Mich hat mein Berlinweh wieder einmal stark in den Klauen ...
Also: ran an de Buletten ... Sprich an meinen Bücherschrank -- zu den ca zwei und einen halben Meter Berlinensis ...
Gestern lachte ich mich halb kaputt über “das Urbild der Berlinerin” Madam Dutitre einer Hugenottin der zweiten Stunde ... quasi
S.Fischer-Fabian “Berliner Evergreens” Bilder einer Stadt in sechzehn Portraits , Ullstein, 3005,Berlin 1960 S.121 ff
Nun ... “the best of” wollte ich Euch nicht vorenthalten ... aber die kleine Schrift... .. Alt, aber endlich schon ein bisserl schlau, dachte ich: Kuckste mal bei Wiki vorbei..
Und wurde fündig... Und Ihr werdet nun “zwangsbeglückt” ....
Ihre Biographie ist hier ... Und die Anekdoten auch ..
http://de.wikipedia.org/wiki/Madame_Du_Titre
Diese schwerreiche Frau machte ihrem zukünftigen - ebenfalls schwerreichen Etienne Du Titre damals ganz unüblich, einen Heiratsantrag. Sie stand, Petersilie hackend in der Küche... drall, dunkel, hübsch . Er stand neben ihr - rumdrucksend: Was geschah? Sie , für ihr schnelles Mundwerk bekannt, fragte ihn kokett über das Hackmesser blickend:“Na, Dutitern, Sie möchten wohl janz jerne, dass ich in Ihre Küche später och mal Petersilie hacke“... Klar, dass er wollte. Marie Anne George war nämlich nicht nur mit einem großen und raschen Mundwerk begabt, sondern mit einem ebensolchen Herzen .. Und sie war völlig ungeniert ... Sie fürchtete sich vor nichts und niemandem auch nicht vor ihren stadtbekannten Grammatikfehlern. Und obwohl sie noch fließend Französisch sprach... das Hugenottenfranzösisch, das in Paris belächelt wurde, war ihre Sprache: dit Balinern.
Eines Tages erkundigte sich König Friedrich III nach ihrer Tochter Marie und ihrem Schwiegersohn, die sich gerade in Italien aufhielten. Die Antwort der stolzen Mutter: “Alle Dienstag und Freitag bei Papstens in Rom zum Thee - und die Päpstin so freundlich zu meine Dochter wie Majestätken zu mir.“ Noch anteilnehmender ist ihre verbürgter Trost an diesen König, als ihm seine Königin Luise starb: „Ja, Majestätken, et is schlimm for Ihnen. Wer nimmt ooch jern een Witwer mit sieben Kinderkens“.
Sei`s drum... Ein letztes:
Sie ließ sich - und das gar von ihrer Gesellschaftsdame- nicht gar so gern wegen ihres Berlinerns ansprechen. Die Gesellschaftsdamen der Madame wurden nur unter der Bedingung eingestellt, dass sie ihrer Arbeitgeberin nie widersprachen. Als die eines Tages erzählte, wie sie den ganzen Vormittag von Besuch zu Besuch „jelofen und jelofen“ sei, korrigierte die Angestellte vorsichtig: man sage aber doch besser „gegangen“ statt „jelofen“. Madame Du Titre daraufhin: „Wat, gegangen, gegangen? Mamsellken, ick bin jelofen, jelofen und ick habe den reichen Du Titre gekriegt – und Sie sind gegangen und gegangen und haben noch keinen nich gekriegt. Also is jelofen besser wie gegangen, merken Sie sich das!“
Ein bisserl unschön, aber : wer zahlt, schafft an ... Großherzigkeit hin oder her..
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