. : Service und Hilfe

Sonne auf Sparflamme

36 Beiträge

Beitragvon Schwindeggerbua » 21.01.2011, 12:55

Hallo,
Was ist mit der Sonne los? Nach dem längsten Minimum seit 100 Jahren schwächelt sie immer noch. So betitelt Bild der Wissenschaft 2/2011 einen interessanten Artikel
Treiben wir auf eine neue kleine Eiszeit zu? Dem scheint nicht so zu sein, wie BDW schreibt wird sich die Temperatur auf unserer Erde nur um 0,3° Celsius veringern, dem stehen aberTemperaturerhöhungen aus dem Emmisionsszenario von bis zu 4,5°C entgegen.
Grüße
Werner
Avatar
Schwindeggerbua
 

Beitragvon FagusW » 21.01.2011, 13:19

Schwindeggerbua hat geschrieben:Temperaturerhöhungen aus dem Emmisionsszenario von bis zu 4,5°C

Sehr schön ausgedrückt:

eine ziemlich aktive "Szene" jongliert mit Zahlen und Horrorszenarien,
und scheut sich nicht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
So wie Du hier:

Vorhergesagter Temperaturrückgang um 0,3°C bezieht sich auf einen relativ KURZEN Zeitraum, das könnte, hochgerechnet auf viele Jahre, deutlich mehr sein.
Vorhergesagter Temperaturanstieg um 4,5°C bezieht sich auf DIE NÄCHSTEN 100 JAHRE als eines der "worst case" Szenarien, das man erhält, wenn man den stärksten anzunehmenden Anstieg einfach linear fortschreibt.
Was nicht seriös ist, weil vergleichbare lineare Klimaentwicklungen über einen derartigen Zeitraum noch niemals gemessen oder auch rekonstruiert wurden. Der Anstieg "aus dem Emissionsszenario" dürfte also deutlich geringer ausfallen.

Die Regel ist, dass das Klima schwankt, und nach einigen Jahren eine gegenläufige Entwicklung stattfindet: das schaukelt hin und her.
Bei einer Welle kann man ja auch nicht einfach den Anstieg linear auf beliebige Zeit fortschreiben; man weiß, dass es eine Welle ist und nach Ablauf einer gewissen Periode wieder runtergeht.
In Mitteleuropa fand die so genannte "Klimaerwärmung" etwa zwischen 1993 und 2003 statt, seitdem stagniert sie bzw. geht wieder runter.

Für Deutschland wurden schon Palmen am Chiemsee sowie der Massenkonkurs der Schiliftbetreiber vorausgesagt.
Keines von beiden will sich so recht einstellen.

Also lassen wir uns überraschen -
wie es wird, merken wir wenn es so weit ist.
Avatar
FagusW
 
Beiträge: 1580

Beitragvon Schwindeggerbua » 21.01.2011, 13:37

Hallo Walter,
Nur zur Info, das Temperaturszenario stammt nicht von mir, sondern stand so im Artikel in der BDW 2/2011.
Ich hüte mich solche Voraussagen zu machen.
Grüße
Werner
Avatar
Schwindeggerbua
 

Beitragvon Gast » 21.01.2011, 19:02

Schwindeggerbua,

von der BDW kann man nur noch abraten. Die haben in letzter Zeit einen derartigen Schwachsinn verbreitet, dass es den Hund in der Hütte graust und sind im Niveau drastisch gesunken. Wenn dort ein Thema generell interessiert, sollte man sich gründliche Zusatzinfos besorgen. Nur mal so als kleiner Tipp.

melina
Avatar
Gast
 

Beitragvon FagusW » 21.01.2011, 19:28

Werner,
es gibt da "offizielle Szenarien", auf die BDW sich offenbar bezieht.
Guck z.B. mal hier:
http://www.anpassung.net/cln_117/nn_700470/DE/Fachinformationen/Klimaaenderung/zukuenftig/zukuenftig__node.html?__nnn=true
Da siehst Du, dass die 4,5° noch ein bisschen über der obersten Grenze des extremsten (berechneten) Szenarios zum Ende des Jahrhunderts liegen.

Das ist ja alles recht und schön. Mich nervt nur die ungenierte Beliebigkeit, mit der mittlerweile argumentiert wird:

- ist der Winter mild und der Sommer heiß, dann liegt das an der Klimaerwärmung.

- ist aber der Winter kalt und der Sommer verregnet, dann liegt es AUCH an der Klimaerwärmung, weil "das ist alles im Rahmen".

An die Tatsache, dass die Befunde sich auch im Rahmen eines konstanten Klimas bewegen täten, darf man gar nicht mehr erinnern - politisch unerwünscht.

