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Ein Spiel der Phantasie
28 | 563 Aufrufe | 09.09.2018, 18:00

Ein Spiel der Phantasie
 
Ich habe ein Faible für ältere Damen mit feinen Gesichtszügen, ich verehre sie zutiefst! Sie transportieren ihre natürliche Schönheit unbeschadet durch die Jahrzehnte, werden reizvoller, begehrenswerter, ihr reifender Charakter prägt in wunderbarer Weise ihre Gesichtszüge, formt sie individuell, macht sie einmalig schön, unabhängig vom Alter. Sie sind es, die ihre Haarpracht kreativ zu  kunstvollen Hochfrisuren  stecken, ein der Weiblichkeit vorbehaltenes  Vorrecht nutzen sie so nachhaltig zu ihrem Vorteil! Und Damen sind sie, weil sie ausgesucht feine Umgangsformen pflegen und leben.
Sie betritt das Zugabteil, eine feine ältere Dame, geblendet von ihrer Schönheit erhebe ich mich reichlich verwirrt von meinem  Fensterplatz, entdecke, dass sie ohne Gepäck ist, mein Aufstehen damit jeglichen Sinnes beraubt, will ich statt meiner Hilfe eine Umarmung anbieten, die ich in der letzten Ausführung noch stoppen kann und die Arme wieder sinken lasse.
Sie nimmt mir gegenüber im Polster Platz, welch ein schönes Gesicht, diese edlen Gesichtszüge, vorteilhaft gekleidet, ein hellgraues Kostüm mit blassen rosa Ornamenten, zauberhaft schön, einer dunkelgrauen , feinen Bluse, dunkelgrauen Schuhen und schwarzen Strümpfen! Sie schlägt die Beine übereinander, ihre Knie heben sich hell zum blickdichten dunklen Umfeld ihrer Strümpfe ab.  Ich versuche meinen Blick von ihren Knien zu lösen, es gelingt leidlich bis gar nicht!
Sind sie Spieler?“,fragt sie sanft.
Ja!“, antworte ich.
Welche Art von Spieler?“
Wie meinen sie das?
Wagen sie Einsatz, gehen sie auch Risiken ein, sind sie mutig, ein Hasardeur vielleicht ?
Ich entscheide mich spontan, bin ein leidenschaftlicher Spieler, dem Risiko hingegeben. 
Ich lese in ihrem Gesicht , dass meine Antwort gefällt und bin von mir selbst so unendlich begeistert!
Wie schätzen sie diesen Raum, dieses Abteil hier als Spieler ein?
Wir sind alleine hier... weiß nicht ...
Lächelnd  steht sie auf, schreitet zur Trennwand, zieht sorgfältig  alle Vorhänge zu, öffnet die Schiebetür und prüft vom Gang aus, ob alle Blicke ins Innere erfolgreich abgewehrt sind. Mich erfasst  eine unbeschreibliche Stimmung, hilflos und ergeben schaue ich dem Treiben  dieser wunderschönen blonden Frau  zu, ein wohliges Gefühl beschleicht mich, erwartungsvolle  Freude schäumt auf,  bin völlig gelähmt und ja- auch glücklich!
 Als Spieler, wie urteilen sie jetzt?
Wir sind alleine, unbeobachtet, vorrübergehende Reisende haben keinen Einblick. Aber der Zutritt ist ihnen nicht verwehrt. Sie haben freien Zugang und  können uns überraschen...
Wobei überraschen?
Mir schießt das Blut ins Gesicht, peinlich, entblößt, wie blamabel, irreparabel, ich könnte mich treten, aus dem Zug springen. Aus!
Sie schiebt die Türe zu, prüft die Vorhänge, zieht ihre Schuhe aus, gleitet in eleganten Bewegungen zu mir und kniet sich nah vor mir hin. Mir stockt der Atem, eine Ohnmacht kündigt sich an und droht mich zu fällen.
Was sehen sie? fragte sie mit zärtlicher Stimme? Ich mag auch ihre Stimme.
Ich möchte ihnen aufhelfen, sie auf Augenhöhe ziehen...
Unsinn, was sehen sie?
Eine unglaublich schöne, faszinierende Frau, der ich meine Hände auf die Wangen legen...
Komplimente, bah, falscher Zeitpunkt, zerstört nur die Stimmung des Augenblicks!
Erkennen sie nicht eine Frau, die vor ihnen kniet und zu ihnen aufschaut?

Endlich verstehe ich! Ich nehme mir Zeit, lasse die Wirkung auf meine Sinne bewusst zu, darf passiv sein, darf genießen im Betrachten. Ich bin eingeladen!
Ich schaue in ihre Augen, ein herrliches Grün, ein sanfter, intelligenter, wacher Blick, ihre Haut trägt noch eine leichte Bräune des vergangenen Sommers, einzelne Strähnen ihres hochgesteckten Haares, die zärtlich ihren Hals und Nacken umspielen, haben sich gelöst, die im seitlichen Schlaglicht der Sonne ihre Strukturen verlieren und golden leuchten, ihr wohlgeformter Mund, leicht geöffnet, dezent geschminkt, zeigt ein einnehmendes Lächeln. Sie lehnt sich leicht zurück, setzt sich auf ihre Fersen, ruht auf den Zehenspitzen, verliert das Gleichgewicht und fängt sich an meinen Armlehnen. Sie lacht vergnügt. Ein bezauberndes Lachen, diese aristokratische Schönheit!
Plötzlich wird die Tür mit einem gewaltigen Schlag aufgerissen, eine Rothaarige mit Gardemaß und schräg  angesetztem Barett  okkupiert im Stechschritt das Abteil, hier seien  offensichtlich noch alle Plätze frei, lässt sie uns grußlos wissen und fällt in die Polsterung.  
Ich überlege angestrengt, an welcher Stelle ich sie aus dem Zug werfen könnte. 
Die feine Dame verabschiedet sich, sie muss aussteigen.
Am Ende bleiben die mit dem Barett, die man heiratet, allein weil sie in erdrückender Überzahl existieren und ihre Zahl ständig wächst!         
 

 

 

 

Kategorie: Allgemein | 48 Kommentar(e)

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