25 bis 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Region sind übergewichtig
09-12-2010
In den meisten Ländern der Europäischen Region der WHO sind Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen auf dem Vormarsch. Eine Untersuchung der neuesten verfügbaren Daten aus den Ländern der Europäischen Region ergab, dass je nach Land 25 bis 70% der Erwachsenen übergewichtig und 5 bis 30% adipös sind. 41% der Erwachsenen üben in ihrem normalen Alltag keine gemäßigte körperliche Betätigung aus.
Übergewicht und Bewegungsmangel gehören zu den Ursachen für die explosionsartige Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten in der Europäischen Region. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes mellitus vom Typ 2 sind für 86% aller Todesfälle und 77% der Krankheitslast in den Ländern der Region verantwortlich.
(Quelle: http://www.euro.who.int/de/who-we-are/regional-director/news/news/2010/12/2570-of-adults-in-europe-are-overweight
Prävention durch gesunde Ernährungsgewohnheiten
Die einschlägige Literatur enthält zahlreiche Hinweise darauf, dass bis zu 30% aller Krebserkrankungen auf schlechte Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sind und daher vermeidbar wären. Dies gilt sogar für 70% der Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Das Beibehalten eines gesunden Körpergewichts über den gesamten Lebenslauf könnte einer der wichtigsten Schutzmechanismen gegen Krebs sein. Nach Tabakverzicht ist es wahrscheinlich der zweitwichtigste Faktor.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die 20% der Bevölkerung, die am wenigsten Obst verzehren, ein um ein 20% erhöhtes Lungenkrebsrisiko tragen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass ein herabgesetzter Konsum von Salz und gepökelten Lebensmitteln die Inzidenz von Magenkrebs reduzieren kann.
Erhöhtes Risiko durch Übergewicht
Es ist weithin anerkannt, dass Übergewicht bzw. Adipositas das Risiko für einige Krebserkrankungen erhöht.
Die europäische Prospektivstudie Krebs und Ernährung (EPIC) hat versucht, den Einfluss von Übergewicht auf verschiedene Krebskrankheiten zu beurteilen. Im Rahmen von EPIC wurde das Beziehungsgeflecht zwischen einer Reihe von Faktoren (Ernährung, Ernährungszustand, Lebensweise und Umwelt) und der Inzidenz von Krebs und anderen chronischen Krankheiten in einer Studie beleuchtet, an der 520 000 Personen im Alter von 50 bis 64 Jahren aus zehn europäischen Ländern teilnahmen.
Generell kommt die jüngere Forschung zu dem Schluss, dass bei einem Anstieg des Körper-Masse-Indexes (BMI) um 5 kg/m2 die Krebsmortalität um 10% zunimmt. Bei Männern führte demnach ein Anstieg des BMI um 5 Punkte zu einem erhöhten Risiko für die Ausbildung verschiedener Krebserkrankungen:
Ösophagus-Adenokarzinom – plus 50%
Schilddrüsenkrebs – plus 33%
Kolonkarzinom – plus 25%
Nierenkrebs – plus 25%
Die entsprechenden Daten bei Frauen waren:
Endometriumkarzinom – plus 60%
Gallenblasenkrebs – plus 60%
Ösophagus-Adenokarzinom – plus 50%
Nierenkrebs – plus 34%
Quelle: http://www.euro.who.int/de/what-we-do/health-topics/noncommunicable-diseases/cancer/news/news/2011/3/cancer-linked-with-poor-nutrition
Wie bewertet ihre diese Feststellungen der WHO?
- Anlass genug, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen?
- Und wenn ja, in welcher Form?
- Unnötige finanzielle Last für die Gesellschaft bzw. deren Sozialsysteme?
- Oder vertretet ihr die Ansicht: "Leben und leben lassen - Jedem seine Freiheit"?
Gruß.. cajun




