. : Service und Hilfe

Beitragvon Katharina88 » 21.12.2011, 20:44

Diese Frage ist seit ewigen Zeiten von den Gelehrten vieler Disziplinen diskutiert worden ,ohne eine endliche Antwort zu bekommen.Es ist dies beileibe kein theoretischer Philosophenstreit,sondern eine viele Lebensbereiche berührende Auseinandersetzung. Im Strafrecht gilt als Folge des bisherigen
Ergebnisses ,dass jemand nur verurteilt werden kann,wenn ihm Schuld nachgewiesen wird.
Der  Dieb im Warenhaus muss also aus freiem Willen gehandelt haben.Er muss ohne inneren oder
äußeren Zwang (Kleptomanie,Bedrohung)Zwang gestohlen haben.Der verständige Mensch hat in einer solchen Situation die Wahl zwischen mehreren Optionen,von denen er eine realisiert(er hätte auch anders handeln können).Er ist demnach schuldig:
Der Streit um den freien Willen  nimmt nun eine andere Dimension an.Die Hirnforscher (Neurologen,Bio-Neurologen)leugnen die Existenz eines freien Willens.Das Verhalten unseres Diebes wird so erklärt:
In fernen Gehirnregionen kommt es zu Verschaltungen und Verknüpfungen von Neuronen und diese
determinieren die Handlungen.Neuronen sind weder gut noch böse--sie sind einfach vorhanden.Der Warenhausdieb konnte gar nicht anders handeln, als er es getan hat.Das befreit ihn vom Schuldvorwurf.
Es schüttelt mich, menschliches  Handeln unter dem Aspekt von Hirnaktivitäten zu sehen!
Guten Abend!
Katharina    
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Beitragvon cajun_forever » 21.12.2011, 23:02

Also ich finde es hochinteressant! ;-)

Diese Studie, die du ansprichst, ist so etwas wie eine kleine Revolution, doch sie sagt lediglich aus, dass bei diesen Versuchen das Gehirn ca. 10 Sekunden schneller war als das Bewusstsein bzw. die bewusste Entscheidung.

Was im Unterbewusstsein geschieht, weiß man bis dato nicht, ebenso wenig welche weiteren Gehirnaktivitäten Einfluss auf Entscheidungen haben, ob eventuell Wechselbeziehungen bestehen. Ja, so gesehen weiß man insgesamt noch relativ wenig über das Gehirn und seine Funktionen.

Auch ist die Frage noch offen, ob die Versuchspersonen fähig sind, spontan eine andere Entscheidung zu treffen, das soll wohl in einer nächsten Studie geklärt werden.

Und dass der Wille nicht immer frei ist, zumindest nicht bei allen Menschen, das kann man auch ohne derlei Wissenschaften aufzeigen, z.B. anhand von Suchtverhalten, von denen die meisten noch unbekannt sind oder für immer unbekannt bleiben werden.

Jeder Mensch ist ein Individuum und ich persönlich denke, das, was ihn, sein Handeln, sein Tun und seine Gefühle letztlich ausmacht, setzt sich aus einem Riesenbündel an Faktoren zusammen.
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Beitragvon Katharina88 » 22.12.2011, 14:06

cajun_forever hat geschrieben:Also ich finde es hochinteressant! ;-)

Diese Studie, die du ansprichst, ist so etwas wie eine kleine Revolution, doch sie sagt lediglich aus, dass bei diesen Versuchen das Gehirn ca. 10 Sekunden schneller war als das Bewusstsein bzw. die bewusste Entscheidung.

Was im Unterbewusstsein geschieht, weiß man bis dato nicht, ebenso wenig welche weiteren Gehirnaktivitäten Einfluss auf Entscheidungen haben, ob eventuell Wechselbeziehungen bestehen. Ja, so gesehen weiß man insgesamt noch relativ wenig über das Gehirn und seine Funktionen.

