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Forum der Regionalgruppe München

Moderator: harry_cb31

Beitragvon Libelle61 » 28.01.2012, 9:12

Irgedwann- irgendwo hat man mal was abgespeichert von diesem oder jenem, weil`s irgendwie gut war und nicht verloren gehen sollte...

Also traut euch und schreibt hier was von euren Träumen rein, von guten oder weniger guten Erfahrungen in Gedichtsform- oder einfach a Gschichterl, was auch andere interessieren könnte.

Wir freuen uns drauf...

(Von Zürich stibitzt- aber vorher das ok dazu eingeholt ;-)
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Beitragvon Libelle61 » 28.01.2012, 9:32

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fang ich halt mal damit an.... ;-)

Wenn man verreist, da kann man was erleben.....


Wie schon so oft, holt mich Peter- mein Lebenspartner seit X Jahren- vom Fürstenfeldbrucker Bahnhof ab- und fast gleichzeitig treffen wir beide vorn am Toilettenhäuschen ein....
Freu mich auch riesig ihn zu sehn und gemeinsam spazieren wir- nein wandern wir, denn es ist schon eine hübsche Strecke vom Bahnhof runter Richtung Marktplatz- und nachdem ich diesmal nur eine etwas schwerere Tasche dabei habe, die ich ihm so a bisserl aufgezwungen hab zu tragen, laufen wir ins Zentrum dieser kleinen fast mittelalterlich anmutenden Stadt.

Ich mag diesen Marktplatz, die Geschäfte und die hübschen Giebelhäuschen, erinnern sie mich doch an mein Zuhause im Bayrischen Wald, wo ich aufgewachsen bin. Freilich war Cham etwas größer, schon damals als ich noch Kind war- aber es ist das Flair was über dem Städtchen liegt und ich bin gerne hier.
Wir durchwandern die Geschäfte, suchen- finden und kaufen kleine Geschenke für meine Tochter, die bald Geburtstag hat und auch Peter hat was sehr günstiges, eigentlich so ein richtiges Schnäppchen gefunden. Nein – nicht in einem Geschenkeladen....sondern bei Tengelmann oben auf der Straße. Hochgeschichtet an den großen Glasscheiben und ernorm preiswert und heruntergesetzt.
Beide sind wir zufrieden, müde vom laufen und da sich die Sonne hinter den Wolken versteckt hat und jetzt ein fröstelnder Wind aufkommt, beschließen wir mit dem Bus heimzufahren.

Nach kurzer Wartezeit kommt auch schon unser 845er und wir fahren jetzt Richtung Pfaffing, wo Peter eine kleine nette Kellerwohnung mit überdachter Terrasse hat.
Aber Stopp- noch sind wir nicht da, denn nach dem aussteigen muss erst mal ein ganz schönes Bergerl überwunden werden und bis wir oben sind, schnauf ich wie ein gestrandetes Walross.

Endlich vorm Gartentürl, vorbei an den Blumen und Büschen am Rand, kurze Drehung nach rechts und ab geht’s die steilen Treppen runter Richtung Wohnung. Hier und da begrüßen uns gutgenährte träge Spinnen in ihren im Wind schaukelnden Netzen, jetzt laufen 2 aufgeschreckte Kellerasseln blitzschnell ins wartende Gullyloch- und eine verirrte Nacktschnecke vom Garten oben, kann gar nichts erschüttern und sie bleibt faul und klebrig auf der letzten Stufe der Treppe liegen.
Hurraaaa...wir sind da- und eine fast unheimliche Ruhe empfängt mich in angenehm kühlen Räumen.

Wir ratschen, schaun bisserl Fernsehn, gehen ab und zu ins Internet surfen- und wie sich’s für a Weiberl ghört, fang ich zur passenden Zeit an zu bruzzeln. Kurz danach noch einen Kuchen gebacken, den Peter so mag- leider ging der diesmal aber total in die Hosen, nachdem ich ihn mit Rosinen totgeschlagen – und in ein leider zu hoch geheiztes Backrohr reingeschoben hab. Na ja- aber es hat ihm trotzdem geschmeckt, mein jetzt übergelaufener Flachkuchen.....

