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Das Forum Unterhaltung & Spiel dient der allgemeinen Unterhaltung und dem Spiel. Ob Plausch, Quiz, Blödelei oder ein kurzes Hallo in die Community - hier steht nette Unterhaltung im Mittelpunkt. Dieses Forum bietet Ihnen somit die Möglichkeit, beispielsweise nach einem anstrengenden Tag einfach nur auszuspannen und zu relaxen. Die Mitglieder im 50plus-Treff freuen sich auf Sie!

Beitragvon Herbstzeitlose365 » 05.02.2012, 15:30

Nacht

Wenn meine Nacht hereinbricht,
gib, großer Gott, mir deine Hand,
weil meine kleinen Sinne
und weil auch mein Verstand
das Sterben nicht begreifen,
dies „Nicht-mehr-auf-der-Welt“,
so wär’ der einz’ge Trost mir,
dass deine Hand mich hält.
Ich lasse auf der Erde
nun meine Liebsten hier
und gebe sie in Obhut – dir.

T.H.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 06.02.2012, 19:29

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Die weißen Kittel schweben durch die Gänge,
du wirst ganz klein in deinem Krankenbett.
Bist traurig bis ins Mark, durch all die Zwänge.
Bangst, welche Hiobsbotschaft man heut wieder hätt’.

Die Ärzte blättern murmelnd in Papieren,
die deinen Leidensweg exakt beschreiben.
Sie reden von Bakterien und von Viren,
und prophezeihen, du musst lange bleiben.

Du wolltest noch viel fragen, so viel wissen,
doch hektisch eilen alle Kittel fort.
Die Schwester zupft dir nur noch rasch am Kissen,
und rennt dann eilends an den nächsten Ort.

Du blickst auf deine Blume in der Vase,
in Krankenhäusern magst du Blumen nicht.
Es spiegelt sich die Träne in dem Glase.
Du fühlst das Heimweh, das im Herzen sticht.

Die Frau vom Nebenbett packt ihre Sachen
und macht sich auf den Weg, nach vielen Wochen.
Betrübt schaust du ihr zu, ihr konntet lachen,
und habt des nachts von eurem Leid gesprochen.

Das Abendessen wird herein getragen,
doch echten Hunger hast du längst nicht mehr.
Die Traurigkeit liegt wie ein Stein im Magen,
dein Herz erscheint dir fünfzehn Kilo schwer.

Von Fern erklingt der Sound von Nachtgeschirren.
Die Schwestern sind mit ihrer Kraft am Ende.
Und vor den Fenstern Sommerfalter schwirren,
du hoffst voll Sehnsucht auf gesundheitliche Wende.

Tanja Herbst
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 09.02.2012, 22:26

Die Diagnose

Fassungslos halte ich deine Hand
draußen dämmern erste Wintertage.
Ich bemühe mich, dass mein Verstand
deine Antwort, die auf meine Frage
leis’ aus deinem Mund erscholl, begreift.

Lange schon war alles dir beschwerlich,
was ansonsten nicht der Rede wert.
Lange schon, seien wir einmal ehrlich,
hättest du in Arztes Hand gehört.

Und nun sitz’ ich hier, die Diagnose
könnte niederschmetternder nicht sein,
wie der Schmerz, der bodenlose:
Dieses Jahr wird wohl dein letztes sein.

T. Herbst
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 21.02.2012, 16:54

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Partnersuche

Ich traf mich mit dem achten Mann am Strand.
Dem Heiratsvermittler erschien er "lammfromm".
Ich war voller Argwohn, doch auch sehr gespannt.
Er war gut gekleidet und nannte sich Tom.

Gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer.
Ich wollte ja einen, der lieb und auch treuer
und gab ihm, sehr zögernd, die Hand.

Doch nachdem wir sprachlich "die Messer wetzten",
wurde mir klar, ich bin jetzt beim Letzten,
und ihm fühlte ich mich verwandt.

T.S.
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Beitragvon judy1210 » 21.02.2012, 19:45

Morgen früh da schau ich dumm.
na... keine Masken um mich rum? :shock: :shock:

Ist vorbei das bunte Treiben,
da muss ich mal die Augen reiben :roll: :roll:
.
Ist doch schade glaube mir
hätt´ noch gern gefeiert hier
  :? :?  
Muss nun warten fast ein Jahr,
dann geht´s los, das ist ja klar
:wink: :wink: .
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 27.02.2012, 1:33

Die furchtbare Ahnung (Fantasie nach Orwell)

Ich sitze so gerne mit dir an der Brücke,
wenn das Laternenlicht auf uns fällt.
Hier sind keine Abgase, höchstens ne Mücke,
und friedlich sind wir, und voll Schönheit die Welt.

