. : Service und Hilfe

Beitragvon gabriele99 » 12.11.2009, 16:19

@ Bonnie58

Ich kann Dir meine Antwort auf Deine Frage auch nur aus meiner Sicht geben:
als ich aus der Klinik kam, war ich erstmal noch 2 Monate in einer Tagesklinik, dann nach Hause entlassen worden.
Meine Situation hatte sich in der Tat nicht verändert,
und ich bin ja letztlich derselbe Mensch geblieben.
An einem Punkt, als verschiedene Komponenten zusammentrafen,
führte das dann zu einem Suizidversuch,
der mich noch heute sprachlos sein lässt.
Erneuter Klinikaufenthalt zur Stabilisierung....
Wieder Entlassung, Erklärungsnot meinen 3 erwachsenen Kindern gegenüber,
aber ein sofortiger Beginn mit einer Therapie,
in der ich mein gesamtes Leben, aber auch meine daraus resultierenden
Handlungsweisen aufarbeiten und erkennen bzw. respektieren konnte.
Dass ich heute einen Neuanfang wagte,
wieder einigermaßen mit mir im Reinen bin,
das habe ich einzig dieser wunderbaren Therapeutin zu verdanken.
Aber, nicht jeder hat ein solches Glück.
Ich gehe heute sehr klar, aber dennoch behutsam mit mir um.
Denn die Angst, dass sich dieser erwähnte Vorfall wiederholen könnte,
steckt in mir und in meinen Kindern.
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gabriele99
 
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Beitragvon Sally57 » 12.11.2009, 16:21

Bonnie58 hat geschrieben:Hallo Gabriele,




Ebenso stelle ich die Frage (nicht nur an dich), waum auf einmal eine solche Schärfe in dieses Thema gebracht wird? Das sind doch persönliche Differenzen, die am Thema vorbeigehen und dieses aushebeln

LG


Die Frage kann ich vieleicht beantworten:
Hier gibt es Themen. da sind natürlich nicht alle immer einer Meinung, das kann sich hochschaukeln und endet meistens: so wie es in den Wald reinschallt,.........
Leider sind manche User unglaublich nachtragend und warten deshalb auf eine geeignete Gelegenheit eine frühere Meinungsverschiedenheit "heimzuzahlen",
das kommt aber reletiv selten vor und ist m.E. eine Sache des Selbstwertgefühls.
Mir ging das früher auch schon so, aber im Laufe der Jahre legt sich Das, u.a. auch der Umgang mit Usern die persönlich werden.

....und wenn mich jemand irgendeiner Sache bezichtigt, dann möchte ich das gerne belegt haben,
ansonsten,
deep six
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Sally57
 
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Beitragvon VomLande » 12.11.2009, 16:40

Hallo,

Tarantel du schreibst: ...
Also unser Dozent meinte mal, eine Depression muss nicht unbedingt behandelt
werden, weil die vergeht auch ohne Behandlung - nur aushalten muss man können...

Ja aber immer häufiger kommen Leute doch in die Situation das sie es nicht mehr aushalten können, wie könnten die denn beispielsweise ihren "Aushaltelevel" anheben ?

Manfred
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Beitragvon kundgeba » 12.11.2009, 17:17

    Also gewisse Dinge kann man auch mit seinen Freunden besprechen und man glaubt es kaum - Freunde können sehr hilfreich sein - wenn sie die Gabe haben - richtig zuzuhören - und gezielt Fragen stellen - damit sich der - der Probleme hat , sich auch öffnet und man ihm auch einen anderen Blickwinkel zeigt.
    NIcht zu sagen, "du mußt das tun" - sondern durch Hinterfragung - dem der in einem Tief ist - zu helfen - seine Probleme zu erkennen.
    Alle Lösungen sind in uns selbst - durch gezieltes hinterfragen - kann man sie selbst erkennen. Vorzuschreiben wie man sich zu verhalten hat - ist einfach falsch.

    Selbsterkenntnis ist das Zauberwort.
    Oft ein sehr schwerer Weg dorthin.

    Eine Therapie ist sicherlich auch eine sehr gute Sache - wenn man durch längere Zeit nur mehr funktioniert - und selbst nicht mehr lebt.
    Dann ist professionelle Hilfe unbedingt erforderlich - jedoch nur so lange - bis man wieder ohne Krücke gehen kann. Denn sonst bleibt man in einer Abhängigkeit zum Therapeuten.
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Beitragvon Gast » 12.11.2009, 17:23

Ab in den Süden, viel Sex, sofern man dazu in der Lage ist, schöne Wanderungen, tolle Leute um sich und häufig verpufft ne Depression ganz einfach.
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Beitragvon gabriele99 » 12.11.2009, 17:29

@ Kundgeba

Liebe Kundgeba,
Freunde sind etwas sehr Wichtiges, darin gebe ich Dir recht.
Mit Freunden - sehr guten - kann man alles besprechen, auch darin teile ich Deine Meinung.
Nur, in der tiefsten Phase einer Depression vermeidest Du auch Deine Freunde.
Glaube mir, ich weiß, wovon ich spreche.
"Alle Lösungen liegen in mir", das ist sicher richtig.
Nur, wenn Du depressiv bist, hast Du den Schlüssel verloren.
"Selbsterkenntnis" - ja sicher,
aber in der Depression erkennst Du nicht einmal mehr Dein Spiegelbild.

Ich merke einfach immer wieder,
dass es kaum jemand nachvollziehen kann,
was eine Depression aus einem machen kann.
Und wie hilflos man selbst ist......
und wie ungehört man bleibt, weil man in den Nebel spricht....
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Beitragvon gabriele99 » 12.11.2009, 17:30

Feuerzeug hat geschrieben:Ab in den Süden, viel Sex, sofern man dazu in der Lage ist, schöne Wanderungen, tolle Leute um sich und häufig verpufft ne Depression ganz einfach.


