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Forum der Regionalgruppe München

Moderator: harry_cb31

Beitragvon Gast » 23.02.2009, 11:54

Erst nach einer langen Überlegung habe ich mich entschlossen, diesen Thread hier zu eröffnen. Auslöser dafür war mein Gedicht "Am Ende des Weges", das ich im Thread "Literatur" eingestellt habe und das zu einigen Diskussionen geführt hat - nicht im Thread, sondern per PN.

Ich habe mich schon oft mit verschiedenen Menschen über dieses Thema unterhalten - über den Tod. Es hat sich gezeigt, dass sich damit Viele gedanklich beschäftigen. Die wenigsten weisen es von sich, daran auch nur zu denken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Angst vor dem Ende seines Lebens eher verliert, wenn man sich damit auseinandersetzt, wenn man es schafft, den Tod als etwas ganz natürliches zu betrachten, genau so wie die Geburt.
Ich habe als Pflegerin auf der "Sterbestation" einer großen Klinik und als Altenpflegerin sehr oft mit den sterbenden Menschen zu tun gehabt und ich habe keine Angst mehr vom Tod. Ich habe gelernt, den Sterbenden Trost zu spenden, oft schon mit meiner bloßen Anwesenheit.

Manchmal ist es mir sogar gelungen, alte Menschen, die den Tod bereits vor den Augen hatten, zum Lächeln zu bringen. Ich muss immer an eine alte Dame denken, die mich jedes Mal mit den Worten begrüßt hatte "Ich werde bald sterben, nicht war?" Es sah nicht so aus, als sie Angst davor hatte, doch war sie traurig bei diesen Worten. Ich wusste nicht so recht, was ich ihr antworten sollte. Dann sagte ich einmal spontan "Macht nichts, Sie warten auf mich, ich werde auch sterben und dann werden wir dort oben zusammen Kaffe trinken". Mit dieser Reaktion hatte ich nicht gerechnet - die alte Dame lächelte und in den nächsten Tagen lächelte sie auch immer wenn ich kam und begrüßte mich mit den Worten: "Wir werden dort oben Kaffe trinken, nicht wahr?" Nach kurzer Zeit starb sie. Ohne Angst.

Ich hatte großes Mitgefühl mit den Sterbenden, meistens konnte ich ihnen etwas vom inneren Frieden verschaffen, indem ich einfach für sie da war. Viel schwieriger war es für mich der Umgang mit den Hinterbliebenen. Ich stand oft hilflos dem Schmerz dieser Menschen gegenüber.
Wie tröstet man jemanden, der den Verlust eines geliebten Menschen kaum verkraften kann? Auch der Glaube an das Leben danach scheint hier nicht immer hilfreich zu sein. Wenn jemand diesen Glauben nicht hat, dann ist es oft noch schwieriger.

Für mich als einen gläubigen Menschen ist es vielleicht einfacher, an den Tod mit Gelassenheit zu denken, da ich an ein Leben danach zweifelsfrei glaube. Für mich bedeutet das Ende dieses Lebens keinesfalls das Ende von Allem.

Als ich noch die Sterbenden gepflegt hatte, entstand mein Gedicht "Am Ende des Weges". Für mich selbst eine Antwort. Vielleicht für manche andere auch.
Ich habe mich, als ein neugieriger Mensch, mit diesem Thema "Der Tod - und danach" oft beschäftigt und ich habe eigenartige Dinge erlebt. Dinge, die meinen Glauben an das Leben nach dem Tod gefestigt haben. Manche, die an die Seele und an ihr Weiterleben nicht glauben, mögen diese Ansichten belächeln. Doch ein Wissenschaftszweig, die Parapsychologie, betreibt weltweit Forschung in Sachen "Leben nach dem Tod", neben der Untersuchung besonderer psychischen Fähigkeiten. Hier werden vor Allem die sog. Nahtod-Erfahrungen bei Menschen in verschiedensten Teilen der Welt untersucht. Diese Untersuchungen brachten seltsame Ergebnisse, die alle einige Gemeinsamkeiten aufwiesen.
(Das Wort Parapsychologie stammt aus dem Altgriechischem: para = neben und psychologia = Seelenkunde).

Der Tod, doch nicht das Ende?

