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Beitragvon Eisbaer59 » 17.01.2012, 10:41

Was habt ihr denn so erlebt, als eure Kinder langsam ihre eigenen Wege gegangen sind? Wie hat sich euer Eheleben verändert und wie habt ihr einen neuen Inhalt gefunden?
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Eisbaer59
 

Beitragvon Kussmund62 » 17.01.2012, 10:53

Mir persönlich ist es äusserst schwergefallen, mit dem Umstand klar zu kommen, dass die Kinder nun nicht mehr daheim sind.
Vor einigen Wochen habe ich dieses sensible Thema in einem Blog verarbeitet. :arrow: :arrow:



Junge Adler

20.12.2011

Ich will keinen Tee mehr... :-/

Während ich hier so in meinem Bett herumflätze,von der Grippe niedergestreckt, den Hals eingewickelt in einen Zwei-Meter-Schal den „Schlepp-Top“ auf den Knien, denke ich über das kleine Rädchen nach, welches meist redlich, Zahn in Zahn greifend,

dazu beigetragen hat, dieses, mein persönliches Hamsterrad am reibungslosen Laufen zu halten.

Das passende „Schmieröl“ in Form von mehr oder weniger goldglänzenden Tauschmitteln stets grösstenteils sofort und auch gerne in die Neuentwicklung meiner genetischen Duplikate abgezapft, …

...die eigenerzeugte Lebensenergie den Generatoren fremdbestimmter Hausgemeinschaften zum gemeinsamen Leuchten beigesteuert,

komme ich nun an einen Punkt, an dem mir bewusst wird, dass sich mein Hamsterrad auch mal langsamer drehen darf…

...mir ungefragt erlaubt wird, dass ich mir o.G. Leuchten ad hoc nun zum Grossteil selber in die dazugehörigen Haus-Leitungen lenken darf…

und tue mir dabei zugegebenermassen weidlich schwer, die Füsschen nun endlich mal dem gemässigten Schritt anzupassen. :-I

Wenn Kinder ihren eigenen Weg in die Welt beschreiten,ihr Leben autark und selbstbestimmt in die Hand nehmen…

und ohne die Fittiche der Vogelmama ihre Flügel spreizen, bleibt doch immer die Sorge, ob sie in den Lüften nicht irgendeinem Habicht zum Opfer fallen....

... Mit einem Ruck die behütenden Schwingen ein für alle mal nach hinten wegzuklappen, um den Augenblick des Absprungs aus dem Adlerhorst stolz, ängstlich und ein bisschen wehmütig zu beäugen, ist nicht leicht,…

vielleicht sogar einer der schwersten im Leben einer, wie auch immer biologisch gestalteten Mutter…

dennoch möglicherweise zugleich auch einer der schönsten!...wir werden sehen...

So sitze ich hier,nun doch wieder mit einer weiteren Tasse Kräutertee in meinen Händen…und denke…und schreibe…über

Mütter, Fittiche und Hamsterräder...

und seufze, hadere ...und mische meine Freudentränen mit den bitteren.
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Kussmund62
 

Beitragvon Cosmea52 » 18.01.2012, 8:44

ja die kinder erwachsen und neuorientierung!

kinder erwachsen war gar noch nicht das problem.
sie sind alle drei ausser haus.
eine tochter in graz, eine in wien und eine in der nähe, die kinder hat, also meine enkelkinder.
für mich persönlich wäre es so, dass, wenn meine tochter mit den kindern im haus wäre, ich selbstverständlich, da wäre wenn sie jemanden für die kinder braucht.
so ist es so, dass sie nicht bei mir wohnen, obwohl das haus für mich viel zu groß ist,
ich dennoch, wenn meine tochter krank ist, ihre schwiegermutter im haus im spital,
dass ich selbstverständlich einspringe um ihr zu helfen, im haushalt und mit den kindern.

das kollidiert aber oft mit meinen interessen.
ich wollte zum wochenende wegfahren und sie muss ihre schwiegermutter im spital abholen.
und auch andere termine musste ich absagen, familie geht vor!

meine neuorientierung:
nachdem ich bemerkte, dass ich denkfaul werde, war, dass ich einen bezirksseniorenbund übernommen habe.
hurra, da geht jetzt die post ab.
termine über termine und meist ist es dann so in politischen funktionen, dass man dann wesentlich mehr aufgehalst bekommt, als einem lieb ist.
da heisst es dann prioritäten setzen und NEIN sagen lernen!!!
da bin ich jetzt dabei!
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Beitragvon Cosmea52 » 18.01.2012, 8:50

ich stehe in den starlöchern!

die blumenkataloge sind da und heute morgen beim frühstück, habe ich sie durchgeblättert.

ach gott, was da alles drinnen ist, was ich gerne haben möchte!

gesundheitspflanzen, sogar die stevia ist auch drinnen. zucker im eigenen garten, na ja zuckerrüben hatte ich ja auch schon.
aber stevia ist ein süßungstoff, den im garten zu haben ist was neues.
bananen wären auch so eine feine sache, denn es gibt schon winterharte, aber ob da auch bananen reifen, weiß ich nicht!
bananenhain im garten, welch ein gedanke, madeira ist nicht weit.

und so viele andere blumen, jedes jahr was neues.

werde sehen wo ich meine prioritäten setze!
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Beitragvon Stefanie54 » 18.01.2012, 9:30

Mein "junger adler" macht mit mir eine berg-und talfahrt....er war schon ausgeflogen...., kam dann irgendwann an den wochenenden, in den letzten wochen war er dann wieder ganz oft hier....nächste woche ist er dann erstmal für einige zeit "ausgeflogen"....und es schmerzt wie am anfang....

