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Beitragvon Hurtig » 02.01.2012, 19:53

lottesprotte hat geschrieben:Ich möchte noch mal auf die Frage eingehen, wie man einem Trauernden helfen kann.
Ich habe mich immer sehr gefreut und tue es auch jetzt noch, wenn Menschen von meinem Mann reden. Es gibt ja Leute, die schweigen dieses Thema gerne tot, aus Angst, neue Trauer auszulösen. Das ist ganz falsch. Ich freue mich, wenn er auch bei anderen nicht vergessen ist und sie sich an Eigenschaften oder Begebenheiten erinnern und mir das auch sagen.
Meine Schwiegermutter war da naturgemäß sehr hilfreich, da sie ja ebenso getrauert hat, und wir berichten uns gelegentlich Anekdoten, sie aus seiner Kindheit, ich aus dem Erwachsenenleben. Das tut uns beiden gut. Aber auch meine Geschwister reden manchmal über ihn, ich find das klasse.

@ Hallo lottesprotte,
ich kann Dir zu 100% zustimmen. Es tut mir ebenfalls unwahrscheinlich gut, wenn ich spüre, dass mein Mann noch im Gedächtnis der anderen seinen Platz hat. Weh tut nur das Verhalten mancher Bekannten, die so tun als hätte es meinen Mann nie gegeben.
LG Hurtig
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Beitragvon gelika57 » 03.01.2012, 13:14

ja da habt ihr recht..viele Menschen trauen sich einfach nicht mit einem über Verstorbene zu
reden, dabei wäre das manchmal sehr schön, in der Familie tun wir das sehr oft und es tut uns
allen sehr gut weil wir unsere Lieben alle im Herzen immer noch bei uns tragen.
Es ist ja auch verständlich das Freunde und Bekannte schneller vergessen und nicht so leiden
wie als enger Angehöriger oder Partner. Viele gehen halt immer gleich zur Tagesordnung über,
wollen von dem Leid der Anderen gar nichts wissen - aber ich weiß es kann morgen jeden/jede
treffen es ist niemand davor geschützt.Na ja.. ein neues Jahr fängt an.. packen wir es an :)
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Beitragvon foxie1212 » 04.01.2012, 1:44

Hurtig hat geschrieben:
lottesprotte hat geschrieben:Ich möchte noch mal auf die Frage eingehen, wie man einem Trauernden helfen kann.
Ich habe mich immer sehr gefreut und tue es auch jetzt noch, wenn Menschen von meinem Mann reden. Es gibt ja Leute, die schweigen dieses Thema gerne tot, aus Angst, neue Trauer auszulösen. Das ist ganz falsch. Ich freue mich, wenn er auch bei anderen nicht vergessen ist und sie sich an Eigenschaften oder Begebenheiten erinnern und mir das auch sagen.
Meine Schwiegermutter war da naturgemäß sehr hilfreich, da sie ja ebenso getrauert hat, und wir berichten uns gelegentlich Anekdoten, sie aus seiner Kindheit, ich aus dem Erwachsenenleben. Das tut uns beiden gut. Aber auch meine Geschwister reden manchmal über ihn, ich find das klasse.

@ Hallo lottesprotte,
ich kann Dir zu 100% zustimmen. Es tut mir ebenfalls unwahrscheinlich gut, wenn ich spüre, dass mein Mann noch im Gedächtnis der anderen seinen Platz hat. Weh tut nur das Verhalten mancher Bekannten, die so tun als hätte es meinen Mann nie gegeben.
LG Hurtig


In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist mein Mann auch immernoch gegenwärtig, er wird oft erwähnt. Gemeinsam können wir dann auch oftmals über Anekdoten und Begebenheiten lachen. Für mich ist das schön, denn nur wer vergessen wird, ist tot. Es freut mich aber ebenso, dass Sie an meinem jetzigen Leben teilhaben und es für gut befinden - ganz im Sinne meines Mannes, ich habe ihn sehr geliebt.
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Beitragvon Cosmea52 » 04.01.2012, 4:27

ich begleite derzeit meine freundin durch das trauerjahr.
es ist schön, ihr bei zu stehen!

wir reden oft über ihren lebensgefährten, der im vorigen jahr plötzlich unter traurigen umständen starb.
ich kann sie oft nicht ganz verstehen, aber ich versuche empatisch zu sein,
mit ihr dort hin zu gehen, wo sie ihrem lebenspartner nahe sein kann.
sie hat sooo liebevoll das grab hergerichtet,
steine aus bächen gesammelt und sie ihm ans grab gebracht.
das grab rundherum damit ausgelegt.
es brennt immer eine kerze und sie geht täglich auf den friedhof.
bringt ihm immer blumen , die gerade blühen, wie derzeit die schneerosen.
ich finde überhaupt den brauch, der in dem ort üblich ist,
blumen von der alm mit herunter zum grab zu bringen.

es zeigt mir sehr viel verbundenheit mit dem verstorbenen!
uuund die liebe stirbt nie, sie überlebt auch den tod!!!
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Beitragvon Cosmea52 » 06.01.2012, 2:42

gestern habe ich meine mutter durch den tod verloren....
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Beitragvon widderchen » 06.01.2012, 8:07

Cosmea52 hat geschrieben:gestern habe ich meine mutter durch den tod verloren....

ich nehme Dich wortlos in den Arm!
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Beitragvon ollifee » 06.01.2012, 8:40

Cosmea52 hat geschrieben:gestern habe ich meine mutter durch den tod verloren....


