janisjoplin hat geschrieben:für mich aber stellt sich trotzdem die Frage, weshalb die C dann einen angeblichen "Selbstdarsteller" für ihre Therapie auswählte. Sie wurde zu der Therapie ja nicht gezwungen.
.
Wenn eine Therapie für einen selbst keinen Sinn macht, sollte man sie abbrechen. Die kostet die Solidargemeinschaft nämlich ne Menge Geld. Und wenn ich C richtig verstanden habe, hat sie den Herrn Lechler bereits vor der Therapie als "Selbstdarsteller" empfunden und war über die Therapieform informiert. Weshalb also hat sie sie gemacht? Nur so mal? Mit dem abwertenden Wort Selbstdarsteller hab ich ehrlich gesagt ein Problem. So persönlich sollte man nicht werden, sondern sich an den Qualifikationen orientieren, wenn man öffentliche Statements abgibt. Ich meine, solche nur auf persönlichen Abneigungen beruhenden Beurteilungen sollte man besser für sich behalten. Sie sind weder sachlich noch objektiv.
.
C hat ihre Krankheit nach eigenen Worten auch vor den Ärzten verschwiegen. Dafür habe ich kein Verständnis. Wenn man sich in Behandlung begibt (das kostet eine Menge Geld und zwar die Solidargemeinschaft) und die Therapie dadurch vereitelt, dass man die Ärzte im Unklaren darüber lässt, was einem eigentlich fehlt. Und was ich auch als grenzwertig empfinde, ist, wenn die auf diese Weise gemachten "Erfahrungen" in der "man" Form hier eingestellt werden. Die ich-Form ist hier die passende. Denn die Erfahrungen, die C gemacht hat, lassen sich keinesfalls auf alle übertragen. Das ist Übrigens das Grundprinzip bei der Therapie von Süchten und den 12-Schritte-Programmen: Immer bei sich zu bleiben. In der ich Form. Nicht in der Man-Form. Ich frage mich da schon, ob C dieses Programm überhaupt vorbehaltsfrei ausprobieren wollte.
Dies hier wird gepostet im Forum "Rat & Lebenshilfe" in einem Thread zum Thema "Depressionen". Dort wurden auch weitere psychosomatische Störungen angesprochen.
Nur mal so zur Erinnerung.
Wer psychische Probleme hat, schlägt sich mit Zwängen und Blockaden rum, die nicht unbedingt rational sind. Darin liegt ja das Problem.
Berichte darüber, insbesondere aus der subjektiven Sicht Betroffener, klingen demnach auch nicht sachlich und objektiv.
Was Du, @JanisJoplin, geschrieben hast, mag sachlich richtig sein. Ich kenne den Herrn L. und seine Methoden nicht und kann das nicht beurteilen.
Mir geht es um die Form.
Man kritisieren, indem man zeigt wie es besser geht, und man kritisieren, indem man bloßstellt. Letzteres ist für niemanden angenehm, und für psychisch labile kann es katastrophal sein.
Cat ist robust und verträgt was. Aber es sind viele im Forum unterwegs, die als Betroffene hier herein klicken und sich Rat & Hilfe erhoffen. Die vielleicht eine Anregung brauchen, was sie tun sollen, sich aber vielleicht schämen, sich hier zu öffnen und ihr Problem darzulegen.
Und für diesen Personenkreis finde ich die vorgebrachte Kritik wenig zielführend. Es entsteht der Eindruck, man müsse sich hier öffentlich rechtfertigen, weil man mit seinem Therapeuten nicht zurechtkommt, weil man die Therapie abgebrochen hat , weil man nicht vorbehaltslos am Programm mitarbeitet und so fort. Dann -so sagen sich viele- schreibe ich lieber nichts. Besser keine Rückkopplung als so eine, wo ich meinen eigenen Nick dann mindestens sechs mal zu lesen kriege. Und ihrem smarten Therapeuten, der Kritik seitens seiner Patienten nicht so mag, sagen sie dann lieber auch nichts. Und fressen halt weiter in sich rein.
Verheerend finde ich den Hinweis auf die Solidaritätsgemeinschaft. Wer eh am Selbstbewusstsein knabbert, verzichtet dann womöglich auf die Behandlung, weil sie vielleicht nicht hilft, und hat man nur unnötige Kosten verursacht...
Als Versicherter habe ich ein Recht auf Behandlung bis zur Heilung, und ich brauche mich vor NIEMANDEM und schon gar nicht öffentlich dafür rechtfertigen, was das wohl die Solidargemeinschaft wieder mal gekostet haben möge!
Es freut zu lesen, dass es Dir gut geht und alles so irre Spass macht hier, Schwester.
Es wäre ebenso schön zu lesen, dass Du auch Rücksicht auf die Befindlichkeiten Anderer nehmen kannst, denen es (noch) nicht so gut geht.
Zumindest hier in diesem Fred. Woanders gelten andere Regeln.
Danke
Walter