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Beitragvon wolfhart » 29.08.2008, 23:14

Es kann die Spur von meinen Erdentagen, nicht in Äonen untergehn........

Fausts Vision

Ein Sumpf zieht am Gebirge hin

Verpestet alles schon Errungene;

Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,

Das letzte wäre das Höchsterrungene.

Eröffn' ich Räume vielen Millionen,

Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.

Grün das Gefilde, fruchtbar! Mensch und Herde

Sogleich behaglich auf der neusten Erde,

Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft

den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft!

Im Innern hier ein paradiesisch Land,

Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,

Und wie sie nascht gewaltsam einzuschießen,

Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.

Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,

Das ist der Weisheit letzter Schluß:

Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,

Der täglich sie erobern muß!

Und so verbringt, umrungen von Gefahr,

Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.

Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,

Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!

Zurn Augenblicke dürft ich sagen:

Verweile doch, du bist so schön!

Es kann die Spur von meinen Erdetagen

Nicht in Äonen* untergehn.


Im Vorgefühl von solchem hohen Glück

Genieß ich jetzt den höchsten Aubenblick.

(Aus "Faust" , II.Teil) Johann Wolfgang von Goethe

Und was wird unser Vermächtnis sein....immer schön gekuscht?

wolfhart :roll:
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Beitragvon hondafee » 29.08.2008, 23:45

ich habe nie gekuscht, aber auf die Schnauze habe ich doch was gekriegt
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Beitragvon wolfhart » 30.08.2008, 1:45

Dein Kußmäulchen als Schnauze, das ist hart Hondafee.. :shock:
Und dann haut da auch noch wer drauf.... :cry:

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Beitragvon Cat555 » 30.08.2008, 7:16

...ähem - man kuscht ja, damit das nicht passiert.....wo wäre sonst der Sinn des "Kuschens"?

Wolfhart, was schlägst du vor?
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Beitragvon ashoggi » 30.08.2008, 7:38

gekuscht habe ich eigentlich nie, aber mich freiwillig untergeordnet.
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Beitragvon SugarM » 30.08.2008, 10:37

dann halte ich es lieber mit reinhard mey
http://de.youtube.com/watch?v=YTv0_O4qACg
:D
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Beitragvon Musikerin » 30.08.2008, 13:58

ashoggi hat geschrieben:gekuscht habe ich eigentlich nie, aber mich freiwillig untergeordnet.

:D Da haben wir wieder etwas gemeinsam. :wink:
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Beitragvon Songbook » 30.08.2008, 14:27

Insgesamt erscheint es mir da doch sinnvoller d i e Faust in der Tasche zu machen, statt zu kuschen. Und da soll es auch noch Menschen geben, die kuschen noch beim Kuscheln. Zum Kuschen, oder auch Kuscheln fällt mir noch rein zufällig der Hamburger Ex-Senator ein, mit seinem Motto: Schöner Sterben mit Kusch - sozusagen ein Kuschel-Tod.
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Beitragvon Musikerin » 30.08.2008, 14:32

Mit der Faust in der Tasche ist wohl kaum eine Partnerschaft möglich, oder? :D
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Beitragvon hondafee » 30.08.2008, 14:36

sich freiwllig unterordnen ist nicht kuschen - das ist die Kunst der Diplomatie - ohne die Faust im Sack zu haben :wink:
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Beitragvon Musikerin » 30.08.2008, 14:41

Hondafee, ich würde es sogar noch höher bewerten als Diplomatie. Es gehört Stärke dazu. :wink:
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Beitragvon wolfhart » 31.08.2008, 1:38

Mir scheint "Der Faust" von Goethe in der Tasche oder vor der Nase sinvoller, als alles andere. auch eine Partnerschaft könnte davon im höchsten Maße profitieren.
Denn im "Faust" kann jedermann lernen, frei und unabhängig zu denken und zu handeln und Ideale zu haben.
Kuschen war noch nie meine Sache. Mit Unterordnung habe ich eh meine Probleme...aber mich einordnen in eine sinnvolle Gemeinschaft, das kann, will, darf und muß ich...........
Heutzutage werden mehr hochspezialisierte Fachidioten ausgebildet, das hohe Niveau der Allgemeinbildung fehlt...dementsprechend wird es schwierig disziplinübergreifend wirksam zu werden.( Jauch: Wer wird Millionär? Was einge Deppen da alles nicht wissen!)
Ich bewundere immer noch meinen Großvater, der vor der Wende zum 20. Jahrhundert ein Grundwissen gespeichert hatte, um das ich ihn noch heute beneide...Er wußte nicht nur...er wußte sein Wissen auch immer und überall nutzbringend einzusetzen... ach würden doch alle unsere Pisainvaliden an den Schulen soviel lernen, wie der vor über hundert Jahren gelernt hat...
Und er hat wirklich lebenslang aktiv dazugelernt ...ganz im Gegenteil zu unseren Nullen, denen es reicht wenn sie am PC ein paar Killerspielchen spielen können...
Übrigens sind Schmalspurfachidioten viel leichter manipulierbar.....das
macht sie so unverzichtbar für viele Politiker, die ja zusätzlich meist nur die Strategie beherrschen sich gut und die anderen für dumm zu verkaufen.....