Hier ist noch einmal mein Gedicht über den Tod, so wie ich ihn sehe:



[center]Am Ende des Weges

Der Tod kommt oft unverhofft
Und fragt nicht, ob ich will.
Der Tod ist mein Freund,
kommt leise und still,
ich fürchte ihn nicht.
Der Tod nimmt mich mit
Und führt mich ins Licht.
Der Tod ist mein Freund,
ich habe Vertrauen -
Es ist nicht das Ende.
Er lächelt mir zu,
ich reiche ihm die Hände.


Malaika
[/center]
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Zuletzt geändert von Gast am 15.11.2009, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon TanzGudi » 23.02.2009, 13:17

Liebe Malaika,

deinen neuen Thread finde ich seeehr gut !
DANKE, denn wir sollten auch hierüber "sprechen" bzw. schreiben.
Leider ist das immer noch ein Tabu-Thema; obwohl wir das ALLE vor uns haben.

LG TanzGudi
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TanzGudi
 

Beitragvon roadrunner » 23.02.2009, 14:10

Ja der Tod ist ein Geselle, den ich gut kenne. Ich bin ihm auch schon begegnet und sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Unsere Zeit auf dieser Welt ist doch eh nur ein Profisorium und nach unserm Ableben ist alles endgültig. Also müssen wir uns vor diesem Gesellen nicht fürchten, sondern nur vor dem wie er kommen wird.
Der Tod ist gewiss, doch ungewiss ist die Stunde!
LG.
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roadrunner
 
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Beitragvon Gast » 23.02.2009, 14:14

Danke TanzGudi.

Das sollte aber kein Tabuthema sein. Weil es auch zum Leben gehört.
Mich würde auch noch etwas anderes interessieren, nicht nur das Sterben allein, sondern auch ein anderes Gebiet. Den Kontakt mit den Toten aufzunehmen. Ich selbst habe das schon erlebt. Ich wollte das eigentlich nicht, bin zufällig da hineingeraten. Das ist auch ein heikles Thema. Doch gerade vor Kurzem stand ein Bericht darüber in der Zeitung, über der ganzen Seite, wie eine Frau nachweislich mit den Toten in den Kontakt getreten ist. Sogar die Männer von der Bergwacht, die nie an so etwas geglaubt hatten, mussten plötzlich zugeben, dass "es zwischen dem Himmel und der Erde mehr gibt, als man es glaubt", so der O-Ton.
Ich werde darüber erzählen, aber nicht heute, ein andermal.
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Beitragvon schorsch1 » 23.02.2009, 14:59

Am Ende des Weges steht immer der Tod.
Man darf Ihn nur nicht fürchten.
LG.
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schorsch1
 

Beitragvon N_Adine » 23.02.2009, 16:10

@Malaika
Was Du zum Thema Tod schreibst, ist für mich voll nachvollziehbar. Da meine Schwester in einem Pflegeheim arbeitet, hat sie lernen müssen, damit umzugehen und davon habe auch ich in vielen Gesprächen mit ihr sehr profitiert. Als unser Vater vor mehr als 10 Jahren gestorben ist, hat die Familie bei ihm Sterbebegleitung gemacht und ich kann das nur jedem empfehlen - es war - so habe ich es empfunden - für meinen Vater wichtig, im Kreise seiner Familie sterben zu können aber auch für uns Hinterbliebenen - seit damals hat der Tod seinen Schrecken für mich verloren und ich kann mit diesem Thema besser umgehen. Meine 89-jährige Mutter, die bei meiner Schwester im Pflegeheim betreut wird, hat nun vor einigen Wochen für sich entschieden, nicht mehr ins Spital zu gehen, um dort notwendige Behandlungen machen zu lassen - früher hätte ich alles daran gesetzt, sie zu überreden, sich doch im Spital behandeln zu lassen - heute können ich und meine Schwester ihre Entscheidung respektieren - jeder Mensch hat ein Recht, auf ein menschenwürdiges Ende ohne mit irgendwelchen Schläuchen etc. zwangsbeglückt zu werden.
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N_Adine
 
Beiträge: 364

Beitragvon TanzGudi » 23.02.2009, 16:27

N_ Adine:

ich hoffe weiterhin so gute Beiträge zu lesen.
Ich hatte das große Glück , meinen Vater beim "weggehen von dieser Welt" zu begleiten. Leider sollte das bei meiner Mutter nicht sein (wer weiß warum ?). Sie starb schnell (sie war gläubig) und das hatte mich getröstet.

