. : Service und Hilfe

Forum der Regionalgruppe Zürich

Moderator: Joker_

Beitragvon bobwillie » 08.04.2010, 21:51

DONNERSTAG, 9. APRIL 1992

Willi:
Heute ist der 9. April (wie gestern, wir können jetzt jeden Tag sagen, es sei der 9. April).
Heute morgen habe ich ein ganz aufgestelltes "Schätzli". Sie konnte wieder einmal ohne Schmerzen schlafen (das war schon ein paar Nächte nicht mehr der Fall). Sie hat zum ersten Mal von diesen Schmerztropfen genommen und es geht ihr blendend. Sie ist daran, das Zimmer einzuräumen, macht Sachen, die sie vorher nicht mehr so gut machen konnte, und ist richtig aufgestellt und glücklich. Sie denkt immer wieder ans gestrige Telefongespräch und an die schöne Fruchtschale. Ich muss sagen, es war wirklich eine schöne Idee vom Hotel, dass sie nicht einfach eine Banane und eine Orange in eine Schale gelegt haben, sondern dass sie ganz frisch eine Schale geflochten haben. Wir hoffen natürlich, dass wir diese Schale mitnehmen können. Im Moment ist sie noch grün, aber ich nehme an, dass sie dann einmal braun werden wird. Wir werden heute von diesen Früchten essen und mit dem Champagner werden wir noch schauen. Heute nachmittag gehen wir noch einmal zum Arzt und vielleicht haben wir anschliessend einen Grund zum feiern.

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Das Wetter ist super schön und der Himmel ist schön blau. Vielleicht gibt es am Nachmittag, oder am Abend wieder Gewitter, denn wir sind in der Regenzeit. Das ist wie bei uns im Sommer, wenn es am Abend Wolken gibt, kurz regnet und dann gleich wieder die Sonne scheint. Gestern hat es um 16.00 Uhr einmal geregnet, aber die Leute haben mit dem Volleyball-Spiel nicht einmal aufgehört und auch der Tauchkurs ging weiter.

Wir haben auch ein Tagesprogramm ins Zimmer bekommen und es ist sehr angenehm so. Es ist jeden Tag etwas organisiert, aber er gibt überhaupt keinen Zwang. Die Animation ist überhaupt nicht aufdringlich, man kann mitmachen, oder man kann es auch sein lassen. Von 09.00 bis Uhr 16.30 Uhr ist immer etwas los. Heute machen sie sogar eine "Night Club Tour", wo sie 6 verschiedene Bars und 2 Night Clubs besuchen.

Die ganze Hotelanlage erinnert mich stark an Jamaika. Es sind auch 2-stöckige Häuser und es gefällt mir besonders, dass wir im oberen Stock durch das Giebeldach einen höheren Raum haben (das Zimmer ist am höchsten Punkt 4 bis 5 Meter hoch). Die Aussicht kann man fast nicht beschreiben. Vor uns hat es Sand, Meer und ab und zu einen Baum, das ist schon traumhaft. Wir werden uns dann schon wieder umstellen müssen, zwischen Strassen und Autobahnbrücken zu wohnen.
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Erika: Heute morgen gab es ein Früchte-Frühstück. Wir haben uns auf den Balkon gesetzt und haben gemütlich gefrühstückt. Es ist super schön.
Danach haben wir Tischtennis gespielt, haben an der Bar etwas getrunken und haben die Hotelanlage fotografiert.
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Dann haben wir ein Taxi bestellt und es war etwas mühsam, bis er endlich gekommen ist. Zweimal hat die Dame an der Rezeption gesagt, er komme gleich und beim dritten Mal haben sie dann gesagt, sie hätten ihn noch gar nicht bestellt. Wir sind dann eine viertel Stunde zu spät gekommen, aber der Arzt war noch an einer Operation (er ist 20 Minuten zu spät gekommen und wir waren froh darüber). Er hat einen Ultraschall gemacht. Er hat gesehen, dass ich ca. 5 Liter Wasser in meinem Bauch habe und hat dann ca. 2 Liter abgesaugt. Er macht uns einen sehr guten Eindruck und er hat uns empfohlen, Amerika auszulassen. Wir sollen diese Woche hier noch geniessen und dann langsam daran denken, nach Hause zu reisen (er meinte, dass die Strapazen langsam zu gross werden). Ich fühle mich wieder wie ein junger Hund, so weit bin ich schon lange nicht mehr gelaufen, und das ohne Beschwerden.

Heute konnte ich sogar zu abend essen (sogar einen normalen Teller). Der Magen ist wieder etwas freier und ich fühle mich jetzt nur noch wie im 4. oder 5. Monat schwanger (nicht mehr im 7.). Der Arzt hat gesagt, dass dieses Wasser vom Krebs käme und es immer wieder auftreten werde. Eigentlich sind wir zufrieden mit diesem Bericht, denn Willi hat befürchtet, dass ich jetzt auch noch Darmkrebs habe, aber das ist zum Glück nicht der Fall (das konnte man auf dem Ultraschall sehen).

Wir haben dann die Kinder angerufen und Claudia wird nun eventuell nach Los Angeles kommen, damit ich die Reise nach Santa Domingo nicht mehr machen muss. Ich hätte zwar gerne gesehen, wie sie lebt und wo sie arbeitet, aber ich muss nun doch auf meine Gesundheit achten.

Wir haben bei Kerzenlicht zu Abend gegessen, als uns jemand fragte, ob wir Roth heissen. Sie hat etwas von Champagner erzählt und wir haben gar nicht verstanden, was sie meinte. Sie hat uns dann erzählt, dass sie den Champagner und die Fruchtschale organisiert habe (den Korb habe sie selber gemacht). Sie war überhaupt nicht aufdringlich, sondern hat sich einfach über die Idee gefreut und wollte uns mitteilen, dass sie es gemacht hat. Das war ganz nett.

Wir haben uns dann noch etwas an den Strand gelegt. Es windet zwar etwas stark, aber d‘Erika "likes" das (wenn es nicht zu "hot" ist).
Morgen geht Willi Schnorcheln und ich werde mich in den Schatten legen, da ich 3 Tage nicht baden darf.

Willi: Was heisst Schnorcheln auf Englisch?

Erika: "snorkling"! Mit Delphinen an den Füssen. Ich habe den Mann heute gefragt, ob er "Delphine" habe und er hat mir dann tatsächlich Flossen gebracht. Ich war mir nicht sicher, ob es "Wal" oder "Delphin" heisst, aber ich glaube, "Delphin" war richtig.

Willi:
Es ist schon fast schade, dass wir bald nach Hause gehen müssen, jetzt wo Erika beinahe perfekt Englisch spricht. Sie hat seit Australien schon viel gelernt.

Ich möchte noch einmal auf den Arztbesuch zurück kommen. Wir waren nach diesem Besuch sehr erleichtert, denn ich habe eigentlich das Schlimmste befürchtet. Er hat mit dem Ultraschall begonnen und hat dabei ein ziemlich grimmiges Gesicht gemacht. Ich nehme an, dass er aus einer Operation gekommen ist, die nicht gut gelaufen ist. Zuerst ist ein anderer Arzt an uns vorbei gelaufen, der richtig verärgert geschaut hat und auch er war nicht mehr wie am Tag zuvor. Er war freundlich und korrekt, aber man hat es ihm trotzdem angemerkt. Er hat sich aber zusammen genommen und hat den Ultraschall seriös durchgeführt. Ich durfte zuschauen und es war schon etwas anderes als in Sion, wo sie mich immer hinaus geschickt haben (Erika tut es einfach gut, wenn ich bei ihr sein darf). Er hat gefragt, ob er das den anderen Ärzten zeigen dürfe, die hätten das noch nie gesehen. Wir können jedoch ohne weiteres "nein" sagen. Wir haben zugestimmt, denn es ist ja eigentlich sinnvoll, wenn diese Ärzte etwas dazu lernen können. Er hat diese Ärzte dann geholt und es gab eine etwas komische Situation. Wir sind seit 1½ Jahren mit dieser Krankheit konfrontiert und haben gelernt, damit zu leben und plötzlich stand eine junge Ärztin vor uns, die beinahe weinte. Sie hat sich dann aber zusammen genommen und hat beim absaugen geholfen. Sobald sie arbeiten konnte, war sie wieder ganz anders, hat sich wieder beruhigt und war konzentriert (aber vorher hat sie uns beide angeschaut und man hat gemerkt, dass es ihr weh tat). Der Arzt hat mir sehr gut gefallen. Er ist sachlich und ruhig, nicht herzlos, aber auch keine "Jammertasche" (ähnlich wie Doktor Reich). Es ist angenehm, wenn man jemanden gegenüber hat, mit dem man direkt und offen sprechen kann und das hat er auch gemacht. Ich wollte noch etwas mehr aus ihm heraus holen, was er mit dem nach Hause gehen meint, aber er liess sich nicht in die Enge treiben. Er sagte genau, war er sagen wollte, und nicht mehr. Eigentlich haben wir verstanden, was er sagen wollte, aber manchmal versucht man einfach, ob man noch eine Information mehr heraus holen kann. Er hat mich insofern beruhigt, dass der Darm in Ordnung ist. Als er beim Ultraschal den Darm angeschaut hat und dann die anderen Ärzte holen wollte, war es mir nicht mehr wohl, und ich bin froh, dass es kein Darmkrebs ist. Er hat mit den anderen Ärzten englisch gesprochen, aber ich habe einiges verstanden, da er als Deutscher ein Englisch spricht, dass für uns leichter zu verstehen ist. Bei der Leber kann man den schwarzen Fleck nicht mehr erkennen, es muss sich irgendwie verteilt oder aufgelöst haben. Er hat uns dann verschiedene Varianten erklärt. Er könnte noch mehr Wasser absaugen, was er aber nicht machen möchte, weil sich das Wasser dann umso schneller wieder bildet. Dann gäbe es eine Hormonbehandlung, die wir aber bereits machen, und dann gäbe es noch eine Chemotherapie, die direkt in den Bauch gespritzt wird und das Bilden des Wassers hemmen soll.