Auch ist die Frage noch offen, ob die Versuchspersonen fähig sind, spontan eine andere Entscheidung zu treffen, das soll wohl in einer nächsten Studie geklärt werden.

Und dass der Wille nicht immer frei ist, zumindest nicht bei allen Menschen, das kann man auch ohne derlei Wissenschaften aufzeigen, z.B. anhand von Suchtverhalten, von denen die meisten noch unbekannt sind oder für immer unbekannt bleiben werden.

Jeder Mensch ist ein Individuum und ich persönlich denke, das, was ihn, sein Handeln, sein Tun und seine Gefühle letztlich ausmacht, setzt sich aus einem Riesenbündel an Faktoren zusammen.

Hallo,canjun-forever,
freue mich über die prompte Resonanz,die ich so kompetent nicht erwartet hätte.Dieses Thema behandelt doch eine noch wenig ausgeleuchtete Ecke in der Neurologie.Die von Dir erwähnten Versuche mit Studenten können deshalb natürlich keine ultimativen Ergebnisse zeigen.Sie offenbaren aber immerhin den regen Verkehr auf der neuronalen Autobahn mit seinen komplizierten  Prozessen,Baustellen und Abzweigungen .
Völlig d`accord ,wenn Du sagst,menschliches Handeln sei abhängig von einem Riesenbündel  an
Faktoren.Das Hirn eines Neugeborenen ist ja nicht unbeschriftet (keine leeres Blatt).Da finden sich genetische,pränatale und frühkindliche Niederschläge .Später kommen hinzu die Markierungen der Sozialisation.
Interessant ist das schon.Dennoch erschreckt mich der Gedanke,dass am Ende  eine generelle
Vergebung  für alles Handeln über den Verweis auf neuronale Verknüpfungen in den Weiten des Gehirns möglich sein soll.
In den Gerichtssälen agieren dann Neurobiologen und Neuropsychologen und fällen kein Urteil,sondern stellen eine Diagnose.
Ich wünsche Dir frohe Weihnachten!
Katharina 
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Beitragvon buscador » 22.12.2011, 19:37

@Katharina88
@canjun-forever


Ihr illustren Damen, wollt also unbedingt in der obersten Liga spielen, das möchte ich auch gerne.
Wenn ich aber so die Beiträge in den Foren lese, habe ich ernsthafte Zweifel daran
dass dies hier möglich sei, ohne irgend jemand zu nahe zu treten.
Es ist einfach so, dass der Kreis der Foristen alle Bildungsstände umfasst und daher fast
ein Abbild der geistigen Potenz des gesamten Volkes darstellt, obwohl natürlich die
Forenschreiber schon wieder ein Grobsieb, eine Selektion aus dem Ganzen darstellen.
Ich weiß nicht recht wie ich es sagen soll, ohne gleich wieder Wutanfälle auszulösen,
was nicht im Geringsten meine Absicht ist, aber auch der Grund warum ich mich hier
im Forum Philosophie praktisch nie geäußert habe.
Ich denke einmal und erlaube mir zu sagen, für das Thema „ Wie frei ist der freie Wille „,
sollte minimal z.B. folgende Literatur bekannt sein:....

Der freie Wille: Die Evolution einer Illusion von Franz M. Wuketits

Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik von Thomas Metzinger

Jenseits von Gut und Böse. Zur Genealogie der Moral
von Friedrich Nietzsche

Im Gegensatz zu Kant und z.B. Leibniz postuliert Nietzsche die Tatsache, dass Werte und moralische Kategorien nicht naturgegeben, sondern menschliche Konstrukte sind.
Da wird kein Gott aus dem Zylinder gezaubert und a priori unterstellt der Mensch sei GUT
oder die Welt als solche sei die ...bestmöglichste aller Welten.....bla, bla, bla
Nietzsche fordert daher den Übermenschen.........und die Leibnizsche Aussage von der
...bestmöglichsten aller Welten....beantwortete der große Voltaire mit dem beispiellosen
Spott Roman Candide....dessen Ironie für ein ganzes Leben reicht!

