Reise nach Kiew

Reise nach Kiew

Heute sah ich einen Bericht aus Kiew, der mich sehr nachdenklich stimmte. Dabei ging es um einen Mann aus Berlin, ca. Mitte 40, der gepflegt und gut aussah und sich auch sprachlich sehr gut ausdrücken konnte.

Er war nach Kiew gekommen , um sich dort über eine Agentur ukrainische Frauen anzusehen.

Das heißt, er hatte gehofft, sich verlieben zu können. Es ginge ihm nicht um Sex sagte er, sondern um eine Beziehung, in der auch die Seele zu ihrem Recht käme. In Berlin gäbe es genug Frauen für eine Nacht und auch solche mit denen er sich ganz gut verstehe, die ihn aber nur sehen wollten, wenn er gut drauf sei, also gut gelaunt, möglichst ausgeschlafen, positiv gestimmt usw.

Das sei überhaupt Voraussetzung bei uns, dass man im Beruf erfolgreich ist, allzeit cool und gut drauf……… Mit Problemen oder Sorgen sei man nicht willkommen.

Und die ukrainischen Frauen seien eben noch anders, so, wie vielleicht früher unsere Großmütter.

Die Damen, die diesem Mann vorgestellt wurden, waren jung und gutaussehend – obwohl er das nicht gefordert hatte. Die Agenturchefin meinte, dass sie Ausländer nur mit ausreisewilligen Frauen zusammen bringen kann und die seien eben meistens jung . Mit einer ging der Mann aus Berlin bowlen, weil das ihr Hobby war, die sagte ihm aber dann, dass sie noch einen Verehrer in den USA habe, in Colorado, der würde ihr Blumen schicken usw. Auch eine andere Dame hatte Beziehungen in die USA und erwähnte ein Geschenk, dass ihr zu Silvester geschickt worden war. Auf Nachfrage bei der Agentur, sagte die dortige Chefin, dass sie mehrere Anfragen aus den USA habe, da viele Männer eben Frauen suchten, die noch die Qualitäten von früher haben.

Schlußendlich lernte dieser Mensch dann doch noch eine Frau kennen, die er auf Anhieb mochte, sie konnte wenig deutsch, er kein russisch – in englisch ging es mehr schlecht als recht. Dadurch kam es dazu, dass die Sprache der Augen kultiviert wurde, was sehr gut klappte, und was, wie der Berliner sagte, wir heute verlernt haben.

Die Reportage endete damit, dass die junge Frau zu Besuch nach Berlin kam, nachdem vorher alle Formalitäten

auf dem Ausländeramt usw. erledigt waren. Zwischenzeitlich besuchte der Berliner die Volkshochschule um russisch zu lernen.

Ihm war es ganz wichtig, eine Frau zu finden, die ihn auch verstand, wenn er traurig war und bei der er sich fallen lassen kann, wenns denn sein muss und das hatte er bislang in dieser Fun-Gesellschaft hier vermisst.

14 Reaktionen zu “Reise nach Kiew”

  1. forever07

    Der Beitrag ist zwar schon einige Zeit her, doch er trifft im Kern genau, daß
    was wesentlich ist — hier finden MANN keine normale Frau mehr, es muß
    alles perfekt sein – und die Anforderungen sind kaum zu erfüllen.
    Wo bleibt das menschliche ???? Mußt als Mann total perfekt sein, in jeder
    Beziehung — Schwächen`???? Nein – wenn du die zeigst, wirst du als
    nicht passend — aussortiert und alleine zurück gelassen.

  2. barrahonda

    habe ich auch gesehen,aber deshalb werde ich niemals wie meine Grossmutter sein,denn Herzenswaerme und Anstand habe ich nicht verlernt.Also warum in die Ferne streifen,denn das gute liegt so nah.

  3. Jadore

    Hallo Ashoggi,
    Ich habe diesen Beitrag auch so am Rande gesehen.
    Aus Deinem Statement geht jetzt aber nicht weiter hervor,
    ob Dich die Meinung dieses Berliners verunsichert, entsetzt oder
    nachdenklich gemacht hat.
    In meinem Fall, war es von allem etwas, denn wenn man diese
    Punkte die er nennt mal ganz kritisch betrachtet, schildert er eigentlich
    wirklich diese all umfassende Oberflächlichkeit die sich leider breitgemacht
    hat.
    Wir hatten eine ganz ähnliche Diskussion auch schon mal im Kollegenkreis,
    die Männer meinten, da ist was dran, diese Frauen wären noch dankbarer, auch für die kleinen Dinge des Lebens.
    Würden noch in der Lage sein zuzuhören und wirklich für jemanden da zu sein und eben am meisten für den eigenen Partner. Dies habe für diese Frauen noch einen höheren Stellenwert als für uns deutsche Frauen.
    Wir wären anspruchsvoll ohne Ende und egoitischer denn je.
    Bin sehr gespannt wie die Meinung anderer zu diesem sehr interessanten
    Beitrag ist.
    LG Mary

