von Auschra » 01.02.2012, 9:44
Ihr Lieben ..
ich denke aber, er selbst konnte aus Erfahrung heraus wissen, dass die Trauben süß sind und dass er nicht die Wahrheit gesagt hatte ... aus beiden Gründen, die Ihr angegeben habt:
Klar,Katharina, war er frustriert, dass er diese Leckerbissen nicht erreichte und griff daher zum alten Mittel der Rechtfertigung vor sich selbst:: Verteidigung ist Angriff. Das ist meiner Meinung nach ein Mittel der Selbstbeschwichtigung.
Aber auch Deine Worte,Chri51, sind - mMn - völlig richtig interpretiert... nämlich aus der Sicht seiner Handlung und Worte auf Außenstehende : er bemüht sich durch "logische" Begründung sein Verhalten zu rationalisieren ... den Schein zu wahren...
Mich verblüfft immer wieder die Fähigkeit der Fabeldichter ( der antiken wie der modernen) in diesen parabelartigen Texten menschliche Verhaltensweisen aufzuzeigen, die wir beobachten können und --- in noch effektiverem Falle - auf uns anwenden können ... Dazu gehört " Der Fuchs und die Trauben" für jeden von uns ... wenn er sich gewaschenen Auges vor den Spiegel seinerselbst stellt....
Die Tierfabel macht es uns dabei insofern leichter, dass menschliche Verhaltensanteile gleich von einem vollständigen Tier angeboten werden: Der Fuchs ist listig, klug..
Diese Eigenschaften setzt er ein, um sein Selbstwertgefühl nach innen und außen nicht ankratzen zu lassen..
Aber: ob er wirklich von dieser Niederlage für sich selbst gelernt hat, erzählt Äsop nicht : manche Füchse sind sicher in der Lage zu lernen, die "Höhe der Trauben" vorher abzuschätzen, andere fallen immer wieder auf sich selbst herein und müssen dann "Ausreden" erfinden..
und manchen - dazu gehöre ich - gelingt einmal das Vorbedenken und einmal eben nicht