Wir ahnen es beide, so wird es nicht bleiben,
es nähert sich unaufhaltsam ein Sturm,
der wird uns bald aus unserem Frieden vertreiben,
dann winden wir uns wie ein elender Wurm.

Doch mutig starten wir unsere Reisen.
Wir packen die Sachen und folgen dem Stern.
Der Herrgott wird uns einen neuen Platz weisen,
dort schlagen wir Wurzeln, ist Heimat auch fern.

Und später wird man in Geschichtsbüchern lesen,
dass einmal ein Land namens Deutschland gewesen.
Wir stammen von dort, und wir hatten es gern.

T.S.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 05.03.2012, 22:51

Naive Dichtkunst

Was würde Marcel Reich-Ranicki wohl sagen?

Er riet sicher: Ich empfehle,
alles das, was in der Seele
eines Menschen kreucht und fleucht,
hat ein Recht auf sein Bestehen,
auf sein Werden und Vergehen,
auch von dem, der nicht „erleucht’“.
Wir haben and’re Gegenwart,
verändertes Gedicht parat.
Was heut’ geschieht,
was heut’ gemacht,
das hat’s zu keiner Zeit gegeben.
Denn, Freunde bald schon „gute Nacht“,
in der wir „blaue Wunder“ leben!
Drum lernt beizeiten zu ertragen,
was and’re reimen, and’re sagen.
Nennt es „Naive Dichterei“,
sie hat ein Recht, so nebenbei.
Manch einer weiß, das es so ist,
ein anderer sagt: „Ist alles Mist!“
Ich bin ganz sicher, dann und wann,
säh' man Marcel - ein Schmunzeln an!
e.s.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 05.03.2012, 23:29

Wandel der Gesellschaft

Das Volk versinkt in einem Sumpf,
was man einst Liebe nannte,
ist heut’ meist hemmungsloser Sex,
bald spricht vom Partner man vom „Ex“,
und andern, die man kannte.

Feilschen, rempeln und erzwingen,
oft zügellos das nächste „Date“,
kann den Frieden doch nicht bringen,
um Sanftmut, Offenheit sollt’ ringen,
der pudernd in der Disko steht.

Man wohnt allein, man stirbt allein.
Wo einst Familienbande stützten,
wird vornehmlich der Single sein,
nach außen unbeschwerter Schein,
doch keine, die ihn schützten.

T.H.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 06.03.2012, 0:05

judy1210 hat geschrieben:Morgen früh da schau ich dumm.
na... keine Masken um mich rum? :shock: :shock:

Ist vorbei das bunte Treiben,
da muss ich mal die Augen reiben :roll: :roll:
.
Ist doch schade glaube mir
hätt´ noch gern gefeiert hier
  :? :?  
Muss nun warten fast ein Jahr,
dann geht´s los, das ist ja klar
:wink: :wink: .




Liebe Judy, hier im Leben
kann’s nicht immer Party geben!
Jetzt bezwing die inn’re Sau
und mach’ bloß nicht
auch noch „blau“!

Kannst doch froh die
Zukunft sehen:
Blümelein am Wegrand stehen.
Osterhase putzt die Löffel,
formt die Marzipankartöffel.

Flirtet dann mit einem Huhn,
das zu tun, was sie gern tun:
Eier legen, Eier legen,
hier im Korb und auf den Wegen,

dass die ganzen Erdenkinder
wieder glücklich, nach dem Winter.
Also, höre auf zu fluchen,
rüste Dich für’s Eier suchen.

.
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Beitragvon judy1210 » 06.03.2012, 17:35

Antwort an Herbstzeitlose :wink: :wink: :wink:


Stopp, stopp... so ist das nicht gemeint`,
sonst hätt´ bestimmt mein Chef geweint!
Zur Arbeit gehe ich trotzdem hin
ob wohl ich oft noch müde bin!

Denn eines bin ich mir im klaren,
ich will mir meine Hoffnung wahren!
den Frühling will ich ganz geschwind,
auch wenn da keine Masken sind!

Nun warte ich ganz fest darauf,
bis ich wieder Eier kauf
sie dann färbe, rot gelb, grün
und dann im Garten Tulpen blühn!

In Urlaub ich dann auch noch geh`,
und viele schöne Orte seh!
Trauben will ich auch noch lesen,
im Herbst, dann gehen in den Besen! 

Später nach dem Herbst kommt Winter,
dann macht es wieder einen Sprinter
es folgt die Weihnacht hell und heiter,
wir sehen Schnee und vieles weiter!