Das ausgeprägte Sonnenflecken-Minimum 2010 war vorausgesagt, und ist nun eingetreten. Ich lass mich mal überraschen wie es weitergeht.
Und wenn mein Nussbaum vollends erfriert (was er im April-Spätfrost von 2010 um ein Haar getan hätte), dann
ja, dann
dann kann ich auch nix mehr machen.
:? :wink:
Avatar
FagusW
 
Beiträge: 1580

Beitragvon Rangie » 21.01.2011, 20:03

Schwindeggerbua hat geschrieben:Hallo,
Was ist mit der Sonne los? Nach dem längsten Minimum seit 100 Jahren schwächelt sie immer noch. .................


stimmt
bei uns sind schon wieder Minus-Grade
Avatar
Rangie
 
Beiträge: 10043

Beitragvon Schwindeggerbua » 21.01.2011, 21:59

Hallo Melina,
Das mache ich sowieso ich verlasse mich nicht nur auf die Berichterstattung einer Zeitschrift, ich lese sonst lieber Spektrum der Wissenschaft, aber diesmal hat mich der Artikel über eine Kupfersteinzeitliche Migrationswelle nach Mitteleuropa interessiert.
Grüße
Werner
Avatar
Schwindeggerbua
 

Beitragvon Compart » 25.01.2011, 15:46

Hallo Werner,


mach dir mal keine Sorgen um die Sonne, die tut so ziemlich genau das, was man von ihr erwarten kann.
Die Zeitung, die du zitierst, fängt mit "Blöd-" an, da tut so ein reißerischer Unsinn nicht wunder.
Zwischen allgemeiner Klimaerwärmung und kaltem Winter, das ist kein Widerspruch.
1. 2010 ist wiederum das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung gewesen, zum wiederholten mal in Folge, allerdings im Erddurchschnitt, nur das ist eine schlüssige Aussage, wenn es um die Weltenergiebilanz geht. Dabei kann es durchaus sein, dass in Hintertupfingen unterm Kirchturm die Jahresdurchschnittstemperatur um 0,003 K unter dem Vorjahresdurchschnitt liegen kann...
2. Jeder Thermodynamiker weiß, wenn in einem thermodynamischen System die Durchschnittstemperatur in Folge einer Energieerhöhung des Gesamtsystems steigt, vergrößern sich auch die lokalen Extreme. Das hat nichts mit Beliebigkeit in der Diskussion zu tun, sondern mehr mit dem 2. Hauptsatz der Wärmelehre.
3. An den Polen befinden sich ständig große Wirbel mit sehr kalter Luft. An deren Fuß befinden sich die jeweiligen Kältepole. Durch die Bewegungen in der Athmosphäre, also der Luftmasen, bewegen sich auch diese kalten Wirbel und werden in Abhängigkeit der Verteilung von Hoch- und Tiefdruckgebieten mehr oder weniger ausgelenkt. Das führt dazu, dass auch der Fußpunkt, also der Kältepol, wandert. Wird der Wirbel weit nach Süden ausgelenkt, dann gibt es auch weiter südlich strengen Frost. Am Fußpunkt können es schonmal - 60 °C und darunter werden. Je dynamischer, also energiereicher, unsere Athmosphäre ist, um so weiter können die polaren Wirbel nach Süden rsp. Norden ausgelenkt werden. Hat auch nix mit Politik zu tun, sondern mit Physik.

:twisted: Compart :twisted:
Avatar
Compart
 

Beitragvon FagusW » 27.01.2011, 23:14

Compart hat geschrieben:Zwischen allgemeiner Klimaerwärmung und kaltem Winter, das ist kein Widerspruch.
1. 2010 ist wiederum das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung gewesen, zum wiederholten mal in Folge, allerdings im Erddurchschnitt, nur das ist eine schlüssige Aussage, wenn es um die Weltenergiebilanz geht. Dabei kann es durchaus sein, dass in Hintertupfingen unterm Kirchturm die Jahresdurchschnittstemperatur um 0,003 K unter dem Vorjahresdurchschnitt liegen kann...

Wenn Du das so schreibst, dann wird es wohl so sein ... :?

Ich kann daraus nur folgern, dass das Weltklima sich einer Unternehmensberaterfirma anvertraut hat.

