. : Service und Hilfe

Forum der Regionalgruppe München

Moderator: harry_cb31

Beitragvon Gast » 13.01.2009, 18:44

Viele Menschen schreiben gerne. Sie drücken ihre Gefühle, ihre Gedanken in Gedichten oder Geschichten aus.
Wer gerne schreibt, hat auch oft den Wunsch, die Anderen seine Werke lesen zu lassen.

Schreibt hier! Schreibt nach Lust und Laune, Gedichte, Geschichten...
Schreibt auch wahre Geschichten, nach eigenen Erlebnissen. Lasst uns an eurem Schaffen teilhaben, an euren Werken Spaß haben.

Ich fange mal an, mit einem Mini-Krimi und mit einem Gedicht.


[center]***[/center]

[center]IST DANIEL DA?[/center]
Mandy zuckte beim Schrillen des Telefons zusammen. Schon wieder! Und wieder legte der Anrufer sofort nach ihrem "Hallo" auf. Irgendjemand jagte ihr große Angst ein. Ob sie sich ihrem Mann Daniel anvertrauen sollte? Lieber nicht. Daniel hatte als Vertreter genug um die Ohren. Die Geschäfte liefen nicht gut, Mandy musste jeden Cent umdrehen. Da konnte sie ihn nicht zusätzlich mit ihren Problemen belasten. Dabei litt sie schon unter einem regelrechten Verfolgungswahn.
Vielleicht schlich der Anrufer ums Haus und beobachtete sie? Ihr schwaches Herz klopfte laut. Nur gut, dass Daniel ihr schon vor längerer Zeit eine Pistole besorgt hatte.
Da! Schon wieder klingelte das Telefon.
"Hallo…?"
Stille.
"Sagen Sie endlich, wer sie sind!" Mandy schrie fast hysterisch in den Hörer. Sie zitterte. Da ertönte eine jugendliche Frauenstimme: "Ist Daniel da?"
"Nein. Was wollen Sie von ihm?"
Wieder Stille.
"Hören Sie!", schrie Mandy außer sich. "Wer sind sie? Was wollen Sie?"
"Also gut. Ich bin die Freundin von Daniel. Er liebt mich. Sie sollten freiwillig auf ihn verzichten."
Der Schock war groß für Mandy. "Das glaube ich nicht. Und selbst wenn, Sie sind nichts anderes als ein Abenteuer für ihn."
"Ach ja? Waren Sie schon mal mit ihm in Paris? Oder in Genf? Hat er Ihnen einen Ring mit einem echten Brillanten geschenkt?"
Mandy fühlte sich schwindelig, ihr war plötzlich übel. Sie legte abrupt auf. Sie saß wie versteinert da. Paris? Genf? Brillantring? Und sie selbst musste jeden Cent umdrehen, um über die Runden zu kommen! Auch das schöne Haus, in dem sie wohnten, war ihnen angeblich nicht mehr sicher. Alles für die Geliebte!
In Mandy stieg der abgrundtiefe Hass empor. Daniel hätte längst da sein müssen. Schon wieder verspätete er sich, wie so oft. Sein Job! Meinte er stets entschuldigend. Ach ja! Nun wusste sie, was für ein "Job" das war.
Die Minuten wurden für Mandy zur Ewigkeit. Je mehr Zeit verstrich, desto schlimmer fraß sich der Hass auf ihren Mann in ihr Inneres. Bis es für sie unerträglich wurde.
Sie holte die Pistole und setzte sich auf die Couch im Wohnzimmer. "Nicht mit mir mein Lieber! Du wirst für mein verpfuschtes Leben teuer bezahlen."

Kurz vor Mitternacht hörte Mandy endlich die Haustür. Die fröhliche Stimme ihres Mannes brachte sie noch mehr in Rage.
"Hallo Schatz. Bist du noch wach?"

Sie schoss sofort! Mitten ins Herz. Der Blick ihres Mannes zeigte nur für den Bruchteil einer Sekunde eine Mischung aus Erschrockenheit und Überraschung, dann war es vorbei.
Im selben Moment ertönte wieder das Schrillen des Telefons.
"Ja?" meldete sich Mandy mit einem kleinen Triumph in der Stimme.
"Ist Daniel jetzt da""
"Oh ja, er ist da", sagte Mandy. "Er ist da, aber Sie werden ihn nicht bekommen."
"Machen Sie sich nichts vor. Daniel hat mir gestern Abend versichert, dass er Sie für immer verlassen wird. Für mich. Bald werde ICH die ehrenwerte Frau Ritter sein."

