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Ozeane in Gefahr ?

23 Beiträge

Beitragvon Schwindeggerbua » 03.02.2011, 22:42

Hallo
Diese Frage stellt ein Artikel in Spektrum der Wissenschaft 2/10 Seite 82
Durch die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre wird das Meerwasser saurer.
Umweltforscher bezeichnen die Versauerung der Meere durch Kohlendioxyd, das mit Wasser zu Kohlensäure reagiert, gelegentlich als das zweite CO2-Problem. Der sinkende ph Wert erschwert es den Korallen, Muscheln und Schnecken ihre Skelete und Schalen zu bilden. Noch bedrohlicher aber ist, dass die Übersäuerung grundlegende Körperfunktionen aller marinen Organismen beeinträchtigen kann, gleichgültig ob mit oder ohne Kalkgerüst. Indem sie Wachstum und Reproduktion stört , gefährdet sie den Bestand ganzer Arten, Zitat ende.
Wie seht ihr das? Da bricht irgendwann einmal die ganze maritime Nahrungskette zusammen, der Mensch ist dann masiv davon betroffen.
Grüße
Werner
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Schwindeggerbua
 

Beitragvon Gast » 04.02.2011, 4:32

Werner,

der Mensch hatte schon immer die fatale Neigung, den Ast abzusägen, auf dem er sitzt. Die Überfischung der Meere ist ein gutes Beispiel dafür.

melina
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Gast
 

Beitragvon Schwindeggerbua » 04.02.2011, 18:06

Hallo Melina,
Die Überfischung der Meere mit den riesigen Fabrikschiffen ist ein massives Problem unserer Zeit, das sich aber von selbst löst, wenn die Übersäuerung der Ozeane ganze Arten auslöscht. Man kann dies auch nicht mit Aquakultur auffangen, die sind genauso betroffen.
Grüße
Werner
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Schwindeggerbua
 

Beitragvon Compart » 07.02.2011, 9:52

Werner,

es gibt noch weitere Probleme, die mit der temperatur und der chemischen Zusammensetzung der Meere zu tun hat.
So weiß man, dass in tiefen Gewässern CO2 und Methan gebunden sind. Bei der Erwärmung der tiefen Gewässer würde die Bindungsfähigkeit des Wassers für diese Gase abnehmen. Große Mengen CO2 und Methan würden frei und den Treibhauseffekt der Athmosphäre weiter erhöhen.
Vor einigen Millionen Jahren hat es bereits einmal ein großes Aussterben gegeben. Wissenschaftler vermuten eine Vergiftung der Athmosphäre mit Schwefelwasserstoff, das wegen Temperaturanstiegs der Meere frei wurde und fast alle großen Lungenatmer auf den Landmassen getötet hat.
Was chemisch in den Meeren passiert ist wohl sehr von der Temperatur und der Zusammensetzung des Wassers und der oberen Sedimentschichten abhänhig. Fakt ist auf jeden Fall, dass es sich da um ein relativ empfindliches Gleichgewicht handelt, das durch Änderungen anderer physikalischer Bedingungen, z.B. der Atmosphäre, gestört werden kann und dadurch extreme Einflüsse auf die Biosphäre verursacht.

Compart
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Beitragvon Schwindeggerbua » 07.02.2011, 11:29

Hallo Compart,
Man sieht aber deutlich wie alles in der Natur vernetzt ist, oder irgendwie zusammenhängt. Wie weit die Änderung eines Parameters in den Ozeanen sich auf das Ganze der Natur auswirkt, ist eigentlich noch gar nicht erforscht, man begnügt sich mit der Erforschung von Teilen und überträgt diese Ergebnisse auf das Ganze. Dabei sagte schon Aristoteles : Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Grüße
Werner
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Beitragvon Compart » 07.02.2011, 15:56

Aber es wird was getan, um das zu ändern.
Guckst du hier: http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.asp ... ead-22638/

8) Compart 8)
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Beitragvon FagusW » 07.02.2011, 19:20

Schwindeggerbua hat geschrieben:Durch die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre wird das Meerwasser saurer.
Umweltforscher bezeichnen die Versauerung der Meere durch Kohlendioxyd, das mit Wasser zu Kohlensäure reagiert, gelegentlich als das zweite CO2-Problem.

Tja - eigentlich müssten die Wissenschaftler auf der ganzen Welt längst Großalarm ausrufen.

Das Problem haben wir ja auch an Land: Kohlendioxid und Kalziumkarbonat bilden mit Wasser (Regen!) das leicht lösliche Kalziumhydrogenkarbonat.
Nicht nur dass wir befürchten müssen, dass die Zugspitze (auch Wendelstein u.a.) sich in den nächsten Jahren vor unseren Augen buchstäblich auflösen wird,
nein: auch unsere Häuser, die mit Kalkmörtel erbaut sind, sind nicht mehr sicher.

(die gute Nachricht: kristalline Gebiete wie das Fichtelgebirge sind nicht davon betroffen) 8)

Wenn nun aber die Kalkalpen rheinabwärts geschwemmt sind, bleibt abzuwarten, ob die flache Nordsee dieses Überangebot an Hydrogenkarbonat überhaupt verkraften kann, denn nur mit reichlich CO2 bleibt es in Lösung. Sollte der Kohlendioixidgehalt der Nordsee dann doch nicht ausreichen, besteht an der Rheinmündung die Gefahr gewaltiger Kalksinterablagerungen: die Nordsee verflacht und im schlimmsten Fall entsteht eine Landbrücke nach England und die Kanalfähren machen allesamt pleite, was zumindest die regionale Wirtschaft stark erschüttern dürfte...

