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Forum der Regionalgruppe Wien

Moderator: kundgeba

Beitragvon kundgeba » 25.10.2008, 12:46

    Und am achten Tag erschuf Gott die Dialekte.
    Alle Völkchen waren glücklich.

    Der Berliner sagte: "Icke hab nenn wahnsinns Dialekt, WA?"
    Der Hanseate sagte: "Moin Dialekt ist dufte, NE!"
    Der Kölner sagte: "Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!"
    Der Hesse sagte: "Babbel net, di Hessa babbeln des best Hochdeutsch!"
    Der Sachse sagte: "Ja nu freilisch is äs Sächsisch klosse!"

    Nur für den Wiener war kein Dialekt übrig.
    Da wurde der Wiener traurig!
    Irgendwann sagte dann Gott:
    "Scheiss di ned au, Oida, dann redst hoid wia I!"

    Somit kann man doch wahrlich sagen - der Wiener Dialekt ist einfach göttlich :-)
    Obwohl man hier im Thread die Fäkalsprache sicherlich nicht ausleben muss.

    Mit diesem Thread - können wir den Wiener - bzw. österreichischen Dialekt - etwas beleuchten und verständlich übersetzen bzw. vielleicht auch die Herkunft erklären.
Zuletzt geändert von kundgeba am 08.01.2009, 20:42, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon kleeblatt05 » 25.10.2008, 15:45

da foin da di kipfla auße.............. du wirst überrascht sein
da is da hund begrobn ............... hier liegt der Fehler
da schurl mit da blechhaubn .... der heilige Georg am Wiener Rathaus
krochen wia a kaisersemml ..... stark verschuldet sein

Oide moch a Säul'n, i hoi de Panier.... Liebe Frau warte hier, ich hole das Gewand
si an eineschraubn................................. sich betrinken
si wos hinter die kulissen schiabn..... essen

Nachtschwärmer..............Drahrer
alkoholisiert.......................eingspritzt
arbeiten..............................tschinågln
wichtig machen................aufpudeln
Zettel...................................Kaspapierl

Die Herkunft ist mir leider (noch) nicht bekannt
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Beitragvon kundgeba » 25.10.2008, 16:07

    danke kleeblatt05 - der anfang ist somit gemacht - hoffentlich beteiligen sich mehrere hier.


    I moch ma jetzt Palatschinken im Palatschinkenpfandl (Pfanne)

    Zur Palatschinke:
    Der Name Palatschinke kommt ursprünglich aus dem Rumänischen und wurde dort abgeleitet vom lateinischen Placenta für Kuchen und dann über das Ungarische (Palacsinta) in große Teile Mitteleuropas weiterentlehnt (Österreich, Tschechien, Slowenien, Kroatien etc.).
    Palatschinken sind dünner und feiner als der übliche Pfannkuchen und werden in Österreich, Ungarn und im Balkanraum sowohl herzhaft als auch süß gefüllt gegessen. Das reicht von Topfen (Quark), Marmelade, Nüssen, Kokos, Eis, Schokolade über Gemüse wie Spinat bis Fleisch (Hackfleisch).
[quelle: de.wikipedia.org/wiki/Eierkuchen]
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Beitragvon kundgeba » 25.10.2008, 17:21


    Schmäh
    Schmähtandler
    schmähstad

    Der Wiener macht gerne an Schmäh.
    Er verdreht auf liebenswürdige Art - ein klein wenig die Wahrheit.
    Solche Menschen werden dann auch gerne Schmähtandler genannt. (Tandler = Verkäufer)
    - also jemand - der andere gerne etwas zum Narren hält.
    Er schmähtandelt halt ein bisserl.
    Und so mancher, der dann ungläubig, manchmal auch mit offenen Mund dasteht und auf den Schmäh keine schlagfertige Antwort parat hat - den nennt man dann schmähstad also sprachlos.
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Beitragvon kundgeba » 26.10.2008, 17:36


    leiwand (leiwaund)

    Ein Ausdruck - bei dem ich immer wieder um eine Übersetzung gebeten wurde.
    Wenn der Wiener etwas besonders gut finden, dann sagt er "des is leiwaund" dazu.

    Wenn das Bier gut schmeckt - kann es schon sein, dass man die Lokalität weiterempfiehlt - mit dem Zusatz -
    "de haum a leiwandiges Bier" (die haben ein sehr gutes Bier).

    ***Es war im Jahr 1432, da bekam das Wiener Bürgerspital, in dem damals bereits mit Leinen gehandelt wurde, das Braurecht zugesprochen. Und da sich der Leinenhandel damals in Wien zu einer wahren Börse des internationalen Textilhandels entwickelte, lag nichts näher, als den heftig Feilschenden auch Bier anzubieten. So wurde also im Leinwandhaus eine Bierschenke errichtet, die direkt von der Gemeinde auf eigene Rechnung betrieben wurde. Der "Leinwandbier" genannte Gerstensaft genoss bald einen ausgezeichneten Ruf. Und wenn sich heute jemand mit den Worten "Des is leiwand" über etwas äußert, so meint er damit nicht mehr und nicht weniger, als dass es so gut ist wie Wiener Bier.

