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Forum der Regionalgruppe Wien

Moderator: kundgeba

Beitragvon kundgeba » 03.12.2008, 1:02



    hier der

    Advent - Kalender 2008
    von
    Uli Stein


    viel Vergnügen damit

    aber bitte täglich NUR 1 Türchen bzw. Fenster aufmachen

    ... (klick) ...
    Bild


    Viel Spass damit wünscht
Zuletzt geändert von kundgeba am 25.12.2008, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon cerambyx » 03.12.2008, 9:38

du meine Güte, ist der Adventkalender hübsch .....

Aber, @kundgeba, sag mal, wann schläfst Du eigentlich :roll: - wenn ich auf die Uhrzeit dieses Threads gucke, kommt mir nachträglich der Schlaf *lach*
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cerambyx
 
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Beitragvon kundgeba » 03.12.2008, 12:14

    Ach @cerambyx - meine Neugierde lies mich doch so lange wach bleiben, weil ich wollte doch wissen, was der Uli Stein für den 3.Dezember vorgesehen hatte.
    Habe es aber dann eh gemerkt heute Morgens als der Wecker läutete und ich um 6:00 aus den Federn mußte, dass ich doch nicht ausgeschlafen bin und das gerade heute wo es wieder anstrengend wird.
    Bin auf einer Weihnachtsfeier abends.
    :wink:
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Beitragvon Rangie » 03.12.2008, 23:22

ich hab alle Türchen schon auf gemacht (wie damals).
Soll ich erzählen was drinne ist! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Beitragvon kundgeba » 04.12.2008, 0:51

Rangie hat geschrieben:ich hab alle Türchen schon auf gemacht (wie damals).
Soll ich erzählen was drinne ist! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

    Natürlich - erzähle es mir doch, aber ich glaube du würdest mich da ein bisserl anschummeln bzw. anschmettern bzw. flunkern - denn du hast nichts gesehen, gestehe.
    Das war vielleicht einmal früher so, aber heute ....... :wink:
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kundgeba
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Beitragvon Gast » 04.12.2008, 1:13

Rangi,
ich bin entsetzt!
War das aus Neugier
oder weil du dich auf eventuelle Frustrationen frühzeitig vorbereiten wolltest?
Also,
ich lüfte hier mal eines meiner frühen Weihnachtsgeheimnisse -
aber ihr müßt mir versprechen, das nicht weiter zu erzählen.

Früher, so als Kind,
gab es für mich nichts spannenderes als durch die kurzzeitig "eltern-verweiste" Wohnung zu ziehen und zu überlegen, wo die Verstecke sein konnten.
Meisten wurde ich fündig - nicht, weil sie geistig so einfallsreich waren,
sondern eher wegen der elterliche Routine....
die Geschenke waren immer am gleichen Ort versteckt....

So habe ich mehr Vorfreude genossen
als Enttäuschung verarbeitet und versteckt.

Aber heute, nach vielen Jahren, weiß ich,
dass es einer meiner Wesensmerkmale ist, Enttäuschungen frühzeitig zu entdecken, um in aller Ruhe und mit mir alleine damit fertig zu werden.

Das hat mich die Weihnachtszeit meiner Kindheit gelehrt.

m._a.
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Beitragvon kundgeba » 07.12.2008, 10:19




Eine lustige Adpfentgeschichte


    Der Adpfent ist die schönste Zeit im Winter. Die meist'n Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber.
    Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit K.
    Drei Wochen bevor das Christkindl kommt, stellt der Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen. Viele Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mordstolle Figuren darin. Ich habe einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiss.
    Das Christkindl ist schwarz geworden und den Josef hat es in lauter Trümmer zerrissen.
    Ein Fuss von ihm ist bis in den Plätzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick.
    Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.
    Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe Gott sei Dank viele Figuren in meiner Spielkiste und der Josef ist jetzt Donald Duck. Bild
    Als Christkindl wollte ich Asterix Bild nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch besser.
    Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl.
    Hinter dem Christkindl stehen zwei Ox'n, ein Esel, ein Nilpferd Bild und ein Brontosaurier. Bild
    Das Nilpferd und den Saurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren mir allein zu langweilig.
    Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Adpfent beim Putzen heruntergefallen und er war dodal hi. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz.

