Viele Menschen schreiben gerne. Sie drücken ihre Gefühle, ihre Gedanken in Gedichten oder Geschichten aus.
Wer gerne schreibt, hat auch oft den Wunsch, die Anderen seine Werke lesen zu lassen.
Schreibt hier! Schreibt nach Lust und Laune, Gedichte, Geschichten...
Schreibt auch wahre Geschichten, nach eigenen Erlebnissen. Lasst uns an eurem Schaffen teilhaben, an euren Werken Spaß haben.
Ich fange mal an, mit einem Mini-Krimi und mit einem Gedicht.
[center]***[/center]
[center]IST DANIEL DA?[/center]
Mandy zuckte beim Schrillen des Telefons zusammen. Schon wieder! Und wieder legte der Anrufer sofort nach ihrem "Hallo" auf. Irgendjemand jagte ihr große Angst ein. Ob sie sich ihrem Mann Daniel anvertrauen sollte? Lieber nicht. Daniel hatte als Vertreter genug um die Ohren. Die Geschäfte liefen nicht gut, Mandy musste jeden Cent umdrehen. Da konnte sie ihn nicht zusätzlich mit ihren Problemen belasten. Dabei litt sie schon unter einem regelrechten Verfolgungswahn.
Vielleicht schlich der Anrufer ums Haus und beobachtete sie? Ihr schwaches Herz klopfte laut. Nur gut, dass Daniel ihr schon vor längerer Zeit eine Pistole besorgt hatte.
Da! Schon wieder klingelte das Telefon.
"Hallo…?"
Stille.
"Sagen Sie endlich, wer sie sind!" Mandy schrie fast hysterisch in den Hörer. Sie zitterte. Da ertönte eine jugendliche Frauenstimme: "Ist Daniel da?"
"Nein. Was wollen Sie von ihm?"
Wieder Stille.
"Hören Sie!", schrie Mandy außer sich. "Wer sind sie? Was wollen Sie?"
"Also gut. Ich bin die Freundin von Daniel. Er liebt mich. Sie sollten freiwillig auf ihn verzichten."
Der Schock war groß für Mandy. "Das glaube ich nicht. Und selbst wenn, Sie sind nichts anderes als ein Abenteuer für ihn."
"Ach ja? Waren Sie schon mal mit ihm in Paris? Oder in Genf? Hat er Ihnen einen Ring mit einem echten Brillanten geschenkt?"
Mandy fühlte sich schwindelig, ihr war plötzlich übel. Sie legte abrupt auf. Sie saß wie versteinert da. Paris? Genf? Brillantring? Und sie selbst musste jeden Cent umdrehen, um über die Runden zu kommen! Auch das schöne Haus, in dem sie wohnten, war ihnen angeblich nicht mehr sicher. Alles für die Geliebte!
In Mandy stieg der abgrundtiefe Hass empor. Daniel hätte längst da sein müssen. Schon wieder verspätete er sich, wie so oft. Sein Job! Meinte er stets entschuldigend. Ach ja! Nun wusste sie, was für ein "Job" das war.
Die Minuten wurden für Mandy zur Ewigkeit. Je mehr Zeit verstrich, desto schlimmer fraß sich der Hass auf ihren Mann in ihr Inneres. Bis es für sie unerträglich wurde.
Sie holte die Pistole und setzte sich auf die Couch im Wohnzimmer. "Nicht mit mir mein Lieber! Du wirst für mein verpfuschtes Leben teuer bezahlen."
Kurz vor Mitternacht hörte Mandy endlich die Haustür. Die fröhliche Stimme ihres Mannes brachte sie noch mehr in Rage.
"Hallo Schatz. Bist du noch wach?"
Sie schoss sofort! Mitten ins Herz. Der Blick ihres Mannes zeigte nur für den Bruchteil einer Sekunde eine Mischung aus Erschrockenheit und Überraschung, dann war es vorbei.
Im selben Moment ertönte wieder das Schrillen des Telefons.
"Ja?" meldete sich Mandy mit einem kleinen Triumph in der Stimme.
"Ist Daniel jetzt da""
"Oh ja, er ist da", sagte Mandy. "Er ist da, aber Sie werden ihn nicht bekommen."
"Machen Sie sich nichts vor. Daniel hat mir gestern Abend versichert, dass er Sie für immer verlassen wird. Für mich. Bald werde ICH die ehrenwerte Frau Ritter sein."
Mandy erstarrte. Sie fühlte, wie Eisesskälte langsam jede Faser ihres Körpers erfasste. Ihr Herz, mit dem sie seit einigen Jahren auch schon so ihre Probleme hatte, setzte für einen Augenblick aus.
Gestern Abend war ihr Mann für keine Minute aus dem Haus gegangen. Nicht dies allein war jedoch der springende Punkt.
"Was… haben… Sie gesagt?" stotterte sie in die Hörmuschel. "Frau Ritter? Ich heiße Keller. Mein Mann ist Daniel Keller."
Totenstille am anderen Ende. Dann die wütende Stimme der Geliebten: "Dieser Schuft! Er hat mir eine falsche Telefonnummer gegeben. Er glaubte wohl, ich würde es doch nicht wagen, bei ihm anzurufen. Ein unglücklicher Zufall, dass Ihr Mann auch Daniel heißt, bitte verzeihen Sie…"
Mandy hörte nichts mehr. Sie sank leblos neben der Leiche ihres Mannes zu Boden. Für ihr schwaches Herz war es einfach zu viel gewesen.
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