  4. seesky

    hallo,

    leider kann ich so gar nicht zustimmen was oben schon geschrieben worden ist. Ich kenne einige Männer, die sich in eine Russin verliebt haben, sie geheiratet haben und kam die helle Erwachung…..für die Männer.
    Wie es so meist üblich ist lernen Frauen sehr schnell. So auch die russischen Frauen, sie verstehen es mit Charme, immer top-modern den Mann ganz für sich arbeiten zu lassen. Sie setzten sich radikal durch und fordern nach der Ehe……..recht viel. Nichts mehr mit voll da sein für den Partner – nun es kann natürlich auch sein, dass ich gerade nur diese Variante von Beziehungen kennengelernt habe, mag sein, dass es auch andere gibt.

    Für unsere deutschen Männer ist es mal wieder ein Armutszeugniss. Ihre eigene Unfähigkeit, sich der deutschen mitllerweile emanziperten Frau folgen zu können ist ihnen zu anstrengend – weil sie nicht in der Lage sind
    Umgangsformen dennoch einzuhalten schieben sie die Schuld auf die , ach ja so oberflächlichen deutschen Frauen…….*lach* mir kommen gleich die Tränen…Männer wollen nicht gleichberechtigt in Gefühlsbeziehungen sein, nur wenn es ums Geld geht, da wollen sie nicht mehr zahlen…
    Bei ausländischen Frauen legen sie sich längerfirstig eine viel zu anspruchsvolle Person zu – aber dass sehen Männer ja in ihrer Triebhaftigkeit nicht! Kein Wunder, dass immer mehr deutsche Frauen zu ausländischen Männern gehen.?

  5. ashoggi

    danke erst einmal allen und hoffe, dass noch mehr dazu kommen. Jadore, in meinem ersten Satz schreibe ich doch, hat mich sehr nachdenklich gemacht…….

  6. ashoggi

    hallo seesky, entschuldige, wenn ich pingelig bin, aber das muss sein.
    Dänemark ist nicht Deutschland, genau so wenig, wie die Ukraine Russland ist.
    Dann geht es hier um die Zeit des Kennenlernens, der Annäherung, der Werbung und nicht die nach einer erfolgten Heirat.
    Und den Männern immer nur Triebhaftigkeit zu unterstellen finde ich mies.
    Gerade das schließe ich hier aus, denn dann wäre dieser Mann im tiefsten Winter doch lieber nach Thailand gereist, als ausgerechnet nach Kiew.
    Deine Zuschrift wirkt in meinen Augen etwas überheblich und genau das ist es, was viele deutsche Männer satt haben.

  7. ellen301

    Hallo,
    ich habe mit/durch meine Söhne beide, gute und berechnende, russische/ukrainische Frauen kennengelernt.

    Mein Ältester, damals 24/25, verliebte sich hier in Deutschland in eine nette junge Frau aus der Ukraine. Als sie nach ihrem Aufenthalt hier wieder zurück mußte war er totunglücklich. Viele Telefonate folgten. Er machte ihr einen Heiratsantrag, besorgte Einladung für ein Visum und alles was für eine neuere Einreise erforderlich war, einen sogenannten Kennenlern-Aufenthalt zwecks Eheschließung.

    Die junge Frau wurde mit viel Herzenswärme als Gast in unserem Hause von allen Familienmitgliedern begrüßt.

    Als die Eingewöhnungsphase vorbei war, mein Sohn wieder wie wir anderen auch wieder zur Arbeit musste, fing sie an sich zu langweilen. Sie wollte Geld um Shoppen zu gehen. Klar bekam sie Taschengeld, abends war es ausgegeben für Teure souvenirs, gucci schuhe, prada Handtasche etc. Solche Dinge hatte in unserem Haushalt noch nie jemand gekauft.

    Sie bat uns ihr einen Job zu suchen damit sie etwas Geld verdienen kann. auf die Frage ob sie putzen gehen oder Babysitten möchte, war natürlich ein nein zu hören, mit dem Pc konnte sie auch nicht umgehen, der deutschen Sprache war sie nur sehr gering mächtig. Uns im Haushalt zu helfen beim Kochen, Waschen, Gärtnern war auch unter ihrer Würde. Unser alltägliches Essen, gute Hausmannskost, schmeckte ihr auch nicht, zu wenig Steaks, Lachs.

    Wie mein Sohn später erzählte gab es Sex nur gegen chash.