Mandy erstarrte. Sie fühlte, wie Eisesskälte langsam jede Faser ihres Körpers erfasste. Ihr Herz, mit dem sie seit einigen Jahren auch schon so ihre Probleme hatte, setzte für einen Augenblick aus.
Gestern Abend war ihr Mann für keine Minute aus dem Haus gegangen. Nicht dies allein war jedoch der springende Punkt.
"Was… haben… Sie gesagt?" stotterte sie in die Hörmuschel. "Frau Ritter? Ich heiße Keller. Mein Mann ist Daniel Keller."
Totenstille am anderen Ende. Dann die wütende Stimme der Geliebten: "Dieser Schuft! Er hat mir eine falsche Telefonnummer gegeben. Er glaubte wohl, ich würde es doch nicht wagen, bei ihm anzurufen. Ein unglücklicher Zufall, dass Ihr Mann auch Daniel heißt, bitte verzeihen Sie…"

Mandy hörte nichts mehr. Sie sank leblos neben der Leiche ihres Mannes zu Boden. Für ihr schwaches Herz war es einfach zu viel gewesen.
Zuletzt geändert von Gast am 21.02.2009, 21:53, insgesamt 8-mal geändert.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 13.01.2009, 19:26

Hier noch ein kleiner "Ratschlag" von mir:

[center]Die Liebe ist oft
wie ein Blatt im Wind.
Man lässt sie leicht
davon flattern
und sie ist fort
ganz geschwind.
Die Liebe mag aber
keine Fesseln.
Drum halte sie
nie viel zu fest.
Die Liebe ist
ein Geheimnis,
das sich niemals
ganz lüften lässt.
[/center]
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 17.01.2009, 14:44

[center]DEIN LEBEN - EIN TRAUM[/center]
[center]Du glaubst, du bist frei
und doch bist du gefangen
in deinen Träumen.
Das Leben zieht an dir vorbei,
so Vieles tust du versäumen.
Du lebst ja nur für morgen.
Statt solche Gedanken
aus deinem Leben zu streichen,
sagst du dir immer wieder:
"Morgen will ich mehr erreichen".
Am Ende fragst du dich:
"Hab ich gelebt?"
Wohl kaum!
Dein Leben war eine Illusion.
Das ganze Leben -
nur ein Traum!
[/center]
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 24.01.2009, 20:37

SCHULDIG ODER NICHT SCHULDIG?


Das Klingeln am Nachtkästchen riss Harald Wienert ganz unsanft aus seinem wohlverdienten Mittagsschlaf. Nein, es konnte nicht der Wecker sein, das lästige Geräusch war dafür viel zu kurz. Das Telefon? Ja, das war es wohl, es klingelte nämlich schon wieder. Harald griff im Halbschlaf nach dem Hörer, nicht sicher ob er träumte, oder ob das Klingeln die Wirklichkeit war.
Eine ihm unbekannte Stimme sprach im erschreckend ernsten Tonfall aus der Hörmuschel. Harald rieb sich mit der freien Hand die Augen. Es dauerte eine Weile, bis er sich endlich zurechtfand.
"Wer ist da bitte? Was haben Sie gesagt?" fragte er, einen schnellen Blick auf seine Armbanduhr werfend. So ein Pech. Er hatte kaum eine halbe Stunde geschlafen und heute Abend musste er wieder pünktlich zur Arbeit. Die Stimme am anderen Ende der Leitung wiederholte geduldig noch mal: "Hier ist das städtische Krankenhaus. Ist Helga Wienert Ihre Ehefrau?"
Harald wurde auf einen Schlag hellwach. "Ja, das ist richtig", antwortete er angstvoll. "Ist meiner Frau etwas zugestoßen?"
Stille. Dann räusperte sich der Anrufer kurz. "Kommen Sie bitte gleich vorbei, wir reden darüber, wenn Sie da sind."
"Sie müssen mir doch…". Harald hörte ein Klicken. Die Verbindung wurde unterbrochen.
Helga! Sie wollte einkaufen gehen und Harald, der als Nachtportier in einer Bekleidungsfabrik beschäftigt war, schlafen lassen. Helga fuhr mit dem Bus ins nahe Einkaufszentrum, da Harald später den Wagen für einige wichtige Erledigungen brauchte. Somit konnte es sich nicht um einen Autounfall handeln. Was war denn dann passiert? Oder hatte Helga es sich anders überlegt und war doch mit dem Auto gefahren? In Windeseile zog sich Harald an und rannte in die Garage. Nein, da stand sein alter Wagen - merkwürdig dass ihm gerade in diesem Augenblick auffiel, wie dringend er eine gründliche Reinigung gebraucht hätte. Wahrscheinlich war das ein Versuch seines Unterbewusstseins, die Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Zu groß war Haralds Sorge um seine Frau.