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Beitragvon Gast » 31.08.2008, 13:52

Irgendwie kommt mir dein letzter Beitrag so vor, als müssten alle von der Brücke springen, die keine 1er Abiturienten waren, mindestens Prof. Dr. in ihrer Anrede führen dürfen, etc..

Doch wer wischt alten Menschen den Hintern ab, wenn ihr Geist verbraucht ist und die preußisch gedrillten Kräfte des Körpers geschwunden sind?

Warum also immer diese absolute Trennung zwischen der Bildungselite und den Ungebildeten?

Ist das nicht auch ein Krieg im Innern?

Die Familie eines früheren Oberbürgermeisters einer hiesigen Stadt bestand aus ihm, einem hochangesehenen gebildeten Akademiker mit Dr., einem 1-er Abiturientensohn, einer Down-Syndrom-Tochter und einer ebenfalls akademisch gebildeten Frau im Rollstuhl, als ich diese Familie kennen lernen durfte.

Von der geistigen Kultur dieser Familie können Differenzierer und Denunzianten wie Du, lieber Wolfhart, sehr viel lernen.
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Beitragvon Froeschi » 31.08.2008, 14:23

Ist es denn nicht so, dass letztendlich entscheidend ist, wie lebensfähig ein Mensch ist?

Liegt das zwangsläufig daran, wie viel er in welcher Schule auch immer gelernt hat?

Und was ist überhaupt ungebildet?

Ist es denn nicht einfach nur so, dass jemand etwas weiß, was ein anderer vielleicht nicht weiß? Und dass man dann - ohne sich über diesen Menschen zu erheben - sein Wissen weiter gibt? Oder eignet man sich Wissen nur an, damit man besser dasteht, um dann auf andere zeigen zu können, die vermeintlich "dümmer" sind?

Sie dumm wäre das denn?

Ist das nicht auch ein Krieg im Innern?


Sollte es denn so sein, dann ein klares Ja. Denn wenn Menschen so handeln, sollten sie sich fragen, welches Defizit sie im Innern versuchen auszugleichen, wenn sie sich ÜBER andere stellen "müssen".

Versuche nie besser von Dir zu denken, als vom elendsten Bettler. Denn wenn Du einst im Grab liegst, wirst Du aussehen wie er.

Dalai Lama

Froeschi
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Beitragvon Gast » 31.08.2008, 16:18

Hallo Froeschi,

leider ist der Mensch unter anderem auch eitel.

Weniger Eitle nutzen ihre Intelligenz um das Miteinander zu fördern, Eitlere aber nutzen sie, um sich abzuheben von anderen und sich über sie zu stellen.

Diese ----Mein Haus-Mein Boot-Mein Pferd - Typen sind der Fluch dieser Erde.

Frei nach dem Motto: Willst du nicht ...... wird alles niedergewalzt, was sich in den Weg stellt.

Im Zivildienst musste ich lernen, dass die Hauptaufgabe der Stationsvorsteherin im Schwesternzimmer darin bestand, die jeweiligen Schwachpunkte der einzelnen Ärzte genau zu kennen und durch stillschweigendes Handeln auszugleichen.

So hatten wir beispielsweise einen Arzt, der einfach nicht spritzen konnte.
Sobald er mit Spritzen unterwegs war, schlich ich mit der Salbe hinterher, um die Blutergüsse klein zu halten, die er beim Spritzen verursachte.

Natürlich war dieser Arzt stinksauer, als er mich dabei mal erwischte.

Es durfte nicht sein, was nicht sein konnte und dennoch so war.

Im Notfall, hätte ich mir tausend mal eher von Schwester Ursula eine Spritze in die Vene setzen lassen, als von diesem Arzt.

Womit ich nicht sagen will, dass dieser Arzt ein Totalausfall war.
Spritzen konnte er jedenfalls nicht.

Hätte er einfach den Mund gehalten, als er mich beim salben erwischte, stünde er auch nicht auf meiner roten Liste.
Weil er mich aber vorführen musste, ist er mir nach all den Jahren noch in schlechter Erinnerung.

Liebe Grüße aus Waldkirch
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