Am andern Tag steh ich auf mit scheußlichem Kopfdruck, fühl mich müd und schlapp und möcht am liebsten wieder ins Bett zurück kriechen. Aber nix da- reiß dich zamm sag ich mir selber- s wird schon wieder- und die Stunden schleichen langsam und träge dahin. Zu nix hab ich Lust und Peter muss mich schon sehr dazu überreden, dass ich auf einen seiner Meinung nach- kurzen Spaziergang mit komm. Eigentlich hats mir schon gelangt, so a bisserl ruhig in der Sonne zu sitzen auf seiner oberen Terrasse, aber nach dem vielen Bitten wollt ich ihn auch nicht enttäuschen und wir sind Richtung Wald aufgebrochen.
Die Sonne hat noch hinter den Wolken hervorgschaut und es war warm, also keine Jacke mitgenommen- und los gings die Wegerl naus, die Straße runter und rechts in den Wald rein, vorbei an riesigen Maisfeldern. Auf halbem Weg wär ich am liebsten schon umgekehrt, so schwach fühlte ich mich, der Druck im Kopf nahm zu und ich begann zu frieren als es zu tröpfeln anfing und der scheußliche Wind dazu kam.
Jetzt aber wars schon wurscht- wir befanden uns genau zur Hälfte des Wegs- entweder jetzt zurück zu Fuß in die Wohnung, oder Richtung Bus-Bahnhof, wo wir heimfahren konnten, also alle übrig gebliebenen Kräfte mobilisiert und weiter gewandert.

Normalerweise hätt mir der mir noch unbekannte Weg gefallen, die seit langem unbewohnte Villa wäre eines zweiten Blickes bestimmt wert gewesen- aber in mir breitete sich eine zunehmende Kälte aus- und ich war heilfroh, als wir endlich am Bahnhof ankamen. Leider musste ich Peter abschlagen weiter Richtung Stadt zu laufen wie er unbedingt noch wollte, ich konnt einfach nicht mehr, war am Ende- und wir mussten dann auch oben noch ca 40 Minuten auf den nächsten Bus warten.

Ich schlotterte, zitterte und mir war hundeelend- fest drückte ich mich wärmend an Peter, der aber nicht bereit war auch den Arm um mich legen- mir noch a bisserl mehr Wärme abzugeben. Na gut- dann halt nicht, dacht ich, frier ich halt weiter- vielleicht war er auch sauer, dass ich nicht mit weiter gewandert bin und er jetzt für die eine Haltestelle genauso viel zahlen musste, als vom Zentrum aus. Was können Männer nur für Ignoranten sein, wenn’s schon sehn wies einen abschüttelt.
Nach für mich unendlich langer Zeit und Schüttelfrostartigen Zuckungen, stiegen wir in unseren Bus ein und ich war heilfroh, als er endlich in die mir bekannte Richtung abfuhr. Daheim gleich ins Bett gekrochen und wenn sich einer so richtig krank fühlte, dann war es diesmal ich, obwohl ich im Normalfall alles andre als empfindlich bin.

Sofort fiel ich in einen fast ohnmachtähnlichen stundenlangen Schlaf und wachte mit Schüttelfrost, Fieber und schweren Gliederschmerzen auf. Weil das aber noch nicht genügte, wie immer bei mir, gesellten sich Übelkeit, Magenschmerzen und ein toller wasserähnlicher Durchmarsch dazu. Fazit : Ich fühlte mich nicht nur krank, ich war echt krank und der einzige Gedanke war nur noch..........schlafen schlafen schlafen und um Gottes Willen- nichts ekliges essen müssen.
Auch ein paar nutzlose Tabletten änderten nichts an dieser Situation und da es 2 volle Tage so dahin ging, entschloss ich mich am 3ten Tag den Notarzt von FFB anzurufen. Wer mich kennt weiß, dass ich schon richtig am Boden liegen und wirklich krank sein muss, wenn ich so was in Erwägung ziehe.
Peter suchte mir nun die Telefon Nr. aus dem Bücherl raus und mit letzter Kraft wählte ich die angegebene Nummer, worauf sich eine sehr nette männliche Stimme meldete und mir die Auskunft gab, bitte doch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der und der Nr. anzurufen, diese würden mir dann denjenigen Arzt raussuchen, der in meiner Nähe wäre- und der dann mir einen Besuch abstatten würde oder könnte.


Ende des 1.Teils...
soll ich weiter schreiben????
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Beitragvon LADY_60 » 29.01.2012, 20:31

@Libelle :wink: .. eine schöne Erzählung von Dir und Deiner Liebe..
ganz toll wie Du den auch mir bekannten Marktplatz in FFB beschreiben hast,war richtig dabei :roll:

bitte kommt eine Fortsetzung in Kürze :?:
lieben Gruß
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Beitragvon Libelle61 » 30.01.2012, 8:31