Man wird bescheiden und lernt, auch mit wenig zufrieden zu sein, und die 2 Liter Wasser, die er abgesaugt hat, bedeuten doch, 2 Kilogramm weniger zu haben; das ist auch etwas. Er hat es dann auch mit Humor genommen und hat gesagt, jetzt sind sie wieder schlank, und ich habe gesagt, er könne bei mir auch gleich absaugen (ich habe nämlich einen grässlichen Ranzen bekommen). Am schlimmsten sind die Spiegel in den Hotels. Ich muss immer ganz heiss duschen, damit die Spiegel anlaufen und ich mich nicht mehr sehe, wenn ich aus der Dusche komme. Wenn wir wieder zu Hause sind, werde ich wieder mehr Sport machen und wieder mehr für meinen Körper sorgen.
Erika hat immer noch einen Bauch, wie wenn sie schwanger wäre. Es ist nicht wie bei mir ein Schwimmgurt, sondern gerade nach vorne. Es hat sie natürlich stark belastet und als dann ca. 1 Liter draussen war hat sie gesagt: "Das tut gut." Der Arzt hat gesagt, man werde Bescheiden und das stimmt. Erika war überglücklich wieder etwas besser atmen zu können und etwas weniger Rückenschmerzen zu haben, und viele "Tötsch", die wir kennen, meinen sie seien die Ärmsten auf dieser Welt. Sie müssten eigentlich wirklich einmal etwas ärmer dran sein, damit sie wüssten, was eigentlich entscheidend ist und was nicht.

Es gefällt uns super gut hier und wir sind überglücklich. Wir haben noch einmal mit Claudia telefoniert sie war total verschlafen und überrascht, und hat gesagt, weisst du eigentlich wie spät es ist (ich habe sie dann nicht daran erinnert, zu welchen Zeiten sie uns jeweils von Amerika angerufen hat). Sie hat gemerkt um was es hier geht und hat gemerkt, dass es entscheidender wäre, s‘Mami noch einmal zu sehen, als später zu einer Beerdigung nach Hause zu fliegen. Wir hoffen nach wie vor, dass sie s‘Mami im Oktober wieder sehen wird, aber es würde uns beruhigen, wenn wir Claudia jetzt noch einmal sehen könnten.

Erika: Ich möchte hier auch noch festhalten, dass Claudia sehr tapfer war.

Willi:
Sie war seht tapfer am Telefon und das war auch schön. Wir kommen nun in eine Phase, in der wir zum Teil sehr sachlich sagen müssen, was sie machen soll. Das heisst nicht, dass man dazwischen nicht auch einmal weinen kann, es geht uns auch nicht immer super, aber es bringt manchmal einfach nichts. Wenn ich mir vorstelle, von Los Angeles nach Florida 6 Stunden zu fliegen, 4 Stunden nach Santa Domingo und dann noch 2 Stunden im Bus bis zum Hotel zu fahren, da sind wir mit den Wartezeiten auf einer Reisezeit von 16 Stunden, und das sind Strapazen, die ich Erika nicht mehr zumuten möchte. Claudia hat Begriffen, dass wir das nicht mehr auf uns nehmen möchten. Es ist für sie natürlich schwierig, eine neue Stelle anzutreten und dann gleich Sonderwünschen anzubringen, wir würden uns aber trotzdem sehr freuen, wenn es klappen würde. Es gäbe einfach eine gewisse Ruhe. Es könnte nachher komme was wolle, wir müssten nicht mehr das Gefühl haben, schade, dass wir sie nicht mehr gesehen haben.

Gute Nacht.
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Beitragvon bobwillie » 10.04.2010, 0:38

FREITAG, 10. APRIL 1992

Erika:
Claudia hat uns bereits vor 08.00 Uhr angerufen. Wir waren schon früh wach und haben auf den Anruf gewartet. Sie konnte uns die erfreuliche Nachricht mitteilen, dass sie nach Los Angeles kommen kann und wir haben uns sehr gefreut. Sie hätten sofort Verständnis gehabt und hätten ihr gleich bei der Buchung geholfen. Sie wird ca. 3 Stunden nach uns in Los Angeles ankommen und das ist ideal. Wir können uns dann am Flughafen treffen, ein Auto mieten, und während den 3 Tage, die wir zusammen verbringen können, etwas zusammen unternehmen. Das ist wirklich super, wir sind fast ausgeflippt.

Willi ging es heute morgen nicht gut, er hat Migräne. Er hat dann von meinen Tropfen genommen und es wurde ihm schlecht (war nicht der Erfolg, den ich mir erhofft habe).

Wir haben den ganzen morgen geschlafen (bis um 13.00 Uhr ) und sind dann zum Flughafen ins Air New Zealand Büro gegangen.

Es hat alles geklappt. Wir konnten für den 21. April einen Flug von Los Angeles nach Frankfurt buchen und werden dann am 22. April in Frankfurt ankommen. Dort werden wir dann schauen, wie wir nach Zürich kommen, oder ob wir eventuell direkt ins Wallis gehen (kommt auf meine "Pauke" an).

Wir sind dann wieder ins Hotel zurück gegangen. Ich habe mich wieder hingelegt und Willi hat Gitarre gespielt. Dabei stand ein kleiner Vogel auf dem Balkon und hat mitgepfiffen, das war ganz süss (wie "de Bobeli" früher). Die Tierwelt, die wir auf dieser Reise erlebt haben, hat uns schon beeindruckt. Wir haben auch negatives gesehen, aber die schönen Sachen überwiegen.

Heute war wieder ein Maori Abend, aber da wir schon einen gesehen haben und ich nicht so viel Essen wollte, sind wir nicht gegangen. Wir sind zu einem herzigen Restaurant gelaufen und haben dort gegessen. Es war sehr gemütlich und hat uns gut gefallen. Wir konnten dann am Strand entlang nach Hause laufen und haben noch kurz den Tänzen zugeschaut. Die Tänze sind sehr schön, die eleganten Bewegungen, die Blumenkränze auf dem Kopf und um den Hals, und auch die Kleider. Mit den Händen machen sie wunderschöne Bewegungen und natürlich auch mit den Hüften, mit denen sie vibrieren. Ans "schnellste Füdli" der Welt, das wir in Jamaika gesehen haben, kommen sie nicht rann, aber dafür sind sie schöner. Wir haben fast eine Stunde zugeschaut und sind dann in unser Zimmer gegangen.

Wir wollten noch unsere Eltern anrufen und ihnen mitteilen, dass wir früher nach Hause kommen. Die Kinder haben sie zwar bereits informiert, aber wir wollten es ihnen auch noch selber sagen. S‘Mueti haben wir nicht erreicht, aber s‘Mami haben wir erreicht und konnte sie informieren.
Nun liegen wir im Bett, "schwatzen" noch ein bisschen und morgen werden wir weiter sehen.
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Beitragvon bobwillie » 10.04.2010, 21:35

SAMSTAG, 11. APRIL 1992

Erika:
Wir sind wie üblich aufgestanden und haben wieder draussen gefrühstückt, das ist einfach wunderschön. Ein richtig schöner Start.

Wir haben nicht speziell viel gemacht. Wir sind an den Strand gegangen, dann Mittagessen, am Nachmittag haben wir uns etwas hingelegt und am Abend sind wir dann wieder in das kleine Restaurant gegangen. Danach haben wir uns noch an die Bar gesetzt und ein bisschen "geschwatzt" (war gemütlich).