....jetzt nervt mich die unaufgeräumte wohnung, der abwasch, der stehen bleibt :? , dann wird mir aber genau DAS fehlen....

....jetzt nervt mich meine fehlende ruhe, wenn ich vom job heimkehre...
....dann wird mich diese ruhe zuhause zermürben....sein lachen mir fehlen....seine endlos-diskussionen...seine partys hier bei uns....

....und dennoch muß ich ihn "fliegen" lassen...damit er gern heimkehrt.... :wink: :wink: :wink:
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Beitragvon haekelkati » 18.01.2012, 16:56

Ich habe zwei Söhne, 27 und 30 Jahre alt. Der ältere ist schon seit 10 Jahren aus dem Haus.
Da blieb mir ja immer noch der "Kleine", dem ich dann all meine mütterliche Liebe zukommen ließ.
Als dieser dann im letzten Jahr auszog, bin ich erst einmal in ein tiefes Loch gefallen.
Ich habe plötzlich mein ganzes Dasein in Frage gestellt. Bis dahin hatte ich mich nur über meine
Aufgaben in der Familie identifiziert. Jetzt versuche ich also wieder langsam im "kinderlosen" Leben Fuß zu fassen. Ich merke plötzlich, dass ich mich in all den Jahren überhaupt nicht mehr mit mir selbst beschäftigt habe. Was will ich noch vom Leben, was mache ich gern und wie will ich meine Freizeit gestalten? Noch habe ich keine endgültigen Antworten gefunden, aber ich denke, dass Leben "danach" kann auch richtig schön werden!
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Beitragvon chrisi11 » 18.01.2012, 18:07

haekelkati hat geschrieben:Ich habe zwei Söhne, 27 und 30 Jahre alt. Der ältere ist schon seit 10 Jahren aus dem Haus.
Da blieb mir ja immer noch der "Kleine", dem ich dann all meine mütterliche Liebe zukommen ließ.
Als dieser dann im letzten Jahr auszog, bin ich erst einmal in ein tiefes Loch gefallen.
Ich habe plötzlich mein ganzes Dasein in Frage gestellt. Bis dahin hatte ich mich nur über meine
Aufgaben in der Familie identifiziert. Jetzt versuche ich also wieder langsam im "kinderlosen" Leben Fuß zu fassen. Ich merke plötzlich, dass ich mich in all den Jahren überhaupt nicht mehr mit mir selbst beschäftigt habe. Was will ich noch vom Leben, was mache ich gern und wie will ich meine Freizeit gestalten? Noch habe ich keine endgültigen Antworten gefunden, aber ich denke, dass Leben "danach" kann auch richtig schön werden!


genau so erging es mir,als meine 2 Söhne weg waren,wir hatten und haben ja eine sehr innige Beziehung,inzwischen habe ich eine Schwiegertochter,übrigens ein Supermädl,und der Alltag hat sich langsam eingependelt,freu mich immer wenn sie in Pension Mama vorbeischauen,bin aber auch froh wenn dann wieder Ruhe einkehrt.Schwieriger war allerdings unsere Partnerschaft neu zu definieren,denn so viel Zeit zu zweit hatten wir bis dahin nicht,inzwischen können wir es aber genießen :lol: :lol: :lol:
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chrisi11
 
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Beitragvon haekelkati » 19.01.2012, 10:31

Liebe Chrisi11, ich kann Deine Ausführungen nur bestätigen. Die Zeit als "Eltern" prägt uns so sehr, dass wir danach erst einmal wieder lernen müssen, Mann und Frau zu sein. Nach einer etwas holprigen Anfangszeit haben wir uns wieder sehr viel zu erzählen und es ist eine vertraute Leichtigkeit eingekehrt, so wie zu Beginn unserer Beziehung. Also Leute, es gibt ein Leben nach dem Kind, was nicht heißen soll das man aufhört sie zu lieben und sich ein bißchen zu sorgen.
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haekelkati
 
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Beitragvon cajun_forever » 21.01.2012, 21:20


Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

(Khalil Gibran)

Meine Tochter war und wird immer Teil meines Lebens sein. Trotzdem fiel es mir zu keinem Zeitpunkt schwer, los zu lassen, denn sie war für mich von Anbeginn an ein eigenständiges Wesen. Und ich sah es als meine Aufgabe an, diese Eigenständigkeit zu fördern, ihr die Chance zu geben, sich selbst zu erkennen.

