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Forum der Regionalgruppe Düsseldorf

Moderator: sananjana

Beitragvon sananjana » 18.01.2008, 15:06

[center]Rheinische Spezialitäten

im Kölner Raum Bildim Düsseldorfer Raum

wird dreimal hintereinander gerufen!



Die bekannteste rheinische Spezialität ist wohl der

Karneval - Fasteleer - Fastlovend

Brauchtum und Frohsinn in höchster rheinischer Form!

Bild"Jecke Saache met ze mache, drövver laache, dat es Karneval. Witzjer brenge, Liedscher
senge,Bild danze, sprenge, dat es Karneval."
sang Wicky Junggeburth
(Jecke Sachen mit zu machen, drüber lachen, das ist Karneval. Witze machen, Lieder singen, tanzen,
springen, das ist Karneval.)Bild

Echte Jecken - Narren und Närrinalesen - freuen sich auf das Feiern, die gute Laune und den

"Spaß an der Freud".

Dazu gehört das Bützen - kleine Küsschen mit geschürzten Lippen - auch zwischen Fremden, als Dank für ein Alt oder Kölsch, für Blumen, zur Begrüßung und zum Abschied, selten als Anmache.Bild



Am Weiberfastnacht gehen die Jecken Wiever mit der Schere auf Männerjagd und schneiden diesen ihre Krawatte ab. Zusätzlich gibt`s ein Küsschen. Männer spielen das Spielchen gerne mit und hängen sich extra alte Schlipse um.

Bild Bild Bild
[/center]
Zuletzt geändert von sananjana am 12.03.2009, 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon sananjana » 19.01.2008, 13:15

[center]Altbier schmeckt jung am besten[/center]

BildDie Rheinländer brauen auch heute noch ihr obergäriges Bier "nach alter Brauart".
Sowohl das Altbier als auch das Kölsch sind klar.
Das Alt erhält seine dunkle Farbe durch die Verwendung von dunklen Malzsorten wie Karamellmalz und Röstmalz. Der relativ hohe Hopfenanteil macht das Altbier ein wenig herb und bitter, ist wesentlich Geschmacksintensiver als das Kölsch. Bild

Kölsch ist wesentlich heller und darf nur als solches bezeichnet werden, wenn es aus dem Großraum Köln kommt.

Serviert wird "dat leckere Dröppke" vom "Köbes", Bild dem Kellner mit dem traditionellen blauen Strickwams und der Leinenschürze.

Er bringt das Bier in einem "Kranz" mit runden Aussparungen für sechs bis zwölf zylindrischen Gläsern.
Das Kölsch in schmalen, längeren Stangen, das Alt in breiten, kleinen Alt-Gläsern.

Beliebt sind auch die Biermixgetränke:

Krefelder - Alt mit einem Schuss Cola
Alt-Schuss - Alt mit einem Schuss Malzbier.

Prost!
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Beitragvon sananjana » 21.01.2008, 15:46

BildIm Rheinland isst man gerne, aber das Essen wird nicht so schrecklich ernst genommen.

Selbst auf der Speisekarte zeigt sich die Kunst, sich selbst auf den Arm zu nehmen durch parodierende Bezeichnungen für bestimmte Gerichte.

Wo findet man das sonst noch, das ein Käsebrötchen ganz offiziell Halver Hahn genannt wird, schlichte Blutwurst mit Senf Kölscher Kaviar und einfache Leberwurst Stockfärv, was Fensterkitt bedeutet?



Halver Hahn mit Kompott Bild

Das ist ein typisches "tiefgestapeltes" Spezialgericht aus Köln. Niemand weiß genau zu sagen, warum ein Käsebrötchen mit Senf "halver Hahn" genannt wird.

Am 18. April 1878 soll in der Kölner Brauerei Wilhelm Lölgen, Hohe Pforte 8, ein Gast namens Wilhelm Vierkötter, der immer für Späße zu haben war und dort seinen 80. Geburtstag feierte, seinen Gästen statt versprochener knuspriger halber Hähnchen nur Röggelbrötchen mit Holländer Käse spendiert haben. Diesen Scherz fanden viele Kölner Gastwirte offenbar so originell, dass sie von da an jenen Halven Hahn auf ihre Speisekarten setzten.

Eine andere Überlieferung: Einst soll ein Kölner Wirt auf den Alten Markt bei einem Käsehändler, der Käse aus dem holländischen Limburg in großen runden Laibern anbot, um nur einen halben Käse nachgefragt haben mit den Worten "...aber ich well nen halven han!"

In Köln wird dieses Bierstubengericht mit Holländer Käse serviert, in Düsseldorf meist mit Limburger.


