Also -
Ordnung sei das halbe Leben - so heisst das wohl.
Ich denke, dass dies untertrieben ist.
Jeder - un zwar ausnahmslos jeder - Aspekt des Lebens ist Ordnungen unterworfen.
Und da bin ich heilfroh drüber.
Ich wäre sonst nich lebensfähig. Und die anderen Mitmenschen auch nich.
Jaa - es gäbe sie nich mal. Denn die Biologie ist auch ein Ordnungssystem.
Selbst die menschliche. Und auch die menschelnde.
Ohne Ordnung - kein Leben - kein Mensch - keine Gesellschaft.
Nix.
Ok - wäre nich so schlimm, könnte man meinen.
Aber man müsste auch ne Menge kleiner Lebensfreuden aufgeben.
Das geht dann nich in Ordnung.
Ordnung ist das wahre Leben. Selbst für Feuer.
Man stelle sich mal vor, es gäbe kein geordnetes Wissen in Willis Pschyrembel, in Meyers Lexikon, in Brockhausens Werk, in Encys Brtitannica , im statistischen Jahrbuch - und wie sie alle heißen.
Da wäre selbst der stärkste Wiki Pädianer macht- und orientierungs- und wissenlos - unter Umständen sogar gewissenlos.
Man darf froh sein, dass es Ordnungen gibt.
Moderne und alte. Und manchmal müssen halt auch die alten für Neues herhalten.
Die Erfinder der Kultur - die Grieschen leben in ihrem Wertekanon munter weiter und sorgen für Ordnung, der Hegel und der Marx sorgen mit ihrer Dialektik in der hoch komplexen und kontingenten Welt in manchen Köpfen noch immer für Ordnung, und uns Bibel erklärt auch ordentlich die Genesis, also uns aller Werden.
Trotzdem schafft es der Mensch mitunter unordentlich zu sein.
Also einige zumindest.
Ich im Büro zum Beispiel. Meine Kinder früher im Kinderzimmer.
Meine Ex in der Küche. (Na gut - sie war auch Anhängerin der Chaostheorie - da wars ie fein raus, sie hatte auch Ordnung.)
Warum der Mensch unordentlich erscheint, ist eigentlich nur, weil er sich partout weigert,
mein Ordnungssystem anzunehmen.
Schad eigentlich.
Aber so sind die Menschen.
Ordnungsliebende Chaoten - oder chaotische Ordner.
Mir egal.
Hauptsache ich finde mich in meiner Ordnung zurecht.
Der Rest "geht in Ordnung - sowieso" - sachte einst Eckehardt Henscheidt.
Hebbe
