. : Service und Hilfe

Beitragvon nettestierfrau » 08.02.2012, 11:25

In den Niederlanden eröffnet am 1. März eine erste Klinik für aktive Sterbehilfe.

Die "Lebensendeklinik" in Den Haag richtet sich an Patienten, deren Wunsch nach aktiver Sterbehilfe von ihrem Arzt nicht erfüllt werde, obwohl sie unerträglich leiden und aussichtslos krank sind.
Sechs Teams mit jeweils einem Arzt würden jedes Ersuchen prüfen und die aktive Sterbehilfe in der Klinik selbst oder zu Haus leisten.
Hilfe zur Selbsttötung von psychatrischen Menschen und nicht todkranken Menschen mit einem Todeswunsch bleibt allerdings strafbar.

Ein Weg, der gehbar ist oder nicht ?
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Beitragvon erry54 » 09.02.2012, 12:15

Nein es ist kein Weg der gehbar ist.

Ich bin gegen eine aktive Sterbehilfe, denn keiner wirklich niemand kann entscheiden ob jemand sterben wird.
Aber ich bin für ein begleitendes Sterben. Schmerzen lindern und den letzten Weg mit ihnen "gehen" .
Was diese Klinik macht finde ich gefährlich.
Aber ich glaube es geht auch dort nur ums Geld. Nicht um den Menschen.
Aber ich will es auch nicht beurteilen ich kenne nicht die Menschen die das anbieten.
Nur dieses anbieten birgt schon gefahren.
Kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich würde nie entscheiden wollen.
Auch ich habe zwei mal falsch gelegen.

Gruss erry
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Beitragvon romantik41 » 09.02.2012, 12:45

bei uns in der schweiz, gibt es die "exit" schon viele jahre.
es kommen oft deutsche menschen nur zum so sterben
können in die schweiz.
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Beitragvon Hitapa » 09.02.2012, 12:56

Ich habe lange in der Altenpflege gearbeitet,
Sterbegleitungen,
Gespräche,
doch es gibt Grenzen.
Das Leid, die Schmerzen, das Hinsiechen so hart
das ich für mich diese Klinik beanspruchen würde.
Mir soetwas auch in Deutschland wünschen würde.
Jedoch, es kann nur eine individuelle Entscheidung sein,
keine generelle.
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Beitragvon Grantler48 » 09.02.2012, 13:11

erry54 hat geschrieben:Nein es ist kein Weg der gehbar ist.

Ich bin gegen eine aktive Sterbehilfe, denn keiner wirklich niemand kann entscheiden ob jemand sterben wird.
Aber ich bin für ein begleitendes Sterben. Schmerzen lindern und den letzten Weg mit ihnen "gehen" .
Was diese Klinik macht finde ich gefährlich.
Aber ich glaube es geht auch dort nur ums Geld. Nicht um den Menschen.
Aber ich will es auch nicht beurteilen ich kenne nicht die Menschen die das anbieten.
Nur dieses anbieten birgt schon gefahren.
Kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich würde nie entscheiden wollen.
Auch ich habe zwei mal falsch gelegen.

Gruss erry


@erry

Du glaubst doch nicht, dass die lebensverlängernden Massnahmen (Intensivstation, Zwangsernährung, Medikamentenüberversorgung) in den Krankenhäusern und Pflegeheimen allein aus humanitären Gründen durchgeführt werden.
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Beitragvon erry54 » 09.02.2012, 18:42

Grantler48 hat geschrieben:
erry54 hat geschrieben:Nein es ist kein Weg der gehbar ist.

Ich bin gegen eine aktive Sterbehilfe, denn keiner wirklich niemand kann entscheiden ob jemand sterben wird.
Aber ich bin für ein begleitendes Sterben. Schmerzen lindern und den letzten Weg mit ihnen "gehen" .
Was diese Klinik macht finde ich gefährlich.
Aber ich glaube es geht auch dort nur ums Geld. Nicht um den Menschen.
Aber ich will es auch nicht beurteilen ich kenne nicht die Menschen die das anbieten.
Nur dieses anbieten birgt schon gefahren.
Kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich würde nie entscheiden wollen.
Auch ich habe zwei mal falsch gelegen.

Gruss erry


@erry

Du glaubst doch nicht, dass die lebensverlängernden Massnahmen (Intensivstation, Zwangsernährung, Medikamentenüberversorgung) in den Krankenhäusern und Pflegeheimen allein aus humanitären Gründen durchgeführt werden.


Grantler darum geht es hier nicht. Es geht hier meiner Meinung darum ob es extra eine Klinik für aktive Sterbehilfe geben muss. Dieses habe ich abgelehnt.

Aber wo du diese Frage schon gestellt hast werde ich auch antworten.
Nein sie werden nicht nur aus humanitären Gründen durchgeführt. Aber es geht noch weniger ums Geld verdienen. Es gibt vielleicht ausnahmen.
Es gibt Gesetze die uns dazu zwingen, sollten wir es nicht machen machen wir uns strafbar.

Gruss erry
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Beitragvon MichaelLG » 09.02.2012, 18:50

Wenn ein Tier leidet, wird nicht lange diskutiert und das Tier von seinem Leiden erlöst. Zumeist mit einer Spritze.

Ich sehe nicht ein, warum ich mich Monate oder Jahre quälen muss???? Bin ich weniger wert als ein Hund?

Ich habe ein Recht auf Menschenwürde. Darunter verstehe ich auch, würdevoll zu sterben! 

