Erst nach einer langen Überlegung habe ich mich entschlossen, diesen Thread hier zu eröffnen. Auslöser dafür war mein Gedicht "Am Ende des Weges", das ich im Thread "Literatur" eingestellt habe und das zu einigen Diskussionen geführt hat - nicht im Thread, sondern per PN.
Ich habe mich schon oft mit verschiedenen Menschen über dieses Thema unterhalten - über den Tod. Es hat sich gezeigt, dass sich damit Viele gedanklich beschäftigen. Die wenigsten weisen es von sich, daran auch nur zu denken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Angst vor dem Ende seines Lebens eher verliert, wenn man sich damit auseinandersetzt, wenn man es schafft, den Tod als etwas ganz natürliches zu betrachten, genau so wie die Geburt.
Ich habe als Pflegerin auf der "Sterbestation" einer großen Klinik und als Altenpflegerin sehr oft mit den sterbenden Menschen zu tun gehabt und ich habe keine Angst mehr vom Tod. Ich habe gelernt, den Sterbenden Trost zu spenden, oft schon mit meiner bloßen Anwesenheit.
Manchmal ist es mir sogar gelungen, alte Menschen, die den Tod bereits vor den Augen hatten, zum Lächeln zu bringen. Ich muss immer an eine alte Dame denken, die mich jedes Mal mit den Worten begrüßt hatte "Ich werde bald sterben, nicht war?" Es sah nicht so aus, als sie Angst davor hatte, doch war sie traurig bei diesen Worten. Ich wusste nicht so recht, was ich ihr antworten sollte. Dann sagte ich einmal spontan "Macht nichts, Sie warten auf mich, ich werde auch sterben und dann werden wir dort oben zusammen Kaffe trinken". Mit dieser Reaktion hatte ich nicht gerechnet - die alte Dame lächelte und in den nächsten Tagen lächelte sie auch immer wenn ich kam und begrüßte mich mit den Worten: "Wir werden dort oben Kaffe trinken, nicht wahr?" Nach kurzer Zeit starb sie. Ohne Angst.
Ich hatte großes Mitgefühl mit den Sterbenden, meistens konnte ich ihnen etwas vom inneren Frieden verschaffen, indem ich einfach für sie da war. Viel schwieriger war es für mich der Umgang mit den Hinterbliebenen. Ich stand oft hilflos dem Schmerz dieser Menschen gegenüber.
Wie tröstet man jemanden, der den Verlust eines geliebten Menschen kaum verkraften kann? Auch der Glaube an das Leben danach scheint hier nicht immer hilfreich zu sein. Wenn jemand diesen Glauben nicht hat, dann ist es oft noch schwieriger.
Für mich als einen gläubigen Menschen ist es vielleicht einfacher, an den Tod mit Gelassenheit zu denken, da ich an ein Leben danach zweifelsfrei glaube. Für mich bedeutet das Ende dieses Lebens keinesfalls das Ende von Allem.
Als ich noch die Sterbenden gepflegt hatte, entstand mein Gedicht "Am Ende des Weges". Für mich selbst eine Antwort. Vielleicht für manche andere auch.
Ich habe mich, als ein neugieriger Mensch, mit diesem Thema "Der Tod - und danach" oft beschäftigt und ich habe eigenartige Dinge erlebt. Dinge, die meinen Glauben an das Leben nach dem Tod gefestigt haben. Manche, die an die Seele und an ihr Weiterleben nicht glauben, mögen diese Ansichten belächeln. Doch ein Wissenschaftszweig, die Parapsychologie, betreibt weltweit Forschung in Sachen "Leben nach dem Tod", neben der Untersuchung besonderer psychischen Fähigkeiten. Hier werden vor Allem die sog. Nahtod-Erfahrungen bei Menschen in verschiedensten Teilen der Welt untersucht. Diese Untersuchungen brachten seltsame Ergebnisse, die alle einige Gemeinsamkeiten aufwiesen.
(Das Wort Parapsychologie stammt aus dem Altgriechischem: para = neben und psychologia = Seelenkunde).
Der Tod, doch nicht das Ende?
Hier ist noch einmal mein Gedicht über den Tod, so wie ich ihn sehe:
[center]Am Ende des Weges
Der Tod kommt oft unverhofft
Und fragt nicht, ob ich will.
Der Tod ist mein Freund,
kommt leise und still,
ich fürchte ihn nicht.
Der Tod nimmt mich mit
Und führt mich ins Licht.
Der Tod ist mein Freund,
ich habe Vertrauen -
Es ist nicht das Ende.
Er lächelt mir zu,
ich reiche ihm die Hände.
Malaika[/center]
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