Harald hasste Krankenhäuser. Er selbst hatte Gottlob noch nie als Patient die Bekanntschaft eines Krankenzimmers machen müssen. Dich die paar Besuche im Laufe der Jahre bei seinen Bekannten, die in der Beziehung weniger Glück hatten als er, haben ihm gereicht.

Mit schnellen Schritten strebte Harald durch den reizvoll angelegten Klinikpark dem Eingang zu. Jener Frühlingsnachmittag, Anfang Mai, war sonnig und warm, es grünte und blühte allerseits und die schönsten Blumendüfte lagen in der Luft. Doch Harald bekam von alledem nichts mit. Für ihn hätte es regnen und stürmen können, das hätte ihn genau so wenig berührt. Mit seinen ganzen Sinnen war er bei seiner Frau.
Er eilte zum Empfang und fragte aufgeregt nach Helga Wienert. Darauf führte ihn eine junge Krankenschwester, ihn verstohlen musternd, auf die Intensivstation.
Sie machte Halt vor einem bestimmten Zimmer.
"Warten Sie bitte hier einen Augenblick. Der Arzt wird gleich kommen und sich um sie kümmern", meinte sie mit einer kalten, unbeteiligten Stimme und eilte davon.
Intensivstation! Er durfte nicht zu seiner Frau, sondern musste draußen warten. Was hatte das alles zu bedeuten? fragte sich Harald mit Bangen. Nichts Gutes, das war ihm klar. Er tigerte unruhig den langen Flur hin und her. Noch nie zuvor war ihm die Zeit so endlos lang vorgekommen. Nicht einmal, wenn er mutterseelenallein als Nachtportier in seinem Glaskasten am Eingang der Bekleidungsfabrik saß. Sein qualvoller Blick blieb immer wieder an der Tür des Krankenzimmers haften. Am liebsten wäre er hineingegangen, auch ohne der Erlaubnis der Krankenschwester. Doch, das traute er sich letztendlich doch nicht. Er wollte ja keinen Ärger mit dem Krankenhauspersonal haben.
Endlich erschien der Arzt - in Begleitung eines Polizisten. Mit einem ernsten Gesichtsausdruck zog der Doktor einen Stuhl heran und deutete Harald, sich hinzusetzen.
"Wie geht es meiner Frau? Wann darf ich zu ihr?" Die Fragen sprudelten nur so aus Haralds Mund. Er schrie vor Ungeduld. Der Arzt und der Polizist wechselten auf eine merkwürdig finstere Art die Blicke, dann betrachteten sie stumm Herrn Wienert.
"Warum sagen Sie nichts? Was ist geschehen?"
"Das müssten Sie selbst eigentlich am besten wissen", antwortete der Polizist, der sich dicht vor Harald postiert hatte.
"Ich verstehe nicht. Was soll das heißen? Ich habe ein Recht darauf, zu erfahren, was hier los ist."
"Wo waren Sie heute um etwa vierzehn Uhr?" fragte der Polizist an Stelle einer Antwort.
"Warum interessiert Sie das? Ich war zu Hause und habe geschlafen", sagte Harald wahrheitsgemäß.
"Gibt es irgendwelche Zeugen dafür?"
Nun platzte Harald endgültig der Kragen. "Was für Zeugen? Wenn Sie unsere Katze als Zeugin akzeptieren, dann gibt es Zeugen!"
"Sie sollten sich mäßigen", sagte der Polizist streng. "Ihre Frau ist in dem Park hinter dem Einkaufszentrum zusammengeschlagen worden. Sie war ohne Bewusstsein, als man sie eingeliefert hatte".
Haralds Magen zog sich zusammen. "Nein! Wer tut denn so etwas?"
Er brachte nur mühsam die Worte hervor.
"In der Handtasche Ihrer Frau haben wir Ihre Telefonnummer gefunden, so konnte ich Sie anrufen", ergänzte der Arzt, ohne auf die Unterbrechung einzugehen.
Der Polizist setzte die Erklärung fort: "Ganz kurz kam Ihre Frau zu Bewusstsein. Da hat sie Sie beschuldigt. Was haben Sie dazu zu sagen?"
Harald wurde weiß im Gesicht. Er sackte in sich zusammen. "Das ist nicht wahr", stammelte er ganz verstört. "Ich war die ganze Zeit zu Hause, habe geschlafen. Ich liebe meine Frau, ich würde ihr niemals etwas antun."
"Das sagen sie alle", meinte der Polizist ungerührt. "Ihre Frau hat ziemlich deutlich geflüstert, "Es war mein Mann", bevor sie wieder das Bewusstsein verlor. Außerdem gibt es Zeugen, die Sie identifizieren werden können. Im Park haben nämlich die Passanten, die Ihrer Frau zu Hilfe eilten, beobachtet, wie Sie weggelaufen sind. Haben Sie ernsthaft gemeint, Sie würden so einfach davonkommen?"
Harald saß mit dem hängenden Kopf da. Er verstand die Welt nicht mehr. War er nicht bei Verstand und wusste nicht mehr was er tat?"