    Wir haben sie zurückgeschickt.

    kurz danach, der nächste Schreck: mein Jüngster verliebt sich in ein russisches Aupairmädchen. Bringt sie eines Nachts mit nach Hause.

    Sie war hier um die deutsche Sprache zu lernen und hatte in ihrer Gastfamilie unheimlichen Stress (alleinerziehende Mutter mit zwei Jungs die adhs haben).

    Sie hat nicht aufgegeben, war aber in ihrer freien Zeit immer mehr in unserer Familie und hat von sich aus mit angefasst. War wissbegierig ohne Ende, jedes Wort was sie nicht kannte, jeder Slangausdruck, mußte erklärt werden. In der Zeit haben wir sehr viel mit händen, augen, gestik, mimik, englisch, deutsch und russisch geredet. Das war für alle sehr spannend. Nach dem Aupair-Jahr ist sie hier geblieben zum Studieren, mein Ex hat für sie gebürgt. Jetzt ist sie schon seit fast zwei Jahren mit meinem Sohn verheiratet und die beste Schwiegertochter die man sich wünschen kann.
    Wir haben auch ihre Eltern kennengelernt und die sind genauso lieb und nett.

    Also nicht alles immer über eine Kamm scheren. In allen Ländern sind die Menschen genauso verschieden wie bei uns.

  8. Bernd

    Nein, überheblich finde ich den Beitrag von Seesky nicht. Mich stören lediglich diese Verallgemeinerungen, die übrigens auch in Ashoggi’s Artikel zu finden sind. Nach meiner Lebenserfahrung gibt es sie nicht, DIE deutschen bzw. DIE ukrainischen Frauen oder Männer. Die Lebensumstände zwischen Deutschland und einigen osteuropäischen Staaten weichen stark von einander ab. Reichtum und Armut ist jedoch überall zu finden, nur anders verteilt. So ähnlich ist es auch mit den Charakteren.

    Selbstverständlich gibt es auch hier Frauen, wie sie dieser gutaussehende Mittvierziger aus Berlin sucht. Ich denke, er hat es aufgegeben, hier zu suchen. Er geht den bequemen, nur vom Geldbeutel abhängenden Weg und lässt sich Frauen präsentieren. Man könnte fast sagen: er geht einkaufen. Es macht mich schon sehr skeptisch, wenn er „dann doch noch eine Frau kennen (lernte), die er auf Anhieb mochte, sie konnte wenig deutsch, er kein russisch…“. Die Überlegung liegt Nahe, dass es ihm wohl doch mehr um Äußerlichkeiten als um innere Werte ging.

    Zudem finde ich es fraglich, ob ein Miteinander durch dick und dünn, wie man so sagt, bei solch unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Lebensauffassungen dauerhaft sein kann. Allzu oft wird es wohl aus diesen Gründen zu Missverständnissen und vielleicht auch Streit kommen. Na ja – Ausnahmen bestätigen sicher auch hier die Regel.

    Ich denke aber auch, da gebe ich Seesky recht, dass es unter den Damen der ukrainischen Agentur eine verhältnismäßig große Zahl von Frauen gibt, die aus rein wirtschaftlichen Gründen einen Mann aus der reichen westlichen Welt heiraten wollen. Sie werden in der Mehrzahl genauso enttäuscht, wie die Heiratstouristen aus Berlin, Giessen, Heidelberg oder Colorado.

    meint
    Bernd

  9. lotusblume8

    Nun ich denke mal,daß Frauen genauso sich menschliche Wärme,Zuneigung, Respekt,Zuhören sowie Verstanden werden sich wünschen. Man muss auch Kompromisse eingehen können,um miteinander auf Dauer zusammen Leben zu können. Manche sind und haben es auch nie gelernt, auch für eine Zeitlang mit sich selbst auszukommen.
    Sobald die Ausländerinnen sich an den Luxus gewöhnt haben, machen sie sich frei und Mann ist wioeder alleine. Als Sklavin oder Leibeigene taugt keine Frau, egal aus welchem Lande sie kommt.
    Mann muss sich genauso anstrengen, traute Zweisamkeit funktioniert nicht automatisch, man muss jeden Tag dafür etwas tun,um auf Dauer miteinander auszukommen,denn es gibt Höhen und Tiefen wie ein jeder Mensch weiß . Das Leben ist kein Märchen sondern besteht aus der Realität und damit man glücklich und zufrieden ist,muß man für sich selber was tun. Den Himmel oder die Hölle macht sich ein jeder selbst und ein jeder ist seines Glückes eigener Schmied ;-) ) !

  10. Siggi

    @ashoggi
    gebe Dir meine Zustimmung – es gibt auch noch Männer in Deutschland, die einfach nur die Zuneigung suchen – egal woher!
    Hier zählt doch nur noch Geld – Geld – und nochmals Reichtum bzw. eine super Anstellung!

