Heute bekam ich eine PN.
Es ist nicht die Erste über dieses Thema.
Einige, die ältere Blogs nachlesen reagieren und antworten mir.
Ich möchte diesen Thread eröffnen und den Bloginhalt nochmals reinsetzen.
Einige User haben nach meinem Blog Tante oder Onkel angerufen, sie eingeladen zum Essen und Kontakte intensiviert.
Mir hat das gut gefallen, dies ausgelöst zu haben.
Und mir fallen da noch andere Begebenheiten ein, die ich später als Kommentar setzen möchte.
Wer hat auch solche Erinnerungen, Begebenheiten , vor Allem so liebe Erinnerungen an seine Kindheit?
Ich würde mich sehr freuen davon zu lesen.
Hier mein Bloginhalt:
Wenn Erinnerungen wach werden
Eine Begegnung von vor ca zwei Wochen geht mir nicht aus dem Kopf.
Sie führt mich in meine Kindheit zurück und wärmt mir mein Herz.
Ich arbeitete mit einer Hausbewohnerin im Hofgarten, was uns riesigen Spaß bereitete.
Sahen wir doch unseren Erfolg sofort.
Die Rosenbüsche waren vom vielen Unkraut befreit,
die Wiese sah gleich viel schöner aus und
der Sack, wo alles drin war, was wir entfernt hatten - war voll.
Plötzlich steht ein kleines Mütterlein am Nachbarszaun und gestikuliert
wild mit ihren Händen.
Mir ist sie nicht bekannt, aber auch nicht fremd.
Beobachte ich sie doch oft, wenn sie auf ihrem Balkon herumwuselt.
Manchmal winken wir uns zu.
Ich gehe zu ihr und bemerke, sie spricht russisch.
Ohne mir weiter Gedanken zu machen, dass ich die Sprache nicht beherrsche,
fiel mir ein....etwas kann ich noch und sage zu ihr: "menja sawut Susanne"
auf deutsch „ich heiße Susanne“.
Mit dieser Vorstellung hatte ich was angerichtet,
sie redete und redete. Sie hielt 30 Cent in ihrer Hand und wollte etwas.
Aber was?
Ich schnitt ihr Rosen ab.
Njet.
Anderes was blüht (ich habe keine Ahnung von Pflanzen)
Njet.
Etwas unglücklich, habe ich die Idee unseren Abfallbeutel zu leeren, und siehe da,
sie zeigt auf Löwenzahn mit der Wurzel.
Wir haben alle rausgesucht, die Cents selbstverständlich nicht genommen und ihr die
abgeschnittenen Blumen in die Hand gedrückt.
Warum habe mich darüber gefreut?
Sie sah zufrieden aus, das war es aber nicht.
Keine Ahnung!
Ein kleines liebenswertes Mütterlein.
Zufrieden, ein gütiges Lächeln......jetzt habe ich es!
Ich fange nach Stunden an in Erinnerungen zu schwelgen, denn da ist sie...
Meine Kindheitserinnerung an Tante Anna und Onkel Karl.
Sie waren meine Pateneltern und haben mich die ersten fünf Lebensjahre die Woche
über betreut.
Als ich größer war, besuchte ich sie jedes Wochenende freiwillig.
Meine Mutter war allein erziehend,
mein Vater nahm sich das Leben als ich neun Monate alt war,
und so hatte ich bei Tante Anna und Onkel Karl so etwas wie ein Familienleben,
welches mir meine Mutter neidlos zugestand .
So würde ich mir vorstellen, als Oma zu sein.
Sie erlaubten mir Dinge, die ich zu Hause SO nicht durfte oder hatte.
Und am Schönsten waren die Sonntagmorgen.
Onkel Karl ging einkaufen, kam mit frischen Brötchen und Milch zurück.
Tante Anna hatte das Frühstück auf einem Tablett vorbereitet.
Dann kamen sie wieder ins Bett, wo gefrühstückt wurde.
War das herrlich.
ICH bekam Erwachsenenkaffee.
Mein Butterbrötchen durfte ich darin eintitschen.
Ich konnte krümeln.
Manchmal sahen die Betten wüst aus hinterher.
Es wurde rumgealbert.
Ich liebte es und ich liebte diese Beiden.
Ihr einziger Sohn (der immer eifersüchtig auf mich war) verstarb mit 47 an einem
Herzinfarkt und der Karlemann aus Gram gleich hinterher.
Von da an kümmerte ich mich um mein kleines Mütterlein.
Jeden Samstag holte ich sie zu uns nach Hause.
Badete sie und machte ihr das Haar die Nägel und alles was sie so wollte.
Mein Sohn Stefan war immer verzückt, wie zufrieden sie dann auf dem Sessel saß
und vor Wonne (oder wegen meiner Tortur) ne Runde schlief.
Jedenfalls versorgte ich sie bis zum Ende.
Sie war nicht allein……
Am Sonntag waren meine Kinder da.
Sie rauchten auf dem Balkon.
Die Jule rief mir zu, da winkt eine alte Frau,
sie meint sicher Dich und sieht schlecht.
Ich gehe auf den Balkon und sie zeigte auf die zwei Blumentöpfe.
Ach so, sage ich zur Jule, die hat sie von mir, ich wollte ihr eine Freude machen,
was wohl geklappt hat.
Die Kinder reden leise miteinander und sagen mir dann:
"Nun haste ja wieder eine Tante Anna"!
Seltsam, also hat dieses Mütterlein auch Erinnerungen bei meinen Kindern an Tante Anna
geweckt und ich brauche mich gar nicht mehr zu wundern.
Mich nur darüber freuen, weil dieses kleine Mütterlein zum Ausdruck bringt,
dass Güte unvergesslich ist,
und mir diese Begegnung zu einem schönen Ausflug in meine Kindheit verholfen hat.
Das ist Tante Anna und Onkel Karl... die "König`s" mit Familiennamen`.

Wenn Erinnerungen wach werden
- doppelten Text auf Wunsch von Wildcat gelöscht.
Yentl