In diesem Augenblick ging die Zimmertür auf und die Stationsschwester stürmte in den Flur hinaus. "Herr Doktor, kommen Sie schnell!" rief sie aufgeregt. Der Arzt verschwand eiligst im Krankenzimmer. Harald sprang auf und wollte ihm nachlaufen. Doch der Polizist hielt ihn am Ärmel fest.
Nach einigen Minuten erschien der Arzt wieder, mit einem sehr ernsten Gesichtsaisdruck. Es schien fast so, als ob er nicht wusste, ob er diesem Häufchen Elend vor sich Mitleid oder Groll entgegenbringen sollte. Schließlich sprach er mit einer leiser Stimme: " Ich muss Ihnen mitteilen, dass Ihre Frau soeben verstorben ist."

Harald sprang von seinem Stuhl und stürmte in das Zimmer. Dann näherte er sich langsam dem einzigen Bett, das neben dem Fenster zum Park aufgestellt war. Plötzlich blieb er wie angewurzelt stehen. Der Anblick der blassen Toten erschütterte ihn, doch vor allem verspürte er eine unsagbare Erleichterung.

"Das ist nicht Helga", sprach er nun mit einer festen Stimme. "Das ist nicht meine Frau."
"Das ist nicht Ihre Frau?" fragte Polizist, der ihm gefolgt war, ungläubig.
"Nein, diese Frau habe ich noch nie in meinem Leben gesehen."
Harald wurde hinausgeführt, er setzte sich wieder auf den Stuhl. "Rufen Sie bei mir zu Hause an", bat er den Arzt. "Meine Frau ist bestimmt schon längst zurück vom Einkaufen."
Nach einigen Minuten kehrte der Arzt zurück und er sprach, mit einem Blick auf den Polizisten: "Herr Wienert hat die Wahrheit gesagt. Seine Frau war tatsächlich zu Hause, sie wird gleich hier sein."
Der Polizist kratzte sich ratlos am Kopf. Er wusste nicht, was er davon halten sollte.
Als Helga Wienert zögernd durch die Tür kam, in Begleitung der gleichen jungen Krankenschwester, die auch schon Harald auf die Station geführt hatte, stürzte Harald ihr entgegen und schloss sie fest in die Arme. Die schwere Last der letzten Stunde fiel nur langsam von ihm ab, er konnte seine Frau gar nicht mehr loslassen. Da kam ihnen die Stationsschwester mit einer kleinen Handtasche aus schwarzem Leder entgegen.
"Meine Tasche!", rief Helga freudig. "Wie kommt sie denn hierher? Sie wurde mir im Kaufhaus gestohlen, als ich ein paar Schuhe ausprobiert hatte."
Nun ging Harald ein Licht auf. "Zu dem Pech, dass jemand deine Tasche mitgenommen hatte, kam es noch dazu, dass sie von einer Frau gestohlen wurde, die anscheinend die größten Probleme in ihrer Ehe hatte. Sie wurde kurz danach im Park von ihrem Mann so brutal zusammengeschlagen, dass sie an den Folgen eben gestorben ist."
"Wie furchtbar", rief Helga entsetzt. "Und weil das Krankenhauspersonal bei ihr meine Tasche mit unserer Telefonnummer drin gefunden hat, nahm man an, ich wäre das."
"Das alles tut mir sehr leid", meinte der Gesetzeshüter bedauernd. "Aber, wie hätte ich das wissen sollen? Und wer ist jetzt eigentlich die Tote, die dort im Zimmer liegt?"
"Also, mein Herr, das herauszufinden ist wirklich nicht unsere Angelegenheit", meinte Harald müde und wandte sich an seine Frau. "Komm Helga, wir gehen nach Hause. Für heute war es wirklich genug."
Nach ein paar Schritten drehte er sich ein letztes Mal um: "Wenn Sie uns brauchen sollten, Sie wissen nun, wo wir zu finden sind."
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 31.01.2009, 13:35

[center]DAS ZAUBERLAND

Ich kenne ein wunderschönes Land,
voll Blumen, Sonne und Licht.
Da gibt es Dinge, die es sonst
nirgendwo auf der Welt gibt.