Ich kann allen die sich mit diesem Thema derzeit auseinander setzen müssen, die Bücher, z.B von Elisabeth Kübler-Ross und das woraus Malaika Eingangs zitiert hat, zu lesen.

(Zum Kontakt mit Verstorbenen würde ich ein neues/eigenes Thread eröffnen)

TanzGudi
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TanzGudi
 

Beitragvon sitta_muc » 23.02.2009, 18:13

Grüß euch, auch ich möchte mich, trotz der Faschingszeit, an diesem Thema beteiligen.
Tod - ja ein Tabuthema, auch bei vielen Gläubigen.
Früher habe ich über die alten Frauen gelächelt, die um eine gute Sterbestunde beten.
Heute sehe ich das ein wenig differenzierter, denn es ist wirklich eine Gnade, wenn der Tod still und leise kommt, und keine Selbstverständlichkeit.
Oft kommt er auch äußerest brutal und so manche müssen elendig sterben.
Und ja, jeder Tag nach unserer Geburt führt uns ein Stück näher zum Sterben.
Das ist die Realität!
Lieben Gruß
Chr.
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sitta_muc
 
Beiträge: 992

Beitragvon Gast » 23.02.2009, 18:26

Danke liebe N_Adine, für Deinen schönen Beitrag.

Wenn ich an meine Eltern denke, dann werde ich immer traurig, weil ich weder bei meiner Mutter noch beim Vater dabei war, als sie gegangen sind. Meine Schwester war aber bei ihnen. Ich war sehr weit weg, im Ausland und es ist so schnell und unerwatet gekommen, bei beiden. Für den schnellen Tod, ohne dass sie lange dahinsichen mussten, bin ich aber immer dankbar.
Doch, es tut manchmal weh daran zu denken, dass ich mich nicht verabschieden konnte. Aber, da ich ein gläubiger Mensch bin, weiß ich, dass ich meine Eltern wieder sehen werde. Und ich fühle, dass sie mir nahe sind.
Ich glaube, das kann nur jemand verstehen, der auch so fühlt.

Einen ganz lieben Gruß an Dich
von Malaika
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Beitragvon Sphinx61 » 23.02.2009, 19:39

ja, der Tod war lange Zeit ein Tabuthema für mich.
Ich konnte damit überhaupt nicht umgehen.

Ich konnte jeden pflegen und trost spenden der so sehr krank war - aber als der Tag des Todes da war - drehte ich fast durch.
Irgendwie hat das aber auch mit meiner Kindheit zu tun. Denn der Tod war bei meiner Mutter ein Tabutheme, darüber wurde eben nicht gesprochen.

Schon als mein Opa starb, der für mich alles auf dieser Welt war, wurde es vor mir verheimlicht. Ich kam gerade dazu als der Leichenwagen aus der Einfahrt fuhr. Das war für mich Schock!
Ich war damals 10 und da starb jemand den ich liebte und keiner redete mit mir. Wie soll da jemand verstehen was Tod ist??

Erst später, als ich, damals noch unbewusst ,zum Glauben gekommen bin, fing ich an anders zu Denken, über das Sterben und den Tod.

Ich begleitete meinen Onkel in den Tod. Wir als Blumenladen fertigten auch den Blumenschmuck an. Dazu gehört, wenn der Sarg noch mal geöffnet wird, das der Verstorbene einen Strauß in der Hand hält. Den ich ihm gab. Und das war für mich , warum auch immer ein Schlüsselerlebnis.
Ich legte es in seine Hand, am offenen Sarg und konnte ohne Herzklopfen auch mit Worten, von ihm Abschied nehmen.

Kurze Zeit später begleitete ich meine Tante,Tochter meines Opas , noch im Hospitz, bis zu ihrem Tod. Auch das, sage ich jetzt mal so, war für mich keine Belastung. Ich tat es gern, in der Hoffnung, ihr das Sterben zu erleichtern.
Es war eine wahnsinnige Bindung zwischen uns. Warum das so war erfuhr ich erst viele Jahre danach.