Wir mussten natürlich auch noch unser Tischtennis-Spiel machen. Willi hatte zwar etwas viel Schatten auf seiner Seite, konnte mir die Bälle aber trotzdem noch verteilen.

Wir sind dann ins Zimmer gegangen und haben noch einmal versucht s‘Mueti anzurufen, haben sie jedoch wieder nicht erreicht. Wir haben Margrit angerufen, haben sie informiert und konnten uns gleich noch für die Wohnung bedanken die sie für uns gemietet haben, damit wir wieder ein Heim haben wenn wir nach Hause kommen.
http://www.youtube.com/watch?v=nD7bC9vqQV0
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Beitragvon bobwillie » 11.04.2010, 17:45

SONNTAG, 12. APRIL 1992

Originalton
http://www.youtube.com/watch?v=wSeq7I-D-pk

Erika:
Wir haben auf unserem Balkon gefrühstückt und haben heute vor, einen Töff zu mieten und um die Insel zu fahren. Willi wird sich aber vorher meinen Bauch anschauen, und nach seiner Diagnose werden wir uns dann entscheiden.

Die Diagnose war gut und wir konnten den Töff mieten. Wir sind dann um die Insel gefahren und es war sehr schön. Es hat eine Strasse um die Insel herum und man kann fast alles dem Strand entlang fahren. Es sind ca. 32 km und wir waren ziemlich bald rund herum.

Danach sind wir zur "Muri Beach" gefahren zu einer Hotelanlage gefahren, von der wir gelesen haben. Es hat einen sehr schönen Strand (schöner als bei uns) und eine Insel, zu der man hinaus schwimmen kann. Aber von der Anlage her gefällt uns unsere besser. Bei uns hat es viel mehr Zimmer mit Meersicht, und die geniessen wir jeden Morgen.
http://www.youtube.com/watch?v=2xxUyBLIipE

Wir sind dann zurück gefahren und ich habe mich wieder hingelegt (ich muss mich nach einer solchen Tour jeweils wieder erholen). Am Nachmittag haben wir noch einmal einen kleinen Ausflug unternommen und einen sehr schönen Sonnenuntergang erlebt. Es war so warm, dass wir sogar Kurzarm ausfahren konnten.

In unserem Hotel hätte es heute wieder Buffet gegeben, aber da wir keinen grossen Hunger hatten, haben wir in unserem Zimmer "Café complet" gegessen.
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Beitragvon bobwillie » 12.04.2010, 21:48

MONTAG, 13. APRIL 1992

Originalton
http://www.youtube.com/watch?v=2b1Df1MrwMI


Erika:
Claudia hat jetzt Montag abend und ist bereits auf dem Weg nach Los Angeles.
Willi hat am Morgen den Töff zurück gebracht und hat dann gleich noch Brot eingekauft. Ich habe in dieser Zeit das Frühstück vorbereitet und 2 Liegestühle besetzt. Es hat ein paar sehr bequeme Liegestühle, die besonders beliebt sind.

Wir haben dann gefrühstückt, Willi konnte anschliessend noch Tennis spielen und ich habe mich bereits an den Strand gelegen. Ich nehme jeweils 2 Kissen mit, und dass ist so schon, dass ich beinahe einschlafe.

Vielleicht gehen wir am Nachmittag noch einmal nach Avarua, denn wir haben noch Filme zum entwickeln, und wir möchten gerne noch etwas kleines für Claudia kaufen. Mal schauen.

Um 12.30 Uhr haben wir die Hotelanlage verlassen und haben einen Einheimischen getroffen, der Leute nach Avarua transportiert. Es kostet gleich viel wie mit dem Bus, ist einfach kleiner und hat weniger Leute. Er fährt jede Stunde und wir sind dann gleich mitgefahren.

In Avarua haben wir zuerst die Filme gebracht. Wir können sie in 1 Stunde wieder abholen, wobei wir für diesen Service NZ$ 5.- mehr bezahlen müssen. Wir haben uns dann umgeschaut, haben aber nichts schönes gefunden. Irgendwie war es einfach zu heiss zum einkaufen. Wir sind dann in die "Banana Court Bar" gegangen, die in unserem Führer empfohlen wird. Hinter der Bar stand eine, die mit den Fingern gezittert hat, ich würde sagen, sie war noch nicht ganz nüchtern. Mit Müh und Not hat sie verstanden, war wir möchten und ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese Bar mit einer solchen Barmaid läuft. Plötzlich hat Willi einen Slivoviz entdeckt. Er hat die Barmaid gefragt, ob das wirklich jugoslawischer Slivovic sei, aber sie wusste nicht einmal, welche Flasche er meint. Wir haben ihr die Flasche gezeigt und sie hat gesagt, ja … ja, die komme aus Jugoslawien. Sie hat uns gefragt, ob wir von Jugoslawien seien, und wir haben ihr dann erzählt, dass wir dort oft in den Ferien waren, und dort oft einen Slivovic getrunken hätten. Willi hat gefragt, ob er einen haben könne und sie hat gefragt, ob er die ganze Flasche möchte. Er hat gesagt, nein, nur ein Glas und sie hat dann ein grosses Glas geholt und wollte einschenken. Irgendwie müssen wir nachher noch nach Hause und deshalb haben wir ihr dann gesagt, sie soll lieber ein kleines Glas nehmen. Gemütlich haben wir einen Slivoviz getrunken.

Willi hat dann die Fotos geholt und ich bin bereits zum Bus gegangen, damit ich ihn aufhalten kann. Der Bus war aber noch nicht dort und Willi hatte genug Zeit (wahrscheinlich hat der Fahrer gerade einen Mittagsschlaf gemacht). Eine viertel Stunde später ist er dann gekommen, aber das spielt uns keine Rolle, wir haben Ferien.

Zurück im Hotel haben wir uns noch einmal an den Strand gelegt. Der Sonnenuntergang war heute nicht besonders schön, es hatte zu viele Wolken.
Für das Abendessen sind wir wieder in unser Restaurant gelaufen und ich habe wieder einmal ein Menü bestellt und habe 2/3 gegessen (knapp 2/3, aber ich war zufrieden).

Wir sind zurück gelaufen und ins Bett gegangen. In der Nacht gab es plötzlich einen "Radau" in unserem Hotel. Ich glaube, ein Jumbo ist angekommen. Treppe hinauf, Treppe hinunter, und keiner hat daran gedacht, dass vielleicht schon jemand schlafen könnte.
Willi war dann die halbe Nacht wach. Erika macht das nichts, aber Willi regt das auf.

Willi: Nein, Willi kann nicht schlafen.
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Beitragvon bobwillie » 13.04.2010, 21:18

DIENSTAG, 14. APRIL 1992

Originalton

http://www.youtube.com/watch?v=p-0ag1DvISc

Erika:
Am Morgen haben die Vögel einen Lärm gemacht. Sie haben ganz eigenartig "gekrächzt", wie ich es am Morgen noch nie gehört habe. Willi ist auch aufgewacht und ist auf den Balkon gegangen. Es war die kleine Katze, die auf dem Stuhl schlief und die Vögel waren sauer, weil ihnen die Katze den Platz weg nahm. Willi hat Brot geholt und die Katze hat es sofort gefressen; sie hatte wirklich Hunger (für einmal keine heikle Katze). Wir haben dann etwas Milch und "Brotbröckli" in eine Schale getan und sie hat den ganzen Teller leer gegessen.

Willi:
Sie wollte noch mehr und ich habe ihr noch einmal einen Teller gemacht. Als sie ins Zimmer hinein wollte, habe ich sie hinaus gescheucht und da ist sie dann gegangen.

Erika:
Willi hat einmal gesagt, wir können nicht alle Tiere der Welt füttern, aber ich glaube, wir können es doch. Es hatte noch ein paar "Brotmöckli" übrig und die haben dann die Vögel gegessen. Die Vögel haben noch etwas Milch übrig gelassen und die war heute Abend ebenfalls weg; das heisst, dass die Katze noch einmal gekommen ist. Ich bin sicher, dass sie morgen früh wieder auf dem Balkon liegen wird. Die Katzen sind hier allgemein sehr zutraulich. Sie kommen und miauen und möchten natürlich etwas zu essen. Wir geben ihnen zwar nicht immer zu fressen, streicheln sie jedoch und dann sind sie auch ein bisschen zufrieden.

