Papillon1 hat geschrieben:Sprache bedeutet für mich primär *Kommunikation*, die m.E. immer auch Ausdruck des emotionalen Befindens ist. Glücklich darf sich derjenige schätzen, der mehrsprachig ist, denn häufig kann man eine Emotion mit einem Wort aus einer anderen Sprache genauer vermitteln (vorausgesetzt der Gesprächspartner ist ebenfalls mehrsprachig).
Gestik und Mimik unterstützen das Gespräch, trotzdem kommt es zu Missverständnissen (Sender - Empfänger - Wahrnehmungsproblem).
Wesentlicher schwieriger ist die schriftliche Kommunikation. Falsche Interpretation ergibt sich allein schon durch unterschiedliche Betonung eines Wortes, das dadurch gefühlsmässig anders beim Empfänger ankommt, als vom Sender gemeint........
Guten Tag,Papillon, absolut meiner Meinung,wenn Du die Sprache primär als Kommunikationsmittel einstufst.Weiter sagst Du,sie (die Sprache)ist auch immer Ausdruck emotionaler Befindlichkeit.Ja, das kann ich an persönlichen Erfahrungen festmachen.Wann immer andere meinerseits über Worte verletzt wurden,dann wollte ich sie auch verletzen.Im gegenteiligen Fall,dem des Versehens,wäre ja auch das Zauberwort "Entschuldigung" zur Verfügung gewesen.Allein,dieses Wort löst bei mir emotionale Sperren aus; kann ich meine Fehler zugeben,legt der andere das vielleicht als Schwäche aus und hat er nicht auch ein gewisses Maß an Schuld?Du siehst,Papillon,die menschliche Seele ist ein weiträumiges Feld. Die Sprache hat schon deshalb eine große Bedeutung in der Gestaltung des sozialen Beziehungsgeflechts,weil eben andere da sind,die man loben oder auch verletzen kann.Das Wort( als kleinste selbständige Einheit der Sprache) verfügt über Unwandelbarkeit (gesagt ist gesagt) und ist sehr nachhaltig(etwas bleibt stets hängen).Das Wort kann seelische Narben hinterlassen.Schon die Griechen sagten,dass die Zunge keine Knochen habe ,aber solche brechen könne. Endlich kann die Sprache hilfreich sein,wenn seelische Belastungen über sie ausgedrückt werden können. Ich denke an den liebeskranken Goethe in Marienbad;" Wo der Mensch in seiner Qual verstummt,gab mir ein Gott zu sagen,wie ich leide!" Im Übrigen bewundere ich Deine Sprachkenntnisse total! Grüße in die Schweiz! Katharina