. : Service und Hilfe

Gedichte

1146 Beiträge
Forum der Regionalgruppe Essen

Moderator: Korallensucherin

Beitragvon Grafka » 24.10.2009, 20:21

Stille Frage

Es quillt des Abendsterns
Geheimnisvoller Schein,
So nah und auch so fern,
Mir in das Herz hinein.
Drin glüht ein andres Licht,
So nah und auch so fern,
Das Herz umschließt es dicht -
Doch weit ists wie der Stern.
Du goldner Liebesstrahl,
Geh, frage deinen Stern,
Bleibt er zu deiner Qual,
Dir ewig, ewig fern?

Luise Büchner
1821-1877
Avatar
Grafka
 
Beiträge: 1375

Beitragvon eunike » 25.10.2009, 10:06

[center]Kleine Katzen

 
Kleine Katzen sind so drollig
und so wollig und so mollig,
dass man sie am liebsten küsst.
Aber auch die kleinen Katzen
haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Dass ihr's wisst!

Kleine Katzen wollen tollen
und wie Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
bei dem Tollen und dem Rollen
fangen lernen eine Maus.

Kleine Katzen sind so niedlich
und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
hilft, dass aus dem süßen Kätzchen
mal ein Raubtier werden kann.
 
James Krüss
[/center]
[center]Bild[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon eunike » 25.10.2009, 22:05

[center]Stiller Augenblick

Fliehendes Jahr, in duftigen Schleiern
Streifend an abendrötlichen Weihern
Wallest du deine Bahn;
Siehst mich am kühlen Waldsee stehen,
Wo an herbstlichen Uferhöhen
Zieht entlang ein stummer Schwan.

Still und einsam schwingt er die Flügel
Tauchet in den Wasserspiegel,
Hebt den Hals empor und lauscht;
Taucht zum andern Male nieder,
Richtet sich auf und lauschet wieder,
Wie's im flüsternden Schilfe rauscht.

Und in seinem Tun und Lassen
Will's mich wie ein Traum erfassen,
Als ob's meine Seele wär',
Die verwundert über das Leben,
Über das Hin und Wiederschweben,
Lugt' und lauschte hin und her.

Atme nur in vollen Zügen
Dieses friedliche Genügen
Einsam auf der stillen Flur!
Und hast du dich klar empfunden,
Mögen enden deine Stunden,
Wie zerfließt die Schwanenspur!

Gottfried Keller, Gedichte, 1846
[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon eunike » 26.10.2009, 14:51

[center]Nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen
Nimm dir Zeit zum Denken,
es ist die Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit für die Arbeit,
denn dies ist der Preis des Erfolges.
Nimm dir Zeit zum Spielen,
dies ist das Geheimnis der Jugend.
Nimm dir Zeit zum Lesen,
dies ist die Grundlage des Wissens.
Nimm dir Zeit für die Andacht,
das wäscht den irdischen Staub von deinen Augen.

Nimm dir Zeit zum Träumen,
dies ist der Weg zu den Sternen.
Nimm dir Zeit zum Lachen,
das hilft, die Bürden des Lebens zu tragen.
Nimm dir Zeit für die Liebe,
sie ist der wahre Reichtum des Lebens.
Nimm dir Zeit, dich umzuschauen, der Tag ist zu kurz,
um selbstsüchtig zu sein.
Nimm dir Zeit, um mit Freunden zusammen zu sein
und ihnen zu helfen, dies ist die Quelle des Glücks.

Zeit ist das begrenzteste Mittel, das du zur Verfügung hast.
Deshalb nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen.

Aus Irland
 [/center]
[center]Bild[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon eunike » 27.10.2009, 16:15

[center]In einem Bächlein helle,
Da schoss in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.

Ich stand an dem Gestade
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.

Ein Fischer mit der Rute
Wohl an dem Ufer stand,
Und sah's mit kaltem Blute,
Wie sich das Fischlein wand.

