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Alles wird gut....

Bieber und die Regenbogenbrücke / Hundeblog 36 | 349 Aufrufe | 11.10.2017, 12:52

  • Es war  noch Winter, als wir aus dem riesenweiten Wald zurück in unseren kleinen Wald kamen. Aber Schnee gab es nicht. Noch nicht mal die allerkleinste und allerwinzigste Schneeflocke.

    Als ich gerade aus dem Auto ausgestiegen war, rannte Alex auf mich zu, stupste mich mit seiner Nase  an und wollte mich begrüßen. Eigentlich mochte ich ihn sehr gern.  Aber an dem Tag war ich müde, vermisste meinen riesenweiten Wald und das Hundemädchen und wollte von Alex gar nichts wissen. Ein sehr tiefes Knurren kam aus mir raus. Alex schaute mich erschrocken an und ging fünf Pfoten weit von mir weg. Dann drehte er sich um, ging ganz weg und hat mich für eine Zeit gar nicht mehr angeschaut. Mindestens drei  oder fünf Napfzeiten lang.

    Der Winter ging vorbei und schenkte uns zuvor doch noch einen kleinen und feinen Schnee. Nicht so, wie in meinem riesenweiten Wald. Aber genug, damit ich ein bisschen durchtoben und ein kleines Gestöber machen konnte.  Den Bieber hat das aber wieder nicht interessiert. Er ist wieder nur auf dem Sofa oder in seinem Körbchen gelegen und hat unser Frauchen gar nicht mehr aus den Augen gelassen. Wo sie auch hinging - Bieber lief immer und immer hinter ihr her.

    Als der Frühling kam und es wärmer wurde, lag Bieber sehr viel in unserem Garten, hat der Sonne seinen Bauch entgegengestreckt und sich nur noch aufgeregt, wenn der Briefträger an unserer Zauntür klingelte. Und wenn Herrchen oder Frauchen die Mülltonne auf die Straße stellten. Da hat sich der Bieber jedes Mal sehr aufgeregt, hat die Tonne angebellt und ist hinter ihr her gerannt, dass man glauben konnte, er sei plötzlich doch wieder ein junger Hund.

    Bieber, das hatte Herrchen meinem Frauchen erzählt, wurde eines Tages, als er noch ein richtig junger Hund war, von einer Mülltonne überfahren. Einer von Herrchens Söhnen hatte nicht aufgepasst, hatte Bieber nicht gesehen, und die Mülltonne fuhr ganz und gar und richtig über Bieber drüber. Sogar über Biebers Schwanz und seine Pfoten. Seit diesem Tag waren alle Mülltonnen der Welt Biebers Feind. Viel schlimmer noch als jedes laute Gewitter mit hellen Blitzen und mächtigem Donner.

    Meistens aber lag Bieber in der Sonne, schlief viel und interessierte sich nur noch selten für die Kinder auf der anderen Seite unseres Mauerzauns. Auch, wenn ich ihn mit meiner Nase an gestupst habe, öffnete Bieber nur langsam seine Augen, schaute mich kurz an und schlief dann weiter. Immer wieder habe ich Bieber angestupst, habe ihn ein bisschen angebellt und wollte so gern, dass er wieder mit mir durch unseren Garten und den kleinen Wald läuft und wir tiefe und große Löcher buddeln, in die ich mich dann legen konnte. Aber Bieber wollte nicht. Egal, was und wie ich gebellt, wie ich ihn an gestupst habe - es hat ihn fast gar nicht mehr interessiert.

    Da fällt mit ein: Habe ich euch schon von meinen großen, meinen tiefen Löchern erzählt, die ich so gern buddele? Inzwischen bin ich ja selber auch schon ein älterer Hund und meine Pfoten und Beine machen an manchen Tagen leider nicht mehr alles, was ich gerne tun würde. ABER LÖCHER BUDDELE ICH IMMER NOCH!! ICH LIEBE GROSSE, TIEFE LÖCHER!! In jedem Garten, den wir hatten, habe ich Löcher gebuddelt. IMMER!! Auch hier in diesem kleinen Garten, der jetzt meiner ist, habe ich damit angefangen. Das ist für mich wirklich SEHR WICHTIG, weil ich mich im Sommer, wenn es draußen so Fellverbrennend heiß ist, unbedingt in ein solches Erdloch legen muss. Am allerbesten gräbt man diese Löcher unter einem Baum. Legt man sich in ein solches „Erdloch-unterm-Baum“ ist das wirklich sehr, sehr gut. Von unten kühlt die Erde den Bauch, und von oben kühlt der Baumschatten das Fell!!!

    Der Sommer kam, die Sonne verbrannte mir das Fell und ich musste meine Löcher alleine buddeln. Bieber ging nur noch in unseren Garten, wenn er fein pinkeln und seine Häufchen machen musste. Kaum war er damit fertig, ging er langsam wieder zurück ins Haus. Leider hat er auch an den Blumentöpfen, die für Frauchen so wichtig waren, die sie so schön fand, nicht mehr sein Bein gehoben. Kein einziges Mal mehr.

