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Erinnerung
26 | 360 Aufrufe | 11.06.2018, 17:04

Übermorgen jährt sich der Todestag meiner Schwester. Sie ist vor einem Jahr gestorben, plötzlich und unerwartet, aber ist es das nicht immer? Meine Tränen über den Tod des Bruders meines Mannes waren noch nicht getrocknet, sein Todestag war gestern, als mich die Nachricht erreicht hat aus dem Krankenhaus. Ich bin doch noch bei ihr gewesen, es ist gerade erst 2 Stunden her, dass ich an ihrem Bett gesessen habe und gehofft, dass sie meine Hand spürt, die ihre hält, und hört, was ich sage zu ihr. Sie kann doch nicht tot sein. Aber der Schlaganfall ist zu massiv gewesen, sie hat schon den dritten Tag im Koma gelegen, es war ihr Mann, der entschieden hat, das Beatmungsgerät abzuschalten. So hat sie es gewollt, er und ihr Sohn haben gehofft, dass noch genug Willen in ihr ist, der Lebensfunke überspringt, es ist eine vergebliche Hoffnung gewesen.

Wir haben es nicht immer leicht gehabt miteinander, sie war so ganz anders als ich. Fast zwei Jahre jünger, ein niedliches kleines Mädchen mit Löckchen, Omas Liebling, wie oft habe ich sie beneidet darum. Extrovertiert, immer auf dem Sprung, sie hat das Leben nicht so ernst genommen wie ich. Wir haben oft gestritten, uns jahrelang nicht gesehen, wir sind selten gut miteinander ausgekommen. Hund und Katze, Feuer und Wasser, unterschiedliche Lebenswege, sie haben nicht gepasst zueinander.

Und doch war sie meine kleine Schwester, ich habe sie geliebt. Möge sie in Frieden ruhen.

 

Kategorie: Allgemein | 7 Kommentar(e)

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