Es bleibt dabei, wie canjun-forever sagt:...menschliches Handeln sei abhängig von einem Riesenbündel an Faktoren.

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Beitragvon parove » 22.12.2011, 20:04

@Katharina88
@canjun-forever
@buscador

Obwohl für mich klar ist, noch nicht einmal
in der untersten Liga mitspielen zu können,
will ich es hier, in diesem illustren Kreis,
ausnahmsweise wagen… :wink:

„Wie frei ist der freie Wille?


Antwort: Bei der weiblichen Spezies, relativ frei!
Bei der männlichen, verheirateten Spezies, relativ unfrei... :)

Aber nun mal ganz im Ernst!

"Heute gilt David Hume als der bedeutendste
Philosoph des 18. Jahrhunderts.Und er ist der Lieblingsphilosoph
vieler Naturwissenschaftler, insbesondere vieler Hirnforscher."


Zitat: Richard David Precht (Die Kunst, kein Egoist zu sein)

Was den freien Willen angeht folgerte er, D. Hume,
dass erstens nicht der Verstand oder die Vernunft den Menschen regieren,
sondern seine Gefühle. und seine zweite Schlussfolgerung zum Thema
war, wenn unsere Gefühle den Ton angeben und nicht unsere Überlegungen,
so gibt es auch keine freien Willen.

Danach sind wir gefühlsgesteuerte Wesen, die zeitweise daran glauben,
einen freien Willen zu haben. Hinzu kommt erschwerend, das Unbewusste.
In der Psychologie, jener Bereich der menschlichen Psyche, der dem
Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist.

Mich würde es schrecken, wenn ich letztendlich annehmen müsste, dass das
menschliches Handeln ausschließlich unter dem Aspekt von Gefühlen und
dem Unterbewussten zu sehen ist und somit niemand mehr für sein Tun und Lassen
verantwortlich sein wird, verantwortlich gemacht werden kann!

Doch dem ist nicht so! Ich denke viel mehr, dass es unsere menschlichen
Sinne sind, jeder Einzelne ein komplexes System von Vernetzungen, Bahnen
und Kanälen, die durch unser Gehirn gesteuert und verarbeitet werden und
durch das einbeziehen des - bis heute weitestgehend unerforschte- Unterbewussten,
Gefühle in uns auslöst. Gefühle, die gut oder auch weniger gut sind und aller
Wahrscheinlichkeit nach Handlungen (Tun und Lassen) auslösen können.

Im menschlichen Gehirn, so glaube ich, gibt es so etwas wie „Schwellen“,
genauer gesagt, zwei „Schwellen“, wovon die eine unter gewissen Umständen
in Abgründe führen und die andere zu Gipfel führen kann.

Diese „Schwellen“, ich nenne sie mal eine Art natürlicher Hindernisse, sind
von Anfang an in jedem von uns vorhanden und es gilt, sie, wenn möglich zu
überschreiten, oder eben möglichst nicht zu überschreiten. Fast jeder, der eines der
Hindernisse einmal überschritten hat, wird es leider, so ist es mein Empfinden,
immer und immer wieder tun.

Ein Dieb zum Beispiel wird somit immer wieder zum Dieb!
Ein selbstloser Samariter zum Beispiel wird immer wieder zum Helfer!


Zwischen diesen beiden „Schwellen“ gibt es natürlich `ne Menge Spielraum um
mit dieser Welt und allem Leben gut umzugehen! Und das, ohne sie jemals
zu überschreiten…

lg Roland
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Beitragvon buscador » 22.12.2011, 20:12

@parove

Keine zu große falsche Bescheidenheit!
In my humble opinion sprichst Du, seit du hier erschienen bist
schön und sehr gescheit und nicht so bösartig wie ich leider werden
kann!

Meinen Respekt......