Dieses endlose Bla bla bla von wegen "Keiner hat das Recht..." geht mir ziemlich auf den Sender. Solche Leute sind für mich das Gegenstück zum Tierquäler: Die Menschenquäler!

Ich finde die Einrichtung gut!
 
Liebe Grüße
Michael 
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Beitragvon atelie » 09.02.2012, 18:58

Michael, danke dass du es so deutlich schreibst. Menschenwürde fängt bei mir und meinem Wunsch zum selbstbestimmten Leben und Sterben an.
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Beitragvon MichaelLG » 09.02.2012, 19:03

Es wird Zeit für ein Umdenken. Die Kirche mit ihrem Gedankengut hat zu viel Einfluss in die bestehenden Gesetze gehabt und es wird Zeit, diese dem Zeitgeist anzupassen.

Wahrscheinlich ein frommer Wunsch, es wird noch einige Generationen hierfür brauchen. Dafür hat die Kirche noch zu viel Einfluss im Süden der Republik.

Vielleicht wird sich damit einmal der Europäische Gerichtshof beschäftigen (der ja auf die Menschenwürde so achtet) und dem Zirkus ein Ende bereiten.

 
Gruß
Michael 
Zuletzt geändert von MichaelLG am 09.02.2012, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon atelie » 09.02.2012, 19:06

Nicht allein die Kirche, auch unsere Nazi-Vergangenheit schafft Denkblokaden.
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Beitragvon MichaelLG » 09.02.2012, 19:11

*seufz*

Leider hast Du Recht. Aber es wird in der Nachkriegs-Generation wie mir nicht mehr so als Argument akzeptiert.

Menschen in meinem Alter denken: Was bitte kann ich dafür? Ich bin erst nach dem Krieg geboren. 
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Beitragvon Songlines » 09.02.2012, 19:17

nettestierfrau hat geschrieben:In den Niederlanden eröffnet am 1. März eine erste Klinik für aktive Sterbehilfe.

Die "Lebensendeklinik" in Den Haag richtet sich an Patienten, deren Wunsch nach aktiver Sterbehilfe von ihrem Arzt nicht erfüllt werde, obwohl sie unerträglich leiden und aussichtslos krank sind.
Sechs Teams mit jeweils einem Arzt würden jedes Ersuchen prüfen und die aktive Sterbehilfe in der Klinik selbst oder zu Haus leisten.
Hilfe zur Selbsttötung von psychatrischen Menschen und nicht todkranken Menschen mit einem Todeswunsch bleibt allerdings strafbar.

Ein Weg, der gehbar ist oder nicht ?


Ein Weg - der für mich sicher gehbar wäre..
natürlich nur dann, wenn alles andere ausgeschöpft wäre..
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Beitragvon Snoopy_ » 09.02.2012, 19:20

sobald jemand den berechtigten Wunsch hat über sich selbst bestimmen zu können und selber den Zeitpunkt seines Ablenbens bestimmen möchte, gibt es ringsum ein Gezeter -
es geht zwar niemand etwas an, und egal wie blöd argumentiert wird, aber Hauptsache jeder hat das Gefühl mitreden und mitbestimmen zu müssen
es ist zum :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

es ist höchste Zeit, dass es menschenwürdige Hospize für Sterbewillige gibt
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Beitragvon Lindchen » 09.02.2012, 19:32

Mein Mann schwer erkrankt an Krebs verstarb 2007, wir waren uns über den Weg einig.

In der Hospitz hier in Hamburg wurde ihm jeder Wunsch erfüllt ich war Tag und Nacht für ihn da, versuchte allem gerecht zu werden.

Es gab zwischen uns beiden eine Absprache das er nicht mehr leiden möchte.

Ich kann Menschen nicht verstehen die zusehen wie Leid immer grösser wird.

Ich hielt ihm in der Stunde des Sterbens 4 Stunden eng umschlungen und habe ihm vieles erzählt das uns beide verband,

Durch Händedruck lies er mich wissen das er mich verstand.

Am 21.01.2007 hatte er um 20.00Uhr seinen Frieden gefunden.

Er konnte würdevoll gehen, hatte Lhymphdrüsenkrebs, wen der Artzt nicht geholfen hätte wäre es ein leidvoller Tod geworden er wäre erstickt jammervoll das konnte ich verhindern und es war richtig!
Zuletzt geändert von Lindchen am 09.02.2012, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon amarantine » 09.02.2012, 19:33

Michael,
Du sprichst wahre Worte! Jedes Tier würde man erlösen - Ich sehe meine Mutter (96) seit einem Jahr sterben - Am Tropf, mit Katheder, 6 sehr schlimme Dekubituse, Gott sei Dank schmerzfrei gehalten, liebevollst betreut von meiner Schwester, mir und Sterbebegleiter, Schwestern die drei mal täglich in`s Haus kommen, alle Medikamente abgesetzt - waren so an die 20 Stk täglich, Arzt ist ratlos, sie ist austherapiert, sie will seit zwei Jahren sterben, deutlich von ihr gewünscht, - GEHT NICHT!
Meine Schwester und ich hoffen sehr, daß wir es irgendwie gebongt kriegen, dieses Schicksal nicht teilen zu müßen und rechtzeitig entscheiden zu können wie wir gehen können. Warum dürfen Tiere erlöst werden und nicht Menschen? Aber ich denke, da wird in den nächsten Jahren doch ein Umdenken stattfinden. Hoffe ich!
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