Teil 2
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.....Auch das schaffte ich noch- und auch dieser neue nette Telefonbetreuer gab mir nach einer gewissen Suchzeit die Tel.Nr. von einer Frau Golo durch, die sich in meiner unmittelbaren und nächsten Nähe befinden würde und mit der ich bitte sofort Kontakt aufnehmen sollte.
Gesagt – getan und ich wählte nun auch diese Nr. diesmal schon merklich schwächer.....
Eine freundliche Stimme fragte mich warum ich denn anrufen würde- und ich erklärte ihr, dass ich zu Besuch sei in FFB, ziemlich krank bin und einen Notarzt dringendst bräuchte. Erste Frage dazu..........Sie waren noch nicht bei uns??? Antwort: Nein ! Ich bin hier zu Besuch und brauche dringend einen Arzt, würde Fr. Dr. denn einen Hausbesuch machen können....
Antwort: Da muss ich erst nachfragen ! Gut ich warte- Freundliches Fräulein wieder dran: Fr. Dr. will erst wissen, wer mir denn ihre Tel. Nr. vermittelt hätte und ob ich schon mal bei ihr in der Praxis gewesen wäre. Antwort: NEIN........!!! Ich war noch nie bei Ihnen- ich BIN krank und zu Besuch in FFB - und diese Tel. Nr. wo ich sie jetzt dran habe, hat mir der ärztliche Bereitschaftsdienst vermittelt ! Einen Moment bitte- und weg war sie......
Wieder dran.............da muss Fr. Dr. erst zurück rufen, denn dort sind wir eigentlich gar nicht angeschlossen, wie können die überhaupt die Nr. rausgeben, das ginge doch nicht.
Nun ging aber schon, sonst hätte ich ja nicht anrufen können und meine Frage nach einem Besuch blieb mir im Halso stecken, als ich nichts mehr hörte. Nach einem Hallo nach einiger Zeit von der anderen Seite ohne Antwort auf meine vorherige Frage, war ich schon zu schwach mich weiter drüber aufzuregen und ich brach die Verbindung dann ab mit dem Satz- ist in Ordnung, lassen Sie Ihre Fr. Dr. telefonieren, es hat sich für mich damit erledigt.
Bisserl besser wenn ich drauf gewesen wär, hätt ich ihr an den Kopf geworfen, dass dies eine ausgewachsene unterlassene Hilfeleistung ist- und einer Ärztin unwürdig.
Zumindest hätte ich ein klares ja- oder nein erwarten können – und nicht eine ewig lange Warte und Telefonzeit, wo erst mal abgeklärt werden muss, warum denn der arme Kerl, den sie bestimmt den Kopf symbolisch abgerissen hat wegen Weitergabe ihrer Tel. Nr.

Mit letzter Kraft schlich ich anschließend ins Bad, zog mich an und teilte Peter mit, dass man leider in FFB nicht krank werden darf und ich nach München fahren werde mit der nächsten S-Bahn. So a bisserl krank werden kann man vielleicht schon, wo man sich selbst in die betreffenden Praxen begeben kann, wenn’s schlimmer kommt und man den Rettungsdienst benötigt, das geht dann schon auch- so beim Herzinfarkt oder ähnlichem - aber so mittendrin mit einer Magen-Darm-Infektion oder Lebensmittelvergiftung was ich dachte zu haben- und man sich dadurch kaum mehr rühren kann und es ist einem sterbenselend, das ist nicht- das geht nicht- da muss man schon wo anders hin fahren- und das tat ich dann auch.

Schnell nachschaun nach der Buszeit- wir lagen richtig gut in der Zeit- und los ging es Richtung Haltestelle, zwar mehr stolpernd und unter Schmerzen- aber wir gelangten ohne umzukippen unten an.
Aber der Bus kam und kam nicht- und was stellte sich heraus? Wir mussten noch 40 Minuten warten, weil mein lieber Peter sich verschaut - und nach der falschen Richtung geguckt hatte. Jetzt fiel natürlich auch der von mir anschließend ausgemachte Arzttermin in München ins Wasser dachte ich, weil wir es nicht mehr schaffen würden ihn einzuhalten, ist ja alles wie verhext – und schlimmer kanns schon nicht mehr werden waren meine Gedanken.

Bus kam nach unendlich langer Zeit und nun gings endlich Richtung S-Bahnhof, dort ausgestiegen Treppen runter, Treppen rauf- 5 Minuten Wartezeit- und zitternd nahm uns dann endlich die langersehnte S-Bahn Richtung München auf.
Nach 2 Haltestellen dann erster Stopp wegen irgendwas mit den Gleisen.....mich konnte gar nichts mehr erschüttern- zweiter überlanger Stopp dann an der übernächsten Haltestelle- ich war immer noch extrem ruhig- und da wir unsre Handys dabei hatten, wollte ich wenigstens dem Arzt bescheid sagen, dass es mit dem Termin nichts mehr wird, weil es zeitlich nicht mehr zu schaffen war.
Aber nein nein sagt mir da die Sprechstundenhilfe, kommes nur vorbei, kein Problem, sie kommen schon noch dran- Hauptsache es ist bis 12 Uhr, der Arzt weiß dann schon bescheid.

