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 Laffia offline Beiträge: 318
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Verfasst am: 19.07.2010, 15:05 Titel: |
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Wir gehen hier im Ruhrgebiet auch zur Maloche und es gibt mit Sicherheit noch ganz viele andere jüdische oder jiddische Worte, die mittlerweile zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören und vielleicht auch mal nicht sinngemäß gebraucht werden. Mit dem Wort 'koscher' bin ich groß geworden und es steht hier dafür, dass einem etwas 'nicht geheuer' ist.
Für mich waren Missionare früher 'gute' Leute, schließlich brachten sie den (christlichen) Glauben in alle Welt. Ich habe erst später erfahren, dass Missionierung meistens erheblich anders funktionierte und nicht selten mit Gewalt. Sie haben Menschen missioniert, die in ihren Augen 'menschenähnlich' waren. Sie haben Kinder dieser menschenähnlichen Wesen für ihre Zwecke missbraucht. Diese Kinder mussten arbeiten, beten, das wichtigste aus der Bibel lernen und das Ziel war, dass man sie außerhalb ihrer Familien anpasst, kultiviert, zivilisiert. In vielen Ländern sah man diese Ziele nicht erreicht bzw. wurde klar, dass man nicht jedes menschenähnliche Wesen umerziehen kann.
Dann haben sie angefangen, die Kinder der Ureinwohner zu sterilisieren. Man wollte ihnen nicht antun, sich in der 'neuen' Welt zurechtfinden zu müssen. Praktiziert wurde das bis weit ins 20. Jahrhundert, siehe Australien.
Am schlimmsten waren wahrscheinlich die körperlichen Züchtigungen, die oft willkürlich erfolgten und heftig. Mein Mann hatte es so noch erlebt. Jedenfalls hat er immer umgehend die Straßenseite gewechselt wenn er Nonnen sah. Diese Frauen waren ihm unheimlich und sein kindliches Schreckgespenst aus seiner Schulzeit hieß Inga und stammte aus Norwegen.
Ich kann davon ausgehen, dass er nicht der einzige Schüler war in diesem kath. Internat.
Welche Auswüchse die Missionierungen mal nach sich ziehen würden, das haben die ersten Missionare mit Sicherheit nicht geahnt und das würde selbst ihre Vorstellungen von christlichem Glauben sprengen. Für das soziale und gesellschaftliche Leben in den entsprechenden Ländern ist DIESE Art von Glauben jedenfalls eine Katastrophe. |
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 Agrippina offline Beiträge: 49
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Verfasst am: 19.07.2010, 17:23 Titel: |
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Es gibt doch immer Solche und Solche. Natürlich gibt es bösartige Nonnen, pädophile Priester und wenn ich in die Vergangenheit gehe, Inquisition usw. Man könnte die Kette endlos fortsetzten. Da ich eine Weile in Afrika verbracht habe, kann ich nur sagen, ich habe da ganz großartige, Menschen, Missionare würde ich sie gar nicht nennen, kennen gelernt. Menschen, die in Kliniken, wenn man das überhaupt Kliniken nennen kann, selbstlos gearbeitet haben, allein aus Nächstenliebe, Frauen wie Männer. Viele davon gehörten schon einer kirchlichen Institution an, aber das war nie ein Thema. Sie wollten in erster Linie helfen, nicht missionieren. Aber sie geben ein tolles Beispiel, und die Einwohner lieben sie, auch mit, oder gerade wegen ihrem Glauben.
Ich möchte die kirchlichen „Sünden“ nicht hier beschönigen, und was sich im Moment für Abgründe diesbezüglich auftun, das ist schrecklich. Mir geht es nur darum, nicht ALLE pauschal zu verurteilen. Und wenn Du den Bewohnern dort in Afrika heute sagen würdest, dass Du diesen selbstlosen Menschen, die Ansteckungskrankheit und Tod auch für sich in Kauf nehmen, die Pest und die Cholera wünschst, ich weiß nicht, was sie Dir dann wünschen würden.... |
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 Laffia offline Beiträge: 318
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Verfasst am: 19.07.2010, 17:52 Titel: |
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Ärzte mit christlichem Glauben sind für mich in erster Linie Ärzte. Du wirst auch in vielen afrikanischen Ländern und Regionen unter den einheimischen Ärzten viele Christen finden. Damit habe ich überhaupt kein Problem.
