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Reflexionen über

255 Beiträge

Beitragvon Yandex » 20.01.2008, 10:11

Liebe, Angst, Kälte, Einsamkeit.

Es gibt Momente im leben wo man einfach nur so dasitzt, den Kopf voller gedankten, ungeordnet, planlos.
Schwermütige Gedanken teils, sie wollen einen nicht in Ruhe lassen, immerfort wiederkehrend, mal in kürzeren, mal in längeren Abständen.
Was macht man damit? Lässt man sie sich ausbreiten, oder schließt man sie schnellstens weg, auf das sie nicht die Harmonie des Tages stören?
Aber welche Harmonie ist gemeint? Meine eigene innere, die äußere, die angepasste, mich am wenigsten mit meiner sozialen Umwelt kollidieren lassendste? Oder stören diese gedankten gerade mein Phlegma?
Dann kommen jedoch so tage wie heute, nein so lange hält es nicht an, sagen wir Momente die so stark sind das man diesen gedankten nicht ausweichen kann, sie wollen verarbeitet werden. Aber wie? Ja, es sind meine gedankten, meine ureigensten, was soll ich diese dann nach außen tragen, andere damit belästigen.
Aber ich denke gerade diese Angst vor Belästigung, die Angst vor Blamage, was will der denn jetzt von mir, lässt uns zu oft alleine, sorgt letztendlich dafür uns vollkommen in uns zurückzuziehen. Fehlende soziale Nähe jedoch ist der anfangs vom Ende eines Menschen.
Wie oft beklagen wir dass unsere Welt so kalt ist, ohne Wärme welche aus dem Innersten eines Menschen kommt. Wir unterdrücken Emotionen, Wut, Angst, liebe, Freude nur weil wir unsicher sind, Angst haben nicht verstanden zu werden, belächelt zu werden, nicht in diese Gesellschaft zu passen. Jedoch, so frage ich mich, sind wir auch bereit uns der Gefühlswelt eines anderen zu stellen, wir müssen nicht einmal eine antwort haben, nein - nur da sein, zuhören, ohne zu bewerten, zu verurteilen. Wie oft stelle ich fest das nur beim reden über eine Sache sich dinge ordnen, sich erschließen welche vorher scheinbar ungeordnet, nicht greifbar durch meinen Kopf schwirrten.
So überlege ich was mich manchmal eine doch nicht unerhebliche Zeit hier an dieses Forum bindet, klar, man erledigt nebenher noch andere Sachen, jedoch schleicht man immer wieder an dem Kasten vorbei, ein schneller Blick, hat jemand geantwortet, schließlich habe ich nicht geschrieben um die Zeit totzuschlagen, sondern um eine Reflexion auf meine Gedanken, Ideen zu bekommen.
Es ist eine suche nach Nähe, die Bestätigung von Anderen an das eigene ich. Der Eine braucht etwas weniger, der Andere eben etwas weniger, aber ganz ohne geht nicht.
Was bewegt nun einzelne den Anderen, jemanden den ich kaum kenne zu verletzen, ihn einfach anzugreifen, ja manchmal zu erniedrigen. Es ist nicht des Menschen ureigenste Eigenschaft, diese Boshaftigkeit, sie ist das Ergebnis einer langen Entwicklung, von einschneidenden Momenten im leben der betroffenen von dem sie manchmal selbst nichts wissen.
Es gab eine zeit da selten Tabus gebrochen wurden, erst nach langer zeit und die zeit dafür reif war. Heute ist es schon fast massensport sich über regeln hinwegzusetzen um zu zeigen das man anders ist, unangepasst, einzigartig, einzigartig blöd. So auch hier, es wird verletzt, gestichelt wo man nur kann. Hier werden Tabus gebrochen ohne nachzudenken, Dinge getan und geschrieben welche man selbst jedoch in dieser form nicht erleben möchte, ja man sich sogar ausdrücklich verbittet.
Warum verweigern wir uns heutzutage der Liebe zu unserem Nächsten? Für mich ist nicht der Hass die dunkle Seite, für mich ist es die angst welche uns daran hindert offen und ehrlich miteinander umzugehen, den anderen so zu akzeptieren wie er ist, ihm zur Seite zu stehen oder ihm einfach nur zuzuhören. Der Mensch braucht wärme, soziale Wärme, das Gefühl gebraucht zu werden, egal ob von einzelnen, so in einer Beziehung, als auch in der Gesellschaft. Wenn dieses " Glücksgefühl " sich nicht einstellt erkaltet er innerlich, sein Herz friert.
Aber was lässt dieses herz wieder auftauen, kann nur die Liebe sein, verbunden mit dem Gefühl gebraucht zu werden, ein nützliches Mitglied einer Gemeinschaft zu sein, und sei es nur hier im Forum, ernst genommen zu werden mit seinen Sorgen und Nöten, seinen Gedanken, so verquer sie uns auch erscheinen. Ich weiß aber auch dass es ein weiter Weg ist vom Erkennen bis zum Handeln. Das sollten wir nicht vergessen und uns dabei gegenseitig Hilfe geben und das nicht nur hier im Forum.

