[center]Kieznachrichten.[/center]
[center]Aus meinem Wohnbezirk Steglitz/Zehlendorf.[/center]
Heute:
Namen die auf den Straßenbenennungschildern zu finden sind. Namen von Menschen, die Steglitz auf irgendeine Weise
geprägt haben und nach denen Straßen benannt wurden.
Wir nehmen sie zur Kenntnis weil wir durch diese Straßen fahren, gehen, oder Adressen in diesen Straßen unser Ziel sind.
Vielleicht nehmen wir auch noch das kleine Schild über dem
Straßenschild wahr auf dem so einige Daten zum Namen vermerkt sind, ein Mehr prägt sich aber nicht bei uns ein. Warum auch.
Mehr Interesse aber wird geweckt wenn diese/dieser User aus unter-
schiedlichen Gründen Friedhöfe besucht und voller Bewunderung
vor den alten Denkmälern und Grabsteinen verweilt und der
Name darauf jetzt einen Hinweis auf eine Straße, oder auf eine andere Bedeutung wiedergibt, die einen Teil der eigenen Heimatgeschichte ist.
Wem es makaber erscheint Friedhöfe ohne einen besonderen Grund aufzusuchen, außer aus einem traurigen Anlass, oder dem Gedanken da komme ich noch früh genug hin sei gesagt, sie eignen sich hervorragend für einen Spaziergang.
Friedhöfe strahlen eine unwahrscheinliche Ruhe aus, die Hektik
des Alltags bleibt außen vor, obwohl nur ein Zaun, oder wie hier in Berlin oft eine Mauer die Lebenden von den Toten trennt.
Über diese Trennung habe ich mir auch meine Gedanken gemacht.
Aber darüber an anderer Stelle.
Zurück zu den Namen. Ein Spaziergang über den Friedhof in der Steglitzer Bergstraße.
Wer weiß schon, dass zum Beispiel -Gustav Büchsenschütz, der
Komponist und Texter des Brandenburg Liedes " Märkische Heide-Steige hoch du roter Adler", der als gebürtiger Zehlendorfer in der Steglitzer Johanna-Stegen-Straße wohnte. hier im Frühjahr 1996 im Alter von 94 Jahren zu Grabe getragen wurde?Vielleicht würde der Spaziergänger auch achtlos an den Grab vonReinhold Kraetke (gest.1934) vorbei gehen, nicht ahnend, dass Kraetke als Staatssekretär des Reichspostamtes den Postscheckverkehr, einheitliche deutsche Briefmarken und die Funktelegrafie einführte.
Geschichte einiger Gräber und Leben.
Ich erspare dem geneigten Leser das " Googlen", das Nachlesen bei "Wiki".Gustav Büchsenschütz.(* 7. April 1902 in Berlin; " 9. Februar 1996 Berlin) [b]ist der Dichter des Liedes Märkische Heide, märkischer Sand.Gustav Büchsenschütz war Sohn eines Gendarmen und trat nach Erlangung der Primareife in den Verwaltungsdienst der Gemeinde Groß Lichterfelde ein. Er durchlief die gehobene Beamtenlaufbahn, die er nach fünf Jahrzehnten als Sport- und Bäderamtsleiter des Berliner Bezirks Steglitz beendete.
Als 21- jähriger war er damals , am Himmelfahrtstag 1923, von der Friedrichshainer Straßmannstrasse mit der S-Bahn vom Bahnhof Alexanderplatz unterwegs, gemeinsam fuhr er mit weiteren Wandervögeln bis nach Velten, um dann über Marwitz in den Krämer zu gelangen. Dabei wurde beim Wandern gesungen und auf der Klampfe gespielt, bis auf einmal Bruchstücke von Text und Melodie der"Märkischen Heide" in den Sinn kamen und bald in der Jugendherberge Wolfslake notiert wurden. Er war vorher mit seinen Eltern einige Male im Spreewald und wunderte sich immer wieder, wie auf den Kähnen " Oh, du schöner Westerwald" oder "Wie ist es am Rhein so schön" gesungen wurde. Hatte man denn kein Brandenburger Lied?Durch die Vertonung durch den Theaterkapellmeister Paul Lincke wurde es bekannt. Er konnte es nicht verhindern, dass die Nationalsozialisten dieses Lied für sich vereinnahmten und war vielleicht auch Stolz, dass sein Lied sogar bei der Wehrmacht als Marschlied gespielt und gesungen wurde. In der DDR-Zeit fast in Vergessenheit geraten, kam es nach der Wende wieder zur Geltung und wurde zur inoffiziellen Brandenburghymne.Unvergessen der 9. Februar 1990, als Büchsenschütz vor dem Brandenburger Tor in Potsdam zur Um -bzw. Rückbenennung der Klement- Gottwald -Straße in Brandenburger Straße, vor Tausenden von Leuten mit Taktstock das Volkspolizeiorchester Potsdam dirigierte.
Ende Teil 1
Vielleicht regen die "Kieznachrichten" auch andere Berliner User an über Besonderheiten, persönlichen Erlebnisse als "Kieznachrichten" aus oder in ihrem Bezirk zu schreiben. So können wir unser Regionalforum vielleicht noch mehr aufpeppen.
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