Hallo???? Ich bin schon mit München verbunden worden- hab schon telefoniert mit einem Arzt in einer Millionenstadt und der mich armes krankes Huhn nicht hängen lässt??
Es ist mir nicht nur so zugesichert worden, sondern so war es auch und Dr. Hellmann am Stiglmaierplatz hat gleich kurz nach dem Ankommen Blut bei mir abgenommen, mir Medikamente nicht nur mitgegeben, sondern auch welche aufgeschrieben- und nach dem Befund: Magen-Darminfektion- die nach seinen eigenen Worten- überwiegend von Toiletten übertragen werden- nach Hause ins Bett entlassen.
Jetzt bin ich dabei diesem Virus den Garaus zu machen und es geht mir schon merklich besser, sonst könnt ich dieses Gschichterl gar nicht schreiben............

Fazit: Möchte ja ned boshaft sein................aber ich war tatsächlich auf der öffentlichen Toilette am FFB-Bahnhof am Ankunftstag- ob das der Auslöser war??
Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich in München meiner herrlich offenen Stadt mit solch kompetenten Ärzten leben kann- und wenn’s da echt mal schlecht geht, da kannst dann ohne Bedenken einen Notarzt anrufen, der mit dem Taxi in maximal 20 Minuten da ist und dich dann auch vorsorglich verarzten kann, damitst ned verreckst....

FFB und meinen Peter aber werd ich weiterhin besuchen-aber nur .......................wennst vollkommen gsund bist- und beim kleinsten Anzeichen ergreif ich die Flucht....

Eine damals leidgeprüfte FFB- Besucherin


Dieses Gschichterl ist jetzt schon ca. 3 Jahre her- und meinen Peter gibts leider nicht mehr....
denk aber immer wieder mal gern an dieses kleine und wunderschöne Städtchen, welches ich seitdem nicht mehr besucht hab`...
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Beitragvon Libelle61 » 01.02.2012, 8:20

Wo sind die Leut, die a bisserl schreiben können, oder irgendwo noch was abgelegt oder vergraben haben....denen grad was gscheids einfallt zu irgendwas......... :?:

Bei den Schweizern gibts da a ganze Menge-
bei de Münchner/Bayern ned?
Aber i kenn des ja- bis die mal in Fahrt kommen................ :lol:

Also wer will..........
wer kann??



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Beitragvon alisch » 02.02.2012, 2:04

Du bist ja einmalig liebe Liebelle.....ich kann schon reden und erzählen ohne müde zu werden :oops: aber Schreiben........können, könnte ich doch niemals so wie du :oops:

Liebe Grüße
von
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Beitragvon Libelle61 » 06.02.2012, 9:08

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mal was gruseliges???? :lol:

Hier liegt man richtig!

Schit, schreit Paul und hält sich die rechte Backe, auf die gerade sein an der Decke befestigter Clown herunter gesegelt ist. Menschenskind wie kann denn das überhaupt passieren, noch dazu wo der Haken sich noch in der Decke befindet. Er nimmt die nicht gerade leichte Puppe, dreht sie herum und sieht jetzt auch, daß das Befestigungsband sich anscheinend im Laufe der Zeit durchgescheuert hat.

Na ich schau bestimmt gut aus, jetzt wo ich bloß noch 10 Minuten bis zur Arbeit habe denkt er- und rasieren wollte ich mich auch noch! Paul schaut sich die Schramme im Spiegel an, Heftpflaster drauf oder einfach sein lassen, aber die Zeit drängt und wo ist nur das verdammte Pflaster, auch egal, also gehen wir halt so, ändern kann man`s jetzt auch nicht mehr.

Jetzt noch schnell das Taxi anrufen, fertig, bis er mit dem Aufzug unten ist, ist auch schon der Wagen da und ab geht’s in die Elisabethstraße wo er seine Arbeitsstelle hat. Dieter sein Freund und langjähriger Kollege ist gerade mit dem Aufsperren der
Werkstatt beschäftigt als er durchs Tor kommt.

Morgen alterJunge ruft er, wieder mal pünktlich wie die Bundesbahn, aber welcher Zug ist denn dir über`s Gesicht gefahren und hat seine blutigen Bremsspuren bei dir auf der Backe hinterlassen? Paul erzählt mit kurzen Worten seinen morgendlichen Zusammenstoß mit dem Porzellan-Clown und Dieter schüttelt nur ungläubig seinen hageren Kopf dazu.

