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Vergessende Unterwelt

34 Beiträge
Forum der Regionalgruppe Hamburg

Moderatoren: Haffie, werner52de

Beitragvon Strippe » 29.01.2012, 23:12

Wisst ihr, dass es in Hamburg noch 800 Luftschutzbunker gibt ?

Viele davon sind aber nicht mehr zu gebrauchen und gammeln nur noch dahin.
Andere sind Lagerräume und Übungsräume für Musiker geworden.
Es gibt aber auch welche, die mit Wohnungen überbaut worden wie ich es in einem anderen Forumsbericht mal zeigte.
Aber auch hier in meinem Wohnort, direkt vor meiner Haustüre gibt es so ein Monument aus Ziegelsteinen gemauert, verborgen unter einen Hügel, der damals den Kindern als Rodelbahn im Winter diente, als die Häuser hier noch nicht standen.
Als 1964 das Gelände bebaut wurde, musste dieser als Schutzraum wegen des kalten Krieges stehenbleiben und wurde mit einen Tunnel aus Beton zu einen der Häuser verbunden.
Der Hügel wurde ein Wäldchen, das darunterliegende versank im Dornröschenschlaf und wurde Jahrzehntelang nicht betreten.
Als ich vor 2 Jahren in den Beirat der Eigentümer gewählt wurde, kümmerte ich mich auch viel um die Technischen Angelegenheiten und zu guter letzt auch um Feuchtigkeit in einigen Kellern des Nachbarhauses.
Ursache war der Bunker gewesen, wo ständig 2-3 cm Wasser drinnen standen.
Und die Pumpe, die das verhindern sollte hatte seinen Dienst versagt.
So kann das nicht sein.

Bei der Ursachenforschung betrat ich ein Relikt aus vergangener Zeit:
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Beitragvon ochocinquo » 30.01.2012, 12:17

Sach mal, lieber Strom-Molch, hast Du die Kabel auf dem 1. und 2.Bild etwa verlegt :shock: :shock: :shock: Das lässt mich dann ja doch arg an Deiner Kompetenz in Sachen Elektrik zweifeln :roll: :roll: :lol: :lol: :shock:
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Beitragvon Strippe » 30.01.2012, 17:32

ochocinquo hat geschrieben:Sach mal, lieber Strom-Molch, hast Du die Kabel auf dem 1. und 2.Bild etwa verlegt Das lässt mich dann ja doch arg an Deiner Kompetenz in Sachen Elektrik zweifeln


@ Ocho.
Ein bischen Sigeko. muss ja sein, wenn man irgendwo herumbaut:
Eine Baubeleuchtung ist eine ortsveränderliche Sicherheits- und Arbeitsbeleuchtung mit Flexiblen Leitungen, Steckverbindern und Verteilern sowie Baulampen die später nach gebrauch wieder entnommen wird.
Eine feste Installation ist geplant (Siehe Bild 5) muß aber noch abgenickt werden.
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Beitragvon Strippe » 03.02.2012, 17:12

Geschichte über den Bunker
Dieser unterirdische Rundbunker ist ungefähr 1940-41 als Splitterbunker entstanden, nachdem es 1940 in Hamburg und auch in Eidelstedt die ersten Einschläge von Luftminen gab.
Eidelstedt war wegen der Kriegswichtigen Rüstungsbetriebe und der Strategisch wichtigen Eisenbahnlinie nach Norden und Süden ein stetiges Bombenziel der Alliierten gewesen, daher wurde auch im Juli 1943 das noch dörfliche Eidelstedt ziemlich zerstört.
Auf dem über 14000 m² großen Gelände wo sich heute unsere Wohnanlage befindet, befand sich damals ein Landwirtschaftliches Anwesen, später nannte man das auf dem Gelände befindliche Gebäude "Hebammenhaus" ( Quelle: Heimatmuseum Eidelstedt).
In der Planungsphase 1964 über die Neubebaung des Grundstückes durch den damaligen Bauträger wurde der der vorhandene Bunker in den Planungen mit einbezogen.
Es galt ja noch die damalige Schutzraumverordung wegen des "Kalten Krieges" mit bestehenen Bunkern.
Fast 48 Jahre später sichtete ich die Pläne in unseren Hausarchiv, recherchierte im Heimatmuseum und im Internet herum und bin wieder schlauer geworden.

