber auch nicht übermäßig Theater. Wenn Frauchen vor dem Behandlungstisch stand und zu mir sagte: „Mach hopp,“ dann sprang ich zwar widerwillig, aber ich sprang. Den Doktor konnte ich damit immer wieder begeistern. Er versicherte, das macht kein anderer Hund. Er war auch sonst sehr zufrieden mit meinem Gesundheitszustand.
Nach dem Arztbesuch wurde jedes Jahr eine Wurmkur gemacht. Ob ich Würmer hatte oder nicht. Quasi als Vorbeugung. Die Tabletten wurden fein säuberlich in Leberwurst versteckt. Das war die Hauptsache, die Tabletten rutschten so von ganz alleine.
Rivalen
Ich raufte mich so oft wie möglich mit anderen Hunden. Ob mit großen oder kleinen Hunden. Manchmal wurde ich etwas zerrupft, weil ich mich zu weit vorgewagt hatte. Aber es machte Spaß, Stärke zu zeigen. Nur selten schaffte es Frauchen, mich von anderen Hunden fernzuhalten. Da ich meist ohne Leine rumlief, sah ich einen anderen Hund eher als sie … da konnte sie rufen und locken, ich raste einfach los.
mal ein Foto von Astro?