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Beitragvon Silverdust » 03.02.2010, 18:56

Ich denke das es alles gibt:

Väter die Kinder durch Abwesenheit verletzen.
Väter die anwesend sind und Kinder verletzten.
Väter die nicht verletzen. Ganz gleich ob sie anwesend sind oder nicht.
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Beitragvon Heidschnucke2 » 03.02.2010, 19:41

Silverdust hat geschrieben:Ich denke das es alles gibt:

Väter die Kinder durch Abwesenheit verletzen.
Väter die anwesend sind und Kinder verletzten.
Väter die nicht verletzen. Ganz gleich ob sie anwesend sind oder nicht.


Aber d i e s e Väter haben doch auch Väter (oder auch nicht!!) gehabt. Und wie war das mit unseren Müttern?? Welchen Einfluss hatten (haben) sie auf uns?

Wie sehen u n s unsere Kinder als Mütter?

Ich finde, das sind schon interessante Fragen.
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Beitragvon rheinnixe » 03.02.2010, 20:32

toska5 hat geschrieben:Wer keinen Vater hatte, war auch nicht von ihm verletzt worden.

toska, da ich dich mittlerweile schon so lange kenne bzw. lese, gehe ich davon aus, dass du spontan geschrieben hast, was dir logisch schien.

Wenn du aber buecherkatzes Beitrag gelesen hast und nun auch die, die deinem nachfolgten, wird dir bestimmt klar, dass die "freiwillige" Abwesenheit sehr schmerzhaft sein muss. Stell dir einfach vor: Dein Erzeuger lehnt dich ab, du bist ihm nicht einmal einen Gedanken wert. Glaubst du, dass ein Kind dann festen Boden unter den Füßen fühlt?
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Beitragvon rheinnixe » 03.02.2010, 20:54

Silverdust hat geschrieben:Ich denke das es alles gibt:

..........
Väter die nicht verletzen. Ganz gleich ob sie anwesend sind oder nicht.

Das denke ich auch. Für mich persönlich habe ich mir immer zurecht geträumt, dass mein Vater
mich sogar vor den Verletzungen durch meine Mutter beschützt hätte.

Womit ich auch gleich bei Heidschnuckes Beitrag bin.
Wenn eine, ich nenne sie mal überbordende Mutter, durch ihren Mann gebremst, gedämpft im Sinne
von beruhigt und sogar entlastet werden kann, erfüllt er für das Kind eine Pufferfunktion.
(So stelle ich mir das jedenfalls vor.)

Umgekehrt kennt man das doch auch: Ein allzu strenger Vater, früher gab es solche, wird von
der Mutter gebremst oder sogar ein wenig "unterlaufen".

Gibt es jedoch keinen Vater, ist das Kind im häuslichen Bereich auschließlich dem Einfluss der Mutter
unterworfen.
Oder ausgesetzt, oder ausgeliefert, je nachdem, von welcher Warte aus man die Betrachtung
anstellt oder welche Erlebnisse man zu verarbeiten hat.
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Beitragvon toska5 » 03.02.2010, 22:32

Natürlich hast du recht, Rheinnixe! Jeder hat seinen Schmerz, man versteht hinter diesem Schmerz Probleme Anderer nicht auf Anhieb. Dabei sollte gerade ich es wissen!
Mein Ex ging, als meine Jüngste 13 war. Sein Interesse an Kindern hält sich sehr in Grenzen. Jede zwei Jahre ein Telefonat, etwas Geld zum Geburtstag. Mehr nicht. Meine Tochter und ich sahen eimal eine Sendung in TV, wo es darum ging, wie ein deutscher Vater wiederholt seine Kinder von der inzwischen in Frankreich lebenden Exfrau entwendete. Eine sehr unschöne Geschichte. Ich wollte damals bemerken - wenigstens bleibt uns das erspart, Gott sei Dank. Meine Tochter war glücklicherweise schneller und sagte: Wenigstens kämpft er um seine Kinder und will sie. So unterschiedlich kann man Situation sehen. Ich war froh, dass ich meinen Mund hielt.
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Beitragvon guggil » 03.02.2010, 22:36