So lang dem Wasser Helle,
So dacht ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle
Mit seiner Angel nicht.

Doch endlich ward dem Diebe
Die Zeit zu lang. Er macht
Das Bächlein tückisch trübe,
Und eh ich es gedacht,

So zuckte seine Rute,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogene an.

Die ihr am goldenen Quelle
Der sicheren Jugend weilt,
Denkt doch an die Forelle,
Seht ihr Gefahr, so eilt!

Meist fehlt ihr nur aus Mangel
Der Klugheit, Mädchen, seht
Verführer mit der Angel!
Sonst blutet ihr zu spät!

Christian Friedrich Daniel Schubart,
(1739-1791)

Bild[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon eunike » 28.10.2009, 9:19

[center]Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
 
(Johann W v. Goethe)

Bild[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon eunike » 29.10.2009, 16:04

[center]Hier im Wald

Hier im Wald mit dir zu liegen,
moosgebettet, windumatmet,
in das Flüstern, in das Rauschen
leise liebe Worte mischend,
öfter aber noch dem Schweigen
lange Küsse zugesellend,
unerschöpflich - unersättlich,
hingegebne, hingenommne,
ineinander aufgelöste,
zeitvergessne, weltvergessne.
Hier im Wald mit dir zu liegen,
moosgebettet, windumatmet.

Christian Morgenstern
[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon Gast » 01.11.2009, 14:20


Was ist die Welt?

Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht,
Daraus der Geist der Gottheit strahlt und glüht,
Daraus der Wein der Weisheit schäumt und sprüht,
Daraus der Laut der Liebe zu uns spricht

Und jedes Menschen wechselndes Gemüt,
Ein Strahl ists, der aus dieser Sonne bricht,
Ein Vers, der sich an tausend andre flicht,
Der unbemerkt verhallt, verlischt, verblüht.

Und doch auch eine Welt für sich allein,
Voll süß-geheimer, nievernommner Töne,
Begabt mit eigner, unentweihter Schöne,

Und keines Andern Nachhall, Widerschein.
Und wenn du gar zu lesen drin verstündest,
Ein Buch, das du im Leben nicht ergründest.
__________________
Hugo v. Hofmannsthal
Avatar
Gast
 

Beitragvon eunike » 01.11.2009, 15:49

[center]Abendlich schon rauscht der Wald

Abendlich schon rauscht der Wald
Aus den tiefsten Gründen,
Droben wird der Herr nun bald
An die Sternlein zünden.
Wie so stille in den Schlünden,
Abendlich nur rauscht der Wald.

Alles geht zu seiner Ruh.
Wald und Welt versausen,
Schauernd hört der Wandrer zu,
Sehnt sich recht nach Hause.
Hier in Waldes stiller Klause,
Herz, geh endlich auch zur Ruh.


Joseph Freiherr von Eichendorff
[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon eunike » 02.11.2009, 20:05

[center]Katzen kann man alles sagen

Auf der Treppe saß ein Mädchen,
ein graues Kätzchen auf dem Schoß.
»Dreimal drei ist zwölfundzwanzig«,
flüsterte es ihm ins Ohr.
»Aber ja nicht weitersagen! «
Ernst sah es das Kätzchen an.
Keine Sorge! dacht ich,
als ich's im Vorübergeh‘n vernahm.
Katzen kann man alles sagen.
Was man auch zu ihnen spricht,
sie verraten kein Geheimnis.
Katzen machen so was nicht!
 