Wir haben den ganzen Tag am Strand verbracht und haben heute nur eine Suppe gegessen. Willi hatte es heute auch nicht so gut mit dem Magen, er hatte Magenkrämpfe und Durchfall. Bei mir ist das Wasser wieder gekommen und ich fühle mich wieder wie im 7. Monat. Morgen muss ich noch einmal zum Arzt gehen und ich hoffe, dass er noch einmal Wasser absaugen wird, damit ich wieder eine Woche mit weniger Beschwerden geniessen kann. Ich fühle mich schon langsam total schwanger. Seit dem letzten Flug sind auch die Füsse geschwollen. Ich habe heute den ganzen Tag Umschläge gemacht und das tat ziemlich gut (in Los Angeles wird es dann wahrscheinlich wieder schlimm aussehen).

Mal schauen, was wir heute abend noch machen werden. Wir haben Postkarten gekauft, damit wir noch die letzten Kartengrüsse verschicken können (in Amerika werden wir keine Karten mehr schreiben). Wir schliessen hiermit den "Karten Türk" ab. Ich muss dann einmal zählen, wie viele Karten wir von der ganzen Reise verschickt haben.
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Beitragvon bobwillie » 14.04.2010, 21:45

MITTWOCH, 15. APRIL 1992

Originalton

http://www.youtube.com/watch?v=cqjirfBwIJ4


Willi:
Es müsste eigentlich morgen sein, wenn Willi erzählt, aber es ist nicht morgen. Mein Schatz hat den Wunsch geäussert, dass ich heute erzähle. Ich möchte das nicht zur Gewohnheit werden lassen, aber für heute werde ich es übernehmen.
Erika hat eine schreckliche Nacht hinter sich (so starke Schmerzen hatte sie wahrscheinlich noch keine Nacht). Zuerst hatte ich die halbe Nacht Probleme mit meinem Sonnenstrich. Ich glaube, ich hatte Fieber, eine Zeit lang sogar ziemlich hohes. Wenn ich aufstand, habe ich "geschlottert", wie wenn ich im Winter barfuss im Schnee laufen würde. Die Zähne haben vor Kälte geklappert und im Kopf hatte ich so heiss, dass er beinahe platzte. Ich habe Fussbäder gemacht, warme Kleider angezogen und den Kopf gekühlt. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen die schöne braune Farbe auffrischen, aber anscheinend war es zu viel. Da die Haut unterdessen an die Sonne gewöhnt ist, habe ich mich nicht einmal verbrannt, aber der Kopf hat einfach zu viel Sonne erwischt.
Als es mir dann endlich besser ging, hat es bei Erika begonnen. Sie wusste nicht mehr, wie sie liegen soll und ich muss sagen, jetzt ist es nicht mehr schön. Erika sitzt auf der Bettkannte, schaukelt hin und her und weiss nicht mehr, wie sie sitzen soll (liegen kann sie gar nicht mehr).

Wir sind dann zum Arzt gegangen und der Wartesaal war total überfüllt. Es ist gar kein richtiger Wartesaal, es ist eine Eingangshalle, in der ca. 30 Personen gewartet haben. Nach ca. 15 Minuten hat sich jemand um uns gekümmert. Wir haben gesagt, wir seien mit dem deutschen Arzt verabredet und sie hat uns in ein anderes Zimmer gebracht. Leider hatte unser Arzt keine Zeit, Wasser abzusaugen, aber er hat uns wenigstens ein Zeugnis für die Fluggesellschaft geschrieben, damit wir die Flugpässe zurück geben können. Er hat uns für morgen noch einmal bestellt und wir werden dann noch einmal Wasser absaugen. Wir werden fragen, ob er 2 Säcke Wasser absaugen kann (mindestens 3 Liter) und bei der Fluggesellschaften werde ich versuchen, dass Erika 2 Sitzen bekommt, oder wenigstens bei der Tür sitzen kann.

Wir hoffen, dass wir Amerika noch schaffen und wenn nicht, müssen wir für eine Alternative schauen. Langsam wird es Zeit nach Hause zu gehen, damit Erika wieder in eine feste Behandlung kommt, wo sie ihr regelmässig Wasser absaugen, und ihr auch Medikamente gegen die Schmerzen und die Wasserbildung geben können. Der Arzt hier in Raratonga hat uns auch noch einmal ein Schmerzmittel verschrieben. Es ist das stärkste, das sie hier haben. Es sind Pillen, die eine ähnliche Wirkung haben sollen, wie die Tropfen, die wir als starke Schmerzmittel auf die Reise mitgenommen haben. Es sei noch kein Opium, aber kurz davor. Ich nehme an, zu Hause wird Erika dann irgendwann Opium Pfeifen rauchen.

Erika: Eine Friedenspfeife.

Willi: Als wir in Thailand einen Ausflug in die Bergen machten, haben wir auf dem Feld eine Frau gesehen, die öffentlich eine Opium Pfeife geraucht hat, obwohl es vom Staat schon lange verboten wird (das kümmert diese Leute dort oben nicht).

Erika: Als ich einmal auf Dich gewartet habe, habe ich eine junge Frau mit einem 3-jährigen Kind gesehen, die eine Opium Pfeife und einen Rechen in der Hand hielt, und so arbeitete.

Willi: Ich habe heute alleine zu mittag gegessen, weil mein "Schatz" nichts essen mochte. Kommst Du zum Abendessen?

Erika: Ich weiss noch nicht.

Willi: Um Uhr 16.00 bin ich dann noch ins "Fun-Tennis" gegangen und ich muss sagen, ich habe einen guten Partner erwischt. Als ich zum Tennisplatz kam, war weit und breit keine "Fun-Tennis" Gruppe zu sehen. Es hatte ein Mann und eine Hotelangestellte, die aber überhaupt nicht spielen konnten. Der Mann musste dann aber mit ihr spielen, weil es ja unter Plausch-Tennis ausgeschrieben war. Er war natürlich sehr froh, dass ich noch gekommen bin. Nach 15 Minuten hat er gesagt, er müsse schnell den Hut holen, er sei erst den 2. Tag hier (das ist verständlich, denn die Sonne brennt schon sehr stark hinunter). Während er den Hut holte, hat mich die Angestellte gefragt, ob ich mir ihr spiele. Ich habe ihr dann schön zugespielt und sie hat einfach nie abgedreht; das heisst, es ist gar nie ein Ball ins Feld zurück gekommen. Der Ball ging immer auf beiden Seiten in den Korridor, aber nie ins Feld und so musste ich immer hin und her rennen. Später ist noch ein anderer Mann gekommen. Er wollte auch noch spielen und irgendwann ist dann der Österreich zurück gekommen (der den Hut geholt hat). Und so ist es gekommen, dass ich schon wieder mit dem blauen Kühlungsbeutel im Bett sitze und versuche, meine Stirn zu kühlen, und wahrscheinlich wieder eine schlimme Nacht vor mir habe.

Eigentlich wollten wir schon lange unseren Champagner trinken. Da die Flasche sehr kalt war (wir haben sie im Kühlschrank aufbewahrt) ist mir der Zapfen abgebrochen. Heute habe ich dann einen Korkenzieher geholt und so haben wir Champagner getrunken und dabei an unsere Kinder gedacht. Zuerst haben wir den Champagner pur getrunken und dann mir Orangensaft. Eigentlich dachten wir, dass Erika heute wieder ein paar Liter Wasser weg hat und mehr Champagner trinken könne, aber wir können auch morgen den Rest trinken.
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Beitragvon bobwillie » 15.04.2010, 21:52

DONNERSTAG, 16. APRIL 1992

Originalton

Weltreise Erika & Willi 16. April 1992 (Erika)
http://www.youtube.com/watch?v=LqqkRoqlQ9s

Weltreise Erika & Willi 16. April 1992 (Nachtrag Willi)
http://www.youtube.com/watch?v=GB0-yFoYXcY


Erika:
Wir sind nun gerade daran, den restlichen Champagner zu trinken. Es ist ein super feiner Champagner und ich habe ihn richtig gerne.
Heute ist Donnerstag, der 16. April und ich weiss das Datum auswendig, weil wir heute nach Amerika fliegen (sonst habe ich jeweils mehr Mühe, das aktuelle Datum zu wissen; vielleicht liegt es aber auch am Champagner). Es ist wirklich ein sehr guter Champagner in einer sehr schönen Flasche. Wir werden sie mit nach Hause nehmen und als Andenken behalten.

Am Morgen haben wir uns überlegt, wie wir zum Spital hinauf fahren können. Das Taxi ist immer etwas teuer und zu Fuss geht es mit meinem "dicken Ranzen" auch nicht mehr. Da kam uns die Idee noch einmal einen Töff zu mieten. Willi hat ein T Shirt gesehen "Hardrock Café Raratonga" und mit dem Töff können wir das T Shirt auch noch gleich kaufen gehen.

Wir sind dann losgefahren und haben das T Shirt bereits im ersten "Shop" gefunden. Da wir noch zu früh waren (für das Spital), sind wir noch nach Avarua gefahren. Auf dem Töff ist es nicht so heiss und es war richtig schön, noch einen kleinen Ausflug zu machen.