habe mit interesse eure beiträge gelesen, und bei jedem einzelnen musste ich einiges bejahen,und ihr habt mir sicher weitergeholfen .. noch bin ich mir nicht klar, ob meine kinder stark durch die abwesenheit ihres vater geworden sind, oder ob ihr verhaltensmuster gerade deswegen manchmal schwer nachvollziehbar sind..
sie haben ihren vater 9 jahre nach der scheidung nicht gesehen, er konnte, so seine worte, ihnen keinen besuch abstatten, da es ihm zu schmerzlich war.
von den 3 mädchen hat ihn also nur die älteste als vater gekannt, und unendlich geliebt,und auch unendlich gelitten.. sie hat auch heute die grössten schwierigkeiten, wenn das gespräch auf ihren vater kommt..(der weg zu ihm war allen kindern jederzeit mehr als offen meinerseits, ich wollte, dass sie unvoreingenommen irgendwann, wenn sie wollen, eine beziehung zu ihm wieder aufbauen können) :
kurz, ich glaube sie haben diese gefühlswelt der abwesenheit des vaters in sämtlichen facetten erleben müssen,
das verlassenwerden,
das wieder aufgenommen werden,
und letztendlich das wieder verlassen werden.( er kennt seine kinder heute nicht mehr)

ich bin froh, dass ich ihnen auch diesen weg ermöglicht habe, ihre eigene meinung darüber zu bilden., aber dieser weg war sehr hart, für meine 4 kinder und mich..
wegweisend war die beziehung für alle sicherlich. die kinder denken, verlassen können sie sich nur auf sich selbst, vielleicht ist das gut so, ich weiss es nicht. ich für mich erschwere mir eigentlich mein leben dadurch nur.

ich merke, so richtig stellung zum vaterlosen thema nehm ich ja gar nicht, eher beschreibe ich hier das thema: scheidung- und was danach kam-
tut mir leid, es war mir ein bedürfniss, und es ist ev auch ot. verzeiht mir also-
löschen will ich es auch nicht!
ich möchte noch sagen, dass ich es toll finde, dass keiner meiner kinder ein flüchtender ist,( damit meine ich, wenn schwierigkeiten in der partnerschaft auftauchen, sie diese auch bearbeiten wollen und können) so haben sie also doch gelernt, von einem "abwesenden" vater, ich hebe mal das gute daraus hervor! wie ich es im leben sowieso immer mach. dank euch f die geduld...
:)
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Beitragvon Gast » 03.02.2010, 22:53

...Tosca, ich war vorhin etwas heftig....aber vom vater ignoriert zu werden, der nur 2 strassen entfernt wohnt, ......ich habe angst, dass mein sohn irgendwann vielleicht auf eine psycho-couch muß...wegen dieses idioten, sorry...

...oder, so hoffe ich, es entwickelt sich völlig anders und er ist seinen kindern irgendwann ein liebevoller vater..
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Beitragvon Gschaftel » 04.02.2010, 0:00

Eure Beiträge habe ich nun alle gelesen, manche auch mehrmals.
Ich denke dabei an meine Kindheit. Für mich war es normal, daß kein Vater da war. Wie ich mich entwickelt hätte, wenn einer da gewesen wäre, kann ich natürlich nicht beantworten.
Aber es war meistens auch keine Mutter da, denn sie hatte zu viel zu tun, um die Restfamilie am Leben zu erhalten, und zwar unter sehr erbärmlichen Bedingungen. Realisiert habe ich das erst, als ich längst erwachsen war und meine eigene Familie gegründet habe. Man kann nur das weitergeben, was man selbst empfangen hat.
Ich habe versucht, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein, ob das gelungen ist, mögen andere beurteilen.
Meinen Mann kann ich nicht mehr fragen, er ist vor einigen Jahren verstorben. Ich nehme an, das ist etwas anderes, als wenn man sich aus welchen Gründen auch immer von seinem Mann trennt. Ich kann ja meinen Mann heute nicht mehr fragen.
Zu meinen beiden Kindern habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Deshalb denke ich, daß ich nicht alles verkehrt gemacht habe. Aber Gedanken mache ich mir schon darüber, und zwar öfter, je älter ich werde.
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Beitragvon kleine_chaotin » 04.02.2010, 11:08

silverdust

auch ich empfinde den verlauf dieses threads als sehr angenehm; ohne häme, ohne persönlich angriffe, trotz teilweise unterschiedlicher sichtweisen.

letztendlich wollen wir - egal wie wir aufgewachsen sind - doch alle nur das gleiche. ein kleines stückchen glück für uns, und - da rede ich jetzt nur für mich - ein ganz riesengroßes stück glück für meinen sohn.

ob alles richtig war, das weiss ich nicht. ob es anders verlaufen wäre, wenn ich anders aufgewachsen wäre..weiss ich auch nicht. ich erhebe für mich auch nicht den anspruch alles immer richtig machen zu müssen.

mein sohn und ich, wir müssen versuchen, das beste aus dieser ist-situation zu machen. das denken...was wäre wenn...blockiert da nur. auch wenn die gedanken bei beiden sicher mal da sind.



