von albatros2006 » 26.06.2011, 22:46
Hallo, liebe Katzenaugen,
ich danke Ihnen für die guten Wünsche. Mein Mann und ich haben eine wohl ganz gute Ehe mit all ihren Höhen und Tiefen geführt. In den beiden Jahren während seiner schlimmen Krankheit waren für uns die ersten neun Monate extrem schlimm. Obwohl wir beide die Diagnose kannten, brauchten wir so lange, bis wir über das Sterben oder den Tod sprechen konnten. Mein Mann hatte aber doch noch das Glück, ungeklärte Dinge abzuklären und sich von seinen Liebsten und Freunden zu verabschieden. Während der letzten vier Wochen in der Palliativklinik sind wir beide sehr viel gelassener geworden. Auch wir haben miteinander abgeschlossen. Ein guter Freund hat mir das Buch "Einen geliebten Menschen verlieren" (Vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer) von Doris Wolf, geschenkt. Wenn sie über die Phasen der Trauer wie Wut, Schuld, Angst, Einsamkeit schreibt, habe ich immer das Gefühl, dies zum großen Teil schon vor dem Tod meines Mannes erlebt zu haben. So schlimm sich das anhört, aber vielleicht war es mein Glück, daß ich mich so lange auf diese Situation einstellen konnte. Ich war während der ganzen Zeit und auch jetzt vollzeit berufstätig, habe drei erwachsene Kinder, auf die ich sehr stolz bin und zwei Enkelkinder, die vier Wochen vor bzw. drei Tage nach dem Todestag zur Welt kamen. Ich habe seinen Tod angenommen, weiß, dass ich alles getan habe, was ich für ihn tun konnte und jetzt muß ich dafür sorgen, daß mein Leben einigermaßen gut weiter geht. -das hab ich meinem Mann versprochen.
liebe Grüße
albatros2006