Dann sind wir langsam Richtung Spital gefahren … und jetzt kommt die "heisse Story"!

Die Strasse zum Spital ist ziemlich steil und mit meinem Bauch muss ich ziemlich weit hinten sitzen. Weil der Töff nicht mehr zog, wollte Willi im steilsten Stück in den ersten Gang schalten. Dabei hat es den Töff vorne gehoben und mich hat es hinten hinunter geworfen. Ich habe Willi mit genommen, denn alleine wollte ich nicht fallen. Ich bin auf die Knie gefallen und da es sich um eine Kiesteer Strasse handelte, habe ich die Knie nun auch noch offen. Ich bin am Boden gelegen und konnte nicht mehr selber aufstehen. Willi musste zuerst den Töff aus dem Weg räumen und hat mir dann beim aufstehen geholfen, und schon hat eine Frau angehalten und gefragt, ob sie helfen könne. Ich wäre gerne schnell aufgestanden, damit es niemand sehen kann, aber es ging einfach nicht. Ich wollte zu Fuss weiter gehen (ich hatte schon ein bisschen Angst), aber wir haben es dann noch einmal probiert. Ich hätte wie Pascale fragen können: "Papi, muss ich hier keine Angst mehr haben". Ich bin dann ganz nach vorne gesessen und dann hat es auch geklappt. Willi hat wieder in den 2. Gang geschaltet und da die Strasse immer noch steiler wurde, musste er noch einmal in den 1. Gang schalten. Dieses Mal hat er dazu jedoch angehalten.

Ich war froh, als wir beim Spital oben waren. Wir mussten noch kurz warten und sind dann wie vereinbart um 11.00 Uhr an die Reihe gekommen. Mit dem Ultraschall hat er geschaut, wo er hinein stechen möchte und dann sind wir in den Operationssaal gegangen. In der Klinik war ziemlich viel los und so war der Arzt alleine und hat zu Willi gesagt, er müsse ihm helfen. Willi hat gesagt, er möchte stechen und der Arzt hat gesagt, er könne das schon machen, wenn er wolle. Willi meint, er hätte stechen dürfen, aber ich bin davon überzeugt, dass er ihn das nicht hätte machen lassen. Ich muss jedoch sagen, dass Willi sehr gut geholfen hat, besser als die Schwester das letzte Mal. Ich habe überhaupt nichts gemerkt, wobei es beim letzten Mal ab und zu ein bisschen gebrannt hat. Ich habe den Arzt gefragt, wieviel Wasser er denn absaugen möchte und er hat geantwortet, wie beim letzten Mal, und hat mich ganz fragend angeschaut. Ich habe gesagt, soviel oder etwas mehr? Er hat sich dann auf 3 Liter "erweichen" lassen. Er hat gesagt, er könne schon mehr absaugen, es käme einfach schneller wieder und ich habe es dann ihm überlassen. Ich muss sagen, es ist mir wieder viel wohler. Es ist super, ich kann mich wieder bewegen.

Wir wollten dann bezahlen und der Arzt hat versucht, dass wir mit der Kreditkarte bezahlen können. Aber da die Dame an der Kasse nie kam, hat es ihm ausgehängt und er hat uns gesagt, wir sollen einfach ganz ruhig zur Tür hinaus gehen. Wir haben uns dann von ihm verabschiedet und haben uns herzlich bei ihm bedankt. Wir sind sehr froh, dass wir diesen Arzt getroffen haben und es war eine Erleichterung für uns. Er hat gesagt, wir sollen ihm doch einmal schreiben, wie es mir geht und das haben wir auch vor.

Wir sind ins Hotel zurück gefahren, haben zu mittag gegessen und liegen nun auf dem Bett und trinken unseren Champagner. Nachher werden wir langsam packen. Um 18.00 Uhr müssen wir das Zimmer abgeben und um 19.45 Uhr werden wir dann abgeholt.

Willi möchte noch etwas über unseren Unfall erzählen.

Willi:
Was soll ich denn noch erzählen. Du hast den Unfall aus deiner Sicht bereits geschildert. Ich möchte vielleicht noch Nachtragen, dass ich selber auch vom Töff gefallen bin. Dass ich dabei noch den Töff halten musste und mein Bein auch ein bisschen angeschlagen ist … und es mir auch ein bisschen weh tat. Und ich mir dachte, mir der "Mutter" kann man einfach nicht Töff fahren gehen. Ich nehme alles wieder zurück.

Zur Operation: Im Feldlazarett, die wir im Militär jeweils gebaut haben, hatten wir ähnliche Verhältnisse wie hier. Ich habe mir immer gedacht, man werde lockerer, wenn man in einem solchen Land lebt und arbeitet, aber es hat den Arzt dann doch genervt, als ihm nie jemand helfen wollte. Bis er nur jemand fand, der ihm den Beutel leerte. Zuerst haben ihm 2 Ärzte gesagt, dass sie für das Leeren des Beutels nicht zuständig seien, und dann kam die erste Frau, die aber auch noch nicht das Gefühl hatte, dass das ihr Job sei. Jede Person hat es weiter delegiert und nach 4 Stationen hat es dann endlich eine gemacht. Sie wäre auch nicht dafür zuständig gewesen, war jedoch die Rangtiefste der anwesenden Personen. Sie hat den Beutel sehr widerwillig geleert, braucht dazu aber mehr als 5 Minuten. Der Arzt hat ihr immer wieder gerufen und gefragt, was sie denn so lange mache. Es war katastrophal. Er hat sie dann ein bisschen angeschnauzt, aber das hat sie überhaupt nicht interessiert.

Erika: Erzähl noch vom assistieren.

Willi: Ich wollte dir schon vor 20 Jahren eine Infusion stecken, aber du wolltest nicht, und ich hätte dir heute auch die Nadel stecken dürfen.

Erika: Nein.

Willi:
Sicher. Er hat das im Ernst gemeint. Ich bin jedoch froh, dass ich nicht gestochen habe, weil er dieses Mal die Nadel nicht hinein brachte. Er musste mit einem Messer etwas aufschneiden, damit er die Nadel einführen konnte. Du hast schon recht, dass ich nicht hätte Stechen dürfen, aber vom Arzt aus hätte ich stechen dürfen, wenn du ja gesagt hättest.

Erika: Ich glaube nicht.

Willi: Sicher schon.

Erika: Deine Ansicht und meine Ansicht gehen nun einmal auseinander. Ich habe meinen Nachtrag gemacht.

Später haben wir gepackt, wobei ich sagen muss, das Willi wieder das Meiste machen musste. Willi ist noch Tennis spielen gegangen und hat noch eine Blase eingefangen. Um 18.00 Uhr haben sie dann unser Gepäck abholt, wir haben uns noch etwas ins Restaurant am Pool gesetzt und ich musste noch 10 Postkarten schreiben. Ich musste mich beeilen und in der letzten Sekunde habe ich noch die letzte Karte fertig geschrieben (es reichte jedoch nur, weil wir erst den 2. Bus genommen haben).

Wir sind zum Flughafen gefahren und die Gepäckabgabe und Passkontrolle haben gut geklappt. Sie konnten mir ein Sitz mit etwas mehr Platz organisieren, wobei wir einfach im Raucher sitzen mussten, aber das ging gut. Um 20.50 Uhr sind wir (etwas zu früh) Richtung Honolulu gestartet. Der Flug nach Honolulu dauerte 5 Stunden, wo wir dann einen Aufenthalt von 2 Stunden hatten.
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Beitragvon bobwillie » 16.04.2010, 22:17

FREITAG, 17. APRIL 1992

Originalton
http://www.youtube.com/watch?v=IYytcuDJ1n0

Erika:
Unterdessen ist es bereits Freitag, der 17. April. Wir sind in einem ziemlich kleinen Flugzeug gereist und wenn es nur schon Wolken sah, hat es uns schon wieder durchgeschüttelt. Wir mussten uns immer wieder angurten und es war ein ziemlich unruhiger Flug. Honolulu - Los Angeles war dann etwas besser.