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Beitragvon rheinnixe » 04.02.2010, 23:43

Gschaftel schreibt
Man kann nur das weitergeben, was man selbst empfangen hat.

Davon gehe ich auch aus. Wenn wir uns keine Bilder machen konnten, und es heißt ja, wir speichern ab in Bildern, greifen wir oftmals ins Leere oder ins "Erträumte".
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Beitragvon EM__MA » 05.02.2010, 19:01

rheinnixe hat geschrieben: Im Vergleich zur Vaterlosigkeit interessiert mich ebenso, vom Gegenteil zu erfahren:
Wie war das Leben mit einem Vater; welche Auswirkungen hatte das Erlebte auf die Gefühlswelt;
hat er seine Rolle wahrgenommen und ausgefüllt?


Meinen Vater habe ich erst spät "kennengelernt". Nicht, weil meine Eltern getrennt waren sondern weil er, beruflich bedingt, praktisch dauerabwesend. Als ich 15 war, haben Mutter und Vater ihre Rollen getauscht. Meine Mom hat ihren Beruf wieder aufgenommen und mein Dad hat die Hausarbeit gemacht. Ich kann mich noch genau an die Stunden nach der Schule erinnern, wenn wir beide nach dem Mittagessen noch lange am Tisch sitzend miteinander geredet haben. Für mich kam diese Wende grad richtig aus, denn durch meine übervorsichtige Mutter, die aus Angst, dass mir etwas zustoßen könnte, mehr verboten als erlaubt hat, war ich recht unselbständig. Mein Vater hat das ganz gut ausgebügelt und mich dazu ermuntert "raus in die Welt" zu gehen. Außerdem hatten wir dadurch Gelegenheit viel zu diskutieren und uns näherzukommen. Auch wenn mir dieser Rollentausch anfangs sehr suspekt war, im Nachhinein bin ich echt dankbar dafür.

Vielleicht habe ich gerade aufgrund dieser Erfahrung dafür plädiert, dass nach der Trennung von meinem (Ex)Mann keine Fremdheit zwischen ihm und den Kindern entsteht. Er war und ist jederzeit als Besuch willkommen. Ich glaube, viele unserer Nachbarn haben erst Jahre später gemerkt, dass er gar nicht mehr hier wohnt. Und dieses Arrangement hatte zudem den Vorteil, dass er auf die Kinder, solange sie noch klein waren, aufgepasst hat, wenn ich etwas unternommen habe. Natürlich ist mir klar, dass so eine Vereinbarung nicht in jedem Fall zustande kommen kann, aus verschiedenen Gründen auch gar nicht gewollt ist, aber ich denke, für uns war es das richtige.

Wichtig finde ich vor allem, dass - wenn irgend möglich - die Kinder ihren Vater kennenlernen und einschätzen können. Egal was und wie er ist, er ist eine Bezugsperson, an der sich die Kinder ausrichten können, im positiven wie auch im negativen.

Übrigens: Kompliment! Es ist richtig schön, einen so fairen Gedankenaustausch mitzuverfolgen.
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Beitragvon rheinnixe » 06.02.2010, 2:02

Im Moment kann ich leider nicht so oft schreiben wie ich möchte. In meinem PC ist irgendwo ein Wackelkontakt,
manchmal will er und manchmal streikt er.

Ich habe mir nochmal die Aussagen in den einzelnen Beiträgen angeschaut.
Alle schreiben von Defiziten, mit denen sie fertig zu werden hatten, von Umständen, die sie gefordert und geformt haben.
In erster Linie steht im Raum, wie hat es geformt, durch welchen Umstand. Ohne väterlichen Einfluss, lediglich durch den
Umgang mit der Mutter, unterlag man dem Einfluss aus weiblicher Sicht. Daraus resultieren für mich verschiedene Fragen:
Wie hat die Mutter ihren Einfluss geltend gemacht, wie hat sie ihre Position gelebt?
Die wichtigsten Fragen sind jedoch:

Was hat das mit mir gemacht? Wäre ich mit Vater eine andere Frau geworden?