Wenn du länger in Afrika gelebt hast, ist dir da nicht auch aufgefallen, dass die Menschen dort sehr sehr gläubig sind aber auch ziemlich lethargisch? Immerhin ist alles so von Gott bestimmt und gewollt, egal ob man krank, gesund, unglücklich, glücklich, reich, arm oder sonst was ist. Das ist an sich nix schlimmes aber wenn man alles hinnimmt als gottgewollt und für nichts mehr außer beten richtig aktiv wird, dann kann das dauerhaft nicht funktionieren.
Mein Mann war auch sehr gläubig aber er wusste, dass er selbst etwas tun muss außer beten. Er konnte mit den üblichen afrikanischen Gottesdiensten und ständigem Halleluja und Amen nicht viel anfangen. Manche tragen das bisschen Geld, das sie verdienen, in die Kirchen. Da können zu Hause hungrige Kinder sitzen, Gott wird sich schon kümmern und die Kirche braucht Geld.
Ich habe nichts gegen einzelne Missionare, die außer ihrem Missionsauftrag auch noch anders tätig werden und Hilfe zur Selbsthilfe leisten aber das Gesamtergebnis der Missionierung halte ich für ganz fatal. Hast du Gottesdienste besucht, wo Menschen sich in Trance beten und mit verschiedenen Zungen sprechen? Hast du gesehen, wie bereitwillig sie auch den letzten Cent abgegeben haben? Hast du mitbekommen, dass es die Priester befriedigt, wenn sie ihre Kollekte zählen und hast du mitbekommen, wieviele Priester irgendwann mit dem Geld der Gläubigen abgehauen sind???
Das alles habe ich noch nicht einmal so extrem aufgefasst. Es war halt alles ein bisschen sehr afrikanisch und fremd. Wahrscheinlich würde ich es heute noch eher für exotisch halten wenn mir nicht Afrikaner erklärt hätten, wie Kirchen funktionieren und was sie für die Menschen bedeuten.
Jedenfalls ist es nicht normal, dass an einer einzigen Hauptverkehrsstraße mehr als 30 christliche Gemeinden aufgebaut wurden und die meisten Gläubigen sich nicht nur für eine entscheiden.
Das alles ist dir nicht aufgefallen??? |
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 Agrippina offline Beiträge: 49
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Verfasst am: 19.07.2010, 18:01 Titel: |
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| Meine Antwort war eine Antwort auf Deine Antwort. Da ging es um MISSIONARE und was Du Ihnen wünschst. Ich möchte hier nicht über das Thema Glauben diskutieren und auch nicht über die Lethargie der Afrikaner, das ist eine andere Baustelle. |
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 Laffia offline Beiträge: 318
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Verfasst am: 19.07.2010, 18:26 Titel: |
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| Na ja, nicht ganz ............. es hat ja AUCH mit der Art der Missionierungen zu tun. Es gibt da gerade bei den älteren Afrikanern Ängste, die wir uns gar nicht vorstellen können. Mein Mann hatte einen großen Teil seiner Ängste abgelegt aber das mit den Nonnen war sehr nachhaltig. |
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 Ralph7 offline Beiträge: 469
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Verfasst am: 03.08.2010, 21:51 Titel: Re: Kann man Gott beweisen? |
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| Anonymous hat Folgendes geschrieben: |
worauf willst Du eigentlich hinaus , lieber gamaliel ?
Gott beweisen ?
Vergiss es ?
Er ist und bleibt ein Mysterium, das letzte Geheimnis |
Eher kann man beweisen, dass es Gott nicht gibt. |
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 wolfhart offline Beiträge: 2919
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Verfasst am: 10.08.2010, 0:53 Titel: |
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Kann man Gott beweisen?
Nein.
Aber Du kannst sein Wirken spüren.
Gott beweist sich selbst, wann immer er es für nötig hält.
wolfhart |
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 Thule01 offline Moderator Beiträge: 423
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Verfasst am: 10.08.2010, 12:22 Titel: |
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| Alle Götter sind ein reines Gedankenkonstrukt für das es deshalb auch niemals einen Beweis für oder gegen geben kann. |
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 Fanny.O. offline Beiträge: 96
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Verfasst am: 10.08.2010, 15:04 Titel: |
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Ja, Thule, da hast Du völlig recht! Es ist so einfach, wie der alte Feuerbach es dereinst formulierte: "Und der Mensch schuf Gott nach seinem Ebenbild." So herum und nicht anders - egal wie groß das Geheule und Geschimpfe jetzt wird.