Sorry, aber das ist einfach lächerlich.....
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Beitragvon kundgeba » 12.11.2009, 17:42

    @gabriele99 - - und das was du beschreibst - das ist dann diese Phase wo man ohne therapeutische Hilfe nicht herauskommt.
    Wenn man sich von Freunden total zurück zieht usw.
    Wie sollen Freunde helfen - wenn man mit ihnen nicht mehr sprechen will?
    Aber so manches kann mit Unterstützung der Freunde abgefangen werden.
    Wobei auch die eigenen Kinder oft die besten Freunde sein können.
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Beitragvon Gast » 12.11.2009, 17:46

Als Volkskrankheit würde ich es nicht bezeichnen.
Eher einen Zustand, den das alltägliche Lebenmit sich bringt.
Denn es handelt sich bei Depressionen um einen Zustand der Psyche.
Ich selber war auch nach dem Suizid meines Mannes in diesem Zustand, wo ich keinen Ausweg mehr mußte. Aber mein Zustand war sehr schwankend. An Regentagen wäre ich am liebsten in den Keller gezogen..nix hören ... nix sehen..und nicht gesehen werden , um vielleicht Fragen der Nachbarn nach dem Warum und Weshalb aus dem Wege zu gehen.
An sonnigenTagen war ich besser drauf, aber immer dieses gewisse Angst im Hinterkopf. Eine Angst, die ich nicht beschreiben kann. Ich fühlte mich leer , hilflos... und nur nicht zeigen, wie ich mich fühlte. Nämlich wie in einer großen Suppenschüssel, ich klein..ganz unten und immer wenn ich versucht habe dort hinaus zu kommen, bekam ich etwas auf den Kopf, sodas ich immer wieder nach unten fiel. Ich persönlich habe es mit proffessineller Hilfe geschafft, diesem Strudel zu entkommen. Heute bin ich meiner Tochter dankbar, das sie mir den Anschubser gegeben hat und mit mir zu einem Arzt gegangen ist.
Ich kann nur jedem raten, proffessionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen...alleine ist man machtlos dagegen. Man schafft es nicht allein.
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Beitragvon gabriele99 » 12.11.2009, 17:48

Liebe Kundgeba,
ich habe das alles am eigenen Leibe erlebt,
es entspricht einfach den Tatsachen,
dass man sich sozusagen "aus dem Leben" zurückzieht,
ich scheue mich nicht,
es als ein "Dahin-vegetieren" zu bezeichnen.
Und Du lässt wirklich niemanden an Dich heran,
keine besten Freunde, keine allerliebsten Kinder,
Du blockst selbst alle gut-gemeinten Ratschläge ab,
Du hörst die Worte, doch Du hörst sie nicht.....
Du siehst die Menschen, doch Du siehst sie nicht....
Niemand kommt an Dich heran, Du lässt es nicht zu,
Deine Kinder nicht, Deine Freunde nicht,
nicht einmal Du selbst.
Ich weiss nicht, ob igendjemand ahnen kann,
in welcher Hölle man sich da befindet.
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Beitragvon gabriele99 » 12.11.2009, 17:52

Lovelywomen hat geschrieben:Ich kann nur jedem raten, proffessionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen...alleine ist man machtlos dagegen. Man schafft es nicht allein.


In dem Rat gebe ich Dir zweifelsohne recht.
Dennoch:
Die Dunkelziffer der Erkrankungen ist sehr hoch,
weil sie meistens unter den Tisch gekehrt wird.
Der Grund der Erkrankung ist sehr weitreichend,
ist aber leider im Aufschwung.
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Beitragvon kundgeba » 12.11.2009, 17:53

    @gabriele - auch ich kenne diese Hölle - ;-)
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Beitragvon oldboy37 » 12.11.2009, 18:03

Freunde, Kinder können helfen, aber was ist, wenn sie sich zurückziehen? Depression oder eine unheilbare, tödlich verlaufende Krankheit wird diagnostiziert. Plötzlich stimmt das Sprichwort. 'Freunde in der Not gehen 100 auf ein Lot!' Geht mal in ein Altenheim, wo die Alzheimer-Patienten leben. Fragt mal nach, wie oft Angehörige sich kaum sehen lassen. Es ist erschreckend. Ich hatte ja schon in den gelöschten Blog Statistik zitiert. Alle 47 Min. stirbt ein Mensch durch Suizid. Nach einem Verkehrsunfall werden Schilder aufgestellt, Geschwindigkeiten reduziert, usw. Bei einem Suizid geht man zur Tagesordnung über. Warum? Es wird nur das intensiv erforscht, was auch Gewinn verspricht.
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Beitragvon VomLande » 12.11.2009, 18:23

Hallo,

also ich habe heute dank eurer Hilfe zwei Tests im Internet gemacht und muss sagen insgesamt war das schon eine Art "Horizonterweiterung".

Meiner Meinung kann/sollte das hier Geschriebene auch dazu dienen, jemanden der depressiv ist wieder ans "Licht" zu führen und neuen Mut zu geben.

Einige Beiträge sind meines Erachtens zu wertvoll als das sie wieder in der Versenkung verschwinden.

Wie können wir zumindest die konkreten Krankheits-Schilderungen für alle Interessierten ständig greifbar machen ?

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Beitragvon gabriele99 » 12.11.2009, 18:29

@ Oldboy37

Ich weiß grad nicht, über welche Krankheiten Du da schreibst.
Für Depression gilt:
NICHT Freunde und Kinder ziehen sich zurück,
der Depressive zieht sich zurück.

Und noch etwas:
Nicht jeder Suizid geht auf Depressionen zurück.
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