Willsse nochen bissken vom Jungen aufm Dorf hören?
Als er eingeschult wurde war er gerade mal 5 Jahre alt.
War er überhaupt schon Schulreif ??
Er doch nicht.
Aber das hat damals keinen gejuckt.
Mit der Schultüte und den Leckereien das war ja in Ordnung.
Aber dann kam der wirklich erste Schultag.
Ihr müsst wissen, es war eine kleine Zwergschule wie sie auf dem Land so üblich waren.
Alle 8 Schuljahre, mehr waren damals nicht nötig, sind in einer Zwergschule in einem Raum untergebracht.
Natürlich schön säuberlich nach Jahrgängen getrennt.
Die Hierarchie war simpel und einfach, hatte sie sich seit bestehen dieser Schule doch absolut bewährt.
Der Lehrer passte auf die ältesten Schüler auf, die ältesten Schüler auf die jüngeren, die jüngeren auf die kleinen und die kleinen auf die i Männchen.
Warum ein i Männchen i Männchen heißt, komisch auch die Mädchen hießen
i Männchen ,sollte der Junge bald erfahren.
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Dorfschule in der alles begann[/center]
Was der Junge nicht oder besonders gut konnte.
- er konnte nicht still sitzen.
- er konnte dem ganzen Unternehmen Schule wenig Ernst abgewinnen.
- das führte zu Albernheiten die der Lehrer mehrfach mit strafenden Blicken und hier und da auch mal mit einem ermahnenden Kommentar würdigte.
- er konnte seinen Zwillingsbruder ärgern, der war ja schließlich nur eingeschult worden damit es ihm allein nicht so langweilig wurde.
- er konnte nicht zuhören können weil andere Sachen garantiert wichtiger waren als die Erklärungen des Herrn Lehrer
- er konnte den Rest der Zeit in der Schulbank hin und herrutschen bis die Lederhose quietscht.
Diese, wie ich meine, doch unwesentlichen Ministörungen veranlassten den Herrn Lehrer schon am ersten Schultag die i Männchen mit den Worte zu verabschieden : "So ihr lieben Kinder für euch ist der erste Schultag beendet. Ihr dürft jetzt aufstehen. Verlasst den Unterrichtsraum und das Schulgelände bitte leise"
"Ha toll, bloß weg hier" diesen Satz hatte der kleine Junge noch nicht ganz zu Ende gedacht als er die Hand des Lehrers auf seiner Schulter spürte und unmissverständlich seinen eigenen Vornamen hörte, der vor den Worten " und DU bleibst noch ein wenig bei uns", gesprochen wurde.
"Du darfst heute schon einmal das Nachsitzen üben" sagte der Herr Lehrer.
Die Schadenfreude der anderen bis hin zu den Achtklässlern war deutlich zu spüren.
Der Junge musste seine Tafel wieder auspacken und durfte, ich betone D U R F T E,
als i Männchen natürlich die Tafel voller kleiner i's malen.
Das war so der erste Buchstabe den die anderen i Männchen an diesem Tag gelernt hatten.
Der Junge hatte ja wenig Zeit für's Üben gefunden.
Also malte er mit Kreide immer wieder kleine i`s auf seine Schiefertafel.
Als die Tafel voll war fragte er den Herrn Lehrer höflich " iss das gut so "
"noch nicht ganz, probier es bitte noch einmal" antwortete der Herr Lehrer.
Die, na ja, 15 bis zwanzig Minuten konzentriertes arbeiten an den i`s stellten den Herrn Lehrer dann doch zufrieden und der Junge durfte auch nach Hause gehen.
Ich kenn den Jungen ja nun gut. Dieses frühe Erlebnis hatte das Bild, das er sich so von der Schule gemacht hatte, bestätigt.
Nix für mich.
Alles viel zu streng.
Sein Verhältnis zur Schule hat sich nie mehr geändert.
bis bald dann mal