Normal ist es auch, dass man sich manchmal einer Meinung anschließen kann und dies dann auch zum Ausdruck bringt. Oder aber dass man mitteilt, dass man einen Sachverhalt ganz anders sieht. Das alles ist "Diskussion". Auch Tarantel bekommt auf ihre zahlreichen Beiträge hin oft Zustimmung. Wieso es dann für sie ein Problem war, dass zwei Userinnen meine Sichtweise (zumindest teilweise) unterstützt haben, verstehe ich nicht. Und ich verstehe es auch nicht, warum sie dann von der Sachebene abgewichen und mir (und im weiteren Verlauf auch anderen gegenüber) sehr persönlich und auch abwertend geworden ist. Ich weiß mit Bestimmtheit, dass ich ihr weder hier und auch nicht in anderen Threads einen Anlass dafür geboten habe, da ich auf ihre Beiträge schon lange nicht mehr eingehe.
Auf JanisJoplin frage, warum sie sich wegen dieser Zustimmung so ereifere, antwortete Tarantel:
Nichts hat es mit ereifern zu tun,
Das beruht auf eine längere Beobachtung,
genau in diesem Thread.
Da würde ich gerne nachfragen: Was hast du denn bei deiner "längeren Beobachtung genau in diesem Thread" herausgefunden, Tarantel? Dies hier ist übrigens seit dem 4. Dezember mein dritter Beitrag in diesem Thread, wobei ich zu Beginn allerdings deutlich mehr geschrieben habe, zumal mich das Thema ja persönlich betrifft und darüber hinaus mich auch allgemein sehr interessiert.
Etwas möchte ich auch gerade rücken:
Tarantel60 hat geschrieben:
Da dein letzter Satz unzumutbar lang ist Marcella,
möchte ich nur auf die letzten Worte noch eingehen:
< wenn bestimmte Grundbedürfnisse (emotionaler, körperlicher, sozialer, wirtschaftlich-materieller Art etc.) nicht mehr ausreichend befriedigt werden (können).>
In der heutigen Zeit wird dir jeder bestätigen können,
dass Depression sehr gut behandelbar ist.
Und ja, auch vereinzelte (aus)Heilungen gibt es.
Was aber niemand dir bieten kann ist,
eben die Umgebung - dein Leben und somit deine Grundbedürfnisse
in dem du einzig und alleine zurecht kommen muss zu verändern. (Hervorhebung durch mich)
Diese Darstellung von Tarantel erweckt den Eindruck, als ob ich von meinen persönlichen Grundbedürfnissen geschrieben hätte. Und man könnte aus der Art von Tarantels Darstellung schließen, dass ich die Erwartung geäußert habe, dass mir diese Grundbedürfnisse jemand "bieten" solle, dass ich also passiv bleiben wolle. Auch glaubte Tarantel mir sagen zu müssen, dass ich in meinem Leben "einzig und allein zurecht kommen" müsse. Ich nehme zu ihren Gunsten an, dass sie die entsprechende Passage in meinem Beitrag einfach nicht verstanden hat und nicht etwa mich durch ihre sehr eigenwillige Interpretation derselben dumm dastehen lassen wollte.
Tatsächlich lautete meine Aussage so:
Marcella hat geschrieben:Vielleicht sind Depressive ja auch so etwas wie die "Seismographen" einer Gesellschaft, an denen deutlich wird, dass Menschen auf Dauer nicht störungsfrei leben können, wenn bestimmte Grundbedürfnisse (emotionaler, körperlicher, sozialer, wirtschaftlich-materieller Art etc.) nicht mehr ausreichend befriedigt werden (können).
Ich bezog mich also auf die Grundbedürfnisse aller Menschen, die in unserer Gesellschaft zum Teil nicht mehr befriedigt werden, und die eine eventuell schon vorhandene Neigung zur Depression noch verstärken können. Das sage übrigens nicht nur ich, das ist allgemeiner Konsens in den verschiedenen Sozialwissenschaften. Zu diesen Grundbedürfnissen gehört zum Beispiel materielle Sicherheit, soziales Eingebundensein, "Beheimatung", Anerkennung etc. Diese Bedürfnisse sind in unserer Gesellschaft nicht mehr so selbstverständlich gewährleistet wie noch vor etwa 40 Jahren, man denke nur an Arbeitslosigkeit (--> wirtschaftliche Ungesichertheit, fehlende Anerkennung), Entwurzelung durch aus beruflichen Gründen erwartete Mobilität, Vereinsamung vor allem alter Menschen etc. Und das sind nur einzelne Beispiele für nicht mehr erfüllte menschliche Grundbedürfnisse!
Ich hoffe, es sind nun alle Unklarheiten beseitigt. Auf einen persönlichen Schlagabtausch werde ich mich nicht einlassen; es fehlt mir die Zeit dazu, und mir geht es hier ausschließlich um die Sache. Ich fände es wünschenswert, wenn man zum Thema zurückfinden würde.
Marcella
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