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Im Forum Freundschaft & Familie können Sie sich mit anderen Mitgliedern im 50plus-Treff zu allen Fragen rund um die Themen Freundschaft und Familie austauschen. Teilen Sie lustige aber auch nachdenkliche Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen oder schließen Sie einfach neue Bekanntschaften.

Beitragvon lottesprotte » 18.01.2012, 18:10

Warum ist mir das bisher nicht passiert?
Wesder in einer Partnerschaft noch in einer Freundschaft?
Ich glaube, der Unterschied liegt darin, daß ich immer offen zu erkennen gebe, was ich erwarte und was mein Gegenüber von mir erwarten kann, nur so kann man doch zusammenfinden.
Und wenn mir jemand mit so blöden Sprüchen kommt, sag ich auch, was mir nicht passt.
Das hat auch was mit Zivilcourage zu tun, aber vor Allem mit meinen eigenen Befindlichkeiten. Ich habe da auch keinerlei Angst vor Streit, wenns so sein sollte, tja, dann ist das halt so, ein Streit ist doch nicht das Ende der Welt. Ist doch auch nicht schlimmer, als sich ständig bezähmen zu müssen und Magengeschwüre zu bekommen, darunter würde ich mehr leiden.
Aber mir ist schon klar, daß viele (vor allem Frauen, aber auch Männer) das nicht so können.Ich persönlich finde diese Eigenschaft, seine eigene Meinung nicht offen zu vertreten, übrigens nicht so sympathisch. So bekommt das Gegenüber(das ich ja auch sein kann) nicht mal die Gelegenheit, seine Verhltensweisen zu kontrollieren und ggf. anzupassen.
Stattdessen wird das dann hier in einem anonymen Forum bekakelt, wo niemand diese Frau kennt.

Hättest Du sie vielleicht mal offen angesprochen und deinen Unmut geäußert, wär der Urlaub vielleicht besser verlaufen. Auch jetzt gehst du nicht auf Konfrontationskurs und sagst ihr die Meinung. Ändern wirst du natürlich keinen Menschen, aber vielleicht mal zum Nachdenken bringen.
Ich finde, das bist du ihr zumindest schuldig. Und dir selbst auch.
Und wenn sie Dir wirklich so zuwider ist, warum willst du die Besuche dann "einschränken"? Warum dann nicht so konsequent sein und gar nicht mehr hingehen?
Dein Unbehagen erzeugst du dir selbst mit deinem Verhalten, sie fühlt sich ja offensichtlich glücklich.

Und nicht böse sein, aber vielleicht bringen dich meine klaren Worte mal zum Nachdenken, das wünsche ich mir.
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lottesprotte
 

Beitragvon O_Donoghue » 19.01.2012, 16:45

@wildcat, das Fatale war wohl, dass du von der Frau sehr wenig wusstest und sie von dir. Hättet ihr schon vor dem gemeinsamen Urlaub über vielerlei geredet und diskutiert, hätte sich die fehlende „Seelenverwandtschaft“ längst gezeigt.

Obwohl ich auch stark auf Harmonie gepolt bin, hätte ich mich in ähnlicher Situation nicht völlig weggeduckt. Bei der zweiten oder spätestens dritten Gelegenheit hätte ich ruhig. Aber bestimmt meinen Standpunkt gesagt. Und bei weiteren Gelegenheiten hätte ich angemerkt: „Du weißt, wie ich darüber denke.“ Das wäre nötig gewesen, damit ich keinen Kropf bekomme.

Dass du mehr (zuviel) in diese Bekanntschaft investiert hast als du zurück bekommst, hast du ja selbst längst erkannt. Womöglich hat sie dir während des Urlaubs nie etwas spendiert – als kleines Dankeschön, weil sie sich dir anschließen durfte.

Hilfsbereit sein und sich ausnutzen lassen, ist zweierle. Sollte es dir tatsächlich gelingen, jetzt auch mal NEIN zu sagen, wenn die Frau mit einem Ansinnen kommt, und du dir daraus kein schlechtes Gewissen machst, bist du auf einem guten Weg. Und sollte es dir gelingen, dich zurück zu ziehen,, auszuklinken, ist es ein noch besserer Weg. Nur Mut, das geht! Und wenn sie fragt, was los ist, sag es ihr – wenn es geht, unaufgeregt, aber unmissverständlich, wie es dir lottesprotte geraten hat.
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O_Donoghue
 
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Beitragvon wildcat53 » 01.07.2012, 11:15

Beim durchblättern in den Foren, bin ich an meinem eigenen Beitrag hier hängen geblieben.
Habe mir alle Kommentare nochmal durchgelesen.
Mein Fazit heute?