Na komm schon wir müssen- meinte er, heute steht genug an und wenn wir das wichtigste auf den Ämtern erledigt haben, dann ist auch wieder ein bischen Zeit und Ruhe um uns unseren Teil der Arbeit zuzuwenden.
Paul nickt bedächtig, angelt sich aus seiner mitgebrachten Stofftasche eine Dose Bier und meinte nur, gut gut, aber Frühstück muß auch sein und leerte sie mit ein paar hastigen Zügen.

Jetzt holte Dieter den frisch gewaschenen Leichenwagen aus der Garage, schaltete gleichzeitig die Klimaanlage und das Radio ein und ließ Paul mit einsteigen. Der Verkehr durch die Innenstadt war wieder mal zum Haare ausraufen und nichts ging mehr voran an den verstopften und verhassten Kreuzungen. Viel zu spät gelangten sie in das für sie zuständige Büro in der Ruppertstrasse, ließen sich die vorgelegten Sterbeurkunden abstempeln und ab ging`s wieder in entgegengesetzter Richtung dem Heimathafen und dem Beerdigungsinstitut zu.


Ende d. 1. Teil`s
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Beitragvon Libelle61 » 07.02.2012, 8:48

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So geschafft, Wagen in die Halle, im Büro die Papiere abgeben und dann ab in die Werkstatt, wo im Kühlschrank, der versteckt in einer Seitennische stand, schon ein eisgekühltes Bier auf seine Vernichtung wartete.

Dieter, der dort fest angestellt war und Paul die Aushilfe, ließen sich auf die einladend dort stehenden zwar alten, aber kühlen Ledersessel fallen, streckten die Beine von sich und öffneten zischend das bereits geholte Bier.

So Paul paß jetzt auf, was ich dir sage, uns darf nicht der geringste Fehler unterlaufen- und wenn erst mal unser Sarg verschlossen am Friedhof angelangt ist, er also sowieso nicht mehr geöffnet wird- und bereitgestellt ist für die anstehende Beerdigung, dann haben wir es hinter uns und es kann uns keiner mehr!

Dieter hatte ja recht, dachte Paul und jetzt wo ich schon so tief mit drin stecke aus Freundschaft und Hilfsbereitschaft, obwohl dieser Mistkerl es gar nicht wert ist, also dann weiter mit seinen weit ausschweifenden Regieanweisungen, es wird schon passen.

Bedächtig nickte Paul und wollte nun die weiteren Schritte wissen, die Dieters krankem Hirn entsprungen waren.
Jetzt komm, wir schau`n erst mal ob mit Renate alles in Ordnung ist, dann holen wir das Tragetuch und anschließend bringen wir es zu Ende, so wie gestern besprochen.

Widerwillig trottete Paul mit zum hauseigenen Aufzug, der zum Dachboden des Beerdigunginstitutes führte und drückte auf den obersten Knopf. Es war stickig heiß schon im Aufzug und der Schweiß lief ihm nicht nur wegen der angestauten Hitze in den Hemdkragen.
Oben unterm Dach angekommen, ging Dieter gleich in die hinterste Ecke, vorbei an abgestellten alten unmodernen Särgen, die keiner mehr kaufen wollte und blieb vor einer dreckigen ausrangierten Gefrierkühltruhe stehen, die schon vor Jahren ein Mieter einfach an den Containern abgestellt hatte und die er damals aus undefinierbaren Gründen mitnahm.

Und wie dieses unansehnliche Ungetüm noch lief, dazu noch fast geräuschlos- und er war wirklich sehr zufrieden mit sich. Dieter öffnete die Truhe und kontrollierte den Inhalt. Ja Renate war noch da, gut eingepackt und verschnürt und er konnte sich ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen.

Tja, das hast du nun davon mein Mädchen, mit mir macht man das nicht, murmelte er vor sich hin und zerrte sie an den Füßen aus der Tiefe. Na komm schon und helf mir endlich dabei Paul, hast du das alte Tragetuch gefunden? Ja, ja, ist ja schon ok. Ich komm´ schon meinte Paul und wickelte das zusammengerollte Tuch mit den 4 Holzhaltegriffen auseinander.

Perfekt, einfach perfekt sagte Dieter und jetzt helf`mir sie ganz rauszuziehen. Paul zog und zerrte mit und dachte an die noch lebendige, lebenslustige Renate, die Dieter in einem heftigen Streit mit einer Eisenstange erschlagen hatte. Vielleicht wollte er`s ja gar nicht, daß es so ausging dachte er, aber jetzt war es zu spät sich darüber solche Gedanken zu machen und da er damals unmittelbar nach dem Streit dazukam, blieb ihm gar nichts anderes übrig, als ihm jetzt bei der Beseitigung der Leiche zu helfen.