Bei meiner Mutter hatte ich nie die Chance gehabt sie richtig zu begleiten.
Sie musste sehr leiden. Sie hatte aber auch nicht ansatzweise mit dem Glauben etwas am Hut. Sie wies jegliche Hilfe, vorallem von mir ab.
Ich war zu anders, als meine drei Geschwister.
Ich glaubte und glaube noch heute an das Gute im Menschen.
Sie aber nahm, alle ihre Geheimnisse mit ins Grab,
Ich glaub noch heute, sie hätte leichter sterben können, wenn sie sich geöffnet hätte.
Wenn sie es nicht vor Gott wollte, so hätte sie es doch vor ihren Kindern tun können.

Und wenn ich jetzt so nachdenke, glaube ich doch, leichter mit dem Tod umgehen zu können und vorallem darüber reden, auch mit den Kindern, das ist etwas ganz wichtiges.
____________________________________________________________

Glaube - an das was danach kommt

Hoffnung - In alles, was danach kommt

Liebe - in alles!

___________________________________________________________

LG Sphinx61
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Sphinx61
 
Beiträge: 865

Beitragvon Gast » 23.02.2009, 21:35

M'ortem effugere n'emo p'ot est -Dem Tod kann niemand entgehen, sagte schon Cicero.
Das ist die einzige Gerechgtigkeit auf dieser Welt.
Der Tod hat keinen Kalender, so weiß niemand wann er sterben muß.
Der Tod ist aber auch das Ende aller Not.

Was ist eigentlich der Tod ? Es ist die Aufhebung aller Kommunikation, die Vernichtung aller innerweltlichen Beziehungen, ja sogar -Verlust der persöhlichen Würde der Selbst als -Subjekt aller Motivation und Erfahrungen. Es ist die Erfahrung des endgültigen Versagens aller Abwehrmechanismen.

Am schlimmsten war für mich der unerwartette plötzliche Tod meines Mannes, wo ich daneben gestanden bin und nicht helfen konnte und wußte, daß der Notarzt schon zu spät kommen wird. Mann kann sich darauf nicht vorbereiten, man kann sich nicht sagen, für ihn ist es beser, er muß nicht mehr leiden. Es gab keine Anzeichen dafür, daß so etwas geschieht.
Danach quält dich immer wieder nur eine Frage: Warum ?

Angst vor dem Tod habe ich nicht,
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Beitragvon Gast » 23.02.2009, 22:32

Ich wurde mit dem Tod das erste Mal als ein junges Mädchen konfrontiert, auf eine brutale, grausame Art. Dieser Tod hatte sogar Auswirkungen auf mein späteres Leben, viele Jahre lang.
Er war meine erste große Liebe. Wir kannten uns von der Schule, dann verliebten wir uns. Damals, besonders in so einer kleinen Provinzstadt "Am Ende der Welt", in Nordserbien, war es noch anders. Es war eine sehr große Liebe, doch alles noch rein platonisch. Nach dem Abschluß ging er an die Adria, in die Marineakademie. Schon kurrze Zeit später kam eine junge Frau von der Schule zu uns nach Hause und teilte uns nüchtern mit, ER wäre in Montenegro in den Bergen abgestürzt und wird in den nächsten Tagen beerdigt. Ich könne zur Beerdigung kommen.
Ich hatte einen Schock. Ich hatte einen Kloß im Hals und konnte tagelang nicht sprechen.
Ich konnte auch sehr lange damit nicht fertig werden. Ich ging ins Ausland und war lange allein, weil ich mich nicht verlieben konnte. Und dann traf ich einen Mann, der mit IHM Ähnlichkeit hatte und für mich gab es nur den. Obwohl er überahupt nicht zu mir passte, obwohl alle prophezeit hatten, mit dem kann ich nur unglücklich werden. Es half aber nichts. Ich sah ihn ihm so etwas wie einen Ersatz für meine große Liebe. Doch, er war das nicht, er war ganz anders und es musste auch so verlaufen und so enden, wie die anderen es gesehen hatten - in einer persönlichen Katastrophe.