Alles richtig gemacht!
Mittlerweile habe ich noch weitere Kontakte abgebrochen.
Aus verschiedenen Gründen. Zweimal fühlte ich mich ausgenutzt.
Erstaunlich, dass nach solch einem "Abbruch" auch von der sogenannten anderen Seite kein Klärungsversuch, oder eine Aussöhnung angestrebt wurde.
Irgendwie fühlt man sich da doch bestätigt, es richtig gemacht zu haben.

Aber....
Eine 40 jährige Freundschaft pläpperte irgendwie aus.
Steffi begleitet mich seit der Lehrzeit. Wir waren auch Kolleginnen. Unterschiedlich in unserer Entwicklung.
Aber wir hatten feste Termine, trafen uns auch einmal im Jahr bei ihren Eltern im Garten.
Sie pflegt sie rührend. Mit hat das sehr gut gefallen.
Vor drei Jahren ginge ihre Ehe kaputt. Sie "tingelte" durch die Clubs und es schien, als holte sie irgendetwas nach.
Anfangs hatten wir noch Gespräche. Ich bemerkte, dass es ihr sehr schlecht ging.
Ich ließ es dann, sie anzurufen. Fand, sie war irgendwie von der Rolle und es passte nicht mehr mit uns.
Vor vielen Wochen war hier ein Blog.
Es ging drum, warum sich manchmal der Kontakt einstellt.
Dass hat mich nachdenklich gemacht. Die Kommentare waren so unterschiedlich mit Hinweisen auch über dass warum .
Ich begann Steffi anzurufen. Oft vergebens. Kein Anrufbeantworter.
Dann habe ich über andere Kolleginnen versucht, was herauszubekommen.
Vorige Woche war es dann so weit und ich konnte sie wieder erreichen.
Nächste Woche haben wir ein Treffen.
Steffi hat Brustkrebs und sie war zu zweiten Reha.
Dass sie da mit anderen Sachen zu kämpfen hat, kann ich verstehen.
Trotzdem bin ich etwas traurig, ich hätte ihr vielleicht helfen können.
Da sein für sie. Quatschen.
Aber mal sehen, was sie zu sagen hat am Mittwoch.
Ich freue mich auf sie.....und sie sich auch auf mich.
Sie meinte, sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht gemeldet hat.
Das muss sie nicht haben.
Menno, da kommen mir gleich die Tränen....vor Freude.
Wir haben sicherlich viel zu quatschen und hoffentlich, hoffentlich hat sie auch Gutes zu berichten. Ich wünsche ihr, dass sie gesund wird.
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Beitragvon KaffeeundKuchen » 01.07.2012, 12:12

Wenn ich lange mit einem Menschen befreundet bin, dann kenne ich ihn natürlich sehr gut in seinen „Grundstrukturen“, das klingt jetzt vielleicht seltsam aber mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein. Aber jeder von uns lebt sein Leben, seine Freuden und Enttäuschungen, die uns ständig ein wenig verändern, modellieren. Wenn beide Seiten Veränderung als etwas Normales, Notwendiges und nicht Negatives und Enttäuschendes akzeptieren, dann kann eine Freundschaft/Beziehung sehr dauerhaft sein, auch wenn man zwischendurch mal eine Pause einlegt, sich zurück zieht.
Wenn ich jemanden wirklich sehr gern habe, dann ist das wie eine nicht abgeschlossene Tür, der Andere kann durchaus mal gehen, wiederkommen ist immer möglich und wenn nötig, hol ich ihn/sie auch wieder rein und lasse nicht im Regen stehen ;-)
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KaffeeundKuchen
 

Beitragvon wildcat53 » 01.07.2012, 12:27

@Kuk,
ich lasse niemand im Regen stehen.

