[center]MONAS MORD
Kurzkrimi von Malaika
Kapitel 1.
Monas Märkwürdigen Unfälle[/center]
War sie nun eine Mörderin oder nicht? Wenn man's genau nimmt, hat sie ja ganz bewusst den Tod eines Menschen herbeigeführt. Aber eine Mörderin? Nein, so fühlte sich Mona nicht. Obwohl es richtig gewesen wäre, die Polizei zu verständigen, statt selbst zu handeln. Aber hätte ihr jemand geglaubt? Ohne jeden Beweis. Hätte sie denn weiterhin in Angst leben sollen? Es gab keine Antworten darauf. Es gab Niemanden, absolut Niemanden, den sie um Rat hätte fragen können. Also war ihr nichts anderes übrig geblieben, als ihrer inneren Stimme zu folgen…
Monas Gedanken schweiften in die Vergangenheit zurück. Wenn sie an die Ereignisse aus jener Zeit dachte, das lag nun schon einige Jahre zurück, legte sich ein schwerer Schatten auf ihre Seele, fast so, wie wenn sich die dunklen Wolken vor die Sonne schieben…
Die düsteren Erinnerungen verblassten allmählich, nur noch selten musste sie an die Schreckenszeit ihres Lebens denken.
Wie hatte das alles damals überhaupt angefangen? Hätte sie etwas ändern können?
Zuerst häuften sich die merkwürdigen Zufälle. Wie an dem Tag, als die Bremsen ihres Wagens versagten. Das schicke Auto in ihrer Lieblingsfarbe rot, ein Geburtstagsgeschenk ihres Mannes, war erst ein halbes Jahr alt. Super im Schuss!
Totalschaden! Nur mit Glück überlebte Mona den Unfall. Und was sagte ihr Mann Helmut dazu? "Frauen sollten kein Auto fahren!"
Dann die Sache mit der Kellertreppe. Warum war eine Stufe so brüchig, dass sie sich fast den Hals brach? Ihr schönes Haus am Rande der Stadt war fast neu, es gab absolut keinen Grund dafür, dass die Stufen die zum Keller führten, schadhaft waren.
Warum war zwei Tage später ihre Nachttischlampe defekt? Der Stromschlag hätte sie töten können!
Das war noch lange nicht alles, das Schlimmste stand Mona aber erst bevor…
An jenem schicksalhaften Tag ging Mona wieder mal zur späten Stunde von ihrer Arbeit nach Hause. Wie so oft hatte sie als Chefsekretärin Überstunden machen müssen. Das nahm sie gerne in Kauf, da sie ihren Beruf liebte und ihr Vorgesetzter ein recht angenehmer und fairer Mensch war. Alleinstehend und attraktiv noch dazu. Er stellte für Mona jedoch keine Gefahr dar, weil es für sie nur einen einzigen Mann in ihrem Leben gab: Helmut.
Es war bereits dunkel, als sie den Wagen auf dem großen Parkplatz gegenüber ihrem Wohnhaus zum Stehen brachte. Sie war gerade dabei die Autotür abzuschließen, da ließ sie ein Geräusch aufhorchen. In ihrem Innern schrillten sämtliche Alarmglocken, eine Art Vorahnung überkam sie, es war aber zu spät. Nicht mal die Zeit blieb ihr, um sich umzudrehen und dem Angreifer ins Gesicht zu blicken. Zwei kräftige Hände packten sie an der Schulter und um die Teile und sie wurde in Richtung Gebüsch gezerrt, das den Parkplatz säumte. In ihrer Panik fielen ihr ihre Kenntnisse in Selbstverteidigung ein, worin sie sich eine Zeitlang geübt hatte. Leider nicht lange genug. Sie versetzte dem Unbekannten einen Schlag mit dem Ellenbogen, dies minderte aber nicht im Geringsten seine Entschlossenheit, sie ganz offensichtlich ins Jenseits befördern zu wollen. Im Gegenteil! Seine Hände schlossen sich blitzschnell um ihren Hals und drückten gnadenlos zu. Monas Widerstand erlahmte. Sie hatte keine Kraft mehr sich zu wehren. In diesen letzten Sekunden, welche sie bewusst erlebte, war die Panik einer tiefen Traurigkeit gewichen. Traurigkeit darüber, diese Welt verlassen zu müssen. Sie glaubte ein Licht zu erblicken, es mehr zu erahnen durch ihre geschlossenen Lider, gedämpfte Geräusche zu hören, wie von weiter Ferne, doch nur für einen kurzen Augenblick. Immer tiefer versank sie in die Dunkelheit, Finsternis… Kälte. Dann… nichts mehr…
Mona öffnete ganz langsam die Augen. Sie blinzelte, es kostete sie reichlich Anstrengung, sich zurrecht zu finden. Das, was sie als erstes erkennen konnte war alles weiß. Weiße wände, weißes Bett in dem sie lag, weiße Bettdecke. Gedämpftes Licht umgab sie. Aus den Augenwinkeln heraus sah sie, dass die Übergardinen am Fenster, in einem satten Gelb, der einzige Farbfleck im Raum, zugezogen waren. Ihr Verstand fing langsam zu arbeiten an, es kam die Erkenntnis, dass sie sich in einem Krankenhaus befand. Sie war also nicht tot! Sie lebte!
Sie fühlte eine Hand, die behutsam ihren Arm berührte, der leblos auf der Bettdecke lag.
