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Das Forum Unterhaltung & Spiel dient der allgemeinen Unterhaltung und dem Spiel. Ob Plausch, Quiz, Blödelei oder ein kurzes Hallo in die Community - hier steht nette Unterhaltung im Mittelpunkt. Dieses Forum bietet Ihnen somit die Möglichkeit, beispielsweise nach einem anstrengenden Tag einfach nur auszuspannen und zu relaxen. Die Mitglieder im 50plus-Treff freuen sich auf Sie!

Beitragvon altwieeinbaum » 15.12.2011, 21:31

 @Freysine... auf deine traurigen Zeilen von Tucholsky fiel mir folgendes ein:

 Traurig, du willst gehn, ohne daß wir uns je einmal gesehn.`
Willst mich einfach so verlassen,
hast du im Schrank nicht alle Tassen?
Drehn sich die Räder nicht alle rund
oder bist du ganz einfach nicht ganz gesund?
 Ich weiß, du bist nicht mehr ganz so jung,
 hat deine Schüssel einen Sprung?
 Bedenke du brichst mir das Herz,
verspürst du denn absolut überhaupt keinen Schmerz?
Das Leben ist doch grausam und gemein...,
 nun sitz ich hier, bin traurig und ich wein`.
Wenn du jetzt gehst, gibts kein Zurück......
 ich wünsch dir einen guten Flug und ganz viel Glück!
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altwieeinbaum
 

Beitragvon Herbstzeitlose365 » 02.01.2012, 17:27

Die Teilung der Erde
Friedrich Schiller
Nehmt hin die Welt! rief Zeus von seinen Höhen
Den Menschen zu, nehmt, sie soll euer sein.
Euch schenk ich sie zum Erb und ew’gen Lehen,
Doch teilt euch brüderlich darein.
Da eilt was Hände hat, sich einzurichten,
Es regte sich geschäftig jung und alt.
Der Ackermann griff nach des Feldes Früchten,
Der Junker pirschte durch den Wald.
Der Kaufmann nimmt, was seine Speicher fassen,
Der Abt wählt sich den edeln Firnewein,
Der König sperrt die Brücken und die Straßen,
Und sprach, der Zehente, der ist mein.
Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen,
Naht der Poet, er kam aus weiter Fern.
Ach! da war überall nichts mehr zu sehen,
Und alles hatte seinen Herrn!
Weh mir! So soll denn ich allein von allen
Vergessen sein, ich, dein getreuster Sohn?
So ließ er laut der Klage Ruf erschallen,
Und warf sich hin vor Jovis Thron.
Wenn du im Land der Träume dich verweilet,
Versetzt der Gott, so hadre nicht mit mir.
Wo warst du denn, als man die Welt geteilet?
Ich war, sprach der Poet, bei dir.
Mein Auge hing an deinem Angesichte,
An deines Himmels Harmonie mein Ohr.
Verzeih dem Geiste, der, von deinem Lichte
Berauscht, das Irdische verlor!
Was tun! spricht Zeus, die Welt ist weggegeben,
Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.
Willst du in meinem Himmel mit mir leben,
Sooft du kommst, er soll dir offen sein

schiller
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 18.01.2012, 21:02

Bild

Wir standen am Fenster mit unseren Träumen
Im Haus am Eriesee
Ein kalter Dezembermond hing in Bäumen
Da fiel der erste Schnee
Ein Zauber betörte die Herzen,
Das Wunder der Liebe geschah
Und dann über Nacht war es Winter geworden,
Winter in Kanada

Winter in Kanada,
So weit war das Land
Es war Winter in Kanada
Als mein Herz dich fand
Schien das Glück so nah
Es war Winter in Kanada

Am Morgen im Schlitten durch schweigende Wälder,
Nur du in meiner Nähe
Zwei Spuren, die führten durch silberne Felder
Zum Haus am Eriesee
Und abends ein Feuer, zwei Herzen,
Die Sterne zum greifen so nah...
Oh wäre es immer nur Winter geblieben,
Winter in Kanada

Winter in Kanada,
So weit war das Land
Es war Winter in Kanada
Als mein Herz dich fand
Schien das Glück so nah
Es war Winter in Kanada

Ich stehe am Fenster und schaue in die Ferne
Im Haus am Eriesee
Ich sehe graue Wolken und suche die Sterne,
Und wieder fällt der Schnee
So einsam brennt nun unser Feuer,
Denn du bist schon lang nicht mehr da
Was ist aus dem Glück und dem Winter geworden,
Dem Winter in Kanada

Winter in Kanada,
So weit war das Land
Es war Winter in Kanada
Als mein Herz dich fand
Schien das Glück so nah
Es war Winter in Kanada
Es war Winter in Kanada
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 18.01.2012, 23:45

Sprüche zum Nachdenken

1. "Wenn dich alles verlassen hat, kommt das Alleinsein. Wenn du alles verlassen hast, kommt die Einsamkeit." (Alfred Polgar)

2. Nur das Glück, das man anderen bereitet, führt zum eigenen Glück.

3. Fremde Fehler beurteilen wir wie Staatsanwälte, die eigenen wie Verteidiger.

4. Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!