Kinder sind für mich Gäste, die nach dem Weg fragen und eines Tages werden sie diesen Weg selbstständig und in eigener Verantwortung gehen. Es ist nicht unser Recht, sie an uns fesseln
zu wollen oder sie für ihr Kindsein in Verpflichtung zu nehmen.

Und so sehr ich sie liebe, so war sie doch niemals einziger Inhalt meines Lebens. Und hätte ich mehrere Kinder gehabt, so hätte sich daran nichts geändert. Und so, wie ich ihr ihre eigene Individualität zu gestehe, so war ich auch stets bemüht, ihr bewusst zu machen, dass andere Menschen diese genauso in sich tragen, auch das Recht auf persönlichen Freiraum haben.

Und was habe ich so erlebt. seitdem sie aus dem Hause gegangen ist? Nun, ich erlebe eine wunderbare und innige Freundschaft zwischen uns, eine Freundschaft zwischen zwei erwachsenen Menschen. Und ich denke, wir beide schätzen diese sehr. Wir haben uns viel zu geben, jeder auf seine Art. Die Unterschiede in unserer Persönlichkeit vermögen uns manchmal zu faszinieren, ebenso wie sie uns ein leises Schmunzeln entlocken können. Und wenn ich heute auf sie schaue, dann immer mit Spannung und ich finde es interessant und faszinierend, wie sie ihren eigenen Weg geht. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich erreichen und ich bin dankbar dafür, dass uns dies gelungen ist.

Und ab und an lässt sie mich wissen, dass sie für diese meine Einstellung dankbar ist.
Ein wunderschönes Gefühl..! Warum also sollte ich traurig sein oder irgendeine Leere in mir empfinden?

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Beitragvon einatmenausatmen » 22.01.2012, 1:09

Ich hatte auch nie Probleme loszulassen, bei meinen beiden Kindern.Wir haben sie nicht in die Welt gesetzt um sie immer um uns zu haben.
Im Gegenteil, freute mich auf ein Neues , anderes Leben.
Meinem Ex ist es sehr schwer gefallen,es hat auch unserer Ehe nicht gutgetan, oder doch??
Es kam einfach raus, daß wir uns als Paar schon lange nichts mehr zu sagen hatten
Gut, diese Bewährungsprobe haben wir nicht bestanden.......u. trennten uns.
was heute zu tun ist : einatmen -ausatmen -

Moderatorin der Regionalgruppe Regensburg
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Beitragvon pinoggel » 23.01.2012, 12:41

Meine Söhne sind gegangen :D :D
Wir hatten mehr Platz :D :D
und jetzt geniesse ich das:
Bild
Mein Enkel
:D :D :D :D :D
Alles hat seine Zeit!
pino
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Beitragvon multiculti » 25.01.2012, 1:17

Eisbaer59 hat geschrieben:Was habt ihr denn so erlebt, als eure Kinder langsam ihre eigenen Wege gegangen sind? Wie hat sich euer Eheleben verändert und wie habt ihr einen neuen Inhalt gefunden?

Natürlich ist auf einmal das Haus leiser, aufgeräumter, die Action fehlt, ... - aber es gab doch auch mal nur "uns alleine" bevor wir Kinder hatten. Was haben wir denn da gemacht?? Hobbies nachgegangen, Interessen gepflegt, Kontakte geknüpft, erhalten und genossen! All das dürfen wir nun wieder und man kommt damit nicht klar!?! Man muss die Nestleerung auch mal positiv betrachten. Außerdem hat man (merke ich) nicht mehr die Kraft, all das oben Beschriebene auszuführen (auch an sich zu denken), man denkt ab und zu noch dran, läßt es mangels Zeit-/Kraftgründen sein und weil man es ja gar nicht mehr anders kennt, ist man angeblich komplett zufrieden mit dem Hotel Mama-Programm bis ??? Alter der Vögelchen:?: . Unser Körper, Geist und Seele dankt es uns, wenn wir mal eine Besinnungspause haben, dass es auch noch anderes gibt, wie Putzi&co. zu sein. "Back to the roots".... Fitnessstudio, Schönheit, Shopping, Cafebesuche, Freunde zum Essen einladen, mit dem Traummann :? einen tollen Urlaub auf einem Cruise-Ship zu machen(sehr empfehlenswert)..... Ich wünschte, ich könnte nach 25 Jahren 2-fach Erziehung/Bemutterung all das in Angriff nehmen oder einfach mal spontan sein zu dürfen, aber es gibt noch ein Nachkömmling vom halben Alter...So wird's wohl bei mir Rentenalter, bevor ich mich richtig um (m)einen Partner, geschweige um mich selbst mal wieder kümmern kann. :wink: Aber mein Körper und ich sehnen mich sehr danach, zu fühlen, dass ich auch noch eksistiere.... LG :)
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