    Was ist mit den vielen “über 50″ die den Job verloren haben?

  11. ashoggi

    das sind so viele Geschichten und jeder erzählt natürlich aus seiner Warte. Himmelfahrt war hier bei uns ein Regentag und dann sah ich durch Zufall diese Reportage. Der Mann kam glaubhaft bei mir rüber und deshalb habe ich es aufgeschrieben.

    Natürlich können sich das nur Menschen mit Geld leisten, sogesehen hätte ich es auch schreiben können, aber dann wäre es eine andere Geschichte geworden.
    Mir gefiel, dass von “der Sprache der Augen” gesprochen wurde und das Wort Seelenverwandtschaft fiel.

    Bitte versteht das so, dass ich das nur aus einem Blickwinkel schrieb.

  12. Nikolex

    Ich habe den Bericht nicht gesehen. Aber eure Reaktionen darauf gelesen. Da waren einige persönliche Erfahrungen, manche haben sich Gedanken gemacht… es sicher ein heikles, nicht einfaches Thema. Und ich weiß nicht,m wie viele Männer sich darüber Gedanken machen, ohne dann je einen Schritt in diese Richtung zu tun. Aus welchen Überlegungen auch immer. Aber der Gedanke daran ist sicher nichts Triebhaftes, verlangt auch eine gewisse Bereitschaft zur Beweglichkeit, Mut auf Unbekanntes, Bereitschaft, sich einzulassen.

    Seesky allerdings hat das alles klar durchschaut.

    Ich weiß nicht, Seesky… kann Dich noch etwas berühren, überraschen, überzeugen, umstimmen? Klingt für mich nicht so….

  13. moritz_55

    habe mir mal die berichte über die reise nach kiew zu gemüte geführt…
    in den einzelnen erwiederungen der “forumteilnehmer” konnte lesen wie die meinungen zu diesen thema auseinander gehen. nun ich weiss nicht so richtig wie ich es anfangen soll. möchte nicht besserwisserisch rüberkommen oder gar belehrend.

    im allgemeinen muss ich recht geben das die agenturen versuchen heiratswillige frauen aus osteuropa zu vermitteln. ihnen geht es nur um die erfolgsrate und wieviel sie damit verdienen. warum ich das schreibe… nun es werden offene flayer in der ukraine verteilt wo der deutsche oder ander westeuropäische männer richtig vermarktet werden. das spielt es keine rolle ob er “arm” oder “reich” ist. sie werden so dargestllt als ob es nur reiche menschen in westeuropa gibt. natürlich verlockt das die frauen, diesen schritt zu gehen und ein besseres leben zu erreichen.

    aber sind das nicht die ausnahmen?

    ich habe zwei jahre mit meiner firma in und um kiew gearbeitet. ich habe prizipiell nur ledige männer mitgenommen um keine probleme mit den zu hause gebliebenen frauen zu bekommen. in funk,fernsehen und presse wird ja ständig über die liebeswütigen frauen berichtet und sie werden so dargestellt als wären sie vampire. dem wiederspreche ich. und das spiegelt sich in der meinungsäusserung von seesky wieder. warst du schon mal in russland oder den ehemaligen gusstaaten? denke mal nein. diese menschen haben so einen nationalstolz wo wir als deutsche noch lernen können. tja wir waren die kings aus deutschland, aber uns sind die frauen nicht nachgelaufen, im gegenteil wir waren die fritzen. aber im laufe der zeit haben sich zwei pärchen gefunden und sie sind seit 6 jahren verheiratet!! glücklich. als unser auftrag auslief stellte sich für beide paare die frage wo sie leben wollen. es gab kein hin und her-der wohnort für die frauen war ihre heimat-nicht deutschland. also sind die männer auch in der ukraine geblieben. sie haben ihren weg eingeschlagen und haben eine gutgehende firma aufgebaut die bestens läuft.

    was will ich damit sagen..ich meine das die frauen welche über die agenturen angeboten werden falsch informiert werden-sie kommen aus der provinz wo es keine kommunikationsmöglichkeiten gibt. frauen aus den großen städten würden niemals ihr land verlassen-in diesen städten ist der lebensstandart fast wie bei uns. natürlich gibt es ausnahmen die haben wir auch in deutschland-also sollten wir vor der eigenen tür kehren,

  14. ashoggi

    Leider stoße ich hier immer rein zufällig auf Eure Beiträge, wäre es nicht möglich, dass man schon von “Außen” sehen könnte, ob sich wieder jemand gemeldet hat, das frage ich Herrn Exter ?

    Danke, für Euer Interesse und gerade der letzte Bericht von Moritz gibt uns allen gute Einblicke.