Die allgemein übliche Frage nach dem Tierkreiszeichen, „in dem“ man geboren worden ist, erbringt nur den Stand der Sonne in einem bestimmten Zeichen und spiegelt damit keinesfalls die unendliche Vielfalt eines Kosmogrammes wieder.
Vielmehr resultiert die - Pardon! - laienhafte Frage nach dem Tierkreiszeichen bzw. dem "Sternzeichen" aus dem allgemeinen Interesse, das die Presse in Gang brachte.
Wichtig ist die Einsicht, dass zwischen dem sog. „Sternzeichen“ (das Sonnenzeichen wird oft so genannt) und dem Sternbild ( = Astronomie) ein großer Unterschied besteht. Leider bringen viele Laien diese Einsicht nicht mit und so kommt es auf Partys oder in den Cyber-Foren zu den erheiterndsten "Debatten".
Der Unterschied zwischen den Sternenbildern astronomischer Art, den Tierkreis-Zeichen astrologischer Art ist nur wenigen klar.
Nun ja...
1914 gab es gegen Miß Adams (1865-1932) in Amerika einen Strafprozeß wegen „Wahrsagerei“. Die Parkers schreiben in ihrem Buch „Astrologie - Ursprung - Geschichte - Symbolik“, daß man ihr ein anonymes Kosmogramm zur Beurteilung gab.
Nach der Kenntnisnahme ihrer Interpretation erklärte der Richter, das Kosmogramm sei das seines Sohnes gewesen und sie habe ihn in allen Punkten richtig beurteilt. In seinem Urteil sagte er, sie habe die ‘Astrologie zur Würde einer exakten Wissenschaft erhoben’ und sprach sie frei.
Auf unserem Kontinent leistete H. Naylor (1889-1952) 1930 Pionierarbeit. Er wurde vom Herausgeber des Sunday-Express beauftragt, das Kosmogramm der neugeborenen Prinzessin Margret Rose zu stellen. Er sagte die ungeheuer wichtigen Vorgänge voraus, die 7 Jahre später zur Thronbesteigung ihres Vaters Georg VI. führten.
Noch bedeutender für die Verbreitung der Astrologie war aber ein weiterer Artikel, den der Herausgeber bei Mr. Naylor für die nächste Woche bestellte. Darin erwähnte N. eine mögliche Gefahr für die britische Luftfahrt. Am Tage der Veröffentlichung verunglückte das Luftschiff R-101 in Nordfrankreich.
Naylor wurde über Nacht berühmt. Seitdem konnte es sich keine Zeitung oder Zeitschrift mehr leisten, auf eine Sonnenzeichen-Spalte zu verzichten. Leider hat die dauernde Ausrichtung auf das Sonnenzeichen der Astrologie erheblichen Schaden zugefügt. Selbst Leute, die sich für intelligent und kritisch halten, stehen oft genug unter dem Eindruck, daß die Astrologen seriöse Charakteranalysen nur auf diesen Aspekt des Kosmogramms abstellen.
An dieser unsinnigen Auffassung sind allerdings weder die Astrologie noch die Astrologen schuld.
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