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Gedichte

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Forum der Regionalgruppe Essen

Moderator: Korallensucherin

Beitragvon eunike » 11.03.2010, 6:33

[center]Erst jetzt

Man liest ein Buch zum 5ten mal 
und merkt erst jetzt wie gut es ist,
Man hört ein Lied zum 10ten mal
und merkt erst jetzt wie schön es ist,
Ich kenne dich schon mein Leben lang.
Und merke erst jetzt
wie sehr ich Dich liebe!!!!

(NN)

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Beitragvon Korallensucherin » 11.03.2010, 7:59

[center]Kennst Du nicht das Licht des Lebens

Kennst Du nicht das Licht des Lebens,
Kennst Du seine Schatten nur,
Nicht des Lebens goldne Sonne,
Nur des düstern Nebels Spur?

Zage nicht, die Truggestalten
Schwinden hin gleich eitlem Schein,
Dorten wird die Tugend leuchten,
Und das Blendwerk dunkel sein!

Gedicht von Friederike Kempner
[/center]
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BildGib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu sein: Mark Twain.
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Beitragvon schnute41 » 11.03.2010, 12:48

Frühlings Ankunft

Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies' und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.

Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau'n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
»Sollt' es denn schon Frühling sein?«

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud' und Lust -
Nun, so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 - 1874)



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Beitragvon Korallensucherin » 12.03.2010, 7:28

[center]Vertrauen


Wenn ich was erzähle
Hör nur die Hälfte.
Wenn Du was hörst
Glaub nur die Hälfte.
Wenn Du was glaubst
Trau mir nicht.
[/center]
Gerhard Rath
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Beitragvon eunike » 12.03.2010, 7:54

[center]Die Forelle

In einem Bächlein helle,
Da schoss in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.

Ich stand an dem Gestade
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.

Ein Fischer mit der Rute
Wohl an dem Ufer stand,
Und sah's mit kaltem Blute,
Wie sich das Fischlein wand.

So lang dem Wasser Helle,
So dacht ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle
Mit seiner Angel nicht.

Doch endlich ward dem Diebe
Die Zeit zu lang. Er macht
Das Bächlein tückisch trübe,
Und eh ich es gedacht,

So zuckte seine Rute,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogene an.

Die ihr am goldenen Quelle
Der sicheren Jugend weilt,
Denkt doch an die Forelle,
Seht ihr Gefahr, so eilt!

Meist fehlt ihr nur aus Mangel
Der Klugheit, Mädchen, seht
Verführer mit der Angel!
Sonst blutet ihr zu spät!


(Christian Friedrich Daniel Schubart)

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Beitragvon schnute41 » 12.03.2010, 14:20

Frühlingslied

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

Ludwig Hölty(1748 - 1776)

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Beitragvon eunike » 13.03.2010, 7:49

[center]Meeresstille

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuern Weite
Reget keine Welle sich.

(Johann Wolfgang von Goethe )

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Beitragvon schnute41 » 13.03.2010, 15:13

Im März

Des Frühscheins zarte Röte
Kränzt Wald und Flur,
und auf geteilter Flöte
Spielt leis Natur:
Gedämpfte Sterbeklagen
Erklingen und entsagen,
Und eng daneben,
Auf hellem Rohr
Jauchzt junges Leben
Selig empor.

Adolf Frey



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Beitragvon eunike » 14.03.2010, 8:27

[center]Frühling

Die Rebe blüht, ihr linder Hauch
Durchzieht das tauige Revier,
Und nah' und ferne wiegt die Luft
Vielfarb'ger Blumen bunte Zier.
Wie's um mich gaukelt, wie es summt
Von Vogel, Bien' und Schmetterling,
Wie seine seidnen Wimpel regt
Der Zweig, so jüngst voll Reifen hing.
Noch sucht man gern den Sonnenschein
Und nimmt die trocknen Plätzchen ein;
Denn nachts schleicht an die Grenze doch
Der landesflücht'ge Winter noch.
O du mein ernst gewalt'ger Greis,
Mein Säntis mit der Locke weiß!
In Felsenblöcke eingemauert,
Von Schneegestöber überschauert,
In Eisespanzer eingeschnürt:
Hu! wie dich schaudert, wie dich friert!

(Anna Elisabeth von Droste-Hülshoff)

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Beitragvon schnute41 » 14.03.2010, 15:48

März

Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
so lockend die Sonne vom Himmel blitzt,
so lockend alles glänzt und glitzt ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
Es werden Tage wieder kommen
bevor erblüht, wovon du träumst,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Und doch und dennoch: mit jubelndem Liede
grüße dies frohe befreiende Blau
über all dem farblosen Grau,
freu dich der flimmernden Mittagsstunden,
sonne das Herz dir zu keimender Kraft,
daß es dem müde machenden Winter
und seiner Enttäuschung sich wieder entrafft!

