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Gedichte

1146 Beiträge
Forum der Regionalgruppe Essen

Moderator: Korallensucherin

Beitragvon Rangie » 12.09.2009, 23:37

ich dichte nicht mehr
mein Mund bleibt stumm
es modern meine Gebeine
ich weiss nicht warum

(By Rangi)
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Beitragvon Gast » 13.09.2009, 0:17

@Rangi

Ach Rangi, lass doch diesen Frust
Verwandle ihn in Lebenslust.
Was soll's, wenn die Gebeine modern
doch innerlich die Flammen lodern?
Und lass doch bitte das Gezeter
Greif lieber wieder zu der Feder
Schreib von der Welten großen Größe
Mit fürchterlichem Wortgetöse
Beklag die Narren, all die armen,
Die nichts verstehen zum Gotterbarmen
Doch klag nicht über Dein Verstummen
Es sind die anderen, die Dummen.

(by Flora)
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Beitragvon Rangie » 13.09.2009, 0:40

Freund Hein hat noch nicht gerufen
Doch steh ich bereit
Hab unter den Schuhen Kufen
Eiskalt soll sein die neue Zeit.
Doch noch freut es mich im Jammertal
Die Freunde mehren sich
So ist das Warten keine Qual.
Ok…… ich werde euch beglücken
Mit machen dummen Sprüchen.
Ihr seht den Clown
Den Menschen erahnt ihr nicht.
Reimt sich auch nicht.

(by Rangi)
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Beitragvon eunike » 13.09.2009, 8:28

[center]~~ Die Stille ~~

Es weiß und rät es doch keiner,
Wie mir so wohl ist, so wohl!
Ach, wüsst es nur Einer, nur Einer,
Kein Mensch es sonst wissen soll!

So still ist's nicht draußen im Schnee,
So stumm und verschwiegen sind
Die Sterne nicht in der Höhe,
Als meine Gedanken sind.

Ich wünscht, es wäre schon Morgen,
Da fliegen zwei Lerchen auf,
Die überfliegen einander,
Mein Herze folgt ihrem Lauf.

Ich wünscht, ich wäre ein Vöglein
Und zöge über das Meer,
Wohl über das Meer und weiter,
Bis dass ich im Himmel wär!

(J. v. Eichendorff)
[/center]
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Beitragvon Gast » 13.09.2009, 12:58

Der Rangie ist in Schale
die Fliege nicht in der Waage
Das Haar ist zerzaust
der Wind um die Ohren braust
ein Gläschen in der Hand
Inhalt nicht bekannt
der Rottweiler es ihm angetan
da muss er woanders hinfahren
Im Himmel gibt es das nicht
und Ende mit dem Gedicht
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Beitragvon eunike » 14.09.2009, 13:59

[center]Brennessel, verkanntes Kräutlein

Brennessel, verkanntes Kräutlein, dich muss ich preisen,
Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen,
Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte,
Entsprießend aud dem Schoß der Erde,
Nach ihnen nur brauchst du dich hin zu bücken,
Die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken,
Als Saft, Gemüse oder Tee sie zu genießen,
Das, was umsonst gedeiht in Wald, auf Pfad und Wiesen,
Selbst in noch dürft'ger Großstadt nahe dir am Wegesrande,
Nimms hin, was rein und unverfälscht die gütige Ntur
Dir heilsam liebend schenkt auf ihrer Segensspur!

(Dr. Heinrich Hoffmann, 1809 - 1894)

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Beitragvon eunike » 16.09.2009, 16:04

[center]Herbstbeginn

Ich mag noch gar nicht Abschied nehmen
von der schönen Sommerzeit,
von den vielen bunten Blumen,
die so sehr mein Herz erfreut'.

Die grünen Blätter blicken traurig,
sie wissen, ihre Zeit ist um.
Sie werden bunt, der Wind vertreibt sie.
Sie lassen's zu und werden stumm.

(Annegret Kronenberg)

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Beitragvon eunike » 18.09.2009, 8:42

[center]Der Morgen

Fliegt der erste Morgenstrahl
Durch das stille Nebeltal,
Rauscht erwachend Wald und Hügel:
Wer da fliegen kann, nimmt Flügel!

Und sein Hütlein in die Luft
Wirft der Mensch vor Lust und ruft:
Hat Gesang doch auch noch Schwingen,
Nun, so will ich fröhlich singen!

Hinaus, o Mensch, weit in die Welt,
Bangt dir das Herz in krankem Mut;
Nichts ist so trüb in Nacht gestellt,
Der Morgen leicht machts wieder gut.


(Joseph von Eichendorff)

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Beitragvon Gast » 19.09.2009, 9:20

Land der dunklen Wälder
und kristall'nen Seen.
Über weite Felder lichte Wunder gehn.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten streicht ein Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit,
Elche stehn und lauschen in die Ewigkeit.

Tag hat angefangen über Haff und Moor,
Licht ist aufgegangen, steigt in Ost empor.

Heimat wohlgeborgen
zwischen Strand und Strom,
blühe heut und morgen unter'm Friedensdom.

Text: Erich Hannighofen
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Beitragvon Korallensucherin » 20.09.2009, 8:43

[center]Dies ist ein Herbsttag,

wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Christian Friedrich Hebbel
[/center]
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Beitragvon Korallensucherin » 20.09.2009, 8:55

Nun lassen wir den Sommer gehen,
Sturm und Winde wehen.

Bild

Der Herbst mit seinen schönen Farben,
daran möchte ich mich laben.

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Beitragvon Linde1 » 20.09.2009, 11:34

[center]Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

Eduard Mörike[/center]
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Beitragvon eunike » 20.09.2009, 20:58

[center]Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.


(R. M. Rilke)
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[center]Bild[/center]
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Beitragvon eunike » 22.09.2009, 20:40

[center]Bei einer Linde

Seh ich dich wieder, du geliebter Baum,
In dessen junge Triebe
Ich einst in jenes Frühlings schönstem Traum
Den Namen schnitt von meiner ersten Liebe?

Wie anders ist seitdem der Äste Bug,
Verwachsen und verschwunden
Im härtren Stamm der vielgeliebte Zug,
Wie ihre Liebe und die schönen Stunden!

Auch ich seitdem wuchs stille fort, wie du,
Und nichts an mir wollt weilen,
Doch meine Wunde wuchs - und wuchs nicht zu,
Und wird wohl niemals mehr hienieden heilen.

(Joseph Freiherr von Eichendorff)
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Beitragvon eunike » 25.09.2009, 20:37

[center]Die Zeder

Ich wachse langsam.
Meine Zeit
ist eine lange Geduldigkeit.
An allen wuchs ich, was mir ward,
Kein Reif zu jäh, kein Frost zu hart.
Ich wachs am Dunkel, daraus ich stieg,
ich wachs am Licht, darin ich mich wieg.
ich wachs am Wurm, der an mir nagt,
Ich wachs am Sturm, der durch mir jagt.
Veredelnd zwing ich jede Kraft,
Hinauf zu dehnen meinen Schaft.
Ich dulde Blitz und Glut und Guss,
ich weiß nur, dass ich wachsen muss.
Und schau ich hoch auf diese Welt,
und kommt die Stunde, die mich fällt:
schmück Tempel ich und Paradies
des Gottes, der mich wachsen ließ.

(aus dem Orient)

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