In diesem Land sind alle fröhlich,
den Haß und Streit - hier gibt es keinen!
Die Menschen und Tiere leben friedlich,
es gibt kein' Kummer und kein' Weinen.

Die Blumen blühen überall,
die Sonne scheint das ganze Jahr,
die Vögel singen unermüdlich
und Bäche fließen kühl und klar.

Das Zauberland das ich meine,
gibt es leider nur im Traum,
auch wenn ich es ewig suche,
jemals finden werd' ich es kaum. [/center]
Malaika
(geschrieben mit ca. 14 Jahren, in serbisch. Später in deutsch übersetzt).
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 31.01.2009, 16:00

SCHACHMATT

Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis es Karl auffiel, dass bei der Sache mit Wilfried etwas nicht in Ordnung war.
Karl hatte seinem Nachbarn stets bedenkenlos vertraut. Ein großer Fehler, wie sich herausstellen sollte. Diese Lektion hatte er gründlich gelernt. Für ihn kam es so arg, wie er sich niemals vorstellen konnte.
[center]***[/center]
Wilfrieds Welt hatte nichts mit Karls Welt zu tun. Fast neidisch betrachtete Karl manchmal das stattliche Haus gegenüber, das dem vermögenden Wilfried gehörte. Er selbst bewohnte zusammen mit seiner äußerst attraktiven Frau Doris nur eine kleine Zweizimmerwohnung im fünfstöckigen Mietshaus.
Als Karl aber an einem warmen Sommertag Wilfried in seinem Garten mit einem anderen Mann sah, bei einem kühlen Drink, ein großes Schachbrett zwischen den beiden, war sein Interesse für den Nachbarn schlagartig geweckt. Karl spielte nämlich leidenschaftlich gerne Schach.

An einem Nachmittag traf Karl auf Wilfried in dem nahen Lebensmittelgeschäft. Er überwand seine Hemmungen dem reichen Nachbarn gegenüber und sprach ihn an: "Sie spielen Schach, nicht wahr? Rein zufällig habe ich es gesehen, als ich neulich an ihrem Haus vorbeikam."
Entgegen allen Erwartungen zeigte Wilfried ein großes Interesse an diesem Thema. "Ja, das stimmt", antwortete er. "Ich liebe Schach, doch es ist nicht leicht, einen Partner für das Spiel zu finden. Sagen Sie bloß, Sie interessieren sich auch für Schach?"
"Oh, ich wage es sogar zu behaupten, dass ich ein ganz guter Schachspieler bin. Schon sei meiner Kindheit ist Schach eins meiner liebsten Steckenpferde."
"Das finde ich toll", meinte Wilfried begeistert. "Dann können wir es ja einmal miteinander versuche. Aber ich warne Sie! Ich bin ein ganz gefährlicher Gegner."
Wenn Karl damals nur die leiseste Ahnung gehabt hätte, wie viel Wahrheit in diesen Worten Wilfrieds steckte, hätte er sich mit dem Nachbar niemals eingelassen. Er konnte es aber nicht wissen, also antwortete er freudig: "Kommen Sie am Abend einfach mal vorbei. Sie sind uns stets willkommen".