AMERIKA LOS ANGELES


Erika:
Wir sind in L.A. gelandet. Meine Uhr zeigte 10.00 Uhr, aber hier in Los Angeles war es bereits 13.30 Uhr. Dann begann der Papierkrieg. Bereits im Flugzeug mussten wir mehrere Formulare ausfüllen und wir dachten eigentlich, das wäre alles. Der Zollbeamte hat uns gesagt, wir müssen eine Hotelbuchung haben, sonst könne er uns gar nicht rein lassen. Jemand von der Air New Zealand hat uns dann einen Hotelnamen gesagt. Der Zollbeamte wusste natürlich auch, dass für uns dort kein Zimmer reserviert ist, aber wir können auch nichts dafür, dass sie solche Bestimmungen haben. Wir haben es dann noch einmal versucht und haben noch mehr Formulare zum ausfüllen bekommen (wir waren schlussendlich die letzten, die die Passkontrolle passieren konnten). Danach haben wir unser Gepäck nicht gefunden. Wir mussten in ein Büro gehen, wo sie gerade daran waren, unsere Taschen aufzubrechen (sie waren abgeschlossen). Die Rucksäcke waren bereits ausgepackt, es war eine Katastrophe.
Eigentlich hatten sie mir einen Rollstuhl versprochen, aber auch das hat nicht geklappt. 100 Meter vor dem Ausgang haben sie mir dann noch einen gebracht, aber dann wollte ich ihn auch nicht mehr. "Die sind so birreweich gsi", sind die ganze Zeit mit dem Funkgerät herum gerannt und haben wichtig getan. 100 Chefs, aber keiner der arbeitet. Das war ziemlich mühsam.

Wir haben uns erkundigt, wo Claudia ankommen wird und mussten dann 1 Stunde warten. Willi hat in dieser Zeit Geld gewechselt und mir etwas zu Trinken gekauft, und ich habe auf einer Sitzbank gewartet. Sie ist zum Glück etwas zu früh gelandet und so mussten wir gar nicht mehr lange warten.
Sie war eine der Ersten und wir haben uns natürlich auf diesen Moment gefreut. Claudia durfte ihren Aufenthalt noch um 1 Tag verlängern und kann nun auch bis am Dienstag bei uns bleiben (bis wir nach Hause gehen).

Wir haben dann ein Auto gemietet und das hat sehr gut geklappt. Mit dem Bus haben sie uns ins Depot gefahren, dann hat uns noch kurz einer instruiert und schon konnte es los gehen. Wir sind Richtung Newport gefahren und haben schon bald ein Hotel gefunden. Zuerst haben wir uns ein Hotel angeschaut, in dem sie nur noch 1 Zimmer mit 1 Bett hatten. Für 3 Personen ist das schon etwas zu wenig. Wir haben dann aber schon bald ein anderes Hotel gefunden.
Wir haben unser Zimmer bezogen und ich war schon ziemlich müde.

Eigentlich wollten wir noch essen gehen und Willi hatte dann die gute Idee, dass ich auch zu Hause bleiben könne, da ich sowieso nicht viel esse. Ich war froh und sie sind alleine gegangen. Claudia hat mir von Santa Domingo eine super gute Banane gegeben, dann habe ich noch etwas getrunken, habe das Licht gelöscht und schon war ich weg.

Irgendwann in der Nacht ist die Tür aufgegangen und Willi und Claudia sind nach Hause gekommen (es war 01.30 Uhr). Zuerst haben sie erzählt wie schrecklich das Essen war. Ich habe Willi jedoch angesehen, dass das nicht stimmen kann. Schlussendlich haben sie gesagt, dass sie super gut gegessen haben. Sie sind dann auch ins Bett gekommen, wir haben noch etwas "geschwatzt" und haben dann geschlafen.
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Beitragvon bobwillie » 17.04.2010, 23:56

SAMSTAG, 18. APRIL 1992

Originalton
http://www.youtube.com/watch?v=Ohp-VxqwhvQ

Erika:
Es ist 09.30 Uhr, wir haben gerade gefrühstückt und werden jetzt einen Ausflug machen. Wir werden zu einer Beach fahren und werden dann auch noch den Ort anschauen, in dem Claudia 7 Monate gewohnt hat. Claudia wird die Familie besuchen gehen, aber ohne uns.

Claudia:
Ich möchte nun auch noch meinen Bericht abgeben. Als ich gestern am Flughafen angekommen bin, habe ich gesehen, dass die New Zealand Air bereits gelandet ist. In Amerika kann man bis zum Flugzeug gehen, um jemanden abzuholen. Als ich ausgestiegen bin, war nirgends ein Papi und nirgends ein Mami zu sehen. Ich habe gedacht, nein, ihr legt mich nicht rein und habe hinter jeden Pfosten geschaut. Ich habe mich immer wieder umgedreht, aber nichts ist passiert, bis ich sie dann bei der Gepäckausgabe gesehen habe.

Heute werden wir auf dem Pacific Coast Highway Richtung Santa Monica fahren, werden ein paar Beaches besichtigen und dann an der Venice Beach einen ersten Stop machen. Dann fahren wir weiter zum Sunset Blvd in Hollywood und werden dort die Sterne etc. besichtigen.

Erika: Wir haben dann diese verschiedenen Beaches besichtigt und an der Venice Beach haben wir endlich gefunden, was wir sehen wollten. Es hatte ein paar Neger, die super gute Musik gemacht haben. Sie haben Lieder von Bob Dylan und Eric Clapten gespielt, das war gewaltig. Dann hatte es noch einer, der Claudia einen Heiratsantrag gemacht hat und ihr Ballone um den Hals gehängt hat.

Claudia: Das war ein Clown.

Bild

Erika: Das war wirklich ein Clown.
Es hatte Stände mit Kleider und Claudia und Willi haben T-Shirt und Hosen gekauft. Es hatte auch noch Rollschuhfahrer, die uns gut gefallen haben; das wäre ein Park, in dem wir wochenlang herum hängen könnten.
http://www.youtube.com/watch?v=EmbD8jpLr44

Wir sind dann weiter gefahren und haben im Hardrock Café etwas getrunken.
Bild
Das Hardrock Café in Sydney war vielleicht etwas gepflegter, aber das hier war auch nicht schlecht. Willi hat ein Hardrock T Shirt gekauft, dieses Mal in violette. Ausser von Neuseeland haben wir nun von jedem Land ein Hardrock Café T Shirt. Claudia wollte zuerst ein Hardrock Café Body kaufen. Es gab ihn jedoch nur in grau und da er USD 38.- kostete, hat sie es dann doch gelassen.
Nun sind wir auf dem Weg zum Sunset Blvd (dort wo "Pretty Woman" auf den Strich ging).

Claudia:
Wir sind den Sunset Blvd hinauf und hinunter gefahren und haben den Hollywood Blvd dann doch noch gefunden. Papi hat wieder einmal einen Laden mit Tonbandkassetten gesehen und so hatte ich genügend Zeit, meine Läden anzuschauen.

Danach sind wir Richtung Brea gefahren, da ich noch kurz meine "Family" besuchen wollte bei denen ich mein Aupair Jahr verbrachte. Ich habe Mami und Papi das Haus gezeigt, wo ich gewohnt habe, die Gegend, und das "Hoofs" (wo wir oft am Abend etwas getrunken haben). Sie haben mich dann ausgeladen und ich bin zu meinem ehemaligen Zuhause gegangen. Es war schon ein mulmiges Gefühl, denn die Familie wusste nicht einmal, dass ich komme. Megan hat die Türe geöffnet und hat nur gesagt: "Oh, my god!" Sie konnte es beinahe nicht glauben. Wir haben uns umarmt und begrüsst. Die Eltern waren noch nicht zu Hause. Wir haben gewartet und nach 10 Minuten sind sie dann gekommen. Terry ist beinahe ausgeflippt. Wir haben ein bisschen "geschwatzt" und ich bin mit Terry noch kurz in die "Brea Mall" gegangen. Mami und Papi haben auf dem Parkplatz des "Hoofs" auf mich gewartet, aber etwas dahinter, und so habe ich zuerst einmal 15 Minuten gesucht, bis ich sie gefunden habe (ich hatte schon Angst, sie hätten den Weg nicht mehr gefunden).

Wir sind dann im "Olive Green Garden" Restaurant Abendessen gegangen. Das war übrigens das Restaurant, in dem ich gegessen habe, als ich das erste Mal in Los Angeles ankam.
Wir sind dann wieder nach Hause gefahren und waren ziemlich müde.
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Beitragvon bobwillie » 18.04.2010, 21:51

SONNTAG, 19. APRIL 1992

Originalton

http://www.youtube.com/watch?v=qovuXXDy6UQ

Claudia: Heute steht das Sea World auf dem Programm. Um 07.30 Uhr haben wir gefrühstückt und sind dann auf dem Freeway 405 Richtung San Diego gefahren.