Bei all dem kreationistischen Blödsinn stellen sich mir die Haare auf. |
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 Malaika offline Moderator Beiträge: 4821
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Verfasst am: 10.08.2010, 15:46 Titel: |
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| Fanny.O. hat Folgendes geschrieben: | Ja, Thule, da hast Du völlig recht! Es ist so einfach, wie der alte Feuerbach es dereinst formulierte: "Und der Mensch schuf Gott nach seinem Ebenbild." So herum und nicht anders - egal wie groß das Geheule und Geschimpfe jetzt wird.
Bei all dem kreationistischen Blödsinn stellen sich mir die Haare auf. |
Ich muss Dich echt bedauern. Das ist nicht ironisch gemeint! Du regst Dich über etwas auf, dass Du nicht akzeptieren kannst.
Und - ich glaube kaum, dass hier jetzt Geheule und Geschimpfe groß wird. Weil es hier auch sehr viele tolerante Menschen gibt, die einfach über ihre Lebensanschauung, ihre Erfahrungen (mit Gott, oder ohne ihn) und über ihre Ansichten ruhig diskutieren möchten - und dürfen.
Da fällt mir ein Spruch ein - Denken ist schwer, darum urteilen die Meisten (Carl Gustav Jung)
Nichts für Ungut - ich habe mich auch nur über meine Ansichten geäußert. _________________ Malaika
Moderatorin der Regionalgruppe München
München - eine Weltstadt mit Herz
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Anonymous
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Verfasst am: 10.08.2010, 15:58 Titel: |
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| Der Beweis der Nichtbeweisbarkeit: Es ist Glaube, egal in welcher Religion und zu wem oder welchen. Die Wissenden trennt von den Gläubigen, dass sie wissen, nicht zu glauben, sie wissen aber nicht, ob die Gläubigen wissen. Ich hoffe es wird klar was ich meine ... |
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 capoda offline Beiträge: 306
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Verfasst am: 10.08.2010, 16:27 Titel: |
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| Goldsammler hat Folgendes geschrieben: | | Ich hoffe es wird klar was ich meine ... |
Nein ! Aber Hauptsache, dir ist klar, was du meinst
und wenn nicht....schadet es auch nicht |
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 Fanny.O. offline Beiträge: 96
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Verfasst am: 10.08.2010, 16:45 Titel: |
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Malaika,
verschwende Dein gönnerhaftes Mitleid besser nicht an meinem unerschütterlichen Atheismus, es wäre völlig zwecklos. Aufregen? Nein. Nicht akzeptieren? Ja, das stimmt. Ich kann Glauben nicht akzeptieren, das verbietet mir mein Verstand. Ich kann ihn allenfalls tolerieren, solange er das ist, was er sein sollte, nämlich Privatsache. Missionarische Eiferer und Fundamentalisten – allen voran die Kreationisten und Anhänger des „Intelligent Design“ können mich jedoch wirklich in Harnisch bringen. Dann könntest Du erleben, wie das ist, wenn ich mich wirklich aufrege  |
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 renate7 offline Beiträge: 3532
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Verfasst am: 10.08.2010, 17:08 Titel: Glauben |
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Das virtuelle Papier ist geduldig.
Es erträgt Interessantes, genau wie Blödsinn, Heulen und Schimpfen, fantastische Schreibe. aller Art.
Warum nicht auch "Harnisch"?
Da bleiben wir ganz locker, nicht wahr, Malaika.
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Anonymous
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Verfasst am: 10.08.2010, 17:26 Titel: |
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| capoda hat Folgendes geschrieben: | | Goldsammler hat Folgendes geschrieben: | | Ich hoffe es wird klar was ich meine ... |
Nein ! Aber Hauptsache, dir ist klar, was du meinst
und wenn nicht....schadet es auch nicht |
Es ist klar, dass das Dir nicht nicht klar war und auch darum ist es nicht wirklich schade  |
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