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Beitragvon Rangie » 22.12.2011, 20:21

ich denke, also bin ich!
oder nicht?
wie denn jetzt?
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Beitragvon parove » 22.12.2011, 20:44

Hallo buscador, danke für die "Blumen"!
Gescheites muss unter bestimmten
Umständen auch mal bösartig rüber
gebracht werden und weniger schön... :wink:

lg Roland
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Beitragvon buscador » 22.12.2011, 20:47

@Rangie

Der Monsieur " ego cogito ergo sum ", ( „ ich denke, also bin ich.“) hat sich
geirrt. Dieser Behauptung habe ich meinem Kater Schrödinger ( in der Galerie so um
Bild 40 rum zu sehen vorgelegt ) und er sagte: ....Ja dieser " Froschfreser " René Descartes
lügt. Wir die Katzenartigen haben das schon vor 5000 Jahren gesagt:.....mir miauen, also
sind wir..
........und was tat er, hä.............er erklärte wir seien " Automaten ", dieser üble
agnostische Bastard hat damit dazu beigetragen, daß Zig.Tausende von uns bei lebendigem
Leib zur Volksbelustigung in Paris z.B. verbrannt wurden.

Rangie du bist natürlich, ewig und immer, das hat mir Schrödinger extra versichert!

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Beitragvon parove » 22.12.2011, 20:48

Rangie hat geschrieben:ich denke, also bin ich!
oder nicht?
wie denn jetzt?


Na klar Rangie bist Du, fragt sich nur wie viele... :roll:

lg Roland
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Beitragvon Katharina88 » 22.12.2011, 20:56

buscador hat geschrieben:@Katharina88
@canjun-forever


Ihr illustren Damen, wollt also unbedingt in der obersten Liga spielen, das möchte ich auch gerne.
Wenn ich aber so die Beiträge in den Foren lese, habe ich ernsthafte Zweifel daran
dass dies hier möglich sei, ohne irgend jemand zu nahe zu treten.
Es ist einfach so, dass der Kreis der Foristen alle Bildungsstände umfasst und daher fast
ein Abbild der geistigen Potenz des gesamten Volkes darstellt, obwohl natürlich die
Forenschreiber schon wieder ein Grobsieb, eine Selektion aus dem Ganzen darstellen.
Ich weiß nicht recht wie ich es sagen soll, ohne gleich wieder Wutanfälle auszulösen,
was nicht im Geringsten meine Absicht ist, aber auch der Grund warum ich mich hier
im Forum Philosophie praktisch nie geäußert habe.
Ich denke einmal und erlaube mir zu sagen, für das Thema „ Wie frei ist der freie Wille „,
sollte minimal z.B. folgende Literatur bekannt sein:....

Der freie Wille: Die Evolution einer Illusion von Franz M. Wuketits

Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik von Thomas Metzinger

Jenseits von Gut und Böse. Zur Genealogie der Moral
von Friedrich Nietzsche

Im Gegensatz zu Kant und z.B. Leibniz postuliert Nietzsche die Tatsache, dass Werte und moralische Kategorien nicht naturgegeben, sondern menschliche Konstrukte sind.
Da wird kein Gott aus dem Zylinder gezaubert und a priori unterstellt der Mensch sei GUT
oder die Welt als solche sei die ...bestmöglichste aller Welten.....bla, bla, bla
Nietzsche fordert daher den Übermenschen.........und die Leibnizsche Aussage von der
...bestmöglichsten aller Welten....beantwortete der große Voltaire mit dem beispiellosen
Spott Roman Candide....dessen Ironie für ein ganzes Leben reicht!

Es bleibt dabei, wie canjun-forever sagt:...menschliches Handeln sei abhängig von einem Riesenbündel an Faktoren.