Dies waren dann so einmal meine ungeordneten Gedanken heute Morgen welche ich durch Aufschreiben versucht habe zu ordnen.
Dazu hörte ich, wie oft in letzter zeit
Ana Gabriel A Pesar De Todos


Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag
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Yandex
 
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Beitragvon Herbert07 » 20.01.2008, 10:59

Eine sehr offene und persönliche Stellungnahme.
Ich bewundere ein Stück weit deinen Mut.

Die Gedanken werden sicherlich viele mit dir teilen.
Nur - ich selber komme zu einem anderen Resultat.

Dieses virtuelle Treffen stellt eine Pforte dar.
Ein Tor, eine Möglichkeit um in ein anderes Terrain zu gelangen.

Und man hat auch selbst die Möglichkeit, das Terrain zu gestalten.
D.h. technisch über PN und auch über andere Anlagen dann echt und persönlich mit jemandem in Kontakt zu treten. Diesen Kontakt dann zu gestalten oder auch nicht.

Nur die Pforte, die Schleuße 50+ kann das als solches nur begrenzt.
Hier wird gesichtet, abgewogen, gesammelt, und verworfen.

Und zwar in reichlich vielen Nischen.
Das sehe ich auch als Funktion eines Kom.Forums an.

Dass der Tonfall manchmal etwas abweicht von realen Alltagsgesprächen, janoh: , mag sein.
Aber da dies virtuelle Dasein nur einen begrenzten Stellenwert für mich hat, stört mich das auch nicht weiter. Es belustischt mich eher.

Aber deine Überlegungen teile ich natürlich insofern, als dass ich ich es auch für unverzichtbar ansehe, mit wirklich vertrauten Menschen "sich zu teilen", sich mitzuteieln und Gefühle zu teilen.
Und auch eben schwerere Momente im Leben.

Vielleicht musst du einfach mal was riskieren und durch diese Pforte gehen.
Mal kucken was oder wer kommt.

Viel Glück!

Hebbe
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Herbert07
 

Beitragvon tartancat » 20.01.2008, 11:15

Yandex, über diesen Beitrag (und die viele Arbeit, die sicher damit verbunden war) habe ich mich sehr gefreut. Wie Hebbe schon sagt: "die Gedanken werden sicher viele mit dir teilen" und ich leiste mir das Stück weit Mut zu bekennen, dass ich dazu gehöre.
Das Umkreisen des Forums kenne ich auch - als ob man ein Haus betritt und an Türen klopft und nachguckt, was abgeht. Ist da jemand, werde ich gleich wieder ausgesperrt, antwortet jemand, habe ich dort etwas verloren oder nicht....

Rumblödeln muss ich noch lernen aber das hier war Klasse! :D
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Beitragvon Merlotta » 20.01.2008, 11:28

Yandex.............. :roll:

Merlotta
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Beitragvon Meryll » 20.01.2008, 12:17

Yandex,
ein bewegender Artikel.

Zitat aus deinem Artikel:
"....... ernst genommen zu werden mit seinen Sorgen und Nöten, seinen Gedanken, so verquer sie uns auch erscheinen mögen....."

Und was ist die Moral von der Geschicht :
SELBST besser machen, gelingt oft nicht.



Und dazu ein nachdenkenswertes Gedicht eines mir unbekannten Verfassers:

Oft denke ich, es ist gut, dass Du nicht in mich
schauen kannst.
Sonst würdest Du sehen, dass meine Stärke Schwäche ist
und meine Härte Verletzlichkeit beschützt.
Du würdest sehen, dass meine langweilende Gleichgültigkeit-
Angst, meine Überlegenheit
Schüchternheit und mein Zugehen auf Dich
jedes mal eine Mutprobe ist.
Du kannst es nicht sehen.
Doch Du siehst auch nicht,
dass meine Kälte brennende Liebe ist...
Du kannst nicht in mich schauen... ist es gut?
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Beitragvon Mr._Nightingale » 20.01.2008, 12:31

@Meryll - hübsches Gedicht. Diese innere Zerrissenheit findet sich sowohl bei Männlein als auch Weiblein. Solch eine (innere) Zurückhaltung wird ja geradezu auch kultiviert.

Verstößt Männlein dagegen, dann wird er schnell als Macho diskreditiert. Wie man eine Dame bezeichnet, die dasselbe ihrerseits tut - möchte ich lieber gar nicht erst schreiben. . .

Mr. Nightingale
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Beitragvon Meryll » 20.01.2008, 12:39

Mr._Nightingale hat geschrieben:@Meryll - hübsches Gedicht. Diese innere Zerrissenheit findet sich sowohl bei Männlein als auch Weiblein. Solch eine (innere) Zurückhaltung wird ja geradezu auch kultiviert.

Verstößt Männlein dagegen, dann wird er schnell als Macho diskreditiert. Wie man eine Dame bezeichnet, die dasselbe ihrerseits tut - möchte ich lieber gar nicht erst schreiben. . .