5. Wer eine Maske trägt, kann nicht erwarten, dass man seine Tränen sieht.

6. Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.

7. Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.

8. Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis - Vielleicht ist keines da.

9. Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.

10. Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken, denn sie bestimmen dein Leben.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 19.01.2012, 15:52

Kleine Stadt am Sonntagmorgen

Kleine Stadt am Sonntagmorgen
Das Wetter ist recht gut geraten.
Der Kirchturm träumt vom lieben Gott.
Die Stadt riecht ganz und gar nach Braten
und auch ein bißchen nach Kompott.

Am Sonntag darf man lange schlafen.
Die Gassen sind so gut wie leer.
Zwei alte Tanten, die sich trafen,
bestreiten rüstig den Verkehr.

Sie führen wieder mal die alten
Gespräche, denn das hält gesund.
Die Fenster gähnen sanft und halten
sich die Gardinen vor den Mund.

Der neue Herr Provisor lauert
auf sein gestärktes Oberhemd.
Er flucht, weil es so lange dauert.
Man merkt daran: er ist hier fremd.

Er will den Gottesdienst besuchen,
denn das erheischt die Tradition.
Die Stadt ist klein. Man soll nicht fluchen.
Pauline bringt das Hemd ja schon!

Die Stunden haben kleine Schritte
und heben ihre Füße kaum.
Die Langeweile macht Visite.
Die Tanten flüstern über Dritte.
Und drüben, auf des Marktes Mitte,
schnarcht leise der Kastanienbaum.

Erich Kästner
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 24.01.2012, 1:21

BRIEF VON DER REDAKTION

"Wir danken sehr für Ihr ergreifendes Gedicht,
Das uns so tiefen Eindruck hinterlassen hat,
Und wie bedauern herzlich, dass es nicht
So recht geeignet scheint für unser Blatt."

So schreibt mir irgendeine Redaktion
Fast jeden Tag. Es drückt sich Blatt um Blatt.
Es riecht nach Herbst, und der verlorne Sohn
Sieht deutlich, dass er nirgends Heimat hat.

Für mich allein denn schreib ich ohne Ziel,
Der Lampe auf dem Nachttisch les ich's vor.
Vielleicht leiht auch die Lampe mir kein Ohr.
Doch gibt sie hell, und schweigt. Das ist schon viel.


Hermann Hesse
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Beitragvon america2 » 26.01.2012, 22:28

Glasscherben im Sand.
Du tanzt barfuß
nach der Musik
in deinem Herzen –
deine Augen
sind geschlossen.
Soll ich dich warnen?
Doch du tanzt
so schön und Frei,
lächelst die ganze
Welt an.
Ich ziehe
meine Schuhe aus
und tanze mit dir.
Und plötzlich spüre ich:
unsere Füße berühren
gar nicht den Boden.

von Hans Kruppa
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Beitragvon Freysine » 27.01.2012, 17:21

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

(Johann Wolfgang von Goethe)
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 31.01.2012, 19:24

Gefällt mir sehr, Dein Gedicht!


Cora am Meer

Sie steht an meinem heimathlichen Strand
Und schaut ins brausende Getös' der Wogen,
Da wo ich schon als Knab' so gerne stand,
Wenn ich der Schule ernstem Zwang entflogen,
Ja, wo mich auch das Jünglingsalter fand,
Als ich aus jenem Kriegesstreit gezogen.
Dort schlafen an dem Strand in Meeresschäumen
So viel Gedanken und so buntes Träumen.

O liebe Wogen, thut ihr nichts zu Leid',
Wenn sie den zarten Fuß setzt ans Gestade;
Du böser Meergott, sei nicht so voll Neid,
Führ' sie nicht mit die feuchten Wasserpfade.
Und wenn sie dann Dir ganz enthüllt sich beut,
In die kristall'ne Flut sich taucht im Bade,
So schaukle sie mit sanftem Wogenarme,
Doch hörst Du, thu' der Lieben nichts zum Harme.

Heinrich Beitzke
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 05.02.2012, 15:18

Liebe Christa
Oft seh’ ich schmerzlich deine Hände,
die nicht mehr glatt, doch durch die Arbeit rau.
Du glaubst vielleicht sogar, ich fände
unpassend sie, für eine Frau.
Du irrst! Die armen müden Glieder
erwecken Achtung mir, nicht Spott.
Mit Ehrfurcht schau ich auf sie nieder,
es segne sie der liebe Gott.
Was fehlt so manchem Narren,
der stolz sich bläht in seinem Wahn?
In Pflichterfüllung auszuharren.
Du schwaches Weib, hast es getan.
Bist treu an deinem Mann gehangen,
wie du es schwurst am Traualtar
und bist nicht feig’ von mir gegangen,
als Unglück mein Begleiter war.
Gib mir die Hand, dass ich sie drücke!
Die Ehrenhand, durch Arbeit rau.
Und ob ich mich vor niemand’ bücke,
ich tu’s vor dir, du brave Frau!
Dein Werner

Dieses Gedicht eines unbekannten Verfassers, fand ich im Internet. Es hat mich gerührt.
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 07.02.2012, 16:04

Der Kuss

Ich fühl’ ihn noch, es bebten unsre Lippen,
in deinen Armen liegend, ward mir heiß,
der ersten Liebe Kuss, ein zärtlich Nippen,
und langsam schmolz des Winters starres Eis.

Wir spürten eine Sonne, die uns strahlte,
und waren lieb geborgen in dem Traum,
der Glanz und Glück in unsre Augen malte,
und leise fiel der Schnee, wir merkten ’s kaum.

Seitdem ist sehr viel Zeit ins Land gegangen;
sie trennte uns, wir haben uns verloren,
gereift ein neues Leben angefangen
und liebend andre Partner auserkoren.

Jedoch an diesen Wintertag, den Kuss
muss ich noch heute manchmal lächelnd denken;
mir wurde damals schön und zart bewusst,
was Liebe ist, was sie vermag zu schenken.

Ingrid Herta Drewing
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Beitragvon Herbstzeitlose365 » 09.02.2012, 20:49

Das frühere Leben

Ich wohnte lang in weiter Hallen Schweigen,
Die abends in der Meeressonne Glut
Sich stolz erheben und zur blauen Flut
Sich gleich basaltnen Grotten niederneigen.

Das Meer, darauf des Himmels Abbild ruht,
Tönt feierlich beim Auf- und Niedersteigen,
Und der Akkorde übermächt'ger Reigen
Strömt in den Abend voller Gold und Blut.

Dort lebt' ich lang in dämmerstillem Lächeln,
Voll Wollust atmend Glanz und blaue Luft;
Die nackten Sklaven, ganz getaucht in Duft,

Sie mussten mir die müde Stirne fächeln,
Von einer einzigen Sorge nur beschwert,
Das Leid zu finden, das mein Herz verzehrt.

Charles Baudelaire
Aus der Sammlung Die Blumen des Bösen
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Beitragvon Freysine » 04.03.2012, 13:29



Ich liebe Dich nicht,

sofern Du nur eine Rose wärst,

aus Salz, Topas oder Nelkenpfeil,

die das Feuer verbreiten.

Ich liebe Dich,

wie man gewisse dunkle Dinge liebt,

heimlich, im Finstern und in der Seele.

Ich liebe Dich,

ohne zu wissen wie oder wann oder von wo.

Ich liebe Dich aufrichtig,

ohne Komplexität oder Stolz.

Ich liebe Dich,

weil ich es nicht anders weiß.

So nah, dass Deine Hand auf meiner Brust

meine Hand ist,

so nah, dass wenn Du Deine Augen schließt,

ich sofort einschlafe.

Pablo Neruda
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Beitragvon flohbeisser » 04.03.2012, 13:53

Damit du mich erhörst,
machen sich meine Worte manchmal
so zart wie die Spuren der Möwen auf dem Strand.
Halskette, trunknes Klimperglöckchen für deine Hände,
sanft und glatt wie Weinbeeren.
Und ich sehe sie fern von mir,
meine Worte.
Deine sind sie mehr als meine.
Sie klettern an meinem alten Schmerz empor wie Efeu.
An den feuchten Wänden klettern sie empor.
Du bist schuld an diesem blutigen Spiel.
Sie fliehen aus meinem finsteren Bau.
Alles erfüllst du, alles, alles.
Einst bevölkerten sie die Einsamkeit,
die nun du bewohnst
und sie sind mehr als du vertraut mit meiner Traurigkeit.
Jetzt will ich,
daß sie sagen, was ich dir sagen will,
damit du sie so hörst,
wie ich möchte,
daß du mich hörst.!!

...auch von Pablo Neruda ---ja er kann mit den Worten spielen..Worte,...die die Seele berühren
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flohbeisser
 

Beitragvon Freysine » 11.03.2012, 15:12

Ja, ich liebe sie nicht mehr, doch wie liebte ich sie, damals.
Zum Wind wurd meine Stimme, um ihr Ohr zu berühren ...
Ja, ich liebe sie nicht, oder liebe ich sie noch immer?
So kurz dauert die Liebe und so lang das Vergessen.

Pablo Neruda
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