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Guten Abend,buscador,
gestatte mir,Deinen Einleitungssatz lediglich insoweit in Kenntnis zu nehmen,als ich ihn recht passend zum Thema erachte:"ich tue nicht,was ich will,sondern ich will,was ich tue!"
Eines der Bücher,in der von Dir genannten Referenzliste,wird über den letzten  Satz Aufschluss verschaffen können.
Mir erschließt sich nur mühsam,wem man zu nahe tritt,wenn sachlich und im Rahmen der geistigen Potenz(Dein Begriff) hier im Forum geschrieben wird.
Dass Du ein relativ seltener Gast bist,kann nicht mit Deiner Potenz(der geistigen versteht sich)
in Verbindung gebracht werden.
Möglicherweise empfindest Du angesichts der Thematik und des höflicheren Umgangs miteinander
gepflegte Langeweile. Ich wünsche  Dir   Zerstreuung nach Art  des buscador und frohe Weihnachten.
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Beitragvon Rangie » 22.12.2011, 20:59

parove hat geschrieben:
Rangie hat geschrieben:ich denke, also bin ich!
oder nicht?
wie denn jetzt?


Na klar Rangie bist Du, fragt sich nur wie viele... :roll:

lg Roland


also zwei
ich
und
der mir immer folgt :lol:
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Beitragvon cajun_forever » 22.12.2011, 23:06

Mannomann, jetzt rast ihr aber voran mit den posts..
Komme gar nicht mit, nehmt Rücksicht auf ein altes Weib!

Buscador, monsieur, ich habe Sie schon vermisst.. ;-) Und so vorsichtig.. :roll:

Also.. Kompetent aus rein wissenschaftlicher Sicht dürften hier die wenigsten sein, vermute ich mal. Aber nichtsdestotrotz vertrete ich die Meinung, bei vielem reicht es schon aus, in sich selbst hinein zu hören, sich und andere zu beobachten und sich so intuitiv, quasi aus dem Bauch heraus, ein eigenes Bild von den Dingen zu machen.

Und ja, es gibt einige gute Literatur zum Thema, welche die verschiedensten Sichtweisen aufzeigen, dennoch sind sie alle nur Theorie, die mir bei manchen fast schon zwanghaft erschien, ohne freien Platz für weitere Intuition.

Die Neurologie interessiert mich persönlich sehr, vor allem die neueren Entwicklungen. Und es ist schön, zu sehen, dass peu à peu Vorurteile abgelegt werden und so z.B. auch die Psychologie in ergänzender bzw. vergleichender Weise mit einbezogen wird, was wiederum interessante Einsichten verleiht.

Der freie Wille-- Hhhm, ich denke schon, dass man so einiges wirklich frei entscheiden kann. Auf der anderen Seite gibt es Dinge, da scheitert der Wille einfach. Wer einmal versucht hat, auf einem Stuhl sitzend ein Bein im Uhrzeigersinn zu drehen und dabei gleichzeitig mit der Hand eine 6 in die Luft zu malen, der wird dies selbst mit aller Willenskraft nicht hin bekommen. Somit gehe ich davon aus, dass sich auch der menschliche Wille aus vielerlei Faktoren zusammensetzt und sich dabei dann zusätzlich auch noch die Frage stellt, welche davon in der jeweiligen Situation zum Zuge kommen. Was herrscht dabei vor? Genetische Veranlagung, Prägung, welche biologischen, welche chemischen Abläufe? Fragen über Fragen..

Ja, und ich gehe sogar so weit, anzunehmen, dass es noch einige physikalische Unbekannte gibt, Größen, die wir so noch nicht kennen, die aber ebenso auf den Menschen, sein Handeln und Tun einwirken können. Wie sonst soll es z.B. möglich sein, dass Menschen sich gegeneinander anziehen können, gleich einem Magnetismus, ebenso wie sich rational noch nicht zu begründete Abneigung frei machen kann. Eigentlich bin ich recht vorsichtig mit solchen Vermutungen, doch ich weiß aus eigener Erfahrung, welch phänomenale Begebenheiten sich ereignen können.


m Gegensatz zu Kant und z.B. Leibniz postuliert Nietzsche die Tatsache, dass Werte und moralische Kategorien nicht naturgegeben, sondern menschliche Konstrukte sind.
Da wird kein Gott aus dem Zylinder gezaubert und a priori unterstellt der Mensch sei GUT
oder die Welt als solche sei die ...bestmöglichste aller Welten.....bla, bla, bla


D'accord..