Seitdem spielten die zwei Männer ein paar mal in der Woche eine Partie Schach. Immer in Karls kleinem Wohnzimmer, niemals wurde er in die hübsche Villa von Wilfried gebeten. Darüber machte er sich aber keine Gedanken. So sind die Reichen eben, meinte er.
Doris begrüßte den Gast stets höflich, tischte ihm, wie auch Karl, der sonst eigentlich keinen Alkohol trank, Whisky auf und verzog sich dann meistens mit einem Buch in ihr Schlafzimmer.
Wilfried musste ab und zu geschäftlich verreisen. Diese Abende kamen Karl dann irgendwie trostlos, leer vor. Besonders als ihm auffiel, dass Doris genau an diesen Abenden auch nicht zu Hause blieb. Angeblich besuchte sie ihre beste Freundin. Warum denn immer in den Zeiten, wenn der Schachpartner nicht da war? Für Karl gab es bald keine Zweifel mehr: Doris und Wilfried hatten ein Verhältnis miteinander. Natürlich, Doris war eine bildhübsche Frau, Wilfried ein steinreicher Mann. Und er hatte dafür gesorgt, dass es so kommen musste, indem er den Nachbar zu sich eingeladen hatte. Das wurmte Karl am meistens.
Tagelang grübelte Karl darüber nach, was er tun könnte, um Doris nicht zu verlieren. Er fing an, den Nebenbuhler zu beobachten. Wilfried musste eine wichtige Persönlichkeit sein, dieser Meinung war Karl bereits seit Längerem. Er sah den Nachbarn jeden Morgen mit einem kleinen schwarzen Koffer in der Hand aus dem Haus gehen und in seinen Luxuswagen, mit einem Chauffeur einsteigen. Oft wurde er aber von verschiedenen, genau so bedeutend aussehenden Männern abgeholt. Vielleicht konnte man Wilfried unter Druck setzen? In seiner Position, egal was er war, sollte er sich nicht mit einer verheirateten Frau einlassen, war Karls Überzeugung.
Bei einem der nächsten Schachspiele versuchte Karl vorsichtig Wilfried über seinen Beruf auszufragen. Doch der reagierte nicht nur abweisend, sondern auch gereizt darauf. "Ich verkaufe Luxusautos. Nichts für Sie, mein Lieber. Darüber wollen wir aber nicht reden. Konzentrieren wir uns lieber auf das Spiel. Irgendwie scheint es mir, dass Sie nicht ganz bei der Sache sind."
Das stimmte. Karls Gedanken kreisten nur um das Eine. Wie könnte er den Rivalen ausschalten und somit die Frau, die er über alles liebte, für sich behalten?
Zum sprechen würde er also Wilfried nicht bringen können, das war ihm klar. Dann musste er eben zur Tat schreiten. Mit mir nicht, mein Lieber! Schimpfte er in Gedanken wütend.
Er entschloss sich eines Morgens kurzerhand, dem Schachpartner heimlich mit seinem Wagen zu folgen. Er hatte jedoch Pech. Im dichten Verkehr verlor er Wilfrieds Wagen schnell aus den Augen. Dann eben morgen noch einmal, dachte er bei sich.
Diesmal wollte er besonders aufmerksam sein und den Abstand nur so groß halten, wie unbedingt nötig. Karl war aber wahrhaftig kein guter Detektiv. Schon nach ein paar Minuten stoppte Wilfrieds Wagen. "Sie haben sich an meine Fersen geheftet!" polterte er laut. Leugnen Sie nicht, ich habe Sie bereits gestern bemerkt! Nehmen Sie sich meinen Rat zu Herzen und unterlassen Sie das in der Zukunft lieber. Es könnte Ihnen schlecht bekommen".
Dann brauste er davon un ließ einen vollkommen ratlosen Karl zurück.
Die Reaktion von Wilfried war für Karl ein deutliches Schuldbekenntnis. Nun wusste er nicht mehr weiter. Er fühlte einen unbändigen Hass in sich aufsteigen und die ohnmächtige Wut beherrschte jeden seiner Gedanken. "Oh, nein, so einfach kommst du mir nicht davon. Du wirst meine Doris nicht bekommen. Niemals!" redete er laut mit sich selbst.

Um sicher zu gehen, dass er sich nicht irrte, dass er den Schachpartner nicht fälschlicherweise beschuldigte, spionierte Karl an einem dieser schachfreien Abende seiner Frau nach. Volltreffer. Sie ging nicht zur Freundin, sondern verschwand im Haus von Wilfried. Kurze Zeit später sah er, wie sich zwei Schatten hinter dem Zugezogenen Vorhang in die Arme fielen. Also war kein Irrtum möglich. "Nicht mit mir!" schimpfte Karl erneut in Gedanken. "Dafür wirst du bezahlen!"