4 Röggelche (Roggenbrötchen)
4 fingerdicke Käsescheiben
Düsseldorfer Senf
(2 Zwiebeln)

Brötchen mit Käse belegen und mit reichlich Senf - und Zwiebeln - auf einem Teller oder Holzbrett servieren.






Kölsche Kaviar mit Musik

Dieses Rezept für ein deftiges Zwischenfrühstück hat weder etwas mit Kaviar noch mit Musik zu tun, sondern es besteht aus schlichter "Blootwoosch" mit Zutaten, und mit "Musik" sind in diesem Fall Zwiebelringe gemeint.
In Düsseldorf heißt die gleiche Kombination
Flöns met Ölk,
im Oberbergischen Näcke Hennes (Nackter Hans)


500g Blutwurst
2-3 Zwiebeln
2 Teelöffel Paprika, Senf
4 Röggelchen (Roggenbrötchen)

Blutwurst enthäuten und auf vier Teller verteilen, mit Zwiebelringen, Paprika und Senf garnieren und je ein Röggelchen dazulegen. Dazu gibt es Bier.






Stockfärv in Essig und Öl

Dieser Leberwurstsalat ist eine Düsseldorfer Spezialität. Leberwurst wurde an der Düssel einst "Wisser Hännes" genannt, das heißt "Weißer Hans" - wegen der weißen Fettschicht, die die Wurstmasse umgibt. Nach dem Krieg gab es nur fettarme Leberwurst. So wurde sie in "Stockfärv" umgetauft - Fensterkitt.


250g fette Leberwurst
2 Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
4 Pfefferkörner
4 Senfkörner
Essig
Öl

Leberwurst enthäuten und in Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und hacken. Leberwurst mit den Zwiebeln und allen Gewürzen mischen und mit Essig und ein Esslöffel Öl übergießen. Über Nacht marinieren. Dazu passen Schwarzbrot und etliche klare Schnäpse.



Guten Appetit!
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Beitragvon netter_mann » 21.01.2008, 17:03

... oder so ähnlich gibt 's in Köln und / oder Düsseldorf doch auch
Kann hier jemand auch ein Rezept verraten ? Danke

lg
netter_mann
Zuletzt geändert von netter_mann am 21.01.2008, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon netter_mann » 21.01.2008, 17:08

sananjana hat geschrieben:[Rheinische Spezialitäten
Die bekannteste rheinische Spezialität ist wohl der

[size=18]Karneval - Fasteleer - Fastlovend


Fastlovend = Fast-love-nd heisst das schnell liebe-nd ? :)
Zuletzt geändert von netter_mann am 21.01.2008, 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon sananjana » 21.01.2008, 17:11

Susemann hat geschrieben:ist ja echt eine sehr eigenwillige Küche!

Selbstverständlich koste ich diese Gerichte, nachdem sich meine Katzen als Vorkoster noch wohl fühlen! :oops: :cry: :oops: :roll: :wink: :P :lol:

Liebe Grüße, der Susemann




Bild Deine Kätzchen werden es lieben :!: Bild :wink:

LG Brigitte
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Beitragvon sananjana » 21.01.2008, 17:50

Bild netter_mann,

schön, dass Du hier hereinschaust und Dich beteiligst.



netter_mann hat geschrieben:... oder so ähnlich gibt 's in Köln und / oder Düsseldorf doch auch
Kann hier jemand auch ein Rezept verraten ? Danke

lg
netter_mann



Himmel un Äd ist so lecker, dass ich mich direkt hereinsetzen könnte.

Ich werde es Dir morgen verraten. Versprochen :!:

LG Brigitte
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Beitragvon sananjana » 21.01.2008, 18:48

netter_mann hat geschrieben:
sananjana hat geschrieben:[Rheinische Spezialitäten
Die bekannteste rheinische Spezialität ist wohl der

[size=18]Karneval - Fasteleer - Fastlovend


Fastlovend = Fast-love-nd heisst das schnell liebe-nd ? :)



Nein, nein, netter_mann,

Karneval ist keine schnelle Liebe, kein Sex, keine Anmache, wie viele Außenstehende meinen.

Wenn Du meinen von Dir zitierten Artikel liest, findest Du die Antwort :!: Aber ich denke, dass hast Du bereits gemacht...

Jecke Grüße Brigitte
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Beitragvon sananjana » 22.01.2008, 11:52

[center]BildHimmel un ÄdBild[/center]



Diese Spezialität mit Zutaten vom Himmel (Äpfel) und von der Erde (Kartoffel) ißt man im Rheinland mit Blutwurst. Wer für noch deftigere Genüsse zu haben ist, brät gewürfelten Räucherspeck aus und gießt das Speckfett über den Apfel-Kartoffel-Brei.


