. : Service und Hilfe

Beitragvon Gast » 13.11.2009, 11:12

Joschisxp hat geschrieben:Liebe Marcella,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich finde mich in Deinem einleitenden Beitrag wieder. Insgesamt ist das Klima in diesem Thread - wohlgemerkt nur nach meiner ganz individuellen Einschätzung - auch nicht ansatzweise geeignet, dass ich mich als seit Jahrzehnten Betroffener beteiligen möchte.

Liebe Grüße

Joschi

Hallo Joschi - danke für deine Rückmeldung!
Ich bin der optimistischen Ansicht, dass "wir Betroffene" das Klima in diesem Thread positiv beeinflussen können und vielleicht auch die Vorurteile und das Nicht- bzw. "Falschwissen" in Bezug auf Depressionen etwas zu korrigieren imstande sind....

Wobei ich ausdrücklich nicht sagen möchte, dass die Nicht-Betroffenen hier die Diskussion negativ führen!

Lieber Gruß zurück an dich!
.
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Beitragvon Joschisxp » 13.11.2009, 11:19

Liebe Toska,

wahrscheinlich kann Dir niemand einen allgemeingültigen Hinweis auf ein für jede Person und alle Lebenslagen richtige Verhaltensweise geben. Ich kann Dir nur sagen, was ich mir wünschen würde: Bleib Du!!!!

Kein Mensch hat die Gabe, allen Fettnäpfchen auszuweichen und ich an der Stelle Deines Bekannten würde das nicht erwarten. Ich würde in Dir vielmehr einen Fixpunkt in der realen Welt sehen. Für meine Krankheit habe ich meine Therapeuten, Ärzte und meine Selbsthilfegruppe. Für meinen Platz in der Welt brauche ich Menschen, die mich nicht wie einen Kranken behandeln.

Liebe Grüße,

Joschi
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Beitragvon Sally57 » 13.11.2009, 11:22

Hallo Marcella,
du hast eine Menge Ahnung vom Thema und weißt es verständlich zu vermitteln,
stell dich bitte nicht in Frage, sondern sag, was du zu sagen hast,
auch auf die Gefahr hin, dass es irgend jemanden nicht gefallen könnte.
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Beitragvon VomLande » 13.11.2009, 11:49

Hallo,

Marcella wenn das gegenwärtige Niveau gehalten wird, sollte die Diskussion weitergeführt werden.
Für mich habe ich bereits einiges positives bekommen, beispielsweise das jeder Mensch - und ganz besonders depressive Personen - sogenannte Selbstregulationen durchführen sollten, das heißt unter anderem:

Entweder du kontrollierst deine Gedanken, oder die Gedanken kontrollieren dich !

Manfred
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Beitragvon Gast » 13.11.2009, 12:10

VomLande hat geschrieben:Entweder du kontrollierst deine Gedanken, oder die Gedanken kontrollieren dich !

Manfred


Das greif ich mal auf, da ist was dran, wenn auch nur schemenhaft. Tatsächlich ist es so, dass allerlei Depressionen auch im falschen Denken liegen. Es hat sich gezeigt, dass kognitive Psychotherapie nach Beck dies wohlwissend aufgreift und - deshalb - häufig recht erfolgreich dsbgl. ist.
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Beitragvon Gast » 13.11.2009, 13:38

Gut finde ich, dass Betroffene wie Marcella, Gabriele uund Andere hier sehr offen und sachlich über ihre persönlichen Erfahrungen schreiben.
Gut finde ich auch, dass es offenbar möglich ist, persönlichen Hickhack in den Hintergrund zu stellen.

Irritiert bin ich aber von dahingeworfenen Therapiehinweisen wie
Feuerzeug hat geschrieben:Wahrscheinlich reicht da noch nicht mal eine Psychotherapie allein aus. Möglicherweise kann eine transkranielle Magnetstimulation oder eine Vagusreizung hilfreich sein.
Hilft auch das nicht, dann geht wohl kein Weg an Medikamente oder Haschisch/Opium vorbei, sofern es keine Winterdepression ist, die wiederum mit Licht behandelt werden kann.
Schlafentzug mag bei einigen Menschen gleichfalls erfolgreich sein, wenn auch nur temporär.
Spezielle Musik und Farben können mitunter gleichfalls ergänzend hinzukommen.