Die Worte, leise, fast flüsternd gesprochen, taten ihr gut: "Ich lass dich nicht mehr allein nach Hause gehen, wenn es spät wird. Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchen solltest."
"Helmut…" hauchte sie kaum hörbar.
Mühsam drehte sie den Kopf zur Seite, da ihr Hals höllisch schmerzte. Sie sah eine männliche Gestalt, blinzelte erneut und ihr Blick wurde etwas klarer. Es war nicht Helmut, dieser Mann, der neben ihrem Bett saß und sie mit Augen voller Mitgefühl ansah. Es war Robin, ihr Chef.
"Waren wir denn per Du?" fragte sich Mona benommen. Sie strengte ihr Gehirn an, konnte sich aber nicht daran erinnern, sie konnte gar nicht mehr weiter denken. Langsam entglitt ihr die Wirklichkeit, sie fiel in einen tiefen Schlaf.
Als sie wieder wach wurde, diesmal bereits kräftiger und mit klaren Gedanken im Kopf, saß Helmut an ihrem Bett. Sie dachte an Robin, an seine leise gesprochenen Worte, doch war sie sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob dies nicht nur ein Traum gewesen war. Egal, ob Traum oder Wirklichkeit, es war eine angenehme Erinnerung. Sofort empfand sie ein schlechtes Gewissen Helmut gegenüber. Sie lächelte ihn an. Er lächelte zurück.
Es war Mordversuch! Die Tatsache, dass sie dem Tod nur um Haaresbreite entkommen war - dank einem älteren Ehepaar, welches sein Auto im richtigen Moment auf den Parkplatz gelenkt hatte, ließ keine Zweifel daran, dass Jemand sie umbringen wollte. Diese Feststellung, die von der Polizei bestätigt wurde, leider ohne einen, wenn noch so kleinen Hinweis auf den Täter, veränderte Monas Leben grundlegend. Mit der inneren Ruhe war es endgültig vorbei. Alle Überlegungen, ob sie ihre seltsamen Unfälle nur einer Pechsträhne zuordnen durfte, waren im Sturm weggefegt. Die "Pechsträhne" bekam klare Konturen, ließ plötzlich alles in einem anderen Licht erscheinen. Jemand trachtete ihr nach dem Leben! Sie grübelte unentwegt nach. Es gab nur eine einzige Person, die sie sich als ihren Feind vorstellen konnte! Leon, der Jugendfreund ihres Mannes, der seit Langem ein gemeinsamer Freund war. Er ging in ihrem Haus ein und aus, wie ein Familienmitglied. Leon hatte es jedoch nie verkraften können, dass Mona sich für Helmut entschieden hatte und nicht für ihn. Seit dem ersten Tag ihres Kennenlernens stellte er ihr nach. Sie erinnerte sich noch gut an jenes Sommerfest, an welchem er ihr nicht von der Seite wich. Nichts ließ er unversucht um ihr zeigen zu wollen, dass ER der Richtige für sie wäre. Der gutgläubige Helmut merkte anscheinend nichts davon. Oder, er ignorierte es einfach, weil er für Leon tiefe Freundschaftsgefühle hegte und Mona vertraute. Vielleicht erfüllte es ihn aber auch mit Stolz, eine so attraktive Frau wie Mona für sich gewonnen zu haben, in diesem Konkurrenzkampf.
Immer noch hegte Leon hinter Helmuts Rücken den Wunsch, Mona für sich zu erobern. Sie glaubte keinen Augenblick lang daran, von ihm aufrichtig geliebt zu werden. Seine draufgängerische Art, seine Verlogenheit dem besten Freund gegenüber stießen sie ab. Vor nicht allzu langer Zeit wurde er sogar aggressiv in seinen Versuchen, sie zum Umdenken zu bewegen. Mona fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Gegenwart, er machte ihr sogar ein wenig Angst. Besonders seit sie ihm angedroht hatte Helmut alles zu erzählen, und darauf in Leons Augen einen Augenblick lang nichts als tiefen Hass zu erkennen glaubte. Sie wünschte sich, ihm nicht mehr begegnen zu müssen, wollte ihn nicht mehr in ihrem Haus haben. Trotz Allem hatte sie sich noch nicht dazu entschließen können, Helmut die Augen über Leon zu öffnen. Ihr Mann hing an seinem langjährigen Freund, sie wollte ihm nicht wehtun. Sie war sich immer noch sicher, mit Leon irgendwie allein fertig zu werden.
Wieso nahm Helmut eigentlich nichts von alledem wahr? Über seine Vertrauensseligkeit dem Jugendfreund gegenüber ärgerte sie sich zunehmend. Oder war es immer noch diese Gleichgültigkeit im Spiel, wie damals, beim längst vergangenen gemeinsamen Sommerfest? "Liebt er mich noch überhaupt?", fragte sie sich plötzlich mit Bangen. Zum ersten Mal in ihrer Ehe kam ihr diese Frage in den Sinn. Und ihr Magen zog sich zusammen. Sie sah keinen einzigen Grund, an der Liebe ihres Mannes zu zweifeln. Doch der Dämon des Misstrauens, der sich so plötzlich ihrer Seele bemächtigte, wollte nicht so schnell wieder weichen. "Der Teufel schläft nie…" das waren die Ermahnungen ihrer Mutter, stets wachsam zu sein…
[center]Fortsetzung folgt[/center]
Hallo Leute
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der kann das hier tun.
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bowlingmaus
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