Mr. Nightingale


Amazonen ohne Schutzschild?
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Beitragvon Sally57 » 20.01.2008, 12:54

Das Schwierige ist ja, zu erkennen, wo kann ich reden und wo nicht!!! Wenn man sich den falschen Menschen offenbart, kann einen deren Reaktion übel verletzen, anderen wiederum könnte man alles erzählen, sie sind besser als jeder Therapeut, weil sie einfach nur zuhören und verstehen.

Oft gibt es hier Themen, bei denen man schon sehr persönliche Dinge erzählen <könnte> ganz einfach um seinen Standpunkt besser verständlich zu machen, aber <mir> ist die Gefahr einfach zu groß, mich für <andere> (aus welchem Grund auch immer) angreifbar zu machen, dabei gibt es eine ganze Menge User hier, mit denen ich sofort ganz offen über verschiedene Lebenssituationen diskutieren würde. (Die Öffentlichkeit des Internets spielt natürlich auch eine Rolle)
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Sally57
 

Beitragvon Musikerin » 20.01.2008, 12:58

Yandex,

willkommen in der Welt der Gefühle. Behandle sie behutsam und es wird dir immer warm sein.

Herzliche Grüße
Musi
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Beitragvon tartancat » 20.01.2008, 13:24

...er hat es halt mal ausgedrückt was schon immer da war....denk ich mal. Jeder hat ja mehrere Seiten, die man hier abwechselnd mal zeigen kann.

Sally, stimmt schon, die Arbeit kann einem niemand abnehmen, wo man "sich zeigen" kann, ohne bei anderen den Schutzwall noch höher zu ziehen. Wer andere Menschen abschätzend beurteilt und bezeichnet, hat es meist nötig und sehr viel mehr Angst, dass jemand seine Mauer mal durchlöchert. Und der haut dann (meist unsachlich) zurück. Aber das muss man wohl auch respektieren.

Ich persönlich finde Menschen uninteressant, die ihr Wesen hinter einer mehr oder weniger angepassten Fassade verstecken (für andere sind sie sicher interessant) und Gefühle müssen ja nicht "weichlich" sein - im Gegenteil. Sie können einen zur Hochform auflaufen lassen und das Leben viel intensiver erleben lassen. Verletzte Gefühle: Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
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Beitragvon minchen » 20.01.2008, 13:39

Harte Worte , einmal gesagt,

können schlimmer sein ,
als eine Waffe.

Gruss minchen
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Beitragvon tartancat » 20.01.2008, 13:49

hallo Minchen - aber Worte kommen schnell. Manchmal provoziert man sie auch. Oder jemand will sich lösen - weil es einfach für ihn anliegt. Da hilft manchmal ein "Rollentausch" im Kopf. Wenn man Glück hat, kann man verstehen und es hinter sich lassen...
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Beitragvon tartancat » 20.01.2008, 13:52

Amazonen ohne Schutzschild?[/quote]

ach Meryll, schön wär`s. Eher Sachen, die man hier nicht schreiben kann (gelbe Karte).
Ich glaube, wenn man "Gefühle" ausdrücken will, muss man stark sein. Wenn jemand "gefühlsduselig" ist und damit manipulieren will, stößt das mit REcht ab.
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Beitragvon Gast » 20.01.2008, 14:10

Ich habe mir den Beitrag von Yandex einige Male durchgelesen und hoffe, dass das auch noch viele andere tun werden. Ein Plädoyer an alle, den Mut zu haben, um sich anderen Menschen zu öffnen.
Dazu kann ich nur sagen "Hut ab!". So etwas Schönes und Wertvolles liest man nicht alle Tage.
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Beitragvon Sally57 » 20.01.2008, 14:12

Auf welch rüde Art und Weise Menschen miteinander umgehen können, habe ich erst <hier> kennengelernt, in dieser Form kannte ich das noch nicht. Im realen Leben, bin ich immer unangenehmen Menschen aus dem Weg gegangen und nette, verträgliche Leute hatte ich immer um mich. Nur an der Arbeit muss man sich halt arangieren, aber in der Klinik ist man ja nie auf eine Einzelperson angewiesen, man kann sich auch da, denen anschließen, mit denen man halt besser klar kommt.
Als ich mir vor 2 Jahren ein Laptop zulegte und anfing im Internet rumzuwuseln, habe ich sehr schnell begriffen, dass ich verbal etwas aufrüsten musste, denn nette Worte und Umgangsformen, waren für manche geradzu eine Provokation, (klingt komisch, ist aber so) also habe ich mich erst mal dem etwas härteren Ton angepasst, gewürzt mit Ironie und schwarzem Humor.
Auf die Dauer ist das aber gar nicht meine Art, immer die gewetzten Messer griffbereit zu haben, also bin ich nur aktiv wenn der Spass Faktor stimmt oder ein Thema mich interessiert, wird's bösartig verziehe ich mich, auch wenn mir hin und wieder jemand zu gerne "schlechte Absichten" unterstellen möchte.
Jede macht seine Erfahrungen, verarbeiten müssen wir Dinge "heute" genau so wie "früher", nur mit etwas mehr Gelassenheit und Verständnis :idea:
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Sally57
 

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