Josef Guggenmos
[/center]
[center]Bild[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon Gast » 03.11.2009, 21:47

[center]NOVEMBER

Die Nebelschwaden ziehen dahin,
wie meine Träume
vom Sommer - wohin?
Das Rauschen am Meeresstrand,
die Spuren im warmen Sand,
die bunten Wiesen, der grüne Wald -
alles nur noch Erinnerung!
Der Nebel, die Blätter die fallen,
verwehen sie schon bald.[/center]

[center]Malaika[/center]
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Korallensucherin » 04.11.2009, 8:40

[center]Atme den Wald


Gehe in den Wald
und lerne zu schweigen.
Lass dich einnehmen
von seinen Stimmen.
Lass sie in dir wirken.
Das sanfte Säuseln der Blätter,
die vielen Vogelstimmen,
kannst du sie unterscheiden?
Das Ächzen und Knacken
der Äste und Zweige.
Das Rascheln im welken Laub.
Atme tief die Waldluft ein,
befreie deine Lungen
von der schlechten Luft.
Atme, atme den Wald.

von Annegret Kronenberg



[/center]
Korallensucherin
Regionalgruppe Essen
- schau mal herein-
BildGib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu sein: Mark Twain.
Avatar
Korallensucherin
online
Moderator
 
Beiträge: 14653

Beitragvon eunike » 04.11.2009, 20:17

[center]  Das alte Schloß

Auf der Burg haus' ich am Berge,
Unter mir der blaue See,
Höre nächtlich Koboldzwerge,
Täglich Adler aus der Höh',
Und die grauen Ahnenbilder
Sind mir Stubenkameraden,
Wappentruh' und Eisenschilder
Sofa mir und Kleiderladen.

Schreit' ich über die Terrasse
Wie ein Geist am Runenstein,
Sehe unter mir die blasse
Alte Stadt im Mondenschein,
Und am Walle pfeift es weidlich,
- Sind es Käuze oder Knaben? -
Ist mir selber oft nicht deutlich,
Ob ich lebend, ob begraben!

Mir genüber gähnt die Halle,
Grauen Tores, hohl und lang,
Drin mit wunderlichem Schalle
O Langsam dröhnt ein schwerer Gang;
Mir zur Seite Riegelzüge,
Ha, ich öffne, laß die Lampe
Scheinen auf der Wendelstiege
Lose modergrüne Rampe,

Die mich lockt wie ein Verhängnis,
Zu dem unbekannten Grund;
Ob ein Brunnen? ob Gefängnis?
Keinem Lebenden ist's kund;
Denn zerfallen sind die Stufen,
Und der Steinwurf hat nicht Bahn,
Doch als ich hinab gerufen,
Donnert's fort wie ein Orkan.

Ja, wird mir nicht baldigst fade
Dieses Schlosses Romantik,
In den Trümmern, ohne Gnade,
Brech' ich Glieder und Genick;
Denn, wie trotzig sich die Düne
Mag am flachen Strande heben,
Fühl' ich stark mich wie ein Hüne,
Von Zerfallendem umgeben.

Annette v. Droste-Hülshoff
[/center]
Avatar
eunike
online
 
Beiträge: 9108

Beitragvon Gast » 04.11.2009, 21:27

Ich mag dich so,

wie du bist.

Egal, wie deine

Stimmung gerade ist.

Traurig, miesepetrig oder

frohes Mutes,

Ein Treffen mit dir hat

immer etwas Gutes.

Wir helfen uns,

wann immer es auch geht,

Ob morgens, mittags oder abends spät.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 08.11.2009, 18:10

Eine Kraft,die in uns wacht,
die uns Stärke gibt,
uns mutig macht.

Die Hoffnung läßt uns erwartend
die Dinge sehn,
die wir uns wünschen,
treibt uns,leitet uns den richtigen Weg
durch's Leben zu gehn.

Niemals sich selber aufzugeben,
sich hinzugeben der Verzweiflung,
der Mutlosigkeit.
Sie stärkt uns,die Hürden
des Lebens leichter zu nehmen,
uns aufgelegte Prüfungen zu bestehen.

Hoffen heißt glauben,
heißt Gott lieben und vertrauen.

Nur der,der ewig hofft,
wird weiter sehen und
letzten Endes alles verstehen,
den Sinn des Lebens.....
Avatar
Gast
 

VorherigeNächste

Zurück zu Essen