So geschafft und das in einer großen blauen Abfalltüte zusammengeschnürte Paket, lag endlich auf dem verstaubten Tuch. Mit vereinten Kräften trugen sie ihre kalte Last zum Aufzug um mit ihm runter in die Werkstatt zu fahren, wo die übrigen neuen und mordernen Särge standen- und wo der vor 2 Tagen an Aids verblichene 29 jährige in seinem schwarzen billigen Sarg zur Abholung bereit lag.

Äußerste Vorsicht war natürlich beim rausholen aus dem Aufzug geboten, da die Tür der Werkstatt tagsüber nie abgesperrt war. Obwohl der beleibte Chef des Beerdigungsinstitut`s so gut wie nie erschien und alles aus Bequemlichkeit telefonisch erledigte, so konnte man doch nie wissen, wer sich mal dorthin verirrte.

Paul öffnete zu erst den Fahrstuhl und ging schnell zur Werkstattür um nach zu schaun, ob sich jemand in der Nähe befand, indessen Dieter mit seiner eiskalten Renate noch im Aufzug wartete.
Die Luft war rein und so konnten Dieter und Paul ohne Umstände ihre Last in die hintere Ecke des Raumes abstellen, wo keiner sie sehen konnte, sollte gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt jemand von ihnen etwas wollen.
Währenddessen Paul sich mit zittrigen Fingern eine Zigarette anzündete, war Dieter schon bei dem schwarzen Sarg um ihn zu öffnen. Mit zwei, drei Handgriffen hat er die bereits drin liegende Leiche so an die Seite gedrückt, daß noch eine zweite daneben Platz hatte und er winkte Paul zu, daß es tatsächlich ging.

Mit vereinten Kräften brachten sie die tote Renate jetzt mit dem Tragetuch vor den schwarzen Sarg und legten sie dazu, Gesicht an Gesicht und es paßte, obwohl der Sarg doch ziemlich eng war und auch so ausschaute.


Ende d. 2. Teils
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Beitragvon Libelle61 » 08.02.2012, 11:05

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Paul hatte jetzt von allem genug und er holte sich zur Beruhigung noch ein Bier aus dem Kühlschrank, indessen Dieter sich noch im Sarg zu schaffen machte und ihn nach ein paar Minuten zufrieden wieder zuschraubte.
So das war`s und morgen fahren wir ihn zum Friedhof. Zu bleiben muß er auf Wunsch der Hinterbliebenen sowieso und nachdem 4 Träger ihn tragen müssen, fällt so ein bischen Übergewicht nicht auf, meinte Dieter laut.

Bis jetzt war alles gelungen und Paul schüttelte nur unmerklich den Kopf, wie leicht doch alles eigentlich gegangen war, genau so, wie Dieter es ihm x mal erklärt hatte, bis er bereit war mitzumachen. Ob es nicht das erste mal war, überlegte Paul, weil er so gut bis ins kleinste Detail bescheid wußte? Aber egal, nicht mein Bier und eigentlich hatte er von allem genug, von Dieter, der Werkstatt, der ausgesetzten Belastung und der Hitze, die unerträglich war, obwohl es im Gegensatz zu draußen, doch angenehmere Temperaturen hier drinnen hatte.

Ich geh`jetzt meinte Paul und stand ein bischen schwankend auf um mit dem Taxi, dessen Stand sich in unmittelbarer Nähe befand, heimzufahren. Das viele Bier kam jetzt zur Wirkung und die Hitze dazu. Froh, nicht weit gehen zu müssen, sank er in die Polster des Taxis und war auch schon nach ein paar Minuten bei sich zu Hause angelangt.

Oben angekommen, kickte er den abgerissenen Clown in die Ecke und fiel angezogen wie er war, samt Schuhen auf die Couch um gleich einzuschlafen.

Am anderen Tag in der früh, er hatte doch wirklich 10 volle Stunden durchgeschlafen, mußte er sich zuerst besinnen was war, wo er sich befand und was alles passiert und geschehen ist. Er konnte es nicht glauben, daß er sich auf so was hatte einlassen können und war nur froh, daß jetzt 6 Wochen Urlaub angesagt waren und dies sogar am Stück, na das sollte ihm nur jemand nachmachen und Paul freute sich wie ein Kind auf die Wochen im Bayerischen Wald bei seinem Bruder und dessen Frau.

Sollte er sich noch von Dieter verabschieden? Schließlich war es eine lange Zeit, man war doch so etwas wie Freunde und hatten dieses schreckliche Ding gestern zusammen durchgezogen. Schon griff Paul nach dem Telefon und wählte, aber es meldete sich niemand und nach dem 5ten, 6ten mal hatte er genug. Na dann halt nicht, dachte Paul und packte den Rest seiner bereits sortierten Klamotten in den noch offenen Koffer um pünktlich 11 Uhr 20 am Hauptbahnhof zu sein.