    Normal haben die heiligen Könige einen Haufen Zeug für das Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich. Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schön, wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole dabei.
    Das ist zwar kein Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen.

    Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige IndianerBild und ein kaasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuss abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt. Rechts neben dem Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weissbier für die Oma dabei.
    Einen Wolf haben wir nicht, darum glurrt hinter dem Baum ein Bummerl als Ersatz-Wolf hervor.

    Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll.
    Am Abend schalten wir die Lampe an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Adpfent.
    Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu lusert. Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Adpfent gelernt und es geht so:

    "Adpfent, Adpfent, der Bärwurz brennt.
    Erst trinkst oan, dann zwoa, drei, vier,
    dann hautsde mit dem Hirn an d'Tür!"


    Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Mama g'sagt, dass ich es mir nicht merken darf.

    Bis man schaut, ist der Adpfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es dahin.

    Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt vor Ostern nichts mehr, höchstens wenn man vorher Geburtstag hat.

    Aber eins ist gewiss: Der Adpfent kommt immer wieder ....


    Autor: unbekannt

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Beitragvon Pletschkapp » 07.12.2008, 18:50

Hallo Kundgeba,
das ist aber mal eine schöne Sache mit dem Ulli Stein Kalender. Ich bin schön seit längerer Zeit bei 50Plus, habe aber nie in die Foren reingesehen, weiß auch nicht warum, in letzter Zeit schau ich öfter mal rein, und ich finde lustige Sachen darin. Manche haben so super Ideen, dass ich nur den Hut ziehen kann.
Ich wünsche noch eine wunderschöne Adventszeit,
die Hanni
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Beitragvon kundgeba » 10.12.2008, 11:30

    Hallo Pletschkapp!

    Herzlich Willkommen im Regionalforum Wien - und fein, dass auch du dich hier schriftlich einbringst.

    Auch dir eine schöne Adventszeit
    von
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Beitragvon kundgeba » 14.12.2008, 11:22


    Brief ans Christkindl

    Rudolf Hägni (1888-1956)


    Christkindlein, liebes, ich bitte dich sehr,
    es dauert ja nun nicht lange mehr.
    Bring mir doch wieder ein neues Kleid,
    für meine Puppe, die Adelheid.

    Das alte ist schon ganz abgeschoßen,
    und einmal Sirup darüber gefloßen.
    Da hat es einen Flecken gegeben.
    Die rote Farbe blieb daran kleben.

    Wir haben sie nicht mehr auswaschen können.
    Nun will ich noch etwas anderes nennen.
    Ich wage es dir zwar fast nicht zu schreiben.
    Wenn es zuviel ist, laß es nur bleiben!

    Eine Puppenküche wünscht ich mir noch.
    Die alte Pfanne hat nämlich ein Loch.
    Ich glaube der Rost hat sie angefreßen.
    Es ekelt einen, daraus zu eßen.

    Und zudem ist sie für mich jetzt zu klein.
    Auch Schlittschuhe wären natürlich fein.
    Schlittschuhfahren ist gar zu schön.
    Ich möchte mit meinem Bruder gehn.

    Aber die kannst du nächstes Jahr bringen,
    weißt, ich möchte nicht alles erzwingen.
    Doch wenn du mir lieber die Schlittschuhe schenkst,
    ist's auch recht. Wenn du nur nicht denkst,
    daß ich viel zu unbescheiden sei
    mit meinen Wünschen, es sind ja schon drei.