Die andere Seite der Medailje ist: den einschlägigen Lehrbüchern zur Pflanzenphysiologie entnehme ich, dass Kohlendioixid für Pflanzen mitunter einen Mangelfaktor darstellt, was die Photosynthese hemmen kann. Pflanzen haben einige trickreiche Mechanismen entwickelt, wie sie diesem Mangel begegnen können.

In Zukunft werden Pflanzen diese Tricks nicht mehr nötig haben: wenn CO2 in Hülle und Fülle vorhanden ist, werden der Photosynthese keine Grenzen mehr gesetzt sein, und die Bäume werden buchstäblich in den Himmel wachsen -
was den Schreiber dieser Zeilen freut, was aber wiederum ein Problem für den Flugverkehr werden könnte... vielleicht lassen sich ja die schmelzenden Kalkalpen durch hochwüchsige Baumarten kompensieren.

Wie weit die Änderung eines Parameters in den Ozeanen sich auf das Ganze der Natur auswirkt, ist eigentlich noch gar nicht erforscht, man begnügt sich mit der Erforschung von Teilen und überträgt diese Ergebnisse auf das Ganze.

Das ist die Crux: es ist alles so fürchterlich vernetzt... :?
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Beitragvon Tarantel60 » 08.02.2011, 11:27

Walter mach mich jetzt nicht schwach bitte! Nicht wahr.
Gilt das mit dem Kalkmörtel auch für Fachwerkhäuser,
oder sollte ich schon mal prophylaktisch auf die Alm ziehen?
In eine Holzhütte - versteht sich selbstredend ;)
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Beitragvon Schwindeggerbua » 08.02.2011, 11:51

Hallo Tarantel,
Das gilt leider auch für den Kalkmörtel in den Fachwerkhäusern, aber auf die Alm zu gehen ist da auch keine Lösung, zumindest in den Kalkalpen. Da ist schon eher das Fichtelgebirge angesagt oder Grönland und der Norden der USA mit den kristallinen Grundgebirgen.
Grüße
Werner
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Beitragvon Compart » 08.02.2011, 17:43

Walter, sei bitte so fair und nenne die Zeiträume, in denen die von dir angegebenen Prozesse ablaufen: Jahrzehntausende! Bis dahin wird es eh weder Fährverkehr über noch Eisenbahnverkehr unter dem Kanal geben, weil wir uns bereits verflüchtigt haben oder vollkommen anders leben (müssen).

Die Probleme für den Kalkmörtel sind da was anderes. Als erstes besteht Gefahr für die Schornsteine, wegen ihrer schlanken Form und ihrer Ausgesetztheit, jedenfalls die meisten....

:twisted: Compart :twisted:
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Beitragvon Tarantel60 » 08.02.2011, 19:54

Vielleicht macht die Erderwärmung Schornsteine überflüssig, nicht wahr.
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Beitragvon Tarantel60 » 08.02.2011, 19:58

Werner, mir erzählte eine Nachbarin, dass der Putz aus Stroh und Pferdemist besteht, und noch so einige Naturalien...
Jedenfalls gibt es eine prima Wohnklima,
im Sommer schön kühl und im Winter mollig warm.
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Beitragvon Schwindeggerbua » 09.02.2011, 9:17

Hallo Tarntel,
Bauen mit Lehm wäre auch eine Lösung, wird bereits praktiziert und schafft wohliges Raumklima. Also es gibt Alternativen, wenn nur nicht die Kalkböden und Kalkgebirge wären...............................
Grüße
Werner
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Beitragvon FagusW » 09.02.2011, 15:04

Compart,
sei unbesorgt: die Erosion der Kalkalpen wird planmäßig Millionen von Jahren dauern, zehntausend Jahre reichen nicht.
Ich wollte nur zeigen, wie schön man Katastrophenszenarien in die Welt setzen kann, wenn man einen Teilparameter hochrechnet und auf das Ganze überträgt.

Daher habe ich meine Zweifel, ob wir uns über in Auflösung begriffene Korallenriffe und Muschelschalen Sorgen machen müssen: der CO2-Anteil in der Luft liegt im Teilpromillebereich, und das ändert den pH der Ozeane erstens nicht viel, und diese Änderung hängt u.a. auch von den regionalen Ca-Konzentrationen im Meerwasser ab, und diese wiederum von den Meeresströmungen usw. usf.

Wesentlich ernster zu nehmen ist die bereits erwähnte Überfischung:
da diskutieren wir längst nicht mehr über Abnahmen,
sondern in manchen Gebieten ist schlichtweg nichts mehr da.
Da wird es auch für unsere Schalentierchen kritisch,
denn manche von ihnen sind auf Fische als Zwischenverbreiter angewiesen,
und wenn es die überhaupt nicht mehr gibt, ist es eh schon wurscht,
ob der Ozean Blubberwasserqualität hat oder nicht.
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Beitragvon Schwindeggerbua » 10.02.2011, 10:13

Hallo Walter,
Da hast du vollkommen recht, wenn man sich einen Teilparameter herausnimmt , den hochrechnet und auf das ganze überträgt, das funktioniert nicht, bzw gibt Horrorszenarien.Ich zitiere da wieder Aristoteles : Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile !
Die Überfischung der Weltmeere ist das aktuellere und drängendste Problem, es gibt zwar Schutzzonen, in denen nicht gefischt werden darf, aber die werden nur sehr lasch überwacht , da ist dringend Handlungsbedarf angesagt.
Grüße
Werner
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