Schöne ruhige und erholsame Wochen folgten nun fern ab der Großstadt und wenn er jetzt so über sein ganzes vergangenes Leben nachdachte, ja am liebsten würde er hier bleiben und gar nicht mehr nach München zurückkehren woll`n. Dazu kam noch, daß er vor ein paar Tagen ein wirklich nettes Mädchen auf dem Feuerwehrfest kennengelernt hatte und den geknüpften Kontakt auch nicht mehr abreißen lassen wollte.

Eigentlich hielt ihn ja nichts ab, seinen Urlaub so zu verlängern wie er wollte, nachdem er seit bereits über ½ Jahr arbeitslos war und nur immer sporadisch dem Dieter geholfen hatte bei seiner Arbeit im Beerdigungsinstitut.
Die paar Mark zusätzlich hatten ihm natürlich auch gutgetan und vor ein paar Wochen war er auch noch froh darüber und hatte es sich anders auch gar nicht mehr vorstellen können.
Nun Pauls Einstellung hatte sich geändert und er spielte tatsächlich mit dem Gedanken, hier in dieser kleinen heimischen Ortschaft, mit den Zwiebeltürmchen auf den Häusern, dem Brunnen auf dem Marktplatz und dem gemütlichen Leben, seßhaft zu werden.

Sein Bruder und seine Schwägerin bestärkten ihn in seinem Vorhaben und seinen Ideen, fast mehr als ihm lieb war, noch hinzukommend, als in dem an Ortsrand liegenden Holzverarbeitungsbetrieb eine Stelle frei wurde. Aber ein bischen Bedenkzeit mußte sein und er nahm sich vor, heute noch mit seinem Freund Dieter zu sprechen um ihn um Rat in dieser einschneidenden Angelegenheit zu fragen.

Paul ging zu der einzigen Telefonzelle des kleinen Städtchens, die noch gelb aus einer Hausnische hervor lugte, umrankt auf der einen Seite von wildem Wein- und um darin seinen Anruf zu starten, damit auch keiner zuhören konnte über was er einen Rat wollte, sollte er sich letztendlich doch noch anders entscheiden.

Aber Dieter meldete sich nicht, nicht beim 3ten mal, nicht beim 5ten mal, er war anscheinend gar nicht zu Hause, obwohl so was bei ihm unüblich ist, da er eine Hausmeisterwohnung hatte und auch in seiner Freizeit immer erreichbar war für jedermann.


Ende d. 3. Teils

sol ich weiter machen??? ja oder nein? :lol:
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Beitragvon LADY_60 » 10.02.2012, 20:15

hallo liebe Libelle..ich finde die Geschichte sehr spannend und unterhaltsam :wink:

ich möchte gerne eine Fortsetzung lesen,Danke!
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Beitragvon Libelle61 » 11.02.2012, 12:36

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Nun gut, dann probier ich`s halt bei seinem Chef, der wird schon wissen, wo er gerade steckt und wo er ihn wieder hingeschickt hat. Schon hörte er die sonore tiefe Stimme des Inhabers und er freute sich darüber, obwohl er diesen immer mürrischen und behäbigen Menschen eigentlich gar nicht so besonders mochte.
Seine Frage nach Dieter, mußte er zwei mal wiederholen, denn die Leitung war tot und er dachte schon die Verbindung wäre unterbrochen. Doch die tiefe Stimme war auf einmal wieder da und sie erzählte ihm mit traurigen Unterton, daß Dieter sein langjähriger Mitarbeiter und Pauls Freund vor vier Tagen durch ihn beerdigt wurde.

Paul war wie gelähmt und nur stockend konnte er nach den Umständen seines Ablebens fragen. Nun erfuhr er auch, daß sich Dieter seit Wochen mit einer Virus-Infektion herumgeschlagen hatte, die trotz intensiver Behandlung nicht besser, sondern stetig schlechter wurde und letztendlich zum Tode führte. Die Ärzte standen vor einem Rätsel und konnten sich nicht erklären wo man sich so eine schlimme, sich von innen ausbreitende und alles zerfressene Krankheit hat holen können.

Paul, ja Paul wußte es, ganz plötzlich standen die Bilder wieder vor seinen geistigen Augen, wie Dieter sich über den schwarzen Sarg beugte, wie er darin herum handierte um Platz zu schaffen, wie er ganz einfach vergessen hatte, daß darin nicht nur eine tiefgekühlte Renate lag, sondern auch ein an Aids gestorbener junger Mann, der plötzlich sein letztes Lager mit einem toten Mädchen teilen mußte, ob ihm das recht gewesen wäre oder nicht.