Werte und Moralvorstellungen können sich, bei ein und demselben Menschen wie auch in ganzen Gesellschaften verändern. Und sie unterscheiden sich nicht selten in unterschiedlichen Kulturen. Was heute gut, kann morgen schon überholt oder gar schlecht oder böse sein. Dennoch denke ich, dass doch auch einige konstante Werte existieren, die allen menschen gemein sind.


b]@Katharina[/b]

Interessant ist das schon.Dennoch erschreckt mich der Gedanke,dass am Ende eine generelle Vergebung für alles Handeln über den Verweis auf neuronale Verknüpfungen in den Weiten des Gehirns möglich sein soll.


Ich denke nicht, dass es so weit kommen wird, denn meiner Meinung nach ist es nicht das Gehrin allein, welches alles steuert. Und die Wissenschaftler gehen wohl zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht davon aus. Und ich glaube nicht, dass man diese überdimensionale Komplexität, welche die Natur hier geschaffen hat, jemals beherrschen wird. Ebenso wenig bin ich der Meinung, dass dies Aufgabe des Menschen ist, auch wenn er gerne alles beherrschen möchte. Dazu sind wir ein viel zu kleines Sandkorn im Universum.

Vielleicht hast du schon einmal etwas vom "Darmhirn" gehört, Neurowissenschaftler sprechen auch vom Gehirn im Bauch. Unser Verdauungssystem besitzt über 100 Millionen Nervenzellen und besitzt mehr Neuronen als das Rückenmark. Man findet dort die gleiche Art von Zellen und Rezeptoren wie im Gehirn. Wissenschaftler vermuten, dass psychische Prozesse enger mit diesem 2. Gehirn verkoppelt sind, als man bisher dachte. Wer kennt es nicht, das Flattern im Bauch oder das Gefühl, wen einem etwas auf den Magen schlägt? Es würde mich nicht wundern, wenn man eines Tages feststellt, dass dieses Darmhirn an Entscheidungen mit beteiligt ist. Ich für mich weiß, dass der Bauch bei mir immer Recht hat. Und handle ich nicht nach dieser inneren Stimme, dann hört sie nicht auf, an zu klopfen. Auch dann, wenn sämtliche rationale, anscheinend logische Gedanken dagegen sprechen. Doch woher weiß er, der Bauch (das 2. Gehirn?) es?

Übrigens, die ganzen Abwehrzellen im Darm können wohl via Darmhirn, mit dem sie verbunden sind, unterscheiden, was "gut" und was "böse" ist.. ;-) Und das Darmhirn weiß das vor dem Gehirn im Kopf und es ist das Darmhirn, welches das Hirn im Oberstübchen informiert.. *lol*. Ist wohl alles ein Fass ohne Boden.. :P (Deswegen werde ich in meinem nächsten Leben Neurowossenschaftler, Physiker und evtl. noch forschender Psychologe, alles in einem.. *gg*.. Seh' mich dann schon im Keller sitzend, mit massenweise Kaffeepötten und überquellenden Aschern..*lol*)

Wünsche dir ebenfalls ein schönes Weihnachtsfest, Katharina!


PS: In Gedanken bin ich gerade bei den Neutrinos, die uns in jeder Sekunde milliardenfach durchströmen. Angeblich ohne Masse, für den Körper ohne Wirkung, aber wie nun fest gestellt, fähig zur Verwandlung, ein Widerspruch in sich - faszinierend! Schneller als das Licht? Und Einstein? Oder mit dem Wissen einer anderen, einer Extra-Dimension? Frag' ich mich: Hat das wirklich keine Wirkung auf uns? Und was wäre mit unserem freien Willen, wenn Zeitreisen tatsächlich möglich wären? :shock: Vielleicht doch lieber nicht in den Keller? ;-)
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Beitragvon cajun_forever » 22.12.2011, 23:59

„Wie frei ist der freie Wille?