Erika:
Ich habe mich sehr auf das Sea World gefreut. Es war schon etwas viel für mich, aber ich wollte unbedingt dorthin gehen. Es war super schön. Als erstes haben wir die Walvorstellung mit "Baby Shamu", dass vor ca. 2 Jahren auf die Welt gekommen ist, gesehen. Vor der Show haben sie einen Quiz über Wale gemacht. Auf dem Monitor wird ein Zuschauer eingeblendet und der muss dann mit den Fingern die Zahl der richtigen Antwort zeigen. Das war amüsant und so verging die Zeit, bis die Show begann, sehr schnell. Es war eine super schöne Show. Ich glaube, es muss schon schön sein, wenn man so mit Tieren arbeiten kann. Der Wal hat einen Mann unter das Wasser genommen und hat ihn dann ca. 8 Meter in die Luft gespickt. Dazwischen haben sie wieder die Leute angespritzt, dass war ganz lustig. Die Zuschauer in den ersten 14 Reihen waren "pflotschnass".

Bild

http://www.youtube.com/watch?v=BwjHt6a3STM

Danach haben wir die Delphin Show geschaut und auch die Delphine waren ganz süss.

http://www.youtube.com/watch?v=m3tZxo8ljL4

Die Stadien sind ziemlich gross und obwohl es eigentlich viele Leute hatte, hatten wir immer genügend Platz. Danach haben wir die Seelöwen angeschaut und diese haben eine Musicalshow gemacht. Es war ein Seelöwe und ein Biber, und sie waren auch ganz süss. Es hätte noch mehr Attraktionen gehabt, aber wir sind dann langsam wieder nach Hause gegangen.
http://www.youtube.com/watch?v=CcC8jfLv7UQ

Claudia:
Wir haben uns einen Platz zum Mittagessen gesucht. Wir sind zum Seaport Village gefahren und haben dort eine gute Pizzeria gefunden. Papi hat eine Pizza gegessen und ich einen Salat, der aber wieder einmal viel zu gross war (wie immer in Amerika). Wir sind langsam nach Hause gefahren und sind dann um ca. 18.00 Uhr im Hotel angekommen.

Mami hat sich ins Bett gelegt, und Papi und ich sind noch kurz in den Swimming-Pool gegangen. Swimming-Pool ist etwas übertrieben, es ist eher eine vergrösserte Badewanne. Wir haben uns auch noch kurz hingelegt und sind später noch einmal ausgegangen. Es war jedoch Ostersonntag und deshalb war nirgends etwas los. Da ich am Mittag nur einen Salat gegessen habe, hatte ich nun langsam Hunger und so sind wir in ein italienisches Restaurant gegangen. Es war ein "take-away" Restaurant und so haben wir uns etwas zu essen und eine Flasche Wein mit aufs Zimmer genommen.
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Beitragvon bobwillie » 19.04.2010, 18:24

MONTAG, 20. APRIL 1992

Originalton
Weltreise Erika & Willi 20. April 1992 (Claudia)
http://www.youtube.com/watch?v=hHqYeQ4fsDY
Weltreise Erika & Willi 20. April 1992 (Nachtrag Erika)
http://www.youtube.com/watch?v=fhX4kwu6 ... re=related

Claudia:
Heute steht natürlich noch das Disney Land auf dem Programm.
Wir sind jedoch zuerst zum Flughafen gefahren, um für Mami und Papi die Sitzplätze für den Flug nach Frankfurt zu reservieren. Es hatte ziemlich viel Verkehr und so benötigten wir 1½ Stunden bis zum Flughafen. Papi ist beim Flughafen rund herum gefahren und wir haben die Reservationen gemacht.
Danach sind wir auf dem Highway 99 nach Annaheim gefahren, wo sich das Disney Land befindet.

Als erstes sind wir im dem Zug durch die Anlage gefahren und haben dann zu mittag gegessen. Danach sind wir mit einem Boot durch eine Dschungel Landschaft gefahren; das war sehr schön.

Mami muss vielleicht nachher noch einen Nachtrag machen, denn ich habe das Disney Land schon gekannt.
Wir wollten dann noch auf eine "richtige" Bahn gehen und sind zum "Moutain Spider" gegangen. Mami hat gewartet und wir sind angestanden. Wir sind ca. 20 Minuten angestanden und dann hatten wir plötzlich einen 2. Patienten. Wahrscheinlich hatte ich einen Hitzschlag und es hat mich kurz "zusammen gelegt". Papi hat mir sofort ein nasses Tuch geholt und es ging dann schon wieder besser. Sie haben sofort die Krankenschwester alarmiert und die kam mit einem Rollstuhl und einem Eisbeutel. Der Eisbeutel tat gut, aber den Rollstuhl wollte ich nicht.
Wir sind dann mit den 2 Patienten nach Hause gegangen.

Jetzt sind wir wieder im Hotel und sind eigentlich bereit für die Abreise. Wir haben schon das erste Mal zusammen geweint. Mami und Papi haben mir ein T-Shirt von Raratonga und die ganze Reise hier auf den Geburtstag geschenkt und ich habe mich riesig gefreut. Ich werde diese 4 Tage nie vergessen und es wird sicher sehr hart sein, morgen abzureisen.

Willi
Ich habe auch noch einen Nachtrag. Als erstes möchte ich Claudia herzlich danken, super, was sie hier für uns organisiert hat; auch das Hotel war gut und zentral. Ich habe mich einfach immer ein bisschen gewehrt, dass es fürs Mami nicht allzu streng wird, da ich unterdessen weiss, wieviel wir unternehmen können.
Man darf die Alten aber keineswegs unterschätzen. Mami hat es durchgestanden, aber Claudia wurde es zuviel und es war dann sie, die zusammen geklappt ist. Mami hatte ein richtiges Aufleben und Schalk in den Augen.
Da wir nur wenig Zeit hatten, war es für uns natürlich sehr gut, dass wir eine Fremdenführerin hatten, die alles kannte. Wir hätten viel mehr suchen müssen und hätten deshalb nie so viel unternehmen können. Die Hauptsache war jedoch, dass s'Mami Claudia noch einmal sehen konnte und dass sie noch etwas Zeit zusammen verbringen konnten. Es war eine schöne Kombination, ein paar schöne Sachen anzuschauen und so etwas Zeit miteinander zu verbringen.

Morgen ist es nun leider zu Ende, dann geht es für Claudia wieder Richtung Santa Domingo und für uns Richtung Frankfurt (sofern Gott will, und die Flugzeuge auch wirklich fliegen. Wir haben auf dieser Reise schon einiges erlebt). In Frankfurt werden wir dann schauen, ob wir mit dem Zug nach Hause fahren, ob es einen Anschlussflug gibt, oder ob wir noch einmal übernachten. Wir werden schauen, wie es Erika"s Beinen geht und ich hoffe, dass es mit dem reservierten Sitzplatz klappt. Während den Reisen staut sich jeweils wahnsinnig viel Wasser in den Füssen, das sieht aus wie Hamstersäcke, und dann kann Erika kaum mehr gehen.

Erika:
Ich mache noch den Nachtrag über das Disney World. Der Park ist sehr schön angelegt, wobei es für mich fast ein bisschen zu viele Leute hatte. Zuerst sind wir mit einer Bahn durch den ganzen Park gefahren und das gefällt mir immer besonders gut. Danach haben wir gegessen. Ein super schöner Fruchtteller haben sie mir gebracht, mit Jogurt und dazu einen Cappuccino (das hat mich wieder aufgestellt). Danach sind wir mit dem Boot durch den Dschungel gefahren und das war ebenfalls sehr schön.

Willi:
Auf unserer Reise haben wir viele schöne Tiere in freier Natur gesehen. Hier im Disney Land waren es jetzt alles künstliche Tiere. Erika hat gesagt, schade, dass das alles künstliche Tiere sind, aber bei den Krokodilen war sie dann wieder froh.

Erika:
Was mir sehr gut gefallen hat (und auch lebend war), waren die Enten. Es hatte ganz kleine junge Enten, die im Wasser herum geschwommen sind; die waren besonders süss. Die Fahrt mit dem Mississippi Dampfer war ebenfalls sehr schön. Es war nicht zu schnell, hat aber immer ein bisschen "geluftet".

Danach sind wir dann eben zu dieser Bahn gegangen. Claudia hatte das Gefühl, das mir diese Bahn nicht so gut tun würde … ich glaube, ich muss jetzt nicht mehr weiter erzählen, ihr wisst es ja schon. Die alte Mutter, der es so schlecht geht, hat besser durchgehalten als das junge Ding.

Claudia:
Ich möchte noch berichtigen. Ich habe nicht gesagt, dass es Mami nicht gut tun würde. Bei dieser Bahn drückt es einem den Bügel an den Bauch und ich dachte mir, dass das mit ihrem Buch nicht die beste Idee sei.

Erika: Du bist aber gar nicht bis zum Bügel gekommen.

Claudia: Nein, so weit kam ich eben nicht.