Der Februar naht mit großen Schritten
das neue Jahr ist uns entglitten!
Schon wieder ist es dann soweit,
sie ist dann da, die Narrenzeit! :wink: :wink: :wink:  
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 06.03.2012, 19:20

Ja, liebe Judy, ist ist ein Kommen und Gehen der Dinge und Zeiten! Doch erst kommt nun der Frühling:

Bild

Im Wasser spiegelt sich mein Bild
und bunte Blätter schimmern
am Grund des See’s,
es tanzen wild
die Mücken
und Tautropfen flimmern.

Verewigt hab’ ich den Moment
im Herzen.
Vergessen alle Traurigkeit
und Schmerzen.
Und vor der Fotolinse gaukeln
zwei Falter
die verloren schaukeln
und Frühling summt ein sanftes Lied.

T.H.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 09.03.2012, 16:03

Bild


Recht

Das Recht kriegt man heut immer schwerer gepackt,
hat mannigfaltige Beugung erhalten.
Die Urteile hört man und fühlt sich fast nackt,
im Hintergrund spürt man befremdliches Walten.

Der Bürger erkennt und hat viel Argument:
Es schwebt die Gefahr über allem und jedem.
Schon bald durch die Strassen derjenige rennt,
der „sicherverwahrt“ nach den Morden und Fehden.

Guantanamo gibt noch sein Scherflein dazu:
Gar mancher, der lang im Gefängnis der Folter,
der wird bald dein Nächster und du siehst stumm zu,
erkennst ihn als Nachbarn, wenn auch ungewollter.

Das Recht sucht man ebenfalls dort meist vergebens,
Veranstaltungsplaner seh’n nur auf Profit.
So fanden Besucher das Ende des Lebens,
Verantwortlichkeit bisher jeder bestritt.

Parade der Liebe, auf Strasse, an Mauer,
in Duisburg, da flackern viel Kerzen im Wind.
Ein jegliches Herz voll Bestürzung und Trauer,
um seine Geliebte, den Freund, oder Kind.

T.H.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 11.03.2012, 16:32

Bild

Sommernacht

Ich möchte schlafen,
nah bei den Schafen
auf einer Wiese
unten am See.
Über mir Himmel,
über mir Sterne,
Frösche die quaken,
duftender Klee.
Und in der Frühe
lächeln die Blumen,
blaue und gelbe,
mich freundlich an.
Glücklich empfinde
ich eine Wonne,
weil die Natur ich
genießen kann.
Bunt ist die Fauna,
bunt ist die Flora,
bunt ist das Leben,
bunt ist die Zeit.
Wirf ab den Kummer,
wirf ab die Sorgen,
irgendwann wirst du
von ihnen befreit.

T.H.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 13.03.2012, 17:26

Bild

Flüchtende Zeit

Fast hätte ich die Zeit gefangen,
wollt’ sie knebeln, nach ihr langen,
wollt’ sie festbinden, am Herd,
sie hat sich massiv gewehrt.

Dacht’ ich stell ihr eine Falle:
Verstecke meine Uhren alle.
Schließlich ist sie drauf gekommen,
hat die Sonne sich genommen,

dass sie mir ins Auge scheine,
und ich wach werd’ von alleine.
Als ich abends – noch sehr munter –
wollte in die Küche runter,

war es dunkel, hat’s gekracht.
Ich vermute, es war acht.
Kurz darauf macht sie mir klar,
dass die Schlafenszeit nun da.

Sonne lässt sie nur noch glimmen,
Mondlicht soll mich müde stimmen.
Ich sag’: „Zeit, du hast gewonnen“,
dieser Tag ist glatt zerronnen.

Ich hole meine Uhren vor:
„Zeit, gut’ Nacht, leg mich auf’s Ohr!“

Tanja Herbst
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 14.03.2012, 23:20

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Herbstgefühle

Wir sitzen im Herbst gern am Lagerfeuer,
die Heringe braten fangfrisch am Stab.
Dies Ritual ist uns jedes Jahr teuer,
da schaltet die Seele den Monitor ab.

Dann riechen wir Abend, spüren wir Freundschaft,
dann sind wir im Einklang mit der Natur.
Da schwindet der Hader, da ist keine Feindschaft,
da hören wir uns und die innere Uhr.

Oft kommt uns ein Ahnen, nein es ist ein Wissen,
dass dieses Sein einem Flügelschlag gleicht.
Und ruft uns das Käuzchen durch’s Rauschen des Waldes,
hat mancher von uns bald sein Ende erreicht.

Tanja Herbst
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