(das sind diese freundlichen Mitmenschen, die dafür sorgen, dass der Mitarbeiter in Hintertupfingen unterm Kirchturm minimale 0,03 Cent weniger verdient, obwohl die Konzerne zum wiederholten mal in Folge Gewinne erzielt haben, nur das ist eine schlüssige Aussage). :twisted:
Avatar
FagusW
 
Beiträge: 1580

Beitragvon Tarantel60 » 28.01.2011, 1:12

Also mich würde vorrangig jetzt interessieren,
wie viele Eiszeiten hatten wir schon seit den ersten
Wetteraufzeichnung, nicht wahr...
Ich denke, nur dann könnten wir evtl. vergleichen.
Avatar
Tarantel60
 
Beiträge: 8517

Beitragvon Gast » 28.01.2011, 2:04

Tarantel,

nur mal so eine grobe Richtung: systematische Wetteraufzeichnungen gibt es seit ca. 200 Jahren, davon sind allerdings nur die letzten ca. 100 Jahre wirklich relevant, da die Aufzeichnungen vorher noch recht unregelmäßig und ungenau waren.

Die letzte Eiszeit war vor ca. 11.700 Jahren abgeschlossen.

Und was willst du nun vergleichen?

melina
Avatar
Gast
 

Beitragvon Tarantel60 » 28.01.2011, 3:08

Hab doch gewusst dass da ein Hacken ist, nicht wahr.
Aber das habe ich auch schon mal erwähnt,
war allerdings in Bezug mit dem Klimawandel damals.

Wie kann sich der heutiger Mensch überhaupt anmaßen,
die Zusammenhänge nur ansatzweiser zu kennen
bei gerade mal 100 Jahre Wetteraufzeichnung und 13 Milliarden Jahren Erdgeschichte! Nicht wahr...


Ach so.
Zu vergleichen ist demnach garnüscht melina...
Abwerten und Tee trinken, solange noch möglich, nicht wahr.
Avatar
Tarantel60
 
Beiträge: 8517

Beitragvon Gast » 28.01.2011, 4:27

Tarantel,

ich will dich ja nicht deprimieren, aber 13 Milliarden Erdgeschichte haben wir auch nicht. Macht aber nichts, so ein paar Milliarden hin oder her. Die kurze Zeit verlässlicher Aufzeichnungen zeigt jedoch eines: Klimaschwankungen sind eigentlich nichts besonders Überraschendes. Es gab sie immer schon und es wird sie auch weiterhin geben.

Tee trinken beruhigt.

melina
Avatar
Gast
 

Beitragvon Compart » 28.01.2011, 10:47

Vergangene Woche gab es einen Bericht in Arte über ein paar Forschungen im Klimabereich. Es gibt schon Wetteraufzeichnungen, die ein paar Tausend Jahre zurück reichen. Man hat im Grönlandeis Eisbohrkerne gezogen, die so an die 100 Tausend Jahre, wenn ich mir das richtig gemerkt habe, zurück reichen. Man kann die jährlichen Temperaturunterschiede Sommer/Winter zum Zählen nutzen, das ist im Eis gut unterscheidbar. Aus den Schichtdicken und Gaseinschlüssen in den Schichten und weiteren Parametern, die zum Großteil optisch auswertbar sind, kann man Rückschlüsse auf Temperaturen und Niederschläge ziehen. Vergleicht man dann diese ermittelten Werte mit zuordenbaren Sedimentschichten (an anderen Plätzen der Erde), kommt man auf teilweise sensationelle Erkenntnisse. In dem von mir erwähnten Bericht hat man z.B. eine recht abrupte Temperaturänderung vor etwa 10 Tausend Jahren in hohen Breiten entdeckt. Ich einem Zeitraum von 3-5 jahren ist da das bis dahin subpolare in subtropisches Klima gesprungen. Solche Extreme scheinen charakteristisch für unser Klimasystem zu sein, man hat mehrere solche Extreme gefunden...

Compart
Avatar
Compart
 

Beitragvon Tarantel60 » 28.01.2011, 11:06

Wenn ich so etwas lese Compart, dann glaube ich immer weniger daran,
dass der Mensch Klimatisch etwas verändern könnte, nicht wahr.
Dass ist eine Erfindung von unseren Politiker,
denn Klimaschutz zahlt sich in bare Münze aus.

Dass ausgerechnet ein Ami dafür auch noch den Nobelpreis erhalten hat
ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit!Wenn man die USA als Luftverpester
gleich nach China einordnen kann und auch sonst schert sich
um ein Dreck vor unseren Ängie so eifrig organisierten Klimakonferenzen...
Ein Wunder, dass die Sonne noch scheint... also heute mehr den je, hier jedenfalls.
Avatar
Tarantel60
 
Beiträge: 8517

Nächste

Zurück zu Wissenschaft & Technik