Trotz der unerfreulichen Ereignisse kam Wilfried wieder zum vereinbarten Schachspiel. Er tat so, als ob alles in Ordnung wäre, und Karl ließ sich auch nichts anmerken. Es schien alles beim alten zu sein. Nein, nicht ganz. Diesmal ließ Karl nicht seine Frau bedienen. "Heute kümmere ich mich um unseren Gast", meinte er und schickte Doris fort.
Kaum saßen sich die Männer gegenüber, da verlangte Wilfried nach Eiswürfeln für seinen Whisky. Das war ungewöhnlich, noch nie hatte er Eis in sein Getränkt getan. Karl erinnerte sich, dass er seinem Gast beim ersten Besuch das Eis sogar angeboten hatte. Doch Wilfried lehnte es mit den Worten ab: "Nein, nein, ich werde das edle Getränk doch nicht verwässern."
Merkwürdig, dachte Kar, doch ihm sollte es egal sein. Eis hatte er immer genug im Gefrierschrank. Er ging in die Küche und kurze Zeit später kam er mit einem Becher, gefüllt mit Eiswürfeln.
Bereits nach einer kurzen Zeit, nach dem sie einige Züge gemacht hatten und die Gläser leer getrunken hatten, unterbrach Karl plötzlich die Stille mit einer schneidenden Stimme; "Schachmatt!"
"Was soll das?" wunderte sich Wilfried mit einem ironischen Lächeln auf den Lippen. Wir haben erst ein paar Züge gemacht. Sie sind noch weit entfernt davon, mich zu schlagen, wenn überhaupt."
"Ich meine auch nicht das Spiel. In Ihrem Whisky ist Gift. Sie werden sich nie wieder an meine Frau ranmachen. Ich weiß, was Sie so treiben, wenn Sie angeblich auf der Geschäftsreise sind."
Wilfried wurde kreidebleich im Gesicht. "Oh, mein Gott!" rief er. Sie Idiot! Das muss mein Chauffeur sein. Ich hatte ihn schon länger im Verdacht, dass er sich in meiner Abwesenheit mit irgendwelchem Weib in meinem Haus amüsiert." Er bedeckte das Gesicht mit der einen Hand und wiederholte: "Sie Idiot."
Nun wurde Karl leichenblass. Was konnte er nun tun? Gar nichts, fiel ihm ein. Es war ein schnell wirkendes Gift.
Da sprach Wilfried wieder, mit einer Grabensstimme fort: "Für sie ist es aber auch Schachmatt, mein lieber Freund".
Zum ersten mal nennt er mich Freund, fiel Karl auf, doch das Denken bereitete ihm auf einmal große Mühe.
"Was meinen Sie damit, für ist es auch Schachmatt?" fragte er mit schwerer Zunge.
"In Ihrem Glas befindet sich auch Gift. Haben Sie sich denn gar nicht gewundert, dass ich Sie weggeschickt habe, um Eis zu holen? Wo Sie doch genau wissen, dass ich Eis im Whisky verabscheue."
Karl hatte sich gewundert, klar.
"Warum soll ich Ihnen jetzt nicht alles sagen, es spielt ja keine Rolle mehr. Sie werden es sowieso nicht mehr weiter erzählen können", fuhr Wilfried fort, von dem gleichen Schwindelgefühl erfasst, wie sein Schachpartner. "Sie haben mir so offensichtlich, richtig stümperhaft nachgeschnüffelt. Ich dachte, Sie wären mir auf die Schliche gekommen, Sie hätten es entdeckt, womit ich mein Geld verdiene - mit den Geschäften mit Mafia. Ich hatte in diesem Metier bereits ziemlich weit gebracht, Sie wurden zu einer Gefahr für mich. Woher sollte ich denn wissen, dass es sich bei Ihnen um etwas ganz anderes handelt."

Karl musste mit Bitterkeit an Wilfrieds Worte denken, die sein Schachpartner am Anfang ihrer Bekanntschaft ausgesprochen hatte: "Das ganze Leben ist ein Schachspiel. Ein ständiger Kampf, wobei der bessere gewinnt. Doch manchmal, äußerst selten, gibt es keine Gewinner."

Ja, genau so war es nun. Schachmatt für beide.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 01.02.2009, 15:24

[center]
MEIN HAUS

Mein Haus, mein altes Haus,
wo ich einst spielte im Sonnenschein,
steht weit, ach, viel zu weit.
Werd' ich noch einmal schreiten
durch Garten der Kinderzeit?

Er ist so weit, mein alter Garten,
wo die Schwester mir einmal flocht
die Krone - ein' Blumenkranz.
Wo wir glücklich mit Freunden lachten
in strahlender Sonne Glanz.

Mein Haus, mein altes Haus,
niemals, niemals vergess ich dich!
Wo Vaters Blick mir in Liebe folgte
und Mutters Hand immer zärtlich
über das Haupt mir strich.