Und auch wenn der Frost meine Aufgrabungs- und Abdichtungsarbeiten zur zeit stoppt:
Ich glaub ich krieg den Trocken
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Beitragvon Strippe » 17.02.2012, 18:02

Zu mitte Februar stieg das Thermometer wieder in den Plus- Bereich und es konnte draußen an der Kasematte weiter gearbeitet werden.
Der Regen allerdings brachte wieder einiges an Feuchtigkeit in der Notausgangsschleuse, aber der Boden des Bunkers selbst ist zu 50% abgetrocknet.
Dazu hatte ich das Riesenglück gehabt, von einer meiner Baustellen, wo Fundamente geschüttet wurden den restlichen wasserdichten Beton zu bekommen. Mit einen Eimer voll den Flüssigen Brei fuhr ich nach Hause, baute schnell eine Schalung in die Kasematte und baute damit eine Schwelle vor die Mauer des ehemaligen Notaustieges.
Dann hatte ich das Glück gehabt ein passendes Kellerfenster auch dort auf dieser Baustelle auszubauen ( das teil ist fast neu) was dann nach Abtragen einiger Mauersteinschichten dann für bessere Belüftung und auch etwas bessere Belichtung des Bunkers beitragen soll.
Inzwischen hab ich aber auch die Freigabe bekommen, elektrisches Licht wieder dort zu verlegen.

Demnächst also mehr davon
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Beitragvon Aiyanna » 17.02.2012, 18:31

Bekommen die Bewohner jetzt einen Treff- und Partyraum? :wink:
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Beitragvon Strippe » 18.02.2012, 15:45

Aiyanna hat geschrieben:Bekommen die Bewohner jetzt einen Treff- und Partyraum?


Leider nicht machbar
Es fehlen Sanitäreinrichtungen und entsprechene Zugänge und sind schlecht realisierbar.
Man kann den Bunker höchstens für einlagerungen nutzen sofern er Trocken bleibt.

Am Samstag stemmte ich die Mauer an der Kasematte heraus und setzte ein Kellerfenster
ein. Erforderliche Abdichtungarbeiten scheiterten am Regenwetter da ständig Wasser über die Mauer lief und den Zement wegspülte.
Das Fenster sorgt nun in inneren für bessere Belüftung und hoffendlich auch für bessere Austrocknung.
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Beitragvon ochocinquo » 18.02.2012, 16:19

Sach ma strippske, warum machst Du Dir Arbeit damit? Wofür willste das Teil denn nutzen, wenn's fertig ist? Das erschließt sich mir noch nicht wirklich :roll: :roll: :roll: :roll: :roll:
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Beitragvon Strippe » 18.02.2012, 19:33

ochocinquo hat geschrieben:Sach ma strippske, warum machst Du Dir Arbeit damit? Wofür willste das Teil denn nutzen, wenn's fertig ist?


@ Ocho.
Dieses Objekt gammelte vergessen jahrzehntelang zwischen unseren Wohnblöcken dahin.
Die ständige Feuchtigkeit verursacht durch Regenwassereinbrüche und Überschwemmungen fing an Schäden an den Fundamenten unseres Wohnblocks zu verursachen, ausserdem roch es Muffig in den Kellern.
Es wurde immer was versucht was dagegen zu tun, aber es wurde nicht an der richtigen Stelle geforscht.
Nun bin ich natürlich konkreter auf diese Ursache gekommen und versuche es abzustellen.
Nutzen will ich den nicht, ich will den nur trocken und sauber haben.
Außerdem gut belüftet und für Zugangs- und Kontrollzwecke mit einer entsprechenen elektrischen Beleuchtung ausgestattet haben.
Es ist mein Ding und ich arbeite daran.
Aber ich weis selber noch nicht wann das endlich soweit ist
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Beitragvon Strippe » 03.03.2012, 19:01

Neues von der Bunkerbaustelle
Am 25. Februar war das Wetter mal gnädig gewesen und so konnte mit dem Betondeckel auf dem maroden Mauerwerk über den eh
IMG_1097 (960x1280).jpg
emaligen Notausgang begonnen werden.
Eine Woche später wurden die Seiten geschüttet.
Auch der Grundputz über dem Fenster hielt endlich mal, nachdem von oben kein Regenwasser nachlief.
In inneren ging es an die Elektroanlagen die nun fast fertig sind.
Im Bunker kamen Feuchtraumleuchten zum Einsatz, die den Raum gut ausleuchten sollen und erst dabei zeigte sich das ganze Ausmaß an Feuchtigkeit was noch an Schwitzwasser unter der Decke
hängt.
In der ehemaligen Gasschleuse wurde eine Elektroinstallation eingebaut die annähernd den früheren Installationen ähnlich sieht, die Leitungen sind wie früher auf Abstandssschellen verlegt, zum Teil altes schwarzes Material, was vorher woanders ausgebaut wurde, wurde wieder verwendet und es gibt sogar Drehlichtschalter.
Zu meiner Freude beginnen die Böden trocken zu werden, auch von außen scheint kein Regenwasser mehr nachzukommen zumal es ja einige Zeit gegen ende Februar wieder regnete.
Aber noch ist kein Ende in Sicht, denn es muß alles nur abgewartet werden wie es sich weiter entwickelt.
IMG_1096 (1280x960).jpg
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Beitragvon Strippe » 03.03.2012, 19:09

