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Augen in der Großstadt
24 | 318 Aufrufe | 14.05.2018, 00:16

Wir allen kennen im realen Leben,, diesen kurzen Augenblicke, in der man in 2 fremde Augen blickt, kurz innehält, im nächsten Moment ist das Augenpaar auch vorbei. Trotzdem denkt man auch Jahre danach an diesen Augenblick.

Ich selber kann es nicht wirklich beschreiben, aber als ich gestern heimfuhr, hörte ich einen wundervollen Text von
Kurt Tucholsky, der dies wundervoll und einzigartig beschreibt.

Wenn du zur Arbeit gehst

am frühen Morgen,

wenn du am Bahnhof stehst
Mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.
Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
vorbei, verweht, nie wieder.
Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
Und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.


Unter diesem Link https://www.literatpro.de/gedicht/100517/augen-in-der-grossstadt ,gibt es die vertonte Version von Jasmin Tabatabai & David Klein

 

Kategorie: Allgemein | 7 Kommentar(e)

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