Mein Haus, ach geliebtes Haus,
mein Herz wohnt heut'noch in dir.
Mein Herz ist gespalten:
Die eine Hälfte ist weit, so weit,
die andere ist hier.

Mein Haus, mein altes Haus,
auch wenn mal an deiner statt
nichts weiter als Staub nur steht,
ich weiß, dass meine Liebe zu dir
niemals! Niemals vergeht[/center]
Malaika
28.11.1998
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 01.02.2009, 16:21

Noch ein paar Bilder von meinem Zuhause in Serbien.
Das zweite Bild zeigt mich vor meinem Haus (vorne rechts).
Das dritte unsere Straße, die befindet sich am Rande der Stadt.
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 12.02.2009, 21:28

[center]DIE MUTTER

Als ich ein Kind war an Mutters Hand,
war ich stets glücklich und geborgen.
Mein Leben war voller Träume,
so fremd waren mir alle Sorgen.

Jetzt bin ich Mutter von einem Kind
und halte die Hand stets bereit,
um es im Leben ihm zu reichen,
bei allen Nöten, für alle Zeit.
[/center]

[center]Malaika[/center]
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 12.02.2009, 23:14

[center]KATZE UND MAUS

Es fiel einmal die Maus in den Wein,
die Katze sah es und dachte:
"Jetzt bist du mein!
Soll ich dich retten und fressen , Maus,
oder willst du ertrinken hier?"
"Ach, hol' mich bitte raus,
ich lauf ' nicht weg, das schwör' ich dir."

Die Katze zog sie langsam raus,
aber, als Mäuschen zu Boden sank
lief es schnell zu seinem Haus
und rief noch: "Vielen, vielen, Dank."

Die Katze schrie: "Und dein Versprechen?
Du hast mich betrogen, Mann!"
"Ach", sagt die Maus "Wenn ich betrunken bin,
versprech' ich alles dann."[/center]

Malaika
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 14.02.2009, 14:41

[center]DIE EINSAMKEIT

Du sitzt in deinem Zimmer,
was für ein einsamer Ort!
Wie Tränen klopfen
die Regentroppfen
an deine Fenster
immerfort.
Wie die Gespenster
huschen die Schatten
an deinen Wänden entlang.
Nur des Windes Klagegesang
ist dein nächtlicher Begleiter.
Das Leben geht aber weiter,
nichts auf dieser Welt
ist für die
Ewigkeit.
So endet irgendwann
- glaube ganz fest daran -
auch deine Einsamkeit.

Malaika[/center]
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 14.02.2009, 15:17

Das ist nur etwas für sehr tierliebe Menschen:

[center]Dass mir mein Hund viel lieber sei,
sagst Du, oh Mensch, sei Sünde.
Der Hund bleibt mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde!

Arthur Schopenhauer[/center]


Das auf dem Bild ist mein Hund Joey, als er noch klein war. Er lebt leider nicht mehr, ist nur 11 Jahre alt geworden.
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Beitragvon TanzGudi » 14.02.2009, 17:57

Liebe Malaika

D A N K E; alles ist so schön und für mich treffend (auch wegen der TIERE)
Avatar
TanzGudi
 

Beitragvon Gast » 15.02.2009, 0:17

Danke liebe tanzGudi. Da siehst du dass es stimmt was ich geschríeben habe, bei meiner Begrüßung als Moderatorin: Wenn ich anfange zu schreiben, bin ich kaum zu bremsen. :D

Einen ganz lieben Gruß an dich
von Malaika
Avatar
Gast
 

Beitragvon Gast » 15.02.2009, 0:43

[center]LICHT UND SCHATTEN

Der Wald ist dunkel,
in dem du stehst.
Du siehst nur Schatten,
wo ist das Licht?
Der Wald ist endlos,
der Weg? Die Hoffnung?
Du siehst sie leider nicht.
Und doch dort,
gar nicht so weit,
ein Lichtstrahl -
siehst du es nicht?
Schau nur nach vorne,
verlaß die Schatten,
sieh nur nach dem Licht.
Der Wald ist dunkel,
bleib da nicht steh'n,
laß dich von Schatten
nicht verschlingen.
Geh immer weiter
frohen Mutes,
dann wird das Schicksal
dir viel Licht bringen.

Malaika

[/center]
Dateianhänge sehen Sie nur als registriertes Mitglied im 50plus-Treff.
Avatar
Gast
 

Nächste

Zurück zu München