Ich war ihren schwankenden Launen ausgesetzt, ihrer Willkür. Sie war in ihrem Wesen nicht verlässlich, verlor häufig die
Kontrolle, was mich sehr früh dazu brachte, mir selbst ein beherrschtes, kontrolliertes Verhalten anzueignen. Die Chance,
unbeschwert heranzureifen, war mir nicht vergönnt. Ich war zwar sehr früh erwachsen, jedoch ohne innerlich gereift zu sein.
Da meine Mutter es geschafft hat, die Verantwortung für ihr seelisches Wohlbefinden mir aufzubürden, bin ich in die Rolle des
Lasten tragendenTeils einer Beziehung hineingeraten. Das macht zwar stark, worüber ich auch froh bin, hat mich aber
letztendlich immer für schwache Männer interessant gemacht. (Ich glaube, das erwähnte ich schon.) Es sieht nicht so aus,
als hätte sich dahingehend etwas geändert. Meinem Ausflug in die Frage: Was ist ….. ein Weichei liegt dieser
Gedanke zugrunde.
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Beitragvon kleine_chaotin » 06.02.2010, 10:22

ich kann bestimmt sagen, daß ich mit vater durchaus anders aufgewachsen wäre. nicht nur, weil da eben eine vaterfigur da gewesen wäre, sondern auch aus sehr vielfältigen anderen gründen.

natürlich hat meine mutter - nachdem sie ihr ziel heirat durch mich eben nicht erreicht hat - ihre ganze wut und enttäuschung diesem mann - meinem vater - gegenüber auch auf mich übertragen. auch ihr männerbild hat gewaltig gelitten. es waren eben nicht alle männer so wie mein großvater. das sie selbst einen nicht unerheblichen teil dazu beigetragen hat, daß diese beziehung zu meinem vater eben nicht wie gewünscht lief, das hat sie völlig ausgeklammert. und auch ihr weiteres leben war von einem sehr negativem gefühl männer gegenüber geprägt. es ging bei ihr nie um herzliche gefühle, macht war ihr thema.
und das hat sie mir zum einen vermittelt, zum anderen hat sie auch mir gegenüber immer höhere erwartungen gehegt.
mein gott, was habe ich gebuhlt, um ihre liebe, ihre anerkennung. und doch konnte ich es ihr niemals recht machen, egal was ich tat oder auch nicht tat.

irgendwann wurde ich richtig krank, krank an diesen anforderungen von ihr, die ich dann für mich auch übernommen habe. der drang zum perfektionismus war ein ständiger begleiter für mich, bis vor ca. 13 jahren.

erst da ist es mir gelungen, das muttermännerbild ganz weit weg zu schieben und auch mich so anzunehmen, wie ich bin.

wäre ein vater präsent gewesen, der hätte sicher für den ausgleich sorgen können.

und das war meine große befürchtung bei der trennung vom vater meines sohnes...ich wollte alles tun, dieses muster nicht zu wiederholen. und ich bin immer noch dabei, der prozess dauert noch an.



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Beitragvon guggil » 06.02.2010, 23:56

kleine_ chaotin, deine worte erinnern mich an die meines sohnes:

er meinte, als er erfuhr, dass er selber vater wird: ich will alles daransetzten und alles ermöglichen, dass ich diesen kreis durchbreche...(3 generationen verliessen ihre kinder in unserer familie - väterlichseits)
momentan nimmt er an fam. aufstellungen teil, hat auch einen guten freund, der psychologe ist, usw.. ob ihm ein anderer weg bestimmt ist, ich weiss es nicht..
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Beitragvon kleine_chaotin » 09.02.2010, 10:18

guggil hat geschrieben:kleine_ chaotin, deine worte erinnern mich an die meines sohnes:

er meinte, als er erfuhr, dass er selber vater wird: ich will alles daransetzten und alles ermöglichen, dass ich diesen kreis durchbreche...(3 generationen verliessen ihre kinder in unserer familie - väterlichseits)
momentan nimmt er an fam. aufstellungen teil, hat auch einen guten freund, der psychologe ist, usw.. ob ihm ein anderer weg bestimmt ist, ich weiss es nicht..


guggil, dann wünsche ich eurer familie, daß dieser wunsch sich erfüllt und der kreis durchbrochen werden kann. und dir..ein fröhliches oma-werden und oma-sein :D


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