Meine Zeilen sind ja der Beweis.
Ich habe "nachgehakt" weil mir unsere Freundschaft nicht egal ist und nach einer wirklich langen Pause nicht aufgegeben Steffi wieder zu erreichen.
Wenn sie es erlaubt, werden wir uns nach dem Mittwoch sicher wieder öfters sehen.
Gestritten hatten wir uns ja nicht.
Und sie hat ja wirklich andere Probleme. Ich kann sie gut verstehen.
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Beitragvon Gundulabella » 16.09.2012, 8:29

Hallo wildcat
ich habe diesen sehr interessanten Thread von Dir und die Antworten darauf mit großem Interesse gelesen.....

Du hast alles richtig gemacht......auch dieses "Abgrenzen" ist wichtig, wenn bei einem Menschen Seiten zum Vorschein kommen, die einem nicht liegen und/oder die einem selber sogar schaden könnten....

und ich glaube, dass du auch etwas entsetzt warst, dass du diese Seite deiner Freundin erst nach so vielen Jahren erkannt hast....

da gibt es doch dieses Sprichwort, dass man einen Menschen erst im Urlaub richtig erleben und begreifen kann ?
immer etwas schwer getan Freu  
 
ich habe mich schon als Kind und Jugendlicher schwer getan, Freundschaften zu schließen und bin auch jetzt immer noch "am üben".....
und immer wieder merke ich, wie viele verschiedene Seiten ein Mensch haben kann.....manchmal laufen sie auf einer parallelen Schiene - manchmal sind sie genau entgegengesetzt zur eigenen Einstellung und Lebensweise.....    
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Beitragvon swimmy » 16.09.2012, 10:50

Ein hochinteressantes und auch brisantes Thema!!

Ich kenne auch das Phänomen: ---früher war doch alles so easy!!!-__
Die Zeit vergeht und jeder , ich auch, hat sich verändert ,durch sein privates Leben, mag es gut oder schlecht verlaufen sein, besonders nach Jahrzehnten!
Meine Einsicht oder Erkenntnis ist,die Sache als positiv zu sehen und auch wirklich anzunehmen ohne wenn und aber, es ist , wie es ist und einfach auf Suche nach Neuem zu gehen!

Neue Ufer zu finden ist gar nicht so schwer,oft ist es sehr beglückend ..für alle! :D

Festhalten ist für mich kein Thema, das haut auf Dauer nicht hin! :roll:
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Beitragvon DonnaToscana » 16.09.2012, 11:11

habe mir nur den ersten und letzten Teil durchgelesen .......
bin also net ganz auf dem laufenden ......

was ich allerdings net so ganz verstehe .......wenn ich jemanden so lange kenne, auch nur oberflächlich, dann weiß ich doch eigentlich auch über so gewisse grundsätzliche Einstellungen Bescheid ...........auch in Smalltalks kriegt man/frau doch so einiges vom Gegenüber mit. Sehe ich jetzt so .........

Klar, auch wenn man/frau sich über Jahre kennt, kann es sehr gut sein, daß man sich auseinanderentwickelt, ist mir schon häufig passiert. Auch, daß mich nach Jahren, wenn ich jemanden kenne, eine Lebenseinstellung so stört, daß ich damit nicht mehr konform gehen kann, und entweder ich kann das so tolerieren, weil mir der Mensch als solches sehr wichtig ist, auch wenn ich die Einstellung nicht teilen kann, oder ich kann das nicht mehr akzeptieren, daß es mich eben zu sehr stört.
Und mit jemandem, der so vorgefertigte Meinungen hat wie Ausländerfeindlichkeit usw. was Du aufgezählt hast .........möchte ich auch keinen Urlaub verbringen, würde ich auch nicht.

Aber, ich muß auch dazu sagen, damit habe ich auch eher keinen Kontakt ........vielleicht businessmäßig, eigentlich auch nicht .......

Aber ich habe schon verwandtschaftliche Kontakte abgebrochen, denen peinlich war, mit uns essen zu gehen ......weil ich meiner Bambina aufgrund ihrer Behinderung beim Essen helfe ........sowas muß ich mir auch net antun .........obwohl, eigentlich tun mir solche engstirnigen Menschen noch leid, geht ihnen doch viel an Lebensfreude und -qualität verloren aufgrund ihres Rasterdenkens.
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Beitragvon Beatrix58 » 16.09.2012, 11:41

"Sie ist Ausländerfeindlich, Rassistisch und sehr geizig."

