Hallo Freunde, Münchner und Nichtmünchner,
ich lade euch alle zum Kaffeekränzchen (Plauderstündchen) ein. Es darf natürlich auch "Teekränzchen" sein, oder Bier… oder was man sonst gerne mag.
Wir können uns hier mal zusammenfinden und uns über "Gott und die Welt" unterhalten. So wie gute Freunde es eben tun.
Wo fangen wir an? Vielleicht damit, wie euer Tag war, oder, was macht ihr in eurer Freizeit? Wart ihr im Kino und könnt uns was diesbezüglich empfehlen? Liest ihr ein interessantes Buch? Habt ihr Probleme, die ihr mit Freunden besprechen wollt? Wart ihr schon in München, was hat es euch gefallen und was nicht. Und so weiter und so weiter.
Liebe Bücherkatze, du hast gestern gefragt, ob es in München Singlelokale gibt. Meine Antwort war natürlich nicht ernst gemeint. Aber, es gibt tatsächlich viele Lokale, in welche meistens Alleinstehende gehen, wo man Leute kennen lernen kann. Z. B. Schwabinger Podium, eins meiner Lieblingslokale. Da spielt jeden Abend live Musik, wird nicht getanzt. Man kann sich aber wunderbar mit den Leuten unterhalten. Dieses Lokal liegt etwas versteckt Mitten in Schwabing, dem Vergnügungsviertel von München und es ist sehr gutes Publikum drin, also Menschen, die einfach Unterhaltung suchen.
Ich kann gleich unser Kaffeekränzchen mit einem kleinem Erlebnis eröffnen, welches ich im Schwabinger Podium hatte.
Ich gehe dorthin manchmal allein, wenn sich keine Freundin oder Freund als Begleitung findet. Dann setze ich mich an die Theke, da kommt man am schnellsten ins Gespräch.
So bin ich an einem Abend an ziemlich leerer Theke gesessen, als sich ein sehr junger Mann neben mir hinsetzte. Er sah mich an und lächelte schwach. Dann drehte er sich wieder um und schaute irgendwie ins Leere. Er hatte ein Drei-Tage-Regenwetter-Gesicht. Also, er sah tieftraurig aus. Plötzlich bestellte er er zwei Tequilla. Ich wunderte mich, da schob er ein Tequilla vor mich hin. Ich sagte: "Ich trinke kein Alkohol". Er antwortete: "Dann lassen Sie es stehen". Wir sprachen überhaupt nicht. Er stierte vor sich hin, ohne mich überhaupt anzuschauen. Ich dachte, er hätte einen großen Kummer und wollte ihn nicht belästigen, also blieb ich auch still. Ich sah ab und zu mein Tequila - ich bin keine Antialkoholikerin, aber, ich trinke äußerst selten Alkohol, nur zu besonderen Anlässen. Nach einer Weile, trank ich doch das kleine Gläschen leer. Ich hörte Musik, es spielte meine Lieblingsband, The Publick, zum Unterhalten gab es an diesem Abend wenige Leute. Nach einer halben Stunde bestellte der komische Mensch wieder zwei Tequilla. Ich sagte "Die zwei trinken Sie aber allein, ich trinke nichts mehr". Er antwortete "Sie können es stehen lassen." Diese paar Sätze waren unsere einzige Unterhaltung. Obwohl ich so selten trinke, konnte ich nicht anders, ich trank auch dieses Glas leer. Und ich merkte die Wirkung sofort. Ich war nicht mehr nüchtern, ich wollte nur noch nach Hause. Irgendwie schaffte ich es, ganz "elegant" von meinem Barhocker herunter, ich sagte "Ich muss jetzt gehen, bevor Sie noch mal Tequilla bestellen." Der Mann sah mich nicht mal an. Er muss wirklich einen sehr großen Kummer gehabt haben. Es tat mir fast leid, ihm beim Trinken nicht weiter Gesellschaft zu leisten. Doch, das hätte ich nicht mehr heil überstanden. Ich nahm ein Taxi und fuhr nach Haus.
So, und nun erzählt ihr mal was.
Eure Malaika
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