IMG_1103 (1280x960).jpg

Hier kam bis vor einigen Tagen ständig das Regenwasser herein, aber die trockenen Stellen unten auf dem Boden zeigen erste Erfolge an. Hoffendlich bleibt es auch so.
Nun muß noch alles schön trocken werden, das geöffnete Fenster sorgt für gute Belüftung bei den nun bald wärmeren Frühjahrstemparaturen.
Bald wird auch das restliche Wasser aus dem Bunker entfernt und gehofft, das sich kein neues ansammelt.
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Beitragvon Strippe » 10.03.2012, 19:45

Nach der verregneten Nacht vom 8. auf dem 9. März blieb es innen Trocken, es läuft also von außen kein Wasser mehr nach.
Am 9. März wurde an der Oberkante der Außenmauer die restlichen Schäden beseitigt.
Nächtlicher Regen zum 10. März schadeten denen nicht.
In inneren wurde die Elektroinstallation fertiggestellt und mit der Entfernung des restlichen Wasser auf dem Boden begonnen.
Eine kleine Sorge macht mir noch die alte Bunkertür die aus so einer art Holzbeton besteht und sich total in Einzelteile zerlegt. ( Entsorgung).
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Beitragvon Strippe » 16.03.2012, 18:17

16.03.
Nun sind 7 Wochen vergangen.
Da alles sehr langsam abtrocknete, baute ich einen Elektrischen Lüfter in eines der ehemaligen Luftschleusen ein und nun wird damit zeitweilig die Luft im Bunker umgewälzt und von außen her wärmere Luft angesogen.
Thermometer und Luftfeuchtigkeitsmesser geben mir Ergebnisse ob es besser wird oder nicht.
Allerdings ist der feuchte Mief aus dem Kellergang im Nachbarhaus inzwischen verschwunden.
Im Bunker selbst riecht es aber noch recht Muffig.
Aber unter der Bunkerdecke hängen keine Kondenzwassertropfen mehr, nachdem ich die Kalkablagerungen, und das Wasser vom Boden entfernt hatte, und auch hier zeigen sich nun die ersten trockenen Stellen.
Langsam wird es was
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Beitragvon Aquamarin50 » 16.03.2012, 18:35

Strippe hat geschrieben:16.03.
Nun sind 7 Wochen vergangen.
Da alles sehr langsam abtrocknete, baute ich einen Elektrischen Lüfter in eines der ehemaligen Luftschleusen ein und nun wird damit zeitweilig die Luft im Bunker umgewälzt und von außen her wärmere Luft angesogen.
Thermometer und Luftfeuchtigkeitsmesser geben mir Ergebnisse ob es besser wird oder nicht.
Allerdings ist der feuchte Mief aus dem Kellergang im Nachbarhaus inzwischen verschwunden.
Im Bunker selbst riecht es aber noch recht Muffig.
Aber unter der Bunkerdecke hängen keine Kondenzwassertropfen mehr, nachdem ich die Kalkablagerungen, und das Wasser vom Boden entfernt hatte, und auch hier zeigen sich nun die ersten trockenen Stellen.
Langsam wird es was

also, Strippe....solltest du es jemals schaffen, die Höhle besenrein und trocken zu beschaffen....dann schlag ich dir doch mal ein Kannibalen-Regional-50+Treffen vor in diesen gruseligen Mauern,...ich bin dann auch dabei. Wie werden dort einen Kocher aufstellen mit Süppchen und eine große Fuhre gegrillte Hähnchen aus dem Imbiss mitnehmen...ordentlich Fladenbrot dazu...eine Pulle Bier für jeden in die Faust, ....schmutzige Lieder werden wir singen und jeden Anstand vergessen lassen...du musst doch zugeben......das hätte was !
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Beitragvon ochocinquo » 16.03.2012, 21:24

Aquamarin50 hat geschrieben: also, Strippe....solltest du es jemals schaffen, die Höhle besenrein und trocken zu beschaffen....dann schlag ich dir doch mal ein Kannibalen-Regional-50+Treffen vor in diesen gruseligen Mauern,...ich bin dann auch dabei. Wie werden dort einen Kocher aufstellen mit Süppchen und eine große Fuhre gegrillte Hähnchen aus dem Imbiss mitnehmen...ordentlich Fladenbrot dazu...eine Pulle Bier für jeden in die Faust, ....schmutzige Lieder werden wir singen und jeden Anstand vergessen lassen...du musst doch zugeben......das hätte was !


Also 'ne Einweihungsparty - die Idee kam mir auch schon 'mal - bin dabei..... besonders der Teil mit den schmutzigen Liedern und dem Anstand gefällt mir :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: und der Elektrolurch hat bestimmt auch ein paar bunte Glühbirnen (für Dich, strippske: Leuchtmittel) für die entsprechende Stimmung :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
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