Schon mancher wurde von seinen Depressionen zum Alkohol und noch weit schlimmeren Suchtmitteln getrieben -
da sind solch indifferente Hinweise in einem öffentlichen Forum wenig hilfreich. Den Rat zu Opiaten sollte ausschließlich ein Arzt geben.

@ennairam: Vagus ist die Bezeichnung für einen ganz bestimmten Nerv (des vegetativen Systems), den man evtl. stimulieren könnte.

@scherzkeks: Ja und Nein.
Natürlich stumpfen Rettungskräfte zu einem bestimmten Grad ab, sonst könnten sie diesen Job überhaupt nicht ertragen.
Dennoch sehen sie die Tragödien und können sich dem Eindruck nicht ganz entziehen.
Man kann ausblenden und verdrängen, während man xxxxxxx von der Lok abkratzt.
Aber die Bilder kehren zurück, gerade dann wenn man alleine ist mit sich und seinen Gedanken.
In meiner suizidgefährdeten Phase habe auch ich mir gedacht, ein Eisenbahnzug wäre die einfachste Art der Durchführung.
Inzwischen ist manches passiert, und ich habe auch mit Lokführern gesprochen.
Allein ihnen zuliebe sollte dieser Weg vermieden werden, denn es werden Unschuldige zum Werkzeug gemacht, die u.U. ein Leben lang daran tragen.

Inzwischen liebe ich dieses Leben, und dieses Forum und ein paar von Euch haben daran ihren Anteil.

Walter
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Beitragvon toska5 » 13.11.2009, 13:47

Du auch, Walter?
Wer hätte das gedacht!
Nur weisst Du heute, wieviele schöne Stunden Dir sonst entgangen wären. Und Du bist bestimmt auch neugierig auf weitere schöne Stunden in Deinem Leben.
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Beitragvon rheinnixe » 13.11.2009, 13:51

walter_mb hat geschrieben:@scherzkeks: Ja und Nein.
Natürlich stumpfen Rettungskräfte zu einem bestimmten Grad ab, sonst könnten sie diesen Job überhaupt nicht ertragen.

Walter, ich muss dir widersprechen. Rettungskräfte stumpfen nicht ab, aber sie lernen sich abzugrenzen; wie jeder,
der in Rettungsdiensten, medizinischen bzw. sozialen Berufen tätig ist. Wer das Elend nah an sich herankommen
lässt, hat keine Chance, lange in seinem Beruf zu bleiben.
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Beitragvon erry54 » 13.11.2009, 13:51

@walter_mb
Mir geht es wie dir.
Die ersten zeilen ok.
alles andere verstehe ich nicht.
Bin auch ein betroffener.
Was einige hier schreiben bring mich nicht weiter.
Auch ich finde es gut , dass Betroffene wie Marcella, Gabriele uund Andere hier sehr offen und sachlich über ihre persönlichen Erfahrungen schreiben.
Ärgerlich finde ich das es zerredet wird. das hilft uns nicht.
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Beitragvon rheinnixe » 13.11.2009, 14:00

Ich finde, dieses Thema sollte lediglich von Betroffenen oder Fachleuten besprochen werden. Was sollten
denn Außenstehende zur Verständigung beitragen? Wer sich noch nie an einer Herdplatte verbrannt hat,
kann nicht wissen, wie sich dieser Schmerz anfühlt. Nicht Betroffene können höchstens öffentlich bekennen:

Ja, ich bin der Meinung, dass seelische Erkrankungen den gleichen "Stellenwert" haben wie alle anderen Krankheiten.
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Beitragvon toska5 » 13.11.2009, 14:08