Erika: Das war‘s. Wir gehen jetzt noch Abendessen und werden den Schluss unserer Weltreise begiessen. Rückblickend können wir bereits sagen, dass es super schön war, eine gewaltige Reise, aber das sieht man ja aus dieser Geschichte und den vielen Fotos.
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Beitragvon bobwillie » 19.04.2010, 18:34

NACHTRAG DER AUTORIN

DONNERSTAG, 1. JULI 1999

Pascale: Als erstes möchte ich mich bei meinen Eltern, Erika und Willi, für die super Idee bedanken (ein Tagebuch in Form von Tonbandkassetten zu führen). Es gab uns die Möglichkeit, an dieser Reise teilzuhaben. Es hat bestimmt manchmal Überwindung und Disziplin benötigt, jeden Tag in dieses Mikrofon zu sprechen, aber es hat sich gelohnt.

Ich habe mich mit diesen Tonbandkassetten auseinandergesetzt und mir zum Ziel gesetzt, ein Buch über diese Reise zu verfassen. Es war ein sehr grosses Projekt für mich und ich bin heute unglaublich stolz, dass ich es zu Ende führen konnte.

Während dieser Arbeit habe ich sehr viele emotionale Stunden erlebt. Es gab Momente, wo ich mich gefreut habe und manchmal musste ich sogar laut heraus lachen. Manchmal habe ich lange studiert, wenn Ihr eine Geschichte nicht fertig erzählt habt, oder wenn ich keine zusammen hängende Sätze finden konnte. Aber genau dies machte diese Arbeit so spannend und lebendig. Ich habe versucht, einen Weg zu finden, die Reise in Form eines Buches darzustellen, ohne dabei die spontanen Aussagen zu verlieren.
Es gab aber auch eine Zeit, da wollte ich das ganze Projekt in die Ecke werfen. Dies war der Fall, als ich tagelang zum Teil schon sehr abschätzige Kommentare über Australien schreiben musste. In dieser Zeit habe ich daran gezweifelt, ob Ihr bei Eurer Wortwahl ab und zu auch einmal an mich (meinen Australienaufenthalt) gedacht habt. An dieser Stelle möchte ich mich bei Randy bedanken, der mich immer wieder aufgemuntert hat, weiter zu machen und mich während der ganzen Zeit voll unterstützt hat. Ich bin froh, dass ich weiter gemacht habe und bald kamen wieder bessere Zeiten.

Gegen Ende der Reise, als die Gesundheit immer weniger mitspielte, kamen auch sehr traurige Momente dazu, bei denen mir manchmal Tränen über das Gesicht liefen. Aber gerade in dieser Zeit gab es wieder sehr schöne Momente, wenn ihr etwas Schönes erlebt, oder Euch ganz einfach an einem schönen harmonischen Tag gefreut habt. Besonders schöne Momente waren auch, wenn ihr trotz den Schwierigkeiten und den Schmerzen Witze gemacht und miteinander gelacht habt.

Je mehr ich geschrieben habe, desto mehr wurde mir klar, dass es sich hier nicht einfach um ein Tagebuch handelt. Aus diesem Buch ist ein Dokument entstanden, das unglaublich viel Kraft und Lebensfreude ausstrahlt. Es enthält aber auch ein ganzes Stück Lebensphilosophie. Es zeigt uns, was es braucht, um glücklich zu sein. Es ist dies nicht Geld, Macht, Reichtum oder Erfolg (wie wir immer wieder glauben), sondern es ist die Lebenslust, die Natur, die Offenheit und vor allem die Freude am Kleinen, die uns glücklich und zufrieden macht. Es zeigt uns auch, was es für eine glückliche und harmonische Beziehung braucht. Einander in jeder Situation und Lebenslage zu achten, Vertrauen zu haben, die Wünsche und Bedürfnisse des Andern zu erkennen und zu akzeptieren (auch wenn wir sie nicht immer verstehen können) … und vor allem viel Humor. Neben den vielen Eindrücken möchte ich auch diese Grundsätze mit auf meinen weiteren Lebensweg mitnehmen.
Herzlichen Dank.
Bild
Toni Vescoli Schneemaa, Cover von Bob Willie für Pascale
http://www.youtube.com/watch?v=6Lh03NqDmYY

Pascales erste Geburt Marvin /
Das erste Skirennen von Pascale in den Flumserbergen /
Aus dem Mädchen wird ein Fräulein /
Pascale als Skilehrerin in Siviez-Nendaz /
Erika und Papi, beim Skifahren in Verbier /
Erika, Pascale, & Willi mit den Katzen in der / Ferienwohnung in Siviez-Nendaz /
Pascale und Claudia Skifahren auf dem Mont Fort Gletscher /
Pascale bungee jumping in Australien


Nachtrag Willi

ich möchte mich bei allen Lesern bedanken für das Interesse an der Reise und vor allem gerisbg für ihre lieben Worte.

Ganz herzlichen Dank an die Pascale die diese grosse Aufgabe auf sich genommen hat. Ihr Aufwand ist mir nach dem copy&paste in das Forum noch viel bewusster.

Der ganz ganz grosse Dank geht an die Erika.
Ihre ganze Kraft, ihre positive Einstellung und ihre Lebensfreude hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir diese Reise noch erleben durften. Ich kann auch nach 18 Jahren immer noch nicht verstehen wieso ein so starker Mensch so früh von uns gehen musste. Bis zum letzten Tag hat sie ihren Witz und Schalk nicht verloren.

Bild

Ich spiele noch einmal das Lied Erika für dich
http://www.mx3.ch/playlist/player?xml=/ ... sten/83499

(Übersetzung)

es war ein grauer trüber Tag
ich spüre den Blues in mir
ich habe grausame Gedanken
es gehr mir richtig mies
du kamst nach hause
und fragst, was ist los mit dir
oh Erika
aber ich kann es dir nicht sagen
wie es in mir drinnen aussieht
doch du merkst es selber
und ich spüre, dass du mich verstehst
du kuschelst dich an mich
und ich spüre die kraft in dir
so kannst du mir helfen
später helfe ich wieder dir
oh Erika, oh Erika

es ist so eine schöne zeit
die ich jetzt mit dir erlebe
es braucht manchmal das Schicksal
das einem so nahe zusammen bringt
rund um uns haben sie ärger
wissen die nicht
wenn sie sich so grausam quälen
was ihnen alles entgeht
jeder Mensch braucht jemanden
der so richtig zu einem steht
jemand der dich wieder aufstellt
wenn es dir nicht gut geht
oh Erika, oh Erika

und dann frage ich mich wieder
was wäre ich ohne dich
was gäbe mir halt
wäre es der Gedanke an dich
würde ich mich im Job verkriechen
oder Sport treiben wie wild
oder würde ich in die Kirche gehen
weil mir das vielleicht hilft
aber was sollen alle diese Gedanken
wenn wir richtig zusammen stehen
besiegen wir deine Krankheit
und auch sonst kann uns nichts trennen
oh Erika, oh Erika

wenn wir zusammen reisen
kommen wir uns so vor
wie ein Schwamm der alles aufsaugt
Land, Leute und Kultur
wir kaufen uns in Gedanken Schlösser
mit einem Park, Tennisplatz und Pool
wir schweben auf einer rosa Wolke
und sind richtig glücklich dabei
oh Erika, oh Erika
es wäre schön wenn wir das noch lange so haben könnten
oh Erika, oh Erika
bleibe da, ich brauche dich noch
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Beitragvon bobwillie » 14.05.2010, 10:36

14. Mai 1992

Du bisch gange

http://www.youtube.com/watch?v=Z9Klx2DhCCY

Übersetzung

du bist gegangen
einfach gegangen
du bist gegangen
einfach so
alles zurück gelassen
alles sein gelassen
einfach fort und davon

manchmal denke ich
das ist ja nicht wahr
und das telefon läutet
hör dich sagen
hallo ich bin es
bin wieder zurück gekommen

ich will es dir sagen
einfach sagen
ich will es dir sagen
einfach so
wir haben dich gerne gehabt
du hast uns zurück gelassen
einfach fort und davon

ich hoffe nur es geht dir gut
in dem weiten irgend wo
sag dem Elvis noch einen schönen gruss
dem john lennon oder so

sorry aber es ist mir einfach so
raus gerutscht ich kann nichts dafür
ja du kennst ja meinen galgenhumor
ich habe dafür kein magengeschwür

ich meine es ja nicht so
ich benehme mich nur so
als ob mir das gar nichts ausmacht
doch dann holt mich alles wieder ein
kommt wieder in mir hoch

du bist gegangen
einfach gegangen
du bist gegangen
einfach so
alles zurück gelassen
alles sein gelassen
einfach fort und davon

manchmal denke ich
das ist ja nicht wahr
und das telefon läutet
hör dich sagen
hallo ich bin es
bin wieder zurück gekommen
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