von seniorin80 » 02.08.2009, 11:41
Hallo Spatz,
Ich war gegen 11 Uhr da. Wußte nicht, daß es ab 12 Uhr Eintritt umsonst gibt.
Auch ich habe einige kritische Bemerkungen zu der Art der Ausstellung.
Deshalb habe ich ja auch empfohlen, eine Führung mitzumachen.
Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß es kein "Sammelsurium " ist und sehr wohl alles zum Thema gehört.
Die friedliche Revolution fand schließlich nicht erst mit den Friedensgebeten in der Nikolaikirche in Leipzig statt, sondern begann mitten im Leben der DDR durch den Alltag und wie er geprägt war durch die Politik.
Da gab es Menschen, die wegen ihres Ausreiseantrages Repressalien ausgesetzt waren oder sogar verhaftet wurden, da gab es unterirdische Friedensgruppen, von denen wenig Menschen wußten. Da gab es vor allem auch Künstler, die sich gegen die Politik stellten, weil sie mehr Möglichkeiten hatten, als der normale Bürger.
All diese Probleme erfaßt die Ausstellung mit einer Fülle von Beispielen und Exponaten.
In jedem gestalteten Raum wird eine andere Problematik behandelt. Leider ist diese Themengestaltung in den einzelnen Räumen wenig kenntlich gemacht.
Mir fiel als erstes am Eingang der Arbeitsraum eines Stasi-Offiziers auf, in dem in Mappen Fakten veröffentlicht wurden über die Arbeit der Informanden, die für mich aufschlußreich und beängstigend waren. Jedem in der DDR war die ständige Bespitzelung bekannt. Aber dieser Umfang und die Einzelheiten, die in der Ausstellung aufgezeigt werden, sind unbeschreiblich!
So sind auch die anderen gestalteten Räume jeweils einem Thema gewidmet.
Gerade die unabhängige Friedensbewegung in Dresden und die Arbeit der "Gruppe der 20" spielen in der Ausstellung eine große Rolle.
Ich empfand diese Ausstellung als eine wertvolle Unterstützung bei der Aufarbeitung des eigenen Lebens in der DDR. Denn jeder von uns sollte sich einmal vor Augen führen, was eigentlich nicht in Ordnung war und sollte nicht nur zurückdenken an gute soziale Dinge (sicheren Arbeitsplatz, ärztliche Versorgung, Kindereinrichtungen usw)