War das nun die Quittung für die vorangegangene Tat an Renate? Gewiss sie war ein ausgekochtes Luder gewesen, die`s von den Toten nahm, wenn`s von den Lebenden nicht zu erreichen war, aber dies hinüber zu befördern ins Jenseits- mittels einer Eisenstange im Affekt, das hat sie nun doch nicht verdient.

In Sekundenschnelle war seine Entscheidung, seine Zukunft betreffend gefallen und er marschierte schnell und auch ein bischen erleichtert in ein neues Leben.


Ende
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Beitragvon Libelle61 » 13.02.2012, 11:29

aus dem http://www... öffentlich...

Worte zum Nachdenken und zum Weiterschenken
Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.
Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken...Genau gesagt, waren an einigen Stellen tiefe Furchen, in denen ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an und dachten: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."

"Ja", sagte der alte Mann, "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau passen, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.
Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit
die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen fort, Seite an Seite.



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Beitragvon Libelle61 » 17.02.2012, 15:25

leere Tasse

Eines Tages kam eine Schülerin zum Meister. Sie hatte schon so viel von dem weisen Mann gehört, dass sie unbedingt bei ihm studieren wollte. Sie hatte alle Angelegenheiten geregelt, ihr Bündel geschnürt und war den Berg hinauf gekommen, was sie zwei Tage Fußmarsch gekostet hatte.
Als die junge Frau beim Meister ankam, saß der im Lotussitz auf dem Boden und trank Tee. Sie begrüßte ihn überschwänglich und erzählte ihm, was sie schon alles gelernt hatte. Dann bat sie ihn, bei ihm weiterlernen zu dürfen.

Der Meister lächelte freundlich und sagte: "Komm in einem Monat wieder."

Von dieser Antwort verwirrt, ging die junge Frau zurück ins Tal. Sie diskutierte mit Freunden und Bekannten darüber, warum der Meister sie wohl zurückgeschickt hatte. Einen Monat später, erklomm sie den Berg erneut und kam zum Meister, der wieder Tee trinkend am Boden saß.

Diesmal erzählte die Schülerin von all den Hypothesen und Vermutungen, die sie und ihre Freunde darüber hatten, warum er sie wohl fortgeschickt hatte. Und wieder bat sie ihn, bei ihm lernen zu dürfen.

Der Meister lächelte sie freundlich an und sagte: "Komm in einem Monat wieder."

Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Es war also nach vielen vergeblichen Versuchen, dass sich die junge Frau erneut aufmachte, um zu dem Meister zu gehen. Als sie diesmal beim Meister ankam und ihn wieder Tee trinkend vorfand, setzte sie sich ihm gegenüber, lächelte und sagte nichts.

Nach einer Weile ging der Meister in seine Behausung und kam mit einer Tasse zurück. Er schenkte ihr Tee ein und sagte dabei: "Jetzt kannst du hier bleiben, damit ich dich lehren kann. In ein volles Gefäß kann ich nichts füllen."

(Quelle: unbekannt)


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Beitragvon Beatrix58 » 17.02.2012, 22:30

DIE SPINNE

An der Decke eine Spinne,
lange schau ich hin und sinne,
doch dann.... flugs den Besen her!
Sooo, "DU" spinnst jetzt nimmermehr!

Doch nicht lange Herr des Ruhms,
dessen - nebst des Heldentums -,
noch gehörig mich gelüstet,
da ich mich des Mords gebrüstet,
denn - wie schon des Lebens Lauf -,
kreuzt die nächste Spinne auf.
Und noch einmal, wutentbrannt,
nehm den Besen ich zur Hand.

Nichts wird nützen, auch kein Zetern,
gehe ein zu deinen Vätern!
Und der Besen tut das Seine,
hoffend nur, dass nicht "noch" eine,
die, ins Jenseits er geschickt,
nun die Borsten ihm zerdrückt.
Sein Gefieder wird nicht besser,
nur die Lichtung immer größer.

Ach!!! Schooon wieder eine Spinne!
Ganz erschöpft bin ich und sinne,
was das arme Tier denn tat,
dass auch ihm das Ende naht.

Sinnend komm ich da ins Wanken,
bei dem gräßlichen Gedanken:
Wooo die vielen Besen her,
wenn mein "HIRN" aus Fäden wär?

Aus den Federn einer Freundin, damals 84 Jahre jung
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Beitragvon Libelle61 » 18.02.2012, 8:12

gefällt mir ausgezeichnet Beatrix-
super Gedicht der alten Dame...


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