von SusanneB » 09.02.2010, 14:35
@ musikerin
Beim Begriff Liebhaber schwingt immer Lüge und Betrug mit.
Aber es gibt sie, die verbindlich geführten Beziehungen, die aus einer Frau und zwei Männern (vielleicht auch mehr?) bestehen. Wie gesagt echte Beziehungen, in denen jeder vom anderen weiß, eventuell zusammengelebt wird oder auch in getrennten Wohnungen.
Aber die gesellschaftliche Ablehnung ist immens und macht das Leben schwer. Ein offener Umgang ist unmöglich, wenn man, vor allem auch die Frau, sonstige Kontakte behalten will. Was dazu führt, dass nur einer der Partner einen offiziellen Status bekommt und das offene Bekenntnis zum anderen nicht erfolgt. Was die Beziehung längerfristig sehr belastet, eben zusätzlich belastet als die Beziehungsarbeit für sich allein.
Akzeptanz findet sich eigentlich nur bei Menschen, die schon in solchen Situationen waren oder eben - wie einige der 68er - die Zweierbeziehung nur als eine der möglichen Lebensformen betrachten - ohne Vorbehalt.
Eine neue Erfindung ist das auch nicht. Ich habe eine Frau kennengelernt, bei der das Deckmäntelchen die Wohnungsnot in der Nachkriegszeit war. Der Nicht-Ehemann war offiziell der Untermieter. Andeutungsweise darüber gesprochen wurde aber auch erst, nachdem beide Männer schon lange tot und die Frau über 90 Jahre alt war.