Ich hatte mit dieser Geschichte abgeschlossen, ich hatte mich irgendwann damit abgefunden, dass er tot ist. Ich hatte IHN, auch in den letzten Jahren, einige Male geträumt, immer als einen erwachsenen Mann, den ich irgendwo getroffen hatte. Einmal sogar in München. Es tat aber nicht mehr weh. Da ich an ein Leben nach dem Tod glaube, lebt er für mich nun irgendwo anders.
Er ist aber tot. Und ich lebe. Eine Tatsache, die ich irgedwann akzeptiert habe.
Vielleicht hat mir auch die vielfache Konfrontation mit dem Tod, mit den Sterbenden, dabei geholfen, abzuschließen. Zu begreifen, dass man die Toten los lassen und sich den Lebenden zuwenden sollte .
Bis man einmal selbst so weit ist und man seine Verstorbenen wieder sehen kann. Für mich eine Tatsache.
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Beitragvon Gast » 24.02.2009, 14:00

Hallo Malaika,

ich gehöre auch zu denen, die keine Berührungsängste mit dem Thema Tod haben.
Man könnte sogar sagen, dass dieser "Übergang" auf mich eine gewisse Faszination ausübt,
besonders seitdem ich das Sterben meines Bruders miterleben und ihm beistehen durfte.
Eine Freundin von mir hat gerade eine Ausbildung zum Sterbebegleiter
gemacht und empfindet das auch als grosse Bereicherung.
Ich hatte bisher lediglich Zeit für einen Einführungsabend.
Meine Familie nimmt mich noch zu sehr in Anspruch.
Aber ich werde die Sache nicht aus den Augen verlieren.

LG
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Beitragvon Gast » 24.02.2009, 19:02

Danke liebe Renate, für Deinen Beitrag und auch an alle anderen, die sich hier beiteiligen, einen herzlichen Dank.

Sterbebegleitung, das ist etwas, wovor ich große Achtung habe. Einem Menschen bei seinem "Übergang" beizustehen, das ist für mich, permanent Gutes zu tun.
Ich habe heute damit nichts mehr zu tun, ich hatte eine Umschulung gemacht und bin nun statt als Pflegerin als Angestellte in der Buchhaltung tätig, auch im Krankenhaus. Ich habe aber oft zwischendurch nebenberuflich als Altenpflegerin gearbeitet. Im Moment habe ich zuviel um die Ohren, auch mit meinem Enkel, so dass ich es nicht machen kann.
Ich denke aber öfter an die Menschen, bei welchen ich in ihren letzten Tagen oder Stunden dabei sein durfte.
Manche haben einen ganz festen Platz in meiner Erinnerung. Da gibt es viele Momente, die mich damals berührt haben.
Z. B. eine alte Dame in einem Pflegeheim, die im Sterben lag. Sie reagierte auf nichts mehr, auf keine Worte, lag einfach still da und ihre Augen waren ins Nichts gerichtet. Ich kam täglich zu ihr, ich musste an meine Mutter denken, bei der ich in ihren letzten Stunden nicht sein konnte und ich streichelte spontan das Haar der alten Frau. Und sie lächelte plötzlich leicht. Das ging mir durch und durch. Das tat ich dann immer, wenn ich kam, bis sie tot war. Sie lächelte immer.
Deswegen bin ich der Meinung, dass diese Menschen, die kurz vor ihrem Tod stehen doch einiges mitkriegen, was um sie herum geschieht, mindestens die meisten. Ich habe diese Erfahrung gemacht, dass sie oft nicht auf Worte reagieren, aber auf die Berührung.
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Beitragvon toska5 » 24.02.2009, 21:14

"Et je veux qu'on rie
Je veux qu'on danse
Je veux qu'on s'amuse comme des fous
Je veux qu'on rie
Je veux qu'on danse
Quand c'est qu'on me mettra dans le trou"

...Ich möchte, dass man lacht und tanzt
ich möchte, dass man sich amüsiert wie verrückt
wenn ich ins Loch getragen werde...

So hat Jacques Brel schon vor Jahrzehnten gesungen und als Jugendliche schon war ich darüber fasziniert. So hätte ich auch gern, wenn meine Freunde und Angehörige auf diese Art mich beim Abschied als Mensch feiern
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