    Das möchte ich nicht, das täte mir leid.
    Bring du nur einfach, soviel dich freut.
    Dann wird es mir sicher auch Freude machen.
    Du bringst ja keine unnützen Sachen.
    Jetzt bin ich am Ende. Noch einen Gruß
    vom Marteli Stocker im "roten Huus".
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Beitragvon kundgeba » 15.12.2008, 13:04

[center]
Die Weihnachtsgans

von Heinz Erhardt

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weissen Sarg.
Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?
Oder ist es nur zu kalt ihr,
man siehts an der Gänsehaut.
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
morgen wird sie aufgetaut.
Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
durch die ganze Wohnung dann.
Mach, dass gut der Braten werde -
Morgen kommt der Weihnachtsmann
[/center]
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Beitragvon kundgeba » 16.12.2008, 7:47

[center]
Es naht die liebe Weihnachtszeit
Verfasser unbekannt


Es naht die liebe Weihnachtszeit, Ihr Kinder seid nun stille,
die Mutti ist schon ganz nervös, sucht ihre Kreislaufpille.
Es gibt so schrecklich viel zu tun, ein Fest braucht Vorbereitung.
Nur Opa sitzt vor seinem Schnaps und liest in Ruhe Zeitung.

Der Vati zerrt am Weihnachtsbaum, das Ding das steht nicht gerade,
und das es kaum noch Nadeln hat ist auch ein wenig schade.
Nur Dackel Waldi ist entzückt. Bis dahin musst er immer
zum Bäumchen vor die Tür hinaus, jetzt hat er eins im Zimmer.

Papa wühlt in den Pappkartons, dann schimpft er "Donnerwetter!
Was ist das für 'ne Wirtschaft hier? Wo ist denn das Lametta?"
Dann brennt der Käsekuchen an, Mama fängt an zu weinen.
Nur Opa ohne Zeitgefühl, genehmigt sich noch einen.[/center]
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Beitragvon kundgeba » 16.12.2008, 21:53


    Kleiner Weihnachtswunschzettel

    von Herbert Amendt

    Ich wünsch mir einen Hosenlupf
    und ein paar Augenblicke
    Und einen Mund voll Gugelhupf
    und eine Eselsbrücke.
    Ich wünsche mir ein Visàvis
    und eine neunte Symphonie
    und einen Zaun mit Lücke.

    Ich wünsch mir einen Katarakt
    und schäumende Kaskaden
    und einen wilden Zeugungsakt
    und einen Diplomaten.
    Ich wünsch mir einen Leserbrief
    und ein genaues Tatmotiv
    und einen Teufelsbraten.

    Ich wünsch mir einen Vorzugspreis
    und einen Raumgestalter
    und einen schlagenden Beweis
    und einen Kassenschalter.
    Ich wünsch mir eine Gaunerei
    und einen Teich mit Katzenhai
    und einen Kümmelspalter.

    Ich wünsch mir etwas Fersengeld
    und einen Zweifelsfall
    und eine Stunde Unterwelt
    dazu ein Intervall.
    Ich wünsch mir einen Scheidungsgrund
    und einen großen Schweinehund.
    Das wär`s für dieses Mal.
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Beitragvon kundgeba » 17.12.2008, 8:48


    Weihnachtslied... chemisch gereinigt

    Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
    Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
    Mutter schenkte Euch das Leben.
    Das genügt, wenn man's bedenkt.
    Einmal kommt auch Eure Zeit.
    Morgen ist's noch nicht so weit.
    Doch ihr dürft nicht traurig werden.
    Reiche haben Armut gern.
    Gänsebraten macht Beschwerden.
    Puppen sind nicht mehr modern.
    Morgen kommt der Weihnachtsmann.
    Allerdings nur nebenan.

    Lauft ein bißchen durch die Straßen!
    Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
    Christentum, vom Turm geblasen,
    Macht die kleinsten Kinder klug.
    Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
    Ohne Christbaum geht es auch.

    Tannengrün mit Osrambirnen -
    Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
    Reißt die Bretter von den Stirnen,
    Denn im Ofen fehlt's an Holz!
    Stille Nacht und heil'ge Nacht -
    Weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!

    Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
    Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
    Morgen, Kinder, lernt für's Leben!
    Gott ist nicht allein dran schuld.
    Gottes Güte reicht so weit . . . .
    Ach, du liebe Weihnachtszeit!


    Erich Kästner, ~1928
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Beitragvon kundgeba » 21.12.2008, 15:12


    Der Christbaumständer

    Verfasser unbekannt
    [center]Bild[/center]

    Eine sehr lustige Weihnachtsgeschichte

    Beim Aufräumen des Dachbodens - ein paar Wochen vor Weihnachten -entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied "O du fröhliche" erkennen.
    Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke.
    Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu "O du fröhliche" spielte.
    Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen.

    Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur "Weihnachtsüberraschung".

    Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft. Wie neu sah der Ständer aus, nachdem er auch noch einen Anstrich erhalten hatte.

    Jetzt aber gleich los und einen prächtigen Christbaum besorgen, dachte er. Mindestens zwei Meter sollte der messen. Mit einem wirklich schön gewachsenen Exemplar verschwand Vater dann in seinem Hobbyraum, wo er auch gleich einen Probelauf startete. Es funktionierte alles bestens. Würde Großmutter Augen machen?

    Endlich war Heiligabend. "Den Baum schmücke ich alleine", tönte Vater.
    So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen.
    "Die werden Augen machen", sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Vater hatte wirklich an alles gedacht. Der Stern von Bethlehem saß oben auf der Spitze, bunte Kugeln, Naschwerk und Wunderkerzen waren untergebracht, Engelhaar und Lametta dekorativ aufgehängt. Die Feier konnte beginnen.

    Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz..

    Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. "Und jetzt kommt die große Überraschung", verkündete er, löste die Sperre am Ständer und nahm ganz schnell seinen Platz ein.
    Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze "O du fröhliche". War das eine Freude! Die Kinder klatschten vergnügt in die Hände. Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: "Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf." Mutter war stumm vor Staunen.

    Eine ganze Weile schaute die Familie beglückt und stumm auf den sich im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes Geräusch sie jäh aus ihrer Versunkenheit riss.
    Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Kugeln klirrten wie Glöckchen.
    Der Baum fing an, sich wie verrückt zu drehen.
    Die Musikwalze hämmerte los. Es hörte sich an, als wollte "O du fröhliche" sich selbst überholen.
    Mutter rief mit überschnappender Stimme: "So tu doch etwas!" Vater saß wie versteinert, was den Baum nicht davon abhielt, seine Geschwindigkeit zu steigern. Er drehte sich so rasant, dass die Flammen hinter ihren Kerzen herwehten.
    Großmutter bekreuzigte sich und betete. Dann murmelte sie: "Wenn das Großvater noch erlebt hätte."

    Als Erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den Türrahmen und fiel dann auf Felix, den Dackel, der dort ein Nickerchen hielt. Der arme Hund flitzte wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nase und ein Auge um die Ecke schielen sah.

    Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum.
    Vater gab das Kommando "Alles in Deckung!" Ein Rauschgoldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte.
    Weihnachtskugeln, gefüllter Schokoladenschmuck und andere Anhängsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander.
    Die Kinder hatten hinter Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schützend.
    Mutter jammerte in den Teppich hinein: "Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!"
    Vater war das alles sehr peinlich. Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmückt.

    Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 14-18 in den Ardennen in feindlichem Artilleriefeuer gelegen hatte. Genau so musste es gewesen sein. Als gefüllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken "Kirschwasser" und murmelte: "Wenn Großvater das noch erlebt hätte!"

    Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord "O du fröhliche", bis mit einem ächzenden Ton der Ständer seinen Geist aufgab.

    Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel aufs kalte Buffet, die letzten Nadeln von sich gebend. Totenstille! Großmutter, geschmückt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend.
    Kopfschüttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer. In der Tür stehend sagte sie: "Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!"

    Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: "Wenn ich mir diese Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen."

    Andreas meinte: "Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?"
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