Antwort: Bei der weiblichen Spezies, relativ frei!
Bei der männlichen, verheirateten Spezies, relativ unfrei... :)


Parove, du bist echt der Knaller! :twisted:
Kriech mich gar nicht mehr ein..

Was den freien Willen angeht folgerte er, D. Hume,
dass erstens nicht der Verstand oder die Vernunft den Menschen regieren,
sondern seine Gefühle. und seine zweite Schlussfolgerung zum Thema
war, wenn unsere Gefühle den Ton angeben und nicht unsere Überlegungen,
so gibt es auch keine freien Willen.


Hab' das erst jetzt gelesen und eine Frage dazu: Wer dirigiert dann? Der Bauch..? (s.o.) *g*

Gut, wem dem so wäre/so ist, dann müsste es so etwas wie ein Ur-??? geben, ein.. ja was? Weiß auch nicht.. Wie formuiere ich das jetzt am besten? :roll: Also, angenommen ich handle aus dem Bauch heraus, diesem Gehirn der Gefühle (falls es das tatsächlich ist). Und ein anderer in der gleichen Situation auch. Bei beiden geben die Gefühle den Ton an. Die Entscheidungen fallen aber gegensätzlich aus. Warum? Was hat das für einen Sinn? Liegt der Sinn darin, dass es darüber hinaus noch eine Art von Konstrukt gibt? oder spielen doch noch andere menschliche Faktoren mit? Wie sieht es aus mit der Genetik? Ich mein', man kann ja inzwischen einen gewissen Einfluss nicht mehr verleugnen.. Auch dann nicht, wenn es in weiteren Ebenen einen Sinn macht? Dazu die Prägung.. Nur Gefühle, abgespeichert im Gehirn? Auch Erfahrung genannt? Oder Lernprozesse über Generationen?

Danach sind wir gefühlsgesteuerte Wesen, die zeitweise daran glauben,
einen freien Willen zu haben. Hinzu kommt erschwerend, das Unbewusste.
In der Psychologie, jener Bereich der menschlichen Psyche, der dem
Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist.


Neee.. Nicht auch noch.. :shock:
Liegt übrigens voll auf meiner Linie..

Wobei ich mal ganz frech ohne wissenschaftliche Beweise behaupte, dass dieses Unterbewusstsein in gewissen Regionen durchaus zugänglich ist.. Puff! :P

Mich würde es schrecken, wenn ich letztendlich annehmen müsste, dass das
menschliches Handeln ausschließlich unter dem Aspekt von Gefühlen und
dem Unterbewussten zu sehen ist und somit niemand mehr für sein Tun und Lassen
verantwortlich sein wird, verantwortlich gemacht werden kann!


Mich nicht.. :wink:

Vielleicht weil ich das nicht so stur wissenschaftlich sehe, bei mir nicht alles einer rationalen Logik bedarf.. Ich als Frau mit Gefühlen einen anderen Umgang pflege/habe als ihr Männer, ohne die ich trotzdem nicht sein möchte, weil ich darin eine einzigartige Symbiose sehe?

Wie sagtest du doch?
„Wie frei ist der freie Wille?

Antwort: Bei der weiblichen Spezies, relativ frei!
Bei der männlichen, verheirateten Spezies, relativ unfrei... :)


Eindeutig - zweideutig.. Lässt man das "verheirateten" weg Dachte ich zumindest spontan, noch bevor ich grinsen konnte.. somit ein doppelter Genuss des Schmunzelns für mich.. :twisted:

Mach dir nichts d'raus, in gewissen Welten bedarf eine Frau auch mal des aktiven Bewusstseins eurer Spezies, nämlich dann, wenn sie frei ist vom freien Willen. Fragt sich dann nur, ob ihr just in diesem Moment frei oder unfrei handelt.. :P

Sorry, muss keiner verstehen, war nur ein kleiner Gedankenausflug meinerseits..