    ***Aus dem Buch: "Wiener Bier - 150 Jahre Ottakringer Brauerei" von Christoph Wagner
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Beitragvon Rangie » 26.10.2008, 20:56

kundgeba hat geschrieben:........
Der Wiener macht gerne an Schmäh.
Er verdreht auf liebenswürdige Art - ein klein wenig die Wahrheit.


ach dat is aba Hochinteressant . Dat hätt ich wissen sollen! :wink: :wink: :wink:
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Beitragvon kleeblatt05 » 26.10.2008, 23:59

Haberer

Als Haberer bezeichnet man in der österreichischen Umgangssprache einen Freund oder Kumpanen. Die österreichische Verwendung dieses Wortes entspringt der jiddischen Sprache. Das Wort stammt vom hebräischen chaver = Freund ab
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Beitragvon kleeblatt05 » 27.10.2008, 8:42

Maschekseitn
Dieser Ausdruck bedeutet, nicht auf direktem Weg etwas erreichen zu wollen, sondern von " hinten herum" zu seinem Ziel zu kommen
Er/sie kommt von der "Maschekseitn".....stammt aus dem Ungarischem - "másik" = "der, die andere" Seite
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Beitragvon kundgeba » 28.10.2008, 1:31

    barabat, baraban
    Bandl
    Hackn.


    I hob heit net vü Zeit ghobt, denn i hob barabat.
    Ich hatte heute nicht viel Zeit gehabt, denn ich habe gearbeitet.

    Maunche miassn am Bandl baraban, dees muass i net.
    Manche müssen am Fließband arbeiten, dass muss ich nicht.

    Es gibt Leit.- de fahrn stundenlaung am Bandl bis in de Hackn.
    Es gibt Leute - die fahren stundenlang auf der Autobahn zur Arbeit.
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Beitragvon cerambyx » 28.10.2008, 15:44

Grüß Euch!

Eine der liebenswertesten Redewendungen von Kellnern und Obern, aber auch Dienstleistern und Verkaufspersonals "alter Schule" gegenüber ihren Kunden war/ist der Ausdruck "Gschamsta Diena"; "G'schamster Diener" ... manchmal noch von mir selber gehört (bis 1970er Jahre) beim höflichen Öffnen von Türen oder Hineinhelfen in Kleidung ...

Es war/ist dies die wien-dialektische Variante des in gehobenen Kreisen üblichen "Ihr gehorsamster Diener" ...

Liebe Grüße
Norbert
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Beitragvon kundgeba » 30.10.2008, 18:07

    einidrahn, einedrahn

    (ein)schmeicheln, sich Liebkind machen, arschkriechen

    Schau da den au, wie der do einidraht.
    Sieh doch - wie der sich hier einschmeichelt, sich lieb Kind macht.

    Na so a Einidraher
    So ein Angeber, ein Aufschneider, Betrüger.
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Beitragvon Monische » 30.10.2008, 18:22

Na das ist herrlich - ich konnte herzhaft lachen - und das gefällt mir - ich mag ja den Wiener Dialekt so gern - ist nix so schlimm gesagt - wenn es wienerisch ist- herrlich!!
Und die Überseztungen - na dsas haltet bitte bei- vielleicht machen ja noch mehr mit- logischerwweise ... ich les dann nur und halt meine Babbel- gelle?!

Es grüßt euch herzlichst Moni
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Beitragvon kundgeba » 02.11.2008, 19:45

Rangie hat geschrieben:
kundgeba hat geschrieben:........
Der Wiener macht gerne an Schmäh.
Er verdreht auf liebenswürdige Art - ein klein wenig die Wahrheit.


ach dat is aba Hochinteressant . Dat hätt ich wissen sollen! :wink: :wink: :wink:


    Dich halte ich doch nicht am Schmäh............. ich bin doch kein Schlawiner

    .........

    Schlawiner

    windiger, unzuverläßlicher Typ, auch Gauner.
    Verächtlich für "Wiener" (wohl wegen des zufälligen Gleichklangs). Von "Slowene".
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Beitragvon merava » 02.11.2008, 22:27

Ein paar Worte fallen mir auch auf die "Schnelle" ein.
Ich kann jedoch den Hintergrund nicht so genau erläutern.
ZURES Sorgen (jiddisch)
OIDE Frau meistens Ehefrau
FLUNKERN schmettern -- etwas lügen
DAMISCH kommt wahrscheinlich vom taumeln(Redewendung:ich bin ganz damisch--es dreht sich mir der Kopf--zu viel auf einmal gedacht--aber nicht betrunken,da sagt man eher :ich bin BSOFFEN oder ganz stark betrunken:
I BIN ZUA
REWÖLLISCH aufgewühlt
Ein GSPUSI ist ein Verhältnis
Ein GSCHAMSTERER ein Verehrer
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Beitragvon kundgeba » 03.11.2008, 17:44

merava hat geschrieben:Ein paar Worte fallen mir auch auf die "Schnelle" ein.
Ich kann jedoch den Hintergrund nicht so genau erläutern.
ZURES Sorgen (jiddisch)
OIDE Frau meistens Ehefrau
FLUNKERN schmettern -- etwas lügen
DAMISCH kommt wahrscheinlich vom taumeln(Redewendung:ich bin ganz damisch--es dreht sich mir der Kopf--zu viel auf einmal gedacht--aber nicht betrunken,da sagt man eher :ich bin BSOFFEN oder ganz stark betrunken:
I BIN ZUA
REWÖLLISCH aufgewühlt
Ein GSPUSI ist ein Verhältnis
Ein GSCHAMSTERER ein Verehrer

    merava - ja, ja unser Wienerisch - hat schon was :wink:
    Ich bilde mal mit ein paar deiner Wörter einen Satz.

    Mit dem damischen Gschamsterer - fangt se des scheene Madl doch glatt a Gspusi aun.
    Da wird ma ja rewöllisch, das der Bsoffene - der imma zua is - so a Glick hot.


    Mit diesem dümmlichen Verehrer, beginnt das schöne Mädchen doch glatt ein Verhältnis.
    Das macht rebellisch, das so ein Trinker, der immer volltrunken ist, soviel Glück hat.
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