Ja ja, manche Menschen lernt man erst richtig im Urlaub kennen...
Ich handhabe das so; wer mir nicht gut tut, von dem halte ich Abstand. Man kann den Menschen nicht ändern, aber seine eigene Einstellung zu ihm.
Wildcat nehm es dir nicht übel, dass du das nicht vorher erkannt hast. Verbuche es unter Erfahrungen...man lernt nie aus.
Einen sonnigen Herbst wünsch ich dir...Beatrix
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Beitragvon Gundulabella » 16.09.2012, 11:43

gutes Posting Beatrix  :!:
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Beitragvon Engelmaus » 16.09.2012, 17:44

Hallo Widcat - habe erst heute Deinen Artikel gelesen.
Schade, daß Du so schlechte Erfahrungen machen mußtest !

Deine Einstellung zu den Fragen des Lebens finde ich toll - Du liegst auf meine Welle bezüglich der Toleranz gegenüber anderen Menschen.

Liebe Grüße für Dich!!! :D :D
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Beitragvon uhu2901 » 30.09.2012, 9:32

hallo wildcat,
solche sogenannten "freundschaften" kenne ich auch.
an deiner stelle hätte ich die krise gekriegt.
von negativ denkenden menschen sollte man sich trennen,
es macht nur krank.
kann engelmaus und beatrix58 und den anderen nur zustimmen.
rassismus, engstirnigkei und geiz..... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :oops: :oops: :oops:
das leben ist zu kurz, um sich mit solchen menschen zu umgeben.
man lernt eben nie aus :)
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Beitragvon Archangelica » 30.09.2012, 14:02

wildcat53 hat geschrieben:braucht man manchmal Zeit, jemanden einzuschätzen?
Ist man blind, oberflächlich oder hält das Leben mit seinen vielen Facetten immer neue Überraschungen bereit?
In letzter Zeit habe ich zwei Menschen, mit denen ich seit vierzig , ja 40 Jahren Kontakt habe , von einer anderen Seite kennengelernt und bin enttäuscht.Das beschäftigt mich dermassen, das ich über eine dieser Bekanntschaft schreiben möchte.
Sie war 1970 meine Lehrausbilderin und über viele Jahre dann meine Kollegin. Es entwickelte sich ein engerer Kontakt. Sie ist seit einigen Jahren Witwe und wird im Dezember 70 Jahre.
Ich melde mich ständig bei ihr und sie sich, wenn sie mal Blumen für den Garten möchte, zum Friseur oder mal in ein Einkaufszentrum gefahren werden möchte um zum bummeln.
Ich besuchte sie mal wieder und erzähle ihr, das ich mir eine Reise gebucht habe und mich auf den Urlaub freue.
Sie ist begeistert und fragt mich, ob ich sie nicht mitnehme und wir zusammen reisen. Es klappt noch mit der Nachbuchung und wir fliegen nach Gran Canaria.
Sie ist Ausländerfeindlich, Rassistisch und sehr geizig.


Diese rot markierten Sätze sind für mich total irritierend. Wenn man jemanden 40 Jahre kennt und deren Einstellung wohl nicht, worüber habt ihr dann immer gesprochen?
Die Geschichte ist auf jeden Fall beunruhigend, denn es gibt viele Menschen, die nicht alles von sich erzählen und bei denen man glaubt, sie zu kennen.
Es ist dann nur die Frage, ob man sich ärgert um die verlorene Zeit oder dies wegsteckt als weitere Lehre vom Leben.
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Beitragvon Velden » 30.09.2012, 20:24

wildcat53 danke für deinen Beitrag jetzt gehts mir besser
danke
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Beitragvon wildcat53 » 16.10.2012, 17:37

@Archangelica..... selbst ich war erschrocken...muss lächeln.
Wir haben doch nicht aufeinandergehockt.
Aber wenn ich nachdenke, waren da schon Anzeichen.
Ich habe in Leipzig den Courageverein mitgegründet und bin da aktiv.
Wenn ich da mal berichtet habe, waren ihre Äußerungen öfters suspekt.
Da hätte ich mal hinterfragen sollen.
Egal....
Mir fehlt sie nicht.
Andere Menschen, mit denen ich, oder sie mit mir gebrochen haben auch nicht.
Nur gut, dass man Erkenntnisse bekommt und eine Wahl treffen kann.
Schlimmer wäre es, gäbe es solch schwerwiegende Differenzen mit den Kindern oder anderen Familienmitgliedern.
@All, danke für die guten Kommentare. Freut mich sehr.
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wildcat53
 
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