Nur warte, nur wart noch! es wird sich erfüllen,
es wird sich erfüllen, was du ersehnst:
Glutig auflodern wird es am Himmel,
über die Berge her wird es wehn
und wie donnernde Osterglocken
wird es durch die Lande gehn ...
nur warte, nur wart noch und hab Geduld!
So schön und so köstlich dies blitzende Blau
mit seinem süßen stillen Locken,
es kommen Tage noch und Wochen
farblos grau,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Cäsar Otto Hugo Flaischlen


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Beitragvon eunike » 15.03.2010, 6:42

[center]Geheimnisvolle Stille die mich umringt,
wenn mit der Nacht ein Traum beginnt.
Gedanken trennen sich von der Wirklichkeit
die Realität erscheint so endlos weit.
Ein Strudel der Gefühle die ihre Kreise ziehen,
Gedanken der Angst, die unsicher fliehen.
Zwei Herzen, die aus Sehnsucht weinen
sich aus Hoffnung vereinen,
schließen ein Band, das Gefühle verbindet,
das Nähe und Geborgenheit wiederfindet,
ohne nach der Vergangenheit zu fragen,
um Schmerz und Kummer fortzutragen.
Doch mit dem Morgengrauensind die Bilder erloschen,
haben jenes Band gebrochen.
Langsam nur geht der Schatten der Nacht
benommen noch gefangen erwacht.
Eine einsame Träne verweilt noch auf meinem Kissen,
doch mit dem zufriedenen Gefühl Dich wenigstens als Freund zu wissen.

(NN)

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Beitragvon schnute41 » 15.03.2010, 14:03

März

Jetzt zieht ein süßes, banges Wonneahnen
Heimlich erschauernd über die Natur,
Ein unbewußtes traulich-leises Mahnen
Des nahen Lenzes erste Werdespur.

Am Weidenbusch die Silberkätzchen schwellen,
Es fliegt der erste gelbe Schmetterling,
Es murmeln leise die befreiten Wellen,
Im kahlen Apfelbaum studiert der Fink.

Der Winter flieht, der alles kalt und trübe
Verschlossen hielt, erkältend jede Glut,
Ein jedes Herzchen denkt an neue Liebe,
An helle Kleider und den Sommerhut.

Es kommen jetzt die holden Weihetage,
Jedweden Dichter küßt der Genius,
Nach rosa Briefpapier ist große Frage
Und der Papierkorb schäumt von Überfluß.

Nun ruhe, Hand, du hast genug geschrieben -
O deutsches Volk, wie hoch wirst du beglückt!
Jetzt aber will ich gehen und mich verlieben,
Wie sich das für den deutschen Jüngling schickt.

Doch wenn im Herbst die Stürme rauh zerfetzen
Das letzte Laub am fahlen Apfelbaum,
Dann will ich still mich an den Ofen setzen
Und klagen über meinen Frühlingstraum.

Hermann Löns


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Beitragvon eunike » 16.03.2010, 6:18

[center]Die Liebe
 
Die Liebe ist ein scharfes Schwert,
oftmals die Messer sich wetzen.
Mit Gefühlen kann man sehr leicht
einen Menschen verletzen.
Die Liebe ist ein Glücksgefühl,
wie wild lodern die Flammen,
egal ob in guten oder schlechten Tagen
wahre Liebe hält Menschen zusammen.
Die Liebe ist eine stolze Burg
sie will im Sturm erobert werden,
und ist ein Ritter charmant genug wird 
sie sich nicht lange wehren. 
Die Liebe ist ein schöner Traum
überall Frohsinn und Lieder,
sei nicht traurig wenn er vorbei ist, 
die Liebe kommt immer wieder.

(Ulrich Stamm)

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Beitragvon didisn24 » 16.03.2010, 10:31

Freu dich des Tages
der licht beginnt -
bühende Gärten
Birken im Wind

Lied einer Lerche
himmelwärts
überall Leben
noch schlägt das Herz

Wart nicht auf morgen
schau nicht zurück -
genieße der Stunde
greifbares Glück
(Eva M.Sirowatka)
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Beitragvon Korallensucherin » 16.03.2010, 13:25

[center]Gedanken

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Es ist schwer jemanden zu lieben,
den man nicht lieben darf.
Es ist schwer jemanden zu vertrauen,
den man nicht vertrauen darf.
Und es ist schwer,seine Gefühle zu zeigen,
wenn man sie nicht zeigen darf.
Doch das schwerste daran ist,
im nachhinein sagen zu müssen,
es nie versucht zu haben.

Stefanie Wizner [/center]
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