Doch dem ist nicht so! Ich denke viel mehr, dass es unsere menschlichen
Sinne sind, jeder Einzelne ein komplexes System von Vernetzungen, Bahnen
und Kanälen, die durch unser Gehirn gesteuert und verarbeitet werden und
durch das einbeziehen des - bis heute weitestgehend unerforschte- Unterbewussten,
Gefühle in uns auslöst. Gefühle, die gut oder auch weniger gut sind und aller
Wahrscheinlichkeit nach Handlungen (Tun und Lassen) auslösen können.


Das ist nun aber wieder typisch Mann (Boaahh, endlich auch mal Emanze.. *g*).. Alles muss rational erklärbar sein, der Mann, er möchte alles wissen und genau geklärt haben. Und irgendwie muss alles von ihm, dem Menschen ausgehen, er muss ganz einfach fähig sein, zu bestimmen. Ich prophezeie einfach mal, okay? Es wird ihm, dem Menschen, niemals gelingen, eben weil er so stur und starr ist, so unbeweglich. Vielleicht, aber auch nur vielleicht in vielen, vielen Generationen weiter, doch wird er so weit überhaupt kommen?

Im menschlichen Gehirn, so glaube ich, gibt es so etwas wie „Schwellen“,
genauer gesagt, zwei „Schwellen“, wovon die eine unter gewissen Umständen
in Abgründe führen und die andere zu Gipfel führen kann.


Ob das so ist? Keine Ahnung.. Aber es gibt eine schwelle zum Unterbewusstsein, eine Art Grenze, die man überschreiten kann. Ein Ort, der weder eines freien Willens noch Handlungen bedarf. Allerdings ein Ort, der es vermag, Reaktionen im Körper auszulösen.

Diese „Schwellen“, ich nenne sie mal eine Art natürlicher Hindernisse, sind
von Anfang an in jedem von uns vorhanden und es gilt, sie, wenn möglich zu
überschreiten, oder eben möglichst nicht zu überschreiten. Fast jeder, der eines der
Hindernisse einmal überschritten hat, wird es leider, so ist es mein Empfinden,
immer und immer wieder tun.

?? Gut und böse?

Ein Dieb zum Beispiel wird somit immer wieder zum Dieb!
Ein selbstloser Samariter zum Beispiel wird immer wieder zum Helfer!


Oha! :roll: Für mich so nicht haltbar. Wie bringst du da z.B. die Erfahrung unter? auch ein selbstloser Samariter ist lernfähig, oder nicht? Und ein Dieb kann in der Not gehandelt haben, wird aber deswegen in der nächsten Not nicht wieder automatisch zum Dieb. Ist mir irgendwie zu einseitig, zu einfach.. Nichts für ungut! :wink:

PS: Buscador.. Was sind das für Läuterungen, hey, so geht das aber nicht.. *tztztz*


Rangie schrieb:
ich denke, also bin ich!
oder nicht?
wie denn jetzt?


Rangie, nee, nicht.. -> Ich fühle, also bin ich!
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Beitragvon Hester2009 » 23.12.2011, 0:30

naja,  nun hab ich mir wirklich aufmerksam die letzten beiträge durchgelesen. schreib ich halt auch was dazu...

irgendwie passiert ja immer wieder etwas spannendes hier. bei mir ist es ein aha-erlebnis gerade.
und zwar, ja, mit dem "mehrdesselbenprinzip" hat´s schon was auf sich. "mehr davon" erreicht halt wirklich (meistens) gerade das gegenteil von dem, was man eigentlich wollte.

 (das hat auch was zu tun, mit dem "freien willen" und auch mit dem "unterbewusstsein" - OT ist das nicht)
 
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