1/4 Liter kaltes Wasser
Zucker
Salz
1/4 Teel. frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
750 g mittelgroße geschälte und gewürfelte Kartoffeln
750 g geschälte, entkernte und geviertelte Kochäpfel
125 g magerer gewürfelter Speck
1 mittelgroße geschälte und in Scheiben geschnittene Zwiebel
1/2 Teel. Apfelessig (ersatzweise Weinessig)
Butter
500 g Blutwurst

[center]Bild[/center]



Das Wasser in einen Topf gießen, etwas Zucker, einen halben Teelöffel Salz, schwarzen Pfeffer sowie die gewürfelten Kartoffeln und Äpfel hineingeben.

Das Wasser zum Kochen bringen, auf Mittelhitze stellen, den Deckel auflegen und es kochen lassen, bis die Kartoffeln und Äpfel gar sind, ohne auseinander zu fallen. Ich bevorzuge Himmel und Äd so wie es ist unzerstampft, viele lieben es aber auch, die zerkochten Kartoffeln und Äpfel zu steifen Brei zu zerstampfen.

In der Zwischenzeit den Speck in einer Pfanne bei Mittelhitze anbraten, bis er braun und knusprig ist, herausnehmen und warm stellen.

Nun die Zwiebelringe in das verbliebene Speckfett geben und bei Mittelhitze unter häufigem Rühren so lange schmoren lassen, bis sie weich und hellbraun sind.

Kurz vor dem Auftragen (in einer vorgewärmten Schüssel) je einen halben Teelöffel Salz und Essig unter die Kartoffeln und Äpfel rühren und abschmecken.

Um diesem Gericht noch einen besonderen Pfiff zu geben, empfiehlt es sich, auch etwas frische Butter hineinzugeben!

Zum Schluss den Inhalt der Pfanne mit den Zwiebelringen und dem Speck darüber geben.

Dazu reicht man gebratene Blutwurst.



Guten Appetit!
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Beitragvon seniorin80 » 22.01.2008, 12:46

Finde diesen Thread köstlich
und sogar für den Sachsen ist was zum Ausprobieren dabei.

Danke Sananjana :!: :!: :!:

Feli aus Sachsen
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Beitragvon sananjana » 22.01.2008, 13:30

[center]Bildseniorin80, - Feli,[/center]

für Deine Anerkennung und herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du hier hereinschaust und Dich äußerst.

[center]LG,
Bild
[/center]
Zuletzt geändert von sananjana am 27.04.2008, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon sananjana » 22.01.2008, 13:59

[center]BildHimmel un ÄdBild


für Susemann und Singles.


die Zutaten einfach durch vier, besser zwei - da lecker!!! - teilen.

[/center]



gut 1/8 Liter kaltes Wasser
Zucker
Salz
1/8 Teel. frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
400 g mittelgroße geschälte und gewürfelte Kartoffeln
400 g geschälte, entkernte und geviertelte Kochäpfel
65 g magerer gewürfelter Speck
1 kleine geschälte und in Scheiben geschnittene Zwiebel
1/4 Teel. Apfelessig (ersatzweise Weinessig)
Butter
250 g Blutwurst

[center]Bild[/center]



Guten Appetit!
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Beitragvon Yentl_ » 22.01.2008, 15:27

    Hallo Ihr rheinischen Spezialisten,

    auch ich lese mit viel Interesse die hier vorgestellten Spezialitäten - mal sehen, was da noch so alles auf mich zukommt in der Zukunft

    Bis jetzt geht's ja noch, kannte ich doch das meiste schon . . . es kann mich also nichts erschrecken und von meinem Plan abhalten Bild

    Auch wenn Düsseldorf näher liegt, ich bleibe lieber beim Kölsch :oops: man verzeihe mir!

    Yentl
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Yentl_
 

Beitragvon netter_mann » 22.01.2008, 16:53

Danke

Dazu fällt mir ein österreichischer Witz ein.

Ein deutsches Ehepaar kommt nach Wien und fragt einen alten Oberkellner in einem Cafe nach einem Rezept nach Vanillekipferl. Der Ober ziert sich.
Die Frau fragt ihn drei vier Mal - man muss ihm jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen Stets sagt er auf die Frage ob noch was fehlt , ja es fehlt noch was . Nach einer Stunde meint die Frau dass sie nun alles hat, aber der Ober sagt dass noch immer etwas fehlt . Die Frau ist ganz enerviert und sagt zu ihm"Um Gotteswillen , was fehlt denn noch um Vanillekipferl zu machen. Darauf sagt der Ober ganz leise "700 Jahre Habsburg"
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netter_mann
 

Beitragvon sananjana » 22.01.2008, 17:53

:shock: netter_mann, schau auf der ersten Seite, da steht das ganze Original-Rezept :!: Auf dieser zweiten Seite sind nur die Zutaten verändert für Susemann :!: :) :oops:
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sananjana
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