MITTWOCH, 8. APRIL 1992
ORIGINALKOMMENTAR
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Erika:
Ich habe wieder einmal eine mühsame Nacht hinter mir und bin schon bald froh, wenn ich zu einem Arzt gehen darf.
Wir sind am Packen und bereiten uns darauf vor, in den 7. März zu fliegen (komisch). Um 11.00 Uhr müssen wir das Zimmer abgeben und um 13.30 Uhr werden wir dann abgeholt. Wir sind gespannt auf Raratonga und freuen uns.
Die Freude dauerte nicht sehr lange, denn wir sind immer noch hier. Wir wurden mit leichter Verspätung abgeholt (es hat schon gut begonnen), haben dann eingecheckt (das hat gut geklappt) und sind ins Flugzeug eingestiegen. Der Pilot hat uns begrüsst und informiert, dass sie noch Probleme mit den Instrumenten haben. Sie hätten sie ihm gerade weg genommen und wir können deshalb noch nicht starten. In 20 Minuten werden sie uns wieder informieren. Wir haben gewartet … und gewartet … und nach 20 Minuten haben sie uns dann mitgeteilt, dass sie in Auckland Ersatzteile holen müssen (es kann also noch länger dauern). Wir sind alle ausgestiegen, haben unser Gepäck zurück bekommen und wurden in ein Hotel ganz in der Nähe des Flughafens gebracht. Es ist eine super schöne Anlage und wir haben ein sehr schönes Zimmer bekommen. Wir durften gratis "Ã la carte" essen und auch die alkoholfreien Getränke wurden offeriert. Ich muss sagen, dass war eine super Leistung von der Air New Zealand.
Der Abflug ist auf Morgen 06.00 Uhr geplant. Das heisst um 5.00 Uhr einchecken und um 4.00Uhr wecken.
DONNERSTAG, 9. APRIL 1992
Willi:
Das stimmt gar nicht, sie müssen uns um 4.00 Uhr gar nicht wecken. Es ist nämlich 3.10 Uhr am 8. April, und wir sind bereits wach.
Erika: Nein, es ist der 9. April.
Willi:
Nein, es ist nicht der 9. Am 7. wären wir abgeflogen, am 8. angekommen und dann wäre wieder der 7. gewesen. Moment … das stimmt nicht. Wir wären am 8. abgeflogen und am 7. angekommen, dann ist jetzt der 9. April und wenn alles klappt, werden wir am 8. April ankommen.
Ich habe aber ein ungutes Gefühl, dass wir noch ein paar Stunden am Flughafen verbringen werden … Erika meint, wegen dem Abstürzen … nein, vor dem habe ich keine Angst. Der stürzt schon nicht ab ("ebe nöd, gäll).
Erika:
Willi hatte Recht. Wir sind um 4.30 Uhr an die Rezeption gegangen und haben ein Taxi bestellt. Der Herr an der Rezeption hat mich nur gross angeschaut. Ich habe ihm gesagt, wir seien vom Air New Zealand Flug und er hat mir dann ein Plakat gezeigt, dass wir erst um 05.30 Uhr abgeholt und erst um 07.30 Uhr starten werden. Wir hatten den Zimmerschlüssel bereits abgegeben und so haben wir gewartet (das war ziemlich mühsam). Um 05.40 Uhr ging es dann aber plötzlich "rassig". Die Autos sind gekommen, wir sind eingestiegen, zum Flughafen gefahren, durch die Passkontrolle, ins Flugzeug, und um 07.00 Uhr sind wir gestartet. Der Flug dauerte 2 Stunden 45 Minuten. Ich hatte Probleme mit meinem Rücken und wusste nicht mehr, wie sitzen. Willi hat mir ein Kissen geholt und so ging es wieder ein bisschen besser, aber es war nicht mehr lustig. Ich freue mich richtig darauf, einen Arzt aufzusuchen. Bei der Landung habe ich an Uschi gedacht. Wir sind knapp über dem Meer geflogen (das Land haben wir noch gar nicht gesehen), dann ist er hin und her geschaukelt und ich konnte nicht glauben, dass er die Piste treffen wird.
Willi:
Mit einem grossen Flugzeug haben wir so etwas noch nie erlebt. Er hatte wirklich grosse Probleme. Sie haben hier nur 1 Piste und wenn es starken Seitenwind hat, können sie nicht einfach die Piste wechseln, sondern müssen trotzdem auf der gleichen Piste landen. Nach dem Meer hat es nur noch eine Strasse und 2 Meter hinter dieser Strasse ist bereits die Windfahne und der Anfang der Piste. Es hat wirklich ausgesehen, wie wenn er ins Wasser fliegen würde. Mami war schon extrem, aber das war noch viel extremer.
Erika:
Wir haben uns einfach gesagt, wir hätten "snorkling" auf dem Programm. Wenn er die Piste nicht trifft, gehen wir einfach Schnorcheln oder Schwimmen.
Willi: Oder Glasbodenfliegen.
Erika: Trotz dieser Landung herrschte eine ziemlich gute Stimmung im Flugzeug. Ich glaube der Pilot war auch froh, als er das Flugzeug am Boden hatte.
RARATONGA
MITTWOCH, 8. APRIL 1992
Erika:
Die Passkontrolle lief gut und wir wissen unterdessen, dass wir auf den Formularen einfach immer "nein … nein … nein" schreiben müssen. Und wenn er etwas fragt, auch "nein" sagen (auch wenn man es nicht versteht), so ist man am schnellsten durch.
Jeder Frau haben sie am Flughafen einen Blumenkranz um den Hals gehängt und die Blumen haben sehr gut gerochen. Das war sehr schön.
Nach einer etwas mühsamen Wartezeit wurden wir ins Hotel gebracht. Wir haben es uns zwar schon schön vorgestellt, aber ich muss sagen, es ist wunderschön. Wir haben ein sehr schönes Zimmer im ersten Stock und sehen von unserem Bett direkt ins Meer hinaus. In einem Hotel hatten wir bis jetzt noch nie eine solche Meersicht.
Die Wellen brechen an den Korallen Riffs, ca. 100 Meter vom Strand entfernt, und deshalb müssen die Surfer dorthinaus gehen.
Willi:
Nein, stimmt nicht. Beim Datum hattest du Recht, aber das stimmt nicht. Die Wellen brechen wie du gesagt hast ziemlich weit draussen, bei den Korallen Riffs. Ausserhalb dieser Riffs hat es riesige Wellen, wie wir es in Australien erlebt haben, aber hinter den Riffs ist das Wasser schön ruhig und man kann in Ruhe baden und schwimmen, und eben auch windsurfen. Wind hat es hier immer noch, einfach ohne Wellen, das ist natürlich viel schöner.
Erika:
In der Hotelanlage hat es ein Swimming-Pool und eine Bar, und es gefällt uns sehr gut. Wir haben an der Rezeption gefragt, ob sie für uns ins Spital anrufen und einen Termin vereinbaren könne. Sie hat sehr gut reagiert, hat sofort angerufen, hat uns sofort einen Termin vereinbart und uns auch gleich noch ein Taxi organisiert. Ich konnte noch ein paar Minuten heraus zögern, damit ich noch duschen konnte. Sie war sehr nett, hat ein paar Fragen gestellt, hat mich aber nicht gerade ausgefragt.
Wir sind dann zu diesem Spital gefahren. Das Spital befindet sich auf einem Hügel mit einer super Aussicht. Willi hat dem Arzt (ein Inder) gesagt, was ich habe, hat ihm den Brief gegeben und man konnte sehen, wie es ihm immer "unwohler" wurde. Er hat mir ein paar Fragen gestellt und es schien mir, als möchte er mich gar nicht untersuchen. Er wollte mir Medikamente geben, um den Magen zu reinigen, und Schlafmittel. Er hat sich kurz entschuldigt und hat dann einen anderen Arzt geholt. Wir waren sehr überrascht, denn er kam mit einem deutschen Arzt zurück. Er ist von Freiburg in Preisgau, sieht ein bisschen aus wie Dr. Reich und arbeitet hier in Raratonga. Er ist Gynäkologe und in diesem Spital der Spezialist für Krebskrankheiten. Er hat mir einige Fragen gestellt und hat mir die Medikamente erklärt (das war dann schon beruhigend für mich). Er hat gesagt, dieses Schmerzmittel sei nichts Gefährliches und ich soll es ruhig nehmen. Das Panadol kann ich nicht mehr sehen (ich habe schon beinahe eine Panadol Vergiftung und habe auch schon erbrochen). Wir haben einen Termin für den nächsten Tag vereinbart, damit wir einen Ultraschall machen und das weitere Vorgehen besprechen können.
Wir sind dann mit dem Taxi nach Hause gefahren und ich muss sagen, es ging mir schon viel besser. Wir haben ein gutes Gefühl, dass ich hier in guten Hände bin. Wenn er mir morgen mitteilen würde, dass ich nach Hause gehen muss, hätte ich das Vertrauen, ihm zu glauben. Eigentlich wollte ich auf den Fiji Inseln und in Raratonga nicht in ein Spital, weil ich Angst hatte, an einen Arzt zu gelangen, der nicht "draus kommt" und dann einfach sagt, wir sollen besser nach Hause gehen. Bei diesem Arzt habe ich nun aber das Gefühl, das er etwas davon versteht.
Zurück im Hotel haben wir uns an die Bar gesetzt und unseren Welcome Drink genossen. Willi hat eine Pizza bestellt und plötzlich waren die Schweizer wieder da, die wir auf dem Flug kennen gelernt haben. Sie haben sich zu uns gesetzt, und später haben wir noch unser traditionelles Tischtennis gespielt.
Ich wollte mich noch etwas hinlegen, damit ich am Abend wieder fit bin und bin ins Zimmer zurück gegangen. Da stand plötzlich ein "Früchtekorb" in unserem Zimmer. Die Schale ist aus Bambus geflochten und mit exotischen, aufgeschnittenen Früchten gefüllt. Super schön. Ich fand das sehr nett vom Hotel und habe mich über die Aufmerksamkeit gefreut. Ich habe mich aufs Bett gelegt und sah vor meinen Augen einen "Sekt Kübel", mit einem Champagner, 2 Gläsern und einer Karte. Das war dann doch etwas zu viel, das konnte ich fast nicht glauben. Ich habe mich wieder aus dem Bett gehoben, um die Karte zu lesen und da stand doch tatsächlich "Viele Liebe Grüsse. Pascale & Claudia" (Claudia stand nicht, aber das wurde nur von Pascale vergessen. Ich werde es dann noch ergänzen). Ich habe mich riesig gefreut, habe mich aufs Bett gelegt und geweint, wie ein Schlosshund. Ich bin dann wieder ausgestanden, das musste ich Willi erzählen. Ich bin an die Bar gegangen und habe gefragt, ob es bei ihm auch schon etwas im Zimmer hatte? Er hat verneint und ich habe gesagt: "Du musst mitkommen, das musst Du Dir anschauen." Willi hat gefragt, ob es ein Brief oder ein Fax von den Kindern sei und so habe ich es ihm dann gesagt. Er ist mit ins Zimmer gekommen und hat sich auch riesig gefreut.
Wir haben natürlich gleich angerufen (eigentlich wollten wir warten, bis wir vom Arzt mehr wissen, aber jetzt konnten wir nicht mehr warten). Wir haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir endlich durchkamen und haben dann Pascale erreicht. Sie hat uns erzählt, dass sie einen Fax geschickt und angerufen habe und sie wusste auch schon, dass wir einen Tag verspätet angekommen sind. Es ist wirklich super schön und wir werden noch eine Foto machen, damit wir es ihnen zeigen können. Den Champagner werden wir erst trinken, wenn ich die Untersuche hinter mir habe (das war mein Wunsch). Ich mag im Moment einfach nicht viel und ich möchte auch die Hälfte trinken.
Voller Freude habe ich dann meine Tropfen genommen und die haben so stark geholfen, dass ich den ganzen Abend aufbleiben konnte; ich war überglücklich.
Heute war ein Maori Abend mit Abendessen. Wir sind zwar keine Fans von diesen Buffets, aber wenigstens konnte ich schöpfen, was ich wollte. Ich habe sogar Dessert genommen und Kaffe getrunken (ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal einen Dessert gegessen habe). Nach dem Essen folgte die Maori-Vorführung und die war super gut. Es waren verschiedene Gruppen von verschiedenen Inseln und es hat uns viel besser gefallen, als der Maori Abend, den wir in Neuseeland gesehen haben. Hier hatte man wirklich das Gefühl, dass sie selber Freude daran hätten, in Rotorua (Neuseeland) war es mehr auf Abriss.
Willi:
Im Reiseführer habe ich gelesen, dass in Raratonga der beste Tamura getanzt wird. Es wurde empfohlen, einen solchen Abend zu besuchen und ich muss sagen, es war um Klassen besser als in Rotorua. Es war richtig schön.
http://www.youtube.com/watch?v=IQin3x3X ... re=related
Erika:
Es hatte 4 kleine Kinder (zwischen 2 und 4 Jahre alt). Sie waren gleich gekleidet wie die Frauengruppe und haben super getanz. Die sind vielleicht beweglich. Man kann gar nicht beschreiben, wie süss das war. Sie sind voll mit der Musik mitgegangen und hatten total Freude am Tanzen. Dahinter waren die Mütter, haben gestrahlt und die Kinder motiviert.
http://www.youtube.com/watch?v=Q1BeBEg3 ... re=related
Am Schluss wurden die Gäste nach vorne geholt. Die Kleinen haben auch Gäste geholt und gestaunt, wie diese steifen Männer und Frauen getanzt haben. Dieser Abend hat sich wirklich gelohnt, es war einfach super.
Unterdessen ist es Uhr 22.30 und wir sind zurück im Zimmer. Es gibt jetzt noch Tanz, aber mit einer "schwangeren Bergente" kann man nicht tanzen. Das war ein schöner Tag (vor allem der Nachmittag), ich bin überglücklich und ich glaube, dass ich diese Nacht endlich wieder einmal schlafen kann.