    Eines Tages stand Bieber mit mir in unserer Küche vor seinem Futternapf. Ich weiß aber nicht mehr, ob es der Morgen- oder der Abendnapf war. Bieber fraß nur ganz, ganz wenig aus seinem Napf. Dann drehte er sich um und lief gegen den Küchenschrank. Einfach so. Und dort blieb Bieber dann stehen. Mit dem Kopf am Küchenschrank und ging nicht mehr weiter. Keine Pfote nach links und auch keine Pfote nach rechts oder nach hinten.  Frauchen war bei uns in der Küche, setzte sich neben Bieber an den Küchenschrank und hat sehr lieb mit Bieber gesprochen und ihn gestreichelt. Sie sagte solche Menschenworte, von denen ich nicht immer alle verstehe. Und es war wieder ein bisschen von diesem Wasser in Frauchens Gesicht. Das war so seltsam, dass mir ein wirklicher Schreck durchs Fell gesaust ist!! Ich habe Bieber angestupst, aber er hat mich nicht angeschaut. Was Frauchen und Bieber dann noch in der Küche gemacht haben, weiß ich nicht, weil ich von der Küche in den Garten ging und mich ganz allein unter diesen sehr schönen und riesengroßen Baum legte.

    Von diesem „Bieber-läuft-an-den-Küchenschrank-Tag“ an wurde nichts mehr besser. Gar nichts mehr. Bieber war nur noch bei Frauchen, und Frauchen war bei Bieber. Für mich hatte sie nur noch ganz wenig Zeit. Aber Herrchen war da, und sehr oft war ich mit ihm in seinem Büro, das auch bei uns im Haus war. Unten aber, wo Frauchen und Bieber fast immer waren, wurde es still. So still, dass es in den Ohren dröhnte. Bieber interessierte sich für gar nichts mehr. Nicht für die Mülltonne, nicht für die Leckerli, nicht für seinen Napf, nicht für mich und nicht für den Briefträger. Nur noch für Frauchen.

    Nach einer Hundelangenkurzenzeit, während der ich immerzu nur allein im Garten war, saßen Bieber und Frauchen plötzlich einen ganzen Tag lang auf der Gartenbank vor unserer Haustür.  So lange, bis die Sonne, die mir das Fell verbrannte, unterging und die Nacht kam. Bieber lag eingekuschelt auf Frauchens Schoss und hat sich nur sehr selten bewegt. Frauchen saß da, hat immerzu Bieber gestreichelt  und hat sich auch nur selten bewegt. In dieser Nacht waren Herrchen und ich allein in unserem Schlafzimmer, weil Frauchen mit Bieber in ein anderes Zimmer ging, die Tür zumachte und mit Bieber allein sein wollte. Eine Zeitlang saß ich vor dieser Tür und habe gewartet, dass Frauchen die Tür wieder aufmacht. Aber irgendwann ging ich zu Herrchen, habe mich bei ihm eingekuschelt und schlief ein.

    Als nach dieser Nacht die Sonne wieder aufging, wollte Bieber auch von Frauchen nichts mehr wissen. Trotzdem nahm Frauchen Bieber auf den Arm und fuhr mit ihm und Herrchen in unserem Auto davon. OHNE MICH!! Irgendwann kamen sie wieder und Frauchen hatte Biebers Lieblingsdecke auf dem Arm, die sie vor unserer Haustür auf den Boden legte. Frauchen öffnete die Decke ein kleines bisschen und Biebers Kopf schaute raus. Sein Schneeflockenfell war wie  immer, aber es hatte einen ganz anderen, einen ganz fremden Geruch. Ich habe Bieber mi meiner Nase angestupst, immer und immer wieder. Es hat aber nichts geholfen. Bieber bewegte sich nicht mehr. Kein kleines bisschen.

    Plötzlich begann Herrchen, ein wirklich großes, ein wirklich tiefes Loch in unserem Garten zu buddeln. So groß und so tief, wie ich es niemals buddeln könnte.  Er buddelte und buddelte und hörte gar nicht mehr auf. Dort hinein, in dieses Loch,  legte Frauchen unseren Bieber, der sich kein bisschen mehr bewegte - ganz und gar eingepackt in seine Decke. Herrchen und Frauchen packten den Erdhaufen, den Herrchen mit seiner Buddelei gemacht hatte, auf Bieber  - so lange, bis von Bieber nichts mehr zu sehen und kein Loch mehr da war.

    Nach diesem „Bieber-bewegt-sich-nicht-mehr-Tag“ habe ich keinen Napf mehr angeschaut. Nicht am Morgen und nicht am Abend. Frauchen hatte immerzu sehr viel Wasser in ihrem Gesicht und alles in unserem Haus war still. Sogar mein Herrchen, der doch so gern mit seiner Stimme viel Donner machte, war ganz still. Draußen in unserem Garten zündete Frauchen an jedem Abend, wenn die Sonne unterging,  ein sehr schönes  Licht an. Genau dort, wo dieses Loch war, in das Frauchen unseren Bieber gelegt hatte. Dick eingepackt in seine Decke.  Ganz und gar und für immer.

     


    Kategorie: Wuschels Geschichte | 16 Kommentar(e)


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