Das sagst Du ja, Rheinnixe!
Gerade deswegen haben doch solche Threads ihre Berechtigung! Man akzeptiert viel eher, dass jede Erkrankung "gleichwertig" ist, wenn man sieht, wer Betroffene sind: die Menschen wie Du und ich, die Menschen, die man lange kennt und mit denen man gern kommuniziert.
Mich wundert nur warum Erry hier auf Hilfe hofft, das ist naiv. Höchstens könnte er sich aussprechen. Das hilft immer.
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Beitragvon Gast » 13.11.2009, 14:19

Als indirekte Betroffene möchte ich mich nur kurz äußern.Schon in unserer Studienzeit litt meine Freundin an Depressionen, die sich allerding im Laufe ihres Lebens so stark verstärkten, dass sie eu- geschrieben wurde und das mit 50 Jahren. Obwohl wir sehr enge Beziehungen haben, "ertappe" ich mich immer wieder beim Unverständnis- die Facetten sind so unterschiedlich, dass ein Außenstehender einfach auf Dauer keinen Zugang hat- sie zieht sich zurück!
Ich finde, dieses Thema, auch wenn es aktuell ist, sollte von Betroffenen und Fachleuten diskutiert werden. Eines weiß ich aus verschiedenen Erfahrungen mit Sicherheit, es ist eine Bürde, die die Betroffenen zu tragen haben- sie bekommen alles life mit und können sich nicht dagegen wehren und das ist sehr schlimm.
Allen Betroffenen wünsche ich Kraft und das Finden der Formel, für sich vom Leben auch Glück abzuringen.
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Beitragvon gabriele99 » 13.11.2009, 14:40

@ Marcella

Danke dir von Herzen, dass Du Dich hier eingebracht hast.

Allem Gerede zufolge finde ich es wichtig, ein solches Thema hier zu diskutieren.
Wir Betroffenen wollen ja in keinster Weise therapieren,
aber manchem kann eine Schilderung helfen,
und wenn es nur ist: zu wissen, dass es anderen auch so geht/ging.

Und dennoch bin ich der Meinung,
@ Feuerzeug,
dass eine solche Diskussion keine Anmerkungen benötigt, dass hier Haschisch/Opiate helfen können. Das gehört nun wirklich an andere Stelle.
Ich bitte alle, hier einmal SORGSAM mit den Worten umzugehen,
wir sind alle erwachsen, es sollte doch wohl möglich sein,
einmal ein Thema auch ernsthaft zu diskutieren.
@rheinnixe
Ja, den Schmerz kann nur der spüren, der sich schon mal verbrannt hat....
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Beitragvon Gast » 13.11.2009, 15:09

walter_mb hat geschrieben:Schon mancher wurde von seinen Depressionen zum Alkohol und noch weit schlimmeren Suchtmitteln getrieben -
da sind solch indifferente Hinweise in einem öffentlichen Forum wenig hilfreich. Den Rat zu Opiaten sollte ausschließlich ein Arzt geben.



Da kann man mal sehen, dass du keiene Ahnung über Opium hast, dass du es in Zusammenhang mit Alkohol bringst. Zwar ist das Suchtpotential von Opium erheblich, doch erstaunlicherweise nicht bei Schwerdepressiven!! Das dürfte den meisten Leuten hierzulande wohl nicht bekannt sein.(wie überhaupt der Bundesbürger verdammt wenig weiß)
Ich behaupte nun wirklich nicht, dass Rauschmittel Heilmittel seien, das wäre eine grobe Unterstellung. Doch denke ich mal, dass bei übergroßem seelischen Schmerz, eine Droge für Vorübergehend durchaus indiziert ist, damit man so über die schlimmsten psychischen Qualen einigermaßen hinweg kommt. Hierzu gehören auch der Tod von nahen Angehörigen, die einem sehr viel bedeuten. Warum übermächtig leiden, bitteschön???
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Beitragvon gabriele99 » 13.11.2009, 15:14

@Feuerzeug

Du hast es anscheinend immer noch nicht verstanden.......
Wir wollen Dein Hasch und Deine Opiate nicht,
WIR WOLLEN DROGENFREI LEBEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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