von Libelle61 » 07.02.2012, 8:48
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So geschafft, Wagen in die Halle, im Büro die Papiere abgeben und dann ab in die Werkstatt, wo im Kühlschrank, der versteckt in einer Seitennische stand, schon ein eisgekühltes Bier auf seine Vernichtung wartete.
Dieter, der dort fest angestellt war und Paul die Aushilfe, ließen sich auf die einladend dort stehenden zwar alten, aber kühlen Ledersessel fallen, streckten die Beine von sich und öffneten zischend das bereits geholte Bier.
So Paul paß jetzt auf, was ich dir sage, uns darf nicht der geringste Fehler unterlaufen- und wenn erst mal unser Sarg verschlossen am Friedhof angelangt ist, er also sowieso nicht mehr geöffnet wird- und bereitgestellt ist für die anstehende Beerdigung, dann haben wir es hinter uns und es kann uns keiner mehr!
Dieter hatte ja recht, dachte Paul und jetzt wo ich schon so tief mit drin stecke aus Freundschaft und Hilfsbereitschaft, obwohl dieser Mistkerl es gar nicht wert ist, also dann weiter mit seinen weit ausschweifenden Regieanweisungen, es wird schon passen.
Bedächtig nickte Paul und wollte nun die weiteren Schritte wissen, die Dieters krankem Hirn entsprungen waren.
Jetzt komm, wir schau`n erst mal ob mit Renate alles in Ordnung ist, dann holen wir das Tragetuch und anschließend bringen wir es zu Ende, so wie gestern besprochen.
Widerwillig trottete Paul mit zum hauseigenen Aufzug, der zum Dachboden des Beerdigunginstitutes führte und drückte auf den obersten Knopf. Es war stickig heiß schon im Aufzug und der Schweiß lief ihm nicht nur wegen der angestauten Hitze in den Hemdkragen.
Oben unterm Dach angekommen, ging Dieter gleich in die hinterste Ecke, vorbei an abgestellten alten unmodernen Särgen, die keiner mehr kaufen wollte und blieb vor einer dreckigen ausrangierten Gefrierkühltruhe stehen, die schon vor Jahren ein Mieter einfach an den Containern abgestellt hatte und die er damals aus undefinierbaren Gründen mitnahm.
Und wie dieses unansehnliche Ungetüm noch lief, dazu noch fast geräuschlos- und er war wirklich sehr zufrieden mit sich. Dieter öffnete die Truhe und kontrollierte den Inhalt. Ja Renate war noch da, gut eingepackt und verschnürt und er konnte sich ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen.
Tja, das hast du nun davon mein Mädchen, mit mir macht man das nicht, murmelte er vor sich hin und zerrte sie an den Füßen aus der Tiefe. Na komm schon und helf mir endlich dabei Paul, hast du das alte Tragetuch gefunden? Ja, ja, ist ja schon ok. Ich komm´ schon meinte Paul und wickelte das zusammengerollte Tuch mit den 4 Holzhaltegriffen auseinander.
Perfekt, einfach perfekt sagte Dieter und jetzt helf`mir sie ganz rauszuziehen. Paul zog und zerrte mit und dachte an die noch lebendige, lebenslustige Renate, die Dieter in einem heftigen Streit mit einer Eisenstange erschlagen hatte. Vielleicht wollte er`s ja gar nicht, daß es so ausging dachte er, aber jetzt war es zu spät sich darüber solche Gedanken zu machen und da er damals unmittelbar nach dem Streit dazukam, blieb ihm gar nichts anderes übrig, als ihm jetzt bei der Beseitigung der Leiche zu helfen.
So geschafft und das in einer großen blauen Abfalltüte zusammengeschnürte Paket, lag endlich auf dem verstaubten Tuch. Mit vereinten Kräften trugen sie ihre kalte Last zum Aufzug um mit ihm runter in die Werkstatt zu fahren, wo die übrigen neuen und mordernen Särge standen- und wo der vor 2 Tagen an Aids verblichene 29 jährige in seinem schwarzen billigen Sarg zur Abholung bereit lag.
Äußerste Vorsicht war natürlich beim rausholen aus dem Aufzug geboten, da die Tür der Werkstatt tagsüber nie abgesperrt war. Obwohl der beleibte Chef des Beerdigungsinstitut`s so gut wie nie erschien und alles aus Bequemlichkeit telefonisch erledigte, so konnte man doch nie wissen, wer sich mal dorthin verirrte.
Paul öffnete zu erst den Fahrstuhl und ging schnell zur Werkstattür um nach zu schaun, ob sich jemand in der Nähe befand, indessen Dieter mit seiner eiskalten Renate noch im Aufzug wartete.
Die Luft war rein und so konnten Dieter und Paul ohne Umstände ihre Last in die hintere Ecke des Raumes abstellen, wo keiner sie sehen konnte, sollte gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt jemand von ihnen etwas wollen.
Währenddessen Paul sich mit zittrigen Fingern eine Zigarette anzündete, war Dieter schon bei dem schwarzen Sarg um ihn zu öffnen. Mit zwei, drei Handgriffen hat er die bereits drin liegende Leiche so an die Seite gedrückt, daß noch eine zweite daneben Platz hatte und er winkte Paul zu, daß es tatsächlich ging.
Mit vereinten Kräften brachten sie die tote Renate jetzt mit dem Tragetuch vor den schwarzen Sarg und legten sie dazu, Gesicht an Gesicht und es paßte, obwohl der Sarg doch ziemlich eng war und auch so ausschaute.
Ende d. 2. Teils