@cosmea
Deine Mutter hat viele Spuren der Liebe und Fürsorge hinterlassen und die Erinnerung an all das Schöne mit ihr wird stets in Dir lebendig sein.

Ganz lieben Gruß
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Beitragvon ilonca » 06.01.2012, 11:34

......das ist traurig, aber du hattest sie eine lange zeit !!!
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Beitragvon Cosmea52 » 07.01.2012, 4:08

ich danke euch @allen...
ja @ilonca, du hast recht.

ich hatte beide eltern bis zum 5.1.2012
am 2.1.waren meine eltern 62 jahre verheiratet.
vor zwei jahren hatten sie diamantene hochzeit.
dabei habe ich die feier als erntedank für ihr leben empfunden - es war schön.
10 lebende kinder und 24 enkelkinder und 9 urenkelkinder.

am schönsten war, wenn mutter mir nachrief, "danke für deinen besuch und komm bald wieder!"

und das hat sie zu allen geschwistern gesagt, wie sie mir bestätigt haben.

wir haben uns noch zu weihnachten alle getroffen, mutter war schon sehr krank,
lag im krankenbett nebenan, die tür war offen, sodass sie "dabei" war.

nun heisst es abschied nehmen - aber ich kann sie ja am grab besuchen, mit ihr sprechen, wenn sie auch keine antwort mehr gibt. eine kerze anzünden...
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Beitragvon Cosmea52 » 11.01.2012, 21:10

gestern haben wir mutter zu grabe getragen.
es war schlimm - ich war nicht da - ich war geistig abwesend - bei vielen stationen in meinem leben mit mutter!

heute habe ich, an einem schönen sonnigen tag, mutter am friedhof besucht.
eine kerze angezündet und gebetet.

das grab ist mit blumen überhäuft. nachdem sie blumen sooo gerne hatte, hat vater es nicht zu gelassen,
dass wir keine blumengebinde bestellen und an einen sozialen verein spenden
ich hätte es lieber gehabt.
denn die blumen sind sooo schnell kaputt.

blumen eingepflanzt, damit kann ich mich anfreunden, aber jetzt ist ja winter - besser bei uns frühlingshaft.
dennoch keine zeit um blumen zu pflanzen!
ein bisschen müssen wir noch warten - dann kommen ja die stiefmütterchen!
und die blühenden schneeglöckchen!
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Beitragvon Annahedi » 09.02.2012, 0:43

Am 26.4.2010 erhielt ich von der Kripo die Nachricht da sich der jüngste Burder meines Mannes das Leben genommen hat mit 42 Jahren - er war 8 Jahre als ich ihn kennenlernte, wir waren wie vorm Kopf geschlagen, ich habe nur noch funktioniert - immer wieder die Frage warum - bis heute keine Antwort - jedoch Vermutungen.

In den ersten Tagen nach seinem Tod bin ich starr und dennoch mutig durch die Gegend gelaufen jedoch sehr wackelig , immer eine Flasche Wasser bei mir, immer wieder getrunken das mein Kopf klar wird, denken war nicht - immer wieder der Ohnmacht nahe, bei der Kripo dann der nächste Schock, ein Abschiedsbrief indem er jemanden dafür verantwortlich machte-Hass und Zorn kamen zu der grenzenlosen Trauer und Hilflosigkeit dazu

15 Minuten in der Trauerhalle 3 Lieder von Michael Hirte abspielen lassen, dabei Ave Maria - bevor wir rausgingen Time to say Goodbye, habe seine Urne selber begraben dürfen- keiner hat an seinem Grabe was gesagt- niemand hat Worte finden können, ich sagte Du bist es selber in Schuld nun da unten zu liegen was machst du so einen Unsinn. Habe das Grab angelegt, auf seinem Platz einen großen Engel fest platziert und weitere für mich wichtige Sachen, jeden Tag war ich bei ihm - auch bis zu zwei mal, habe zu ihm gesprochen oder einfach nur geschaut.

Es tat weh, die Trauer war nach wie vor groß, die Fragezeichen warum nur- unendlich, habe wie in Trance seinen Nachlass aufgelöst - ich war mit jedem seiner Sachen bei ihm, alles erinnerte, aber ich war stark, als dann alles beendet war wurde ich krank, habe solange funktioniert wie es zeitlich sein mußte, dann war alles erledigt und ich konnte das erstemal richtig weinen.

Kurz vor Weinachten bekam er ein Gesteck, Weihnachten selber war ich nicht dort und zu seinem Geburtstag im Februar war ich auch nicht da, kurz bevor sich das erste Todesjahr nahte habe ich das Grab neu angelegt, schön gemacht und mir gesagt am 25.4. gehe ich nicht hin. Dann habe ich mir einen Cd Player gekauft eine neue Michael Hirte CD ( die erst hatte ich vernichtet, wollte nie wieder diese Lieder hören) habe alles geommen - es war auch noch Ostern-habe mich vor dem Grab gekniet die drei Leider abgespielt, (Menschen sind an mir vorbei gegangen), die Trauer hat mich erneut eingenommen habe geweint, die drei Lieder durchgehalten, dann ausgemacht, aufgestanden, bis dann gesagt und ging.
Und es war gut, ich habe meine Trauer abschlossen, mit Hilfe dieser fast 20 Minuten Mundharmonika Musik - nur wenn ich ganz, ganz fest in mich hinein höre fühle ich etwas schmerzliches, aber die dauernde Belastung Trauer??? sind weg, ich habe es geschafft, kann damit heut zutage gut umgehen-es ist nicht mehr belastend.
Ein Jahr habe ich dafür gebraucht, ich war mehr auf dem Friedhof als zuhause.

Trauer bewätigen zu können ist schwierig - viele können es nicht, es muss ein Weg gefunden werden wie, es weis keienr, nun dann wenn es geschafft ist,.
Es ist jedem sein gutes Recht zu trauern, jedoch kann es nicht jeder, Trauer zulassen. Stolz spielt dabei eine große Rolle, andere könnten es ja mit bekommen - jeder der seine Trauer zulässt hilf sich selber.
Weis man das jemand schwer krank ist, rechnet man mit seinem Tod das ist wesentlich leichter zu ertragen, geschieht ein Unfall ist der Tod plötzlich da - überfällt es uns, die damit zurecht kommen müssen, geht jemand freiwillig von dieser Welt..............................

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Vor einigen Monaten wurde bei uns an der Autoausfahrt ein junges Ehepaar, die Frau war im achten Monat schwanger, von einem betrunkenem Autoraser dermassen angegangen das sich deren Auto überschlug und ausbrannte. Jedes Mal wenn ich an dieser Ausfahrt rausfahre und dann der Stelle vorbei kommen, von Angehörigen sehr stark gekennzeichnet, bekomme ich eine Gänsehaut.
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Zum Nikolaus gingen Eltern mit ihrem 5 jährigem Sohn über die Straße als es GRÜN war, ein junger Autofahrer raste über Rot und der Junge folg durch die Luft und starb etwas später.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Es ist schrecklich,die armen,armen Angehörigen............da fehlen einfach die Wort
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Beitragvon Cosmea52 » 10.02.2012, 9:52

ja trauer zulassen ist wichtig.

ich hatte als BO einen auftritt, man wollte mich unbedingt sehen,
drei tage nach dem begräbnis meiner mutter.

ich erzählte in meiner ansprache von meinen eltern, meiner mutter und dem tod.
und das mitten in der faschingszeit.
als ich die ansprache mit den worten beendete... "und helft, wenn es jemandem schlecht geht"
und bin dann heulend zurück zu meinem sessel
und habe meiner trauer, meinem schmerz freien lauf gelassen.
danach bin ich gegangen.

es tat sehr gut einfach zu weinen!
die öffentlichkeit war mir wurscht!
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Beitragvon Cosmea52 » 10.02.2012, 10:00

@annahedi!

wenn man jemanden durch freitod verliert, ist es doppelt schlimm.

und erst recht wenn derjenige auch noch schuld auf andere schiebt.

den freitod wählt man selber und mit seinem leben muss auch jeder selber fertig werden.
jeder hat verantwortung für sein eigenes leben!

es gibt hier irgendwo einen thread, wo es sich um selbstmord handelt,
ich denke er ist in rat und lebenshilfe.
aber musst suchen.
da stehen viel wahre worte über das wählen des freitodes!

es gibt auch seminare, trauerseminare uuund profesionelle hilfe durch psychologen,
die gelernt haben damt um zu gehen!
könnte dir helfen besser damit um zu gehen.

dir alles liebe und gute!
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Beitragvon Strippe » 12.02.2012, 15:38

Auch bei mir gab es wichtige Menschen, dessen Tod ich heute noch bedauere.
Es waren meine Eltern gewesen ( Vater starb 1997, Mutter 2006)
Mein Schwiegervater war ein herzensguter Mensch und starb auch 1997.
Meine Frau starb 2009.
Auch in meinem Freundes-und Bekanntenkreis sind in den letzten 12 Jahren 8 Leute verstorben.

Man ist quasi immer von einem Trauererlebnis in das andere gekommen
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Beitragvon Genoveffa » 18.02.2012, 11:47

Ich brauchte vier Jahre, um aus der Trauer um meinen Mann herauszuwachsen und mich neu zu erfinden. Ich habe die Trauer weitgehend alleine verarbeitet im Vertrauen darauf, dass mir als Neo-single der ungeteilte Blick in meine Seele aufzeigen würde, wieviel Original nach dieser langen Ehe von mir übrig geblieben war. Es ist zum Glück das Meiste noch da :). Dennoch mein Rat an jene, die nach Jahren noch immer hadern: